Hallo,
bei deinen zur Entscheidung stehenden "Kandidaten" kann ich dir eindeutig den Z3 empfehlen, auch nicht nur durch die rosarote Z3 Brille gesehen.
Ich habe beide Modelle gefahren, den TT180 mit Chip auf 220PS für kanpp 1,5 Jahre und den Z3 3.0 für 3 Jahre.
Der Z3 beitet einfach roadstertypischere Proportionen - lange Haube, kurzes Heck mit der Sitzposition fast direkt über der angetriebenen Hinterachse. Das allein bringt einen großen Teil des Fahrgefühls, das dem TT leider völlig abgeht. Dort hat man leider immer das Gefühl in einem "normalen" Mittelklassewagen zu sitzen, zwar offen und gut motorisiert, aber dennoch nichts besonderes.
Der famose 6-Zylinder trägt noch einiges dazu bei - seidenweicher Lauf, turbinenartiges Hochdrehen mit guter Leistung über den gesamten Drehzahlbereich. Läßt sich wunderbar schaltfaul fahren, aber auch klasse über Landstraße und Autobahn jagen.
Der Motor ist leider das größte Handicap des TT, bei der 180er Version bei jeder Drehzahl für einen Sportwagen zu schlapp. In unteren Bereichen durch ein doch sehr ausgeprägtes Turboloch sehr träge, fehlt auch in höheren Drehzahlen der richtige "bums" und die Drehfreude. Mit Chip geht er richtig gut, leider sind dann auch die Einflüsse in die Lenkung und sein Durst wenn man die Leistung auch abfordert jenseits von gut und böse.
Der Quattro würde hier zwar helfen die Antriebseinflüsse zu reduzieren, hat von meiner Sicht her aber ein viel zu schwammiges Fahrgefühl um die Hochachse, man hat ständig das Gefühl die Hinterachse lenkt mit und der Wagen dreht sich irgendwie weg. Insgesamt ist das Fahrverhalten indirekter als im Z3.
Auch sind die TT Motoren (4-Zyl Turbo) sehr sehr sehr sehr anfällig - das beweist nicht nur der letzte Platz in der ADAC Pannenstatistik, war auch der Hauptgrund weshalb ich meinen damals abgegeben hatte.
Die Verarbeitung (besonders im Innenraum) spricht hingegen eindeutig für den TT - da reicht der Z3 leider um Längen nicht heran. Besonders die Materialauswahl und Qualitätsanmutung in den ersten Jahren sind doch etwas verbesserungswürdig. Hierbei meine nicht die Haltbarkeit, sondern rein der optische Eindruck, großartiges Geklapper gibt es auch beim Z3 nicht.
Von der Zuverlässigkeit her ist der Z3 schon sehr gut, es gibt zwar ein paar Kleinigkeiten worauf man achten sollte, wie z.B. den Allgemeinzustand des Daches wie Scheuerstellen. Und auch die Kunststoffheckscheibe ist pflegeaufwändiger. Ist aber allesamt nix wildes.
Ich würde beide einfach mal probefahren, und dann entscheiden. Sich solch ein Auto zu kaufen ist doch immer ein Gutteil eine Bauchentscheidung.
Wenn man aber einen "echten" Roadster mit dem passenden Fahrgefühl haben möchte ist die Entscheidung eigentlich klar.
Ich habe den Umstieg damals nicht bereut und würde den Z3 auf jeden Fall wieder kaufen! Er bereitet - für mich zumindest gesehen - eindeutig den größeren Fahrspaß

GruZZZ