Zitat von Chris_1977
Aber die Meinung von cl2000 bezüglich des perfekten Marketings von Audi vertrete ich auch. Da kann sich BMW noch eine ganze Scheibe von abschneiden. Dass Audi nach Volksmeinung gegenüber BMW immer noch als Innovationsträger betrachtet wird, ist ein großer Mißstand.
Ich hab's ja immer wieder mal geschrieben, aber an diese Stelle passt es auch zum x.-mal:
1) Ein Saugmotor hat gegenüber einem leistungsgleichen Turbomotor klare dynamische Vorteile. Beim Turbomotor müssen immer die Lader hochlaufen, um den max. Ladedruck, sprich das max. Drehmoment bereitzustellen. Das dauer je nach Ladergröße unterschiedlich lang. Ein auf Leistung optimierter Lader braucht einen großen Durchsatz und hat eine dementsprechende Trägheit. Das Ansprechverhalten des Motors ist dementsprechend schlecht, da vergehen bei Benzinmotoren schon bis zu einer Sekunde, bis das volle Drehmoment anliegt. Zur Dosierbarkeit des Gases ist dies natürlich hinderlich.
2) Die Leistung lässt sich bei einem Sauger bei konstantem Hubraum irgendwann nicht mehr über die Drehzahl steigern. Mehr Hubraum bedingt auch gleichzeitig mehr Verbrauch, da u.a. die Reibungsverluste im Motor höher werden. Deshalb betreibt man zur Darstellung leistungsgleicher Motoren mit weniger Verbrauch das sog. "Downsizing". Dabei werden (rel. zum reinen Saugmotor) kleinere Hubräume ausgeführt und der Motor aufgeladen (Beispiele gibt es schon von fast jedem Hersteller: BMW Biturbo, VW TSI, usw.).
Allerdings verschlechtert sich eben wie unter 1) beschrieben das Ansprechverhalten zu sehr, was der Kunde als träge empfindet. Daher verbaut BMW zwei kleine Lader, die eine geringere Trägheit als ein großer Lader haben und die beide nicht leistungsoptimiert sind, sondern hinsichlich der Fahrbarkeit. Deshalb ist der Motor auch nur ganz moderat aufgeladen - in Verbindung mit der bisher fast einzigartigen Benzindirekteinspritzung MIT STRAHLGEFÜHRTEN BRENNVERFAHREN (das Audi übringends nicht hat, Mercedes schon) ergibt sich ein schöner Leistungszuwachs bei nur geringen Einbußen an die Dynamik. Somit kann mit nur 3l Hubraum die Dynamik eines 4l V8 Motors dargestellt werden, bei deutlich günstigerem Verbrauch.
Der VW TSI Motor hat statt zwei Lader, einen Turbo und einen Kompressor, verbaut. Letzerer sorgt im niedrigen Drehzahlbereich für schnelles Ansprechverhalten, der Turbolader ist für die Leistung im höheren Drehzahlbereich verantwortlich.
FAZIT: Downsizing wird mehr und mehr eingesetzt, um den Verbrauch bei gleichzeitiger Leistungsteigerung zu reduzieren. Die Grenzen setzten die Kosten, die für System nötig sind, die das träge Ansprechverhalten eines Turbomotors verbessern. (Porsche GT2 und 911 turbo setzen einen sündhaft teueren Verstellturbolader wie bei den Dieselmotoren ein. Der ist deshalb so teuer, weil er den viel höheren Abgastemp. beim Ottomotor standhalten muss)
Zum S3: Da gibt es eigentlich nix zu diskutieren. Der hat (relativ zur BMW-Technik) einen alten Motor mit konventioneller Aufladung, einem großen Turbolader mit hoher Trägheit und dementsprechend schlechtem Ansprechverhalten. Der Motor ist rel. schwer, da nicht auch Alu. Die Allradtechnik (die man braucht, weil Frontantrieb bei dieser Leistung zu gar keiner Fahrdynamik mehr führt) unelegant: 2 Hypoidgetriebe (Achswinkelgetriebe) mit vergleichsweise schlechtem Wirkungsgrad, eine Haldexkupplung, die nicht nur schwer aussieht usw. usw.
Beim besten Willen: Zwischen einem Saugmotor von BMW und dem Audi-VW-Turbomotor liegen technisch gesehen Welten. Das transiente Verhalten (Lastwechselsprung) wäre für mich beim S3 nicht aktzeptabel. Der Motor aus dem S3 ist ein Grundmotor von der Stange, der in jedem Golf, A3, Seat irgenwas etc. verbaut wird und mit den kostengünstigsten Mitteln auf die hohe Leistung gebracht wird.
Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich will jetzt erstmal "früh"-stücken.
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