Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 24.08.2004, 08:09   #1
Bigracer
Grandprix Fahrer
 
Benutzerbild von Bigracer


Wolfsburg -[Deutschland]- WOB Wolfsburg -[Deutschland]- OO 7 7

 
Registriert seit: 20.08.2002
Ort: Wolfsburg
Beiträge: 1.975

Wagen: BMW Z3 M coupé 3.2
Zweitwagen: V Max
Bigracer schreibt sehr gefälligBigracer schreibt sehr gefälligBigracer schreibt sehr gefällig
Ausrufezeichen Kompressor im 2,8er

Einbau eines ASA-Kompressor beim BMW Z3 2,8 Coupe

Der Zetti hat zum Zeitpunkt des Umbau 65.000 Km runter und ist bereits einmal getunt worden. Das heißt, aus den serienmäßigen 193 PS sind durch den Einbau von Nockenwellen und der Überarbeitung der Elektronik, in Verbindung mit einem anderen Endschalldämpfer und kleinen Verbesserungen an der Luftzuführung, 226 PS entstanden.

Diese Leistung reichte jedoch nicht aus, um im 5.Gang den Wagen voll auszufahren.

Bei 6300 U/min war Ende. Das entsprach einer Tachoanzeige von 235 Km/h.

Ich wollte mehr!


Wer baut ein?

Dies war die erste Frage. Nach dem Studium der Materie stellte sich schnell heraus, das alle bekannten Tuner den ASA-Kompressor verwenden.

Jeder macht rund um das Ding sein eigenes Nest. Wer kann nun mehr als der andere?

Nach dem alten Sprichwort: Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah; dachte ich mir: geh doch gleich zum Kompressorhersteller, die müssen doch die Ahnung haben.

Da ASA nicht selber einbaut, haben sie eine Tochterfirma gegründet:
Infinitas. ASA und Infinitas sitzen in einem Haus in einem kleinen Ort bei Ingolstadt.


Was soll geschehen?

Das ein Kompressor eingebaut werden soll, war schnell besprochen. Jetzt ging es an die Details. Der Motor ist bereits getunt: kein Problem, sagt ASA.
In längeren Gesprächen kam dann raus, das die Drehzahl des Kompressor-Motor auf 6500 begrenzt werden soll. Halt! Das wäre ja ein Schritt zurück, nachdem ich ja jetzt schon (bis zum 4. Gang) bis 7000 drehen kann.

Es wurde also beschlossen, die Abstimmung so zu wählen, das der Motor erst bei 7000 U/min abriegelt.

Wegen der von mir geforderten Leistung wählten wir die Variante mit Ladeluftkühler.


Wann soll es geschehen?

Für den Umbau wählte ich die Urlaubszeit.

Auf der Fahrt in den Süden gab ich den kleinen Zetti in Autenzell ab und auf der Rückfahrt aus dem Urlaub nahm ich den großen Zetti wieder mit nach Hause.


Was wurde gemacht?

An der Stelle des ehemaligen Luftfilterkastens sitzt nun der Kompressor, welcher über einen Riemen vom Motor angetrieben wird.

Luftfilter und Luftmengenmesser wanderten vorne links hinter die Stoßstange.

Der Ladeluftkühler sitzt vor dem Wasserkühler und ist durch das Gitter unten in der Stoßstange zu sehen.

Der zusätzliche Elektrolüfter vor dem Kühler musste entfernt werden; dies soll aber keine thermischen Auswirkungen haben und hat auch tatsächlich im Stau bei fast 30°C nicht zu Problemen geführt.


Was war geschehen?

Bei der ersten Probefahrt war ich enttäuscht. Mein getunter 2,8er ging ja schon recht gut ab und ich hatte erwartet, nun mit Kompressor beim Beschleunigen in den Sitz gedrückt zu werden. Doch der „Starfighter-Effekt" blieb aus.

Erst bei weiteren Fahrten spürte ich die Leistung, die jetzt auf Abruf wartet.

Der maximale Ladedruck liegt erst bei 7000 U/min an, d.h. im unteren Drehzahlbereich ist nur eine ganz geringe Aufladung vorhanden. Das schont den Motor bei den normalen Fahrten.

Zudem liegt bei meinem Zetti der maximale Ladedruck erst 500 U/min später an als normal. Dadurch liegt auch in den anderen Drehzahlbereichen etwas weniger Druck an, da sich die gesamte Kurve etwas nach oben verschoben hat.

Gut so, denn ich wollte ja nur „obenrum" mehr Leistung.


Wie fährt er sich nun?

Sehr gut.

Im unteren Drehzahlbereich normal (fast so wie immer), im mittleren Bereich merkt man das da was ist, und ab 5000 U/min ist es ein Gefühl, als ob jemand die Kiste wegzieht.

Die Nadeln von Tacho und Drehzahlmesser klettern einfach weiter und hören nur auf, weil bei 7000 U/min im 5. Gang der Begrenzer kommt. Der Tacho steht dann schon ein ganzes Stück hinter dem letzten Strich, was so ca. 260-265 sein dürften.

Mit dem Einbau einer längeren Hinterachse kann die Geschwindigkeit noch höher werden, bzw. die Drehzahl wird bei gleicher Geschwindigkeit niedriger.

(Diese Testreihe ist noch nicht abgeschlossen)

Das schöne an der Leistung ist, man kann den Wagen ruhig und normal fahren oder aber bei Bedarf, mit etwas höherer Drehzahl, ein Höllenfeuer abbrennen.


Welche Vorteile hat der Umbau?

Der größte Vorteil ist ausreichend Leistung ohne Eingriff in den Motor. Die Motorelektronik wird nicht verändert. Es wird nicht der Motor an den Lader angepasst, sondern der Lader an den Motor.

2. Der Wagen bleibt trotz der Mehrleistung in seinen Typklassen bei der Versicherung und die Hubraum-Steuer bleibt auch gleich.

3. Durch den ansteigenden Ladedruck fährt man mit der normalen Motorleistung los.

Dadurch gibt es keine Überbelastung von Kupplung, Gelenken oder Bodengruppe (///M-Fahren kennen das ja).

4. Der Einbau des Kompressor ist günstiger, als sein Auto zu verkaufen und einen ///M zu kaufen (besonders, wenn man schon viel Geld in seinen Liebling gesteckt hat).

5. ggf. kann der Wagen wieder zurückgerüstet werden (aber wer will das schon)


Messwerte:

Vor dem Einbau des Kompressor habe ich einige Beschleunigungswerte gemessen, um mich nicht nur auf mein „Popometer" zu verlassen, sondern damit auch die Zahlen sprechen können:

Gang - - von Km/h - - bis Km/h - - sec. ohne - - sec. mit Kompressor

3, 4, - - - - - 80 - - - - - - - 160 - - - - - 13 - - - - - - 11

4 - - - - - - 120 - - - - - - - 200 - - - - - 25 - - - - - - 14

2, 3, 4, - - - 60 - - - - - - - 160 - - - - - 14 - - - - - - -12

5 - - - - - - 120 - - - - - - - 210 - - - - - 32 - - - - - - 24

5 - - - - - - 140 - - - - - - - 200 - - - - - 23 - - - - - - 14


Leistung:

1. Serie: 193 PS

2. mit Auspuff, Nocken + Chip: 226 PS - 300 Nm

3. mit Kompressor, Auspuff, Nocken + Chip: 315 PS - 385 Nm


Fazit:

Ich würde es wieder tun(en).

Wer einmal leckt, der weiss wie´s schmeckt. (...und ich habe Kompressorblut geleckt)!


Empfehlung:

Der neue kleine Kompressor von ASA für unter 4500,- EUR ist wirklich eine geniale Lösung für ein Tuning ohne Motoreingriff. Er bringt 50 Mehr-PS.

Aber auch meine 100 zusätzlichen PS des großen Kompressor sind auf jeden Fall ihr Geld wert.


Garantie:

ASA gibt zwei Jahre Garantie auf die Teile und zusätzlich kann man noch eine Tuning-Versicherung abschließen.


mehr Info:

www.kompressormotor.de



Sprüche:
  • Zu Power und Mehrleistung fragen sie Ihren Tuner oder Infinitas.
  • Ist er zu stark, bist du zu schwach.
  • Kann denn Leistung Sünde sein.
  • ASA – da werden sie geholfen.
  • So eine aufgeblasene Karre.
__________________
Gruzzz Detlef


Das Leben ist zu kurz um langsam zu fahren.

Geändert von Bigracer (07.10.2004 um 11:02 Uhr).
Bigracer ist gerade online   Mit Zitat antworten