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Alt 16.06.2005, 12:50   #1
Grandprix Fahrer
 
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Cuxhaven -[Deutschland]- CUX Cuxhaven -[Deutschland]- Z 4

 
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Gebrauchtwagen übers Internet

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Immer öfter gehen Autokäufer und Verkäufer Betrügern im Internet auf den Leim. Der ADAC rät zu Vorsicht bei Schnäppchenangeboten.


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Sie geben sich als solvente Käufer aus und schicken dann ungedeckte Schecks oder locken ihre Opfer Hunderte Kilometer zum angeblichen Traumauto. Immer öfter gehen Autokäufer und Verkäufer Betrügern im Internet auf den Leim. Drei von vier Gebrauchtwagen wechseln laut ADAC heute mit Unterstützung des Internets den Besitzer. Meist werde das Web dabei als Informationsquelle benutzt, um einen Marktüberblick zu bekommen. Viele Schnäppchenjäger würden aber Opfer skrupelloser Internethaie.

Bei zu guten Angeboten ist meist ein Haken dran

„Meistens fängt es damit an, dass man ein Schnäppchen findet im Internet und ganz begeistert ist“, berichtet die ADAC-Juristin Silvia Schattenkirchner. „Aber bei besonders auffälligen Schnäppchen ist meist ein Haken dran.“ Mal ist es die kostenpflichtige Telefonnummer, über die angeblich nähere Details zu erfahren sind, mal wird eine hohe Vorauszahlung verlangt – das Auto allerdings bekommt der Kunde meist nie zu sehen.

Mancher gewitzte Verkäufer lockt den Kunden auch mit einem Traumangebot quer durch Deutschland. Bei der Ankunft ist just das gewünschte Auto nicht da. Aber nach der langen Fahrt will der Kunde nicht unverrichteter Dinge nach Hause fahren – und lässt sich ein anderes Auto aufschwatzen.

In der Grauzone zur Illegalität

Die Verbraucherschützer beim ADAC registrieren jeden Monat Hunderte Anfragen verunsicherter Autofahrer über fragwürdige Angebote im Netz – Tendenz steigend. Bei einer ADAC-Umfrage Anfang des Jahres im Internet meldeten sich 300 Geschädigte, die hereingefallen waren oder im letzten Moment den Betrug bemerkten.

„Das Lockangebot ist oft so reizvoll, dass man alle Vorsicht außer Acht lässt“, sagt die ADAC-Juristin Susanne Sabielny. Dabei gebe es auch Grauzonen zur Illegalität. Etwa würden Autofahrer mit dem Versprechen von Tankkostenrückerstattung zum Erwerb bestimmter Clubkarten bewogen, tatsächlich werde aber am Ende nichts erstattet.

Vorsicht auch beim Verkauf!

In anderen Fällen werde eine Bearbeitungsgebühr erhoben für eine Option auf ein kostenloses Werbefahrzeug, in manchen Fällen sollten die Bewerber nach dem Schneeballsystem weitere Interessenten werben, die ebenfalls die Gebühr entrichten sollten. Am Ende gingen die Bewerber doch leer aus.

Auch wer seinen Gebrauchtwagen verkauft, muss größte Vorsicht walten lassen. Besonders die Masche mit überhöht ausgestellten, aber nicht gedeckten Schecks hat hier Schule gemacht. Vermeintliche Kaufinteressenten aus dem Ausland kontaktieren dabei den Verkäufer und akzeptierten sofort den Kaufpreis. Unter einem Vorwand werde dann ein weitaus höherer Scheck an den Verkäufer geschickt als das Auto kosten soll.

Prüfungen im internationalen Zahlungsverkehr sind langwierig

Die Betrüger bitten den Verkäufer, den Differenzbetrag etwa für die Spedition an ein anderes Konto zu überweisen – was dieser meist gutgläubig tut. Ein paar Wochen später platzt der Scheck. Denn Auslandsschecks werden vorläufig gutgeschrieben, nach Prüfung durch die Bank kann der Betrag aber zurückgezogen werden. Das machen sich Betrüger zunutze. „Die Prüfung im internationalen Zahlungsverkehr kann Wochen dauern“, warnt der Sachgebietleiter beim Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA), Werner Hüttner.

In ganz Deutschland, aber auch im europäischen Ausland, wurden nach Angaben des LKA in München hunderte Betrugsfälle mit Auslandschecks registriert. Eine Ermittlungsgruppe in Hannover zählte 2003 laut bayerischem LKA etwa 110 Straftaten, bei denen bei einem Schaden von 600 000 Euro insgesamt 25 Autos abgeholt wurden. Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen registrierte 165 Fälle mit einem Schaden von rund 5,5 Millionen Euro.

“Nigeria-Connection“ im Geschäft

Die seit vergangenem Oktober tätige Sonderkommission „Holland-Kfz“ in Kempten zählte seit September 2002 rund 150 Fälle mit einem Schaden von rund 1,5 Millionen Euro. Die Ermittler vermuten, dass hinter den Betrügereien teilweise die so genannte Nigeria-Connection steckt, die seit Jahren mit verschiedensten Methoden gutgläubigen Bürger Geld aus der Tasche zieht.

In vielen Fällen würden die Autos gar nicht abgeholt, um keine Festnahme zu riskieren, berichtet der Sachgebietleiter Kfz-Diebstahl beim LKA Bayern, Josef Erhardt. Die Täter meldeten sich dabei nicht nur auf Kaufangebote für Autos, sondern auch für Teppiche und Kunstgegenstände. „Man sucht tatsächlich nur einen Anknüpfungspunkt, um den Betreffenden abzusahnen.“

Von Sabine Dobel, dpa
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Gruß Dietmar


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