Die Abschaffung der Arbeit

Ich kenne ein paar OP Schwestern (wie nennt man die eigentlich?) und auch Arzthelferinnen. Da ist jedoch keine dabei, die auch nur im Ansatz nur den oben genannten Betrag "verdient".
Mir ist natürlich völlig klar, das es in unserem Land auch Festangestellte mit 1500 € brutto gibt.
Gerade im Moment habe ich den Fall innerfamiliär, dass ein normaler Arbeiter mit Schulabschluss Realschule nach seiner Lehre mit nun 19 Jahren vom Arbeitgeber übernommen wird.
Einstiegsgehalt ist 2.400 €, 13tes Monatsgehalt wird in einen Pensionsfond gezahlt und ab dem 5ten Gesellenjahr bekommt er die gleiche Gewinnbeteiligung wie jeder in der Firma.
Wenn ich mir zudem die ganzen Freds durchlese, was wer wieder ach so tolles für sein (dann wohl schmerzlich erwirtschaftetes) Auto gekauft hat, muss ich oft nicht nur innerlich schmunzeln.
Hier wird scheinbar auf dem Gerüst stehend gejammert. Dann kann ich auch gut nachvollziehen, wie "hart" dann für jeden € gearbeitet wurde.
Heute ist das etwas anders. Das einstiegsgehalt einer Arzthelferin liegt jetzt in etwa um die 1.600€ brutto (je nach sondertätigkeiten auch höher). Nach drei Jahren gibt es die erste Lohnerhöhung (tarifliche Veränderungen mal außen vor gelassen). Damals, als ich mit der Ausbildung 2005 fertig war, lag es bei 1.300€. Das waren dann netto 950€. Tariflohn. Ich bin froh, dass es heute 300€ mehr für die Mädels sind. Aber immer noch zu wenig. Krankenschwestern verdienen da deutlich mehr. In Anbetracht der schichtdienste, Nachtarbeit und doppelschichten, die einige schieben müssen, ist das Gehalt trotzdem nicht gerechtfertigt.

Ich weiß nicht genau, was und wen du mit jammern meinst, falls ich damit gemeint sein soll, kann ich dir sagen, dass ich bestimmt nicht jammere, sondern stattdessen mein Leben immer genau dann anfange zu ändern, wenn ich merke, das mir der aktuelle weg auf welche Art und Weise auch immer nicht gut tut.

Das kann aber nicht jeder. Und es sollte auch nicht das Ziel sein, dass man immer für alles kämpfen muss. Es gibt Menschen, die das können, die für ihr Recht einstehen können. Zu denen gehöre ich zum Glück.

Was ist aber mit introvertierten, eingeschüchterten, emotional völlig erschöpften oder gar auch nicht so intelligenten Menschen, die meistens geistig und/oder körperlich nicht in der Lage sind, für ihre Rechte einzustehen? Oder Tiere? Wie soll denn eine Pute an ihrem leid etwas ändern? Hast du schonmal ein Tier gesehen, dass mit nem Schild durch die Gegend läuft "Schluss mit Tierquälerei!" oder das Huhn "Schluss mit Eier legen, bis der stall größer wird!" ? Es gibt Geschöpfe auf der Welt, Mensch wie Tier, die werden aufgrund ihrer Schwäche derart ausgebeutet und das wird dann gerechtfertigt damit, dass sie ja selber Schuld sind, wenn sie sich nicht wehren.

Deswegen kann ich @Jokin s Post auch leider nicht richtig finden. Wenn jemand zu faul ist, für seine Rechte einzustehen, dann mag er selbst Schuld sein. Wenn er zu schwach ist, sollte man da anders drüber denken. Auch diese Menschen haben einen Wert für die Gesellschaft. Es kann nicht sein, dass mein Arbeitgeber mir erst dann ein angemessenes Gehalt zahlt, wenn ich ihn damit erpresse, dass ich meine Arbeit niederlege. Dann ändert sich vielleicht auf meinem Gehaltszettel was. Aber der Arbeitgeber wird weiter den Wert der Arbeit nicht erkennen, wenn er das Gehalt nur deshalb erhöht, weil er Angst vor finanziellen Konsequenzen bekommen hat und sicher nicht, weil er plötzlich der Meinung ist, dass seine Mitarbeiter wirklich mehr Geld verdient haben, weil sie so tolle Arbeit leisten. Bis zum nächsten Streik.....

Aber wir sind schon so in dieser höher weiter besser Mentalität angekommen, dass wir das nicht mehr erkennen und jeder, der da nicht mitkommt eben "sterben" muss. Solange sich in den Köpfen der Menschen nichts ändert und man erst ein recht auf etwas hat, wenn man es sich nimmt, wird unsere Gesellschaft immer mehr verkümmern. Das kann sich jeder gegenteilig einreden. Aber genau das passiert bereits jeden Tag. Und wird immer schlimmer!

Ich weiß nicht, ob das der richtige weg ist....
 
Aber genau das passiert bereits jeden Tag. Und wird immer schlimmer!.
Da bin ich nicht bei dir,ich kann dieses "es wird alles immer schlimmer" Gerede nicht nachvollziehen. Schau die mal die Arbeiter um die Jahrhundertwende an oder gar die Sklaven im alten Rom oder in den Südstaaten. Wenn man in größeren Zeitabständen denkt und nicht nur auf die 70er schaut begreift man vllt wie positiv sich alles entwickelt.
Einziger Nachteil: es gibt keine Ausreden mehr wenn es nicht klappt und die Ansprüche die wir haben sind gegenüber früheren Generationen immens gestiegen(wohl das Hauptproblem).;)
 
Da bin ich nicht bei dir,ich kann dieses "es wird alles immer schlimmer" Gerede nicht nachvollziehen. Schau die mal die Arbeiter um die Jahrhundertwende an oder gar die Sklaven im alten Rom oder in den Südstaaten. Wenn man in größeren Zeitabständen denkt und nicht nur auf die 70er schaut begreift man vllt wie positiv sich alles entwickelt.
Einziger Nachteil: es gibt keine Ausreden mehr wenn es nicht klappt und die Ansprüche die wir haben sind gegenüber früheren Generationen immens gestiegen(wohl das Hauptproblem).;)
Das ist das gleiche, wie heute, nur eben zu einer anderen zeit auf andere Art und Weise. ;)

Natürlich hat sich heute vieles verbessert. Aber nicht in Sachen "hast du was, bist Du was". Das wird immer schlimmer.

Was nicht heißt, dass es damals besser war (ich rede von der zeit der Sklaverei oder der Judenvernichtungen). Nur müsste man meinen, dass wir nach all diesen Taten schlauer geworden sind, aber wir haben im Endeffekt absolut nichts dazu gelernt und hacken weiterhin auf den Schwächeren rum. Was früher die Juden oder die Schwarzen waren, dass sind heute die Tiere und die sozial schwächeren Menschen. (Ich rede jetzt nicht von den Wollnys!!!)

Vielleicht hast du ja mal den Film District 9 gesehen. Wenn man die Aliens einfach mal nicht als Aliens sehen würde, sondern als Minderheit, (in Form von Menschen) hätte der Film noch einen ganz anderen Beigeschmack.

Das Endresultat ist zu jeder Epoche immer das gleiche gewesen, nur die Benachteiligten sind eben immer andere. ;)
 
Zu der Liste, die auf eigenen Angaben von Personen beruht, fällt mir nur die alte Personalerweisheit ein, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie über's eigene Gehalt. Wer meint, er kriegt zu wenig, wird meist ein höheres Gehalt vorgaukeln, wer richtig viel verdient, wird weniger angeben. In beiden Fällen möchte man sich nicht rechtfertigen müssen, warum man nicht mehr durchsetzen würde oder so wenig wert sei bzw. warum man "mehr kriegt, als man verdient". So erklärt sich wohl auch, dass laut der Gehaltsliste Ärzte unter Durchschnitt verdienen, weniger als Bürokaufleute. Nur bei Beamten und ÖD-Angestellten, die nach öffentlich einsehbaren Tarifen bezahlt werden, weiß man was die wirklich bekommen, obwohl auch da die besseren oft außertariflich besser bezahlt werden.
 
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Das ist das gleiche, wie heute, nur eben zu einer anderen zeit auf andere Art und Weise. ;)

Natürlich hat sich heute vieles verbessert. Aber nicht in Sachen "hast du was, bist Du was". Das wird immer schlimmer.

Was nicht heißt, dass es damals besser war (ich rede von der zeit der Sklaverei oder der Judenvernichtungen). Nur müsste man meinen, dass wir nach all diesen Taten schlauer geworden sind, aber wir haben im Endeffekt absolut nichts dazu gelernt und hacken weiterhin auf den Schwächeren rum. Was früher die Juden oder die Schwarzen waren, dass sind heute die Tiere und die sozial schwächeren Menschen. (Ich rede jetzt nicht von den Wollnys!!!)

Vielleicht hast du ja mal den Film District 9 gesehen. Wenn man die Aliens einfach mal nicht als Aliens sehen würde, sondern als Minderheit, (in Form von Menschen) hätte der Film noch einen ganz anderen Beigeschmack.

Das Endresultat ist zu jeder Epoche immer das gleiche gewesen, nur die Benachteiligten sind eben immer andere. ;)

Ich finde die Vergleiche in jeder Hinsicht äußerst unangemessen. Im Paradies leben wir leider noch nicht. Aber mit Blick auf die heutige, mit antidiskriminatorischen Regeln, Luxussozialnetz, Tierschutzgesetzen etc. ausgestattete Gesellschaft zu behaupten "wir haben im Endeffekt absolut nichts dazu gelernt" zeugt von irrwitziger Unkenntnis und/oder ideologischer Verblendung.
 
Auf der verantwortlichen Führungsebene wie Amtsleiter oder Oberärzte ist das übliche Praxis.
 
mit Blick auf die heutige, mit antidiskriminatorischen Regeln, Luxussozialnetz, Tierschutzgesetzen etc. ausgestattete Gesellschaft zu behaupten "wir haben im Endeffekt absolut nichts dazu gelernt" zeugt von irrwitziger Unkenntnis und/oder ideologischer Verblendung.
Seh ich genauso.
Völlige Gleichheit wird,kann und soll es auch nicht geben,da ist die Evolution vor. Es gibt,meines Erachtens,auf dieser Welt keinen Sozialverband mit völlig identischen Individuen,selbst im Wald wächst der eine Baum höher als der Andere,bekommt dadurch mehr Licht und Wasser und kann evtl seine Samen weiter verteilen. Ich denke dieses Prinzip,dass besser an die momentanen Gegebenheiten angepasste Lebewesen bevorzugt ihre genetischen Informationen weitergeben können durchzieht die gesamte Entwicklungsgeschichte und steht Gleicheit(=Stillstand)diametral gegenüber.
 
Auf der verantwortlichen Führungsebene wie Amtsleiter oder Oberärzte ist das übliche Praxis.

Interessant. Ein Amtsleiter (was immer Du damit meinst) wird nach der Landes-/ oder Bundesbesoldungsordnung
eingruppiert, ein (angestellter) Arzt
nach BAT (die neue Bezeichnung fällt
mir jetzt gerade nicht ein).
Daher rührt ja gerade das Problem
des öffentlichen Dienstes, echte
Spitzenkräfte nicht zu bekommen.
 
Die Tarife geben ja nur die Mindestbezüge vor. Wenn du jemandem mehr bezahlen willst, steht dir das frei. Meist betrifft das Positionen, die auf der letzten oder vorletzten Tarifgruppe eingruppiert würden und wo die Betreffenden besondere Qualifikationen aufweisen können, die sie so interessant machen, dass eine individuelle Gehaltsregelung oberhalb des Tarifgehalts angemessen ist (oft bringen sie einfach "nur" sehr viel Erfahrung und Erfolge auf ihren vorherigen Positionen mit). Also ein Stück Markt auch im ÖD. Das wird natürlich nicht öffentlich gemacht. Dass diese Bezüge immer noch unterhalb dessen liegen, was echte Spitzenkräfte in der reinen Privatwirtschaft bekommen, widerspricht dem nicht.
 
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Die Tarife geben ja nur die Mindestbezüge vor. Wenn du jemandem mehr bezahlen willst, steht dir das frei. Meist betrifft das Positionen, die auf der letzten oder vorletzten Tarifgruppe eingruppiert würden und wo die Betreffenden besondere Qualifikationen aufweisen können, die sie so interessant machen, dass eine individuelle Gehaltsregelung oberhalb des Tarifgehalts angemessen ist (oft bringen sie einfach "nur" sehr viel Erfahrung und Erfolge auf ihren vorherigen Positionen mit). Also ein Stück Wettbewerb auch im ÖD. Das wird natürlich nicht öffentlich gemacht. Dass diese Bezüge immer noch unterhalb dessen liegen, was echte Spitzenkräfte in der reinen Privatwirtschaft bekommen, widerspricht dem nicht.

Ich würde mich immer noch über
konkrete Beispiele freuen.
Es wäre ja schön, wenn Du Recht
hättest.
 
Mit Kopien von Gehaltsabrechnungen kann ich nicht dienen ;) Wenn du aber mal z.B. nach "außertariflich öffentlicher dienst" googlest findest du dazu zig Dokumente, von Arbeitsgerichtsurteilen bis zu Rundschreiben von Behörden, wie mit deren AT-Angestellten zu verfahren ist. Sollte dir als Beleg reichen, dass ich mir das nicht aus Langeweile ausgedacht habe. ;)
 
Nein ganz viele Paar Schuhe, da das Thema AT von geregelten ATs mit ein paar Sonderbezügen bis hin zu hochindividuellen ATs geht, für die du naturgemäß nichts im Web finden wirst. Da gibt es einfach alles. Aber am Ende ist's mir völlig Conchita, was du glaubst oder nicht, sorry.
 
Ich finde die Vergleiche in jeder Hinsicht äußerst unangemessen. Im Paradies leben wir leider noch nicht. Aber mit Blick auf die heutige, mit antidiskriminatorischen Regeln, Luxussozialnetz, Tierschutzgesetzen etc. ausgestattete Gesellschaft zu behaupten "wir haben im Endeffekt absolut nichts dazu gelernt" zeugt von irrwitziger Unkenntnis und/oder ideologischer Verblendung.
Nein. Es sind immer noch die aller wenigsten, die es begriffen haben und versuchen, etwas zu verändern. Der große Rest macht schön weiter in seinem Trott und denkt nur an sich selbst und damit nur bis Mittag.
 
Als meinungsfreier Diskussionsbeitrag einmal ein Link. Was will ich damit sagen? Nichts. Ich möchte nur mögliche Fakten beitragen.

https://www.uni-hohenheim.de/uploads/media/Gehaltsliste_03.pdf

LG,
Ralf
Die Liste ist von 2007 und zeigt sehr gut, dass die Friseurin mit 691 Euro Brutto in den letzten 7 Jahren den Sprung zur Friseurmeisterin geschafft hat und einen eigenen Salon betreibt:
http://christine-richwien.de

Ich finde die Diskussion anhand "Durchschnittseinkommen" grundfalsch. Wenn, dann sollten wir über das "Mittlere Einkommen" reden. Denn das eist erheblich niedriger und kommt der Realität näher - zeigt aber auch wie weit die Schere aufgeht.

Wenn ich mal raten darf, dann liegt hier das Durchschnitts-Einkommen locker 50% über dem Durchschnittseinkommen von Deutschland und das "Mittlere Einkommen" wird hier doppelt so hoch liegen.
Nur geraten :-)
 
... Wenn ich mal raten darf, dann liegt hier das Durchschnitts-Einkommen locker 50% über dem Durchschnittseinkommen von Deutschland und das "Mittlere Einkommen" wird hier doppelt so hoch liegen.
Nur geraten :-)

Und jetzt kommt die Forums-Datenerhebung? :D
 
Nee, Jan! :b

Das "HIER" ist sicherlich nicht repräsentativ für das "DRAUSSEN", Frank. - Eben Jammern auf hohem Niveau.
Es war auch nicht meine Absicht, eine Diskussion (an der Soziologen bestimmt ihre Freude hätten) zu beginnen - nixdesdotrotz habe ich diese billigend in Kauf genommen.

Meine ursprüngliche Intention war: Es bleibt jedem geneigten Leser überlassen seine ganz persönlichen Schlüsse (und Konsequenzen) zu ziehen.
 
Hab gerade durch Fotos geblättert ... die ehemalige Cobra-Produktion in Südafrika ... wie geil, da hat sicher niemand dran gedacht die Arbeit abzuschaffen :b :b

Ein Kollege von mir war dort Entwickler und hat das Fahrwerk entwickelt ... Traumjob! :t
 
Grundsätzlich:
Die Liste ist von 2007...mea culpa.
Bitte aber zu bedenken, dass seitdem die Lebenshaltungskosten - insbesonders Energie - im Verhältnis stärker gestiegen sein könnten, als die Gehälter.

Ansonsten nur soviel: Ich finde viele nachvollziehbare Ansätze in den Beiträgen. Eine schwarz-weiß Meinungsäußerung werde ich mir also schenken. Solange das grunsätzliche Thema noch diskutiert wird, finde ich das beruhigend genug.

LG,
Ralf
 
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