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- 2 August 2004
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- BMW Z8
ADAC 24h-Rennen: In der Box...
Michael ist weggesackt in einem Campingstuhl. Marco schaut ohne Interesse auf den Monitor, auf dem das Livebild nicht viel mehr als die gleißenden Scheinwerfer der Rennautos in der Nacht überträgt. Zwei Mechaniker lehnen an Reifenstapeln und würden ohne diese sicherlich umfallen. Es ist irgendwann spät in der Nacht des 24h-Rennens, die Müdigkeit ist kaum noch zu bändigen.
Vorne an der Boxenmauer sitzen Frank und Rich, wahrscheinlich die Einzigen, die noch einen wachen Eindruck machen, obwohl sie seit dem Start kaum mal von ihrem Posten gewichen sind. Im Truck liegen einige Köpfe schwer auf den Tischen, andere Mitglieder des Teams schlafen im hinteren Teil auf Matratzen. Es gibt nur wenige Gespräche, wozu auch um diese Zeit. Das Auto läuft, Guido dreht Runde um Runde in der Nacht.
In der Küche gibt es nie Ruhe. Klausi und sein Röschen würden nie die Tische leer lassen ohne irgendwas zu Essen in Reichweite. Doch langsam hilft auch der starke Kaffee nicht mehr viel. Auf einer Sitzbank haben sie Teamjacken aufgestapelt. Es dauert eine Zeit, bis ich bemerke, dass darunter die Freundin von Stefan schläft. Zum Glück war das, bevor ich den Stapel als Kopfkissen benutzen wollte.
Ohne Pause donnern Rennwagen über den Ring, wird in den Boxen geschraubt, werden Siegeshoffnungen begraben. Mitten in dieser Hektik sieht unser Team aus, als wäre es in einen Dornröschenschlaf verfallen. Selbst Markus, unser Oberchef, hat den Kampf gegen den Schlaf aufgegeben.
Winni hat sich in den Wohnwagen verzogen, das hätte ich vielleicht auch tun sollen. Ich stehe langsam von der Holzbank auf, auf der ich eine halbe Stunde geschlafen habe. Mehr war nicht möglich, dafür sorgt schon der Adrenalinpegel. Die Augen brennen, der Kopf brummt. Es ist der Moment, wo ich mich Frage, ob ich nicht besser ins Hotel gehen soll und ins Bett. 4 Uhr morgens, knapp über die Hälfte des Rennens ist vorbei. Jemand tippt mir auf die Schulter, noch 10 Minuten bis zum Wechsel. Langsam mache ich mich rennfertig.
Klausi legt das Küchenmesser aus der Hand, beim Boxenstopp wird er zum Tankwart. Mit schweren Augen raffen sich nach und nach die Schrauber auf. Wer würde jetzt einen Pfifferling auf einen guten Boxenstopp wetten?
Frische Reifen liegen bereit, Werkzeug ebenfalls. Die Spannung steigt. Noch 1 Minute, bis das Auto da ist. Boxensignal, Auto kommt und schießt vor die Box.
Die Truppe explodiert regelrecht, bevor das Auto noch richtig zum Stillstand gekommen ist. 3 Mann heben das Auto mit Wagenhebern hoch. Vier Leute lösen die Radmuttern und wechseln die Räder. 2 Mann betanken das Auto. Einer deckt den Auspuff ab und hält den Feuerlöscher. 2 Mann laufen herum und prüfen Reifendruck und –temperatur. Einer sorgt für saubere Scheiben, ein anderer checkt den Motorraum. Markus hilft Guido beim Aussteigen und Herausnehmen der Sitzschale. Sofort steige ich ein, alle Müdigkeit ist verflogen. Anschnallen, Funk und Trinkflasche anschließen, Markus und Guido schnallen mich an. Sichtkontrolle von außen. Lang schon steht das Auto auf den neuen Rädern, jetzt warten wir nur noch auf das Ende des Tankens. Dirk steht vor dem Auto, er ist der einzig Wichtige für mich, denn er gibt mir das Zeichen zum Starten des Motors und zum Losfahren. Konzentration.
Fertig, Motorstart, die kalten Slicks drehen durch beim Start. Jetzt nur nicht zu schnell in der Boxengasse, 60 km/h sind erlaubt. Da das Ende, Vollgas in die Nacht…
Hinter mir werden sie wieder zu ihren Stühlen und Bänken gehen, hoffen, dass nichts bricht am Auto, dass es keinen Unfall gibt. Und werden wieder explodieren, wenn es nötig ist. Und nochmal, und immer wieder, bis zum Ende der 24 Stunden. Formel 1 ist Kindergarten dagegen.
Fahren ist nur ein Teil der 24h. Durchkommen kann man nur als Team, in dem jeder vollen Einsatz zeigt, wenn es darauf ankommt. Es ist ein schönes Gefühl, ein Team so hinter sich zu wissen. Mehr als Danke kann man als Fahrer nicht sagen.
Michael ist weggesackt in einem Campingstuhl. Marco schaut ohne Interesse auf den Monitor, auf dem das Livebild nicht viel mehr als die gleißenden Scheinwerfer der Rennautos in der Nacht überträgt. Zwei Mechaniker lehnen an Reifenstapeln und würden ohne diese sicherlich umfallen. Es ist irgendwann spät in der Nacht des 24h-Rennens, die Müdigkeit ist kaum noch zu bändigen.
Vorne an der Boxenmauer sitzen Frank und Rich, wahrscheinlich die Einzigen, die noch einen wachen Eindruck machen, obwohl sie seit dem Start kaum mal von ihrem Posten gewichen sind. Im Truck liegen einige Köpfe schwer auf den Tischen, andere Mitglieder des Teams schlafen im hinteren Teil auf Matratzen. Es gibt nur wenige Gespräche, wozu auch um diese Zeit. Das Auto läuft, Guido dreht Runde um Runde in der Nacht.
In der Küche gibt es nie Ruhe. Klausi und sein Röschen würden nie die Tische leer lassen ohne irgendwas zu Essen in Reichweite. Doch langsam hilft auch der starke Kaffee nicht mehr viel. Auf einer Sitzbank haben sie Teamjacken aufgestapelt. Es dauert eine Zeit, bis ich bemerke, dass darunter die Freundin von Stefan schläft. Zum Glück war das, bevor ich den Stapel als Kopfkissen benutzen wollte.
Ohne Pause donnern Rennwagen über den Ring, wird in den Boxen geschraubt, werden Siegeshoffnungen begraben. Mitten in dieser Hektik sieht unser Team aus, als wäre es in einen Dornröschenschlaf verfallen. Selbst Markus, unser Oberchef, hat den Kampf gegen den Schlaf aufgegeben.
Winni hat sich in den Wohnwagen verzogen, das hätte ich vielleicht auch tun sollen. Ich stehe langsam von der Holzbank auf, auf der ich eine halbe Stunde geschlafen habe. Mehr war nicht möglich, dafür sorgt schon der Adrenalinpegel. Die Augen brennen, der Kopf brummt. Es ist der Moment, wo ich mich Frage, ob ich nicht besser ins Hotel gehen soll und ins Bett. 4 Uhr morgens, knapp über die Hälfte des Rennens ist vorbei. Jemand tippt mir auf die Schulter, noch 10 Minuten bis zum Wechsel. Langsam mache ich mich rennfertig.
Klausi legt das Küchenmesser aus der Hand, beim Boxenstopp wird er zum Tankwart. Mit schweren Augen raffen sich nach und nach die Schrauber auf. Wer würde jetzt einen Pfifferling auf einen guten Boxenstopp wetten?
Frische Reifen liegen bereit, Werkzeug ebenfalls. Die Spannung steigt. Noch 1 Minute, bis das Auto da ist. Boxensignal, Auto kommt und schießt vor die Box.
Die Truppe explodiert regelrecht, bevor das Auto noch richtig zum Stillstand gekommen ist. 3 Mann heben das Auto mit Wagenhebern hoch. Vier Leute lösen die Radmuttern und wechseln die Räder. 2 Mann betanken das Auto. Einer deckt den Auspuff ab und hält den Feuerlöscher. 2 Mann laufen herum und prüfen Reifendruck und –temperatur. Einer sorgt für saubere Scheiben, ein anderer checkt den Motorraum. Markus hilft Guido beim Aussteigen und Herausnehmen der Sitzschale. Sofort steige ich ein, alle Müdigkeit ist verflogen. Anschnallen, Funk und Trinkflasche anschließen, Markus und Guido schnallen mich an. Sichtkontrolle von außen. Lang schon steht das Auto auf den neuen Rädern, jetzt warten wir nur noch auf das Ende des Tankens. Dirk steht vor dem Auto, er ist der einzig Wichtige für mich, denn er gibt mir das Zeichen zum Starten des Motors und zum Losfahren. Konzentration.
Fertig, Motorstart, die kalten Slicks drehen durch beim Start. Jetzt nur nicht zu schnell in der Boxengasse, 60 km/h sind erlaubt. Da das Ende, Vollgas in die Nacht…
Hinter mir werden sie wieder zu ihren Stühlen und Bänken gehen, hoffen, dass nichts bricht am Auto, dass es keinen Unfall gibt. Und werden wieder explodieren, wenn es nötig ist. Und nochmal, und immer wieder, bis zum Ende der 24 Stunden. Formel 1 ist Kindergarten dagegen.
Fahren ist nur ein Teil der 24h. Durchkommen kann man nur als Team, in dem jeder vollen Einsatz zeigt, wenn es darauf ankommt. Es ist ein schönes Gefühl, ein Team so hinter sich zu wissen. Mehr als Danke kann man als Fahrer nicht sagen.