Alles eine Frage des Betrachtungswinkels

alFanta

macht Rennlizenz
Registriert
9 Mai 2005
Alles eine Frage des Betrachtungswinkels.

Der, der keine Probleme damit hat, seinen Lebensstandard den jeweilig vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen, muss sich bis an sein Lebensende keine Sorgen um sein Auskommen machen. Never. Wer offen für alles ist, und auch als ehemaliger Einkommens-Topshot jederzeit gewillt ist, die orangene Jacke anzuziehen und früh morgens im Heckbereich des grünen Lastwagens rumzustehen und sich auch von speziellen Gerüchen nicht allzu sehr irritieren lässt, sieht gelassen in die Zukunft.

Eigentlich ist es völlig unangebracht, wenn wir uns hier den Kopf über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zerbrechen, nur weil wir - hier, in der schönen ersten Welt - endlich wieder mal zu etwas mehr Demut gezwungen werden. Wir sollten dankbar sein dafür, dass uns "jemand" den Spiegel vorhält und uns sagt, dass die ewige Gier, die Gier nach noch mehr, noch breiter, noch länger, noch höher schlicht nicht gesund ist. Nicht gesund sein kann. Das Raubtier, welches Beutetiere schlägt, ohne hungrig zu sein, beraubt sich selbst seiner Existenz.

Deswegen tut es das auch nicht.
wink.gif


Tja, unsere menscheneigene Intelligenz kann uns eben auch im Weg stehen ...

Ich bin dafür eigentlich dankbar. Das aussergewöhnlich arrogante, egoistische, blinde und meist rücksichtslose Streben des durchschnittlichen Homo Sapiens nach MehrWert als nötig, darf ruhig auch mal bestraft werden.

Die Welt befindet sich momentan in der Reha-Klinik, finanziell gesehen. Die Sucht war und ist immer noch gross, wird wieder wachsen, deswegen die Rückfallgefahr 100%ig gegeben, aber zur Zeit schlucken alle ganz brav und eifrig ihre Bescheidenheitspillen. Passt doch.

Die Angst, die weltweit herrscht, ist die Angst nach Verlust eines gewissen Standings. Es geht um rein finanzielle Befindlichkeiten. Wir kriegen Depressionen, wenn wir uns dereinst keinen Porsche mehr leisten können. 1 Milliarde Menschen kriegt Depressionen, wenn die Wochenration Reis bereits am Mittwoch Abend durch ist.

Alles relativ.

Doch doch, ich bin Kapitalist, durch und durch. Aber einer, der auch mal lauthals über sich selbst lachen kann, sollte wohl auch in der Lage sein, das eigene Verhalten durchaus kritisch beäugen zu können.

Und manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, denke ich .... "so so, Du kleines, gieriges Schweinderl ... welche Farbe möchtest Du denn heute? OK, wo jemand gewinnt, muss halt auch jemand verlieren .... aber hey, bin doch nicht deren Lebensbeistand, muss ja selbst schauen, dass es vorwärts geht". Und DANN denke ich, ab und zu, jedenfalls, irgendwann wirst Du dafür gerade stehen müssen .... irgendwann ...

Nun denn. Die Wirtschaftskrise, und da bin ich der festen Überzeugung, wird einkommens- und vermögensunabhängig nur jene hart treffen, die nicht in der Lage sind, umzudenken, die sich in festgefahrenen Mustern bewegen und nicht mehr rauskönnen, unfähig sind, loszulassen, sich neu zu orientieren, zu arrangieren. Ja, einige dieser Leute werden mit aller Härte und Gewalt aus ihrem gewohnten Leben gerissen werden. Nun, war wohl einfach mal wieder an der Zeit. Immer noch besser als das viele Eis .... früher.

aus einem anderen Forum
Bernhard
 
AW: Alles eine Frage des Betrachtungswinkels

:t Top, so sehe ich die Lage auch. Deswegen Kündige ich auch in den nächsten Monaten meine sichere Arbeit (ist bereits am Laufen) und wechsle den Betrieb (ist bereits auch per Vertrag sichergestellt) in eine ganz andere Branche. Bei der ich Einbussen von 1400€ Monatlich die ersten drei Jahre haben werde aber das ist es mir Wert es geht eben nicht immer um mehr Geld. ;x

Wobei wenn ich ehrlich sein sollte nach den drei Jahren werde ich da mit Sicherheit mehr Verdienen als heute.
 
AW: Alles eine Frage des Betrachtungswinkels

Na hoffentlich ziehen sich nicht zu viele Top-Manager die orangenen Jacken an - irgendjemand sollte schon noch den Karren aus'm Dreck ziehen und nicht einfach abspringen und sein persönliches Glück woanders suchen.
 
Zurück
Oben Unten