Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Toni_D

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1 Mai 2007
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Damit hatten drei Männer bei einem versuchten Überfall in Lahr in Baden-Württemberg wohl nicht gerechnet: Das Opfer schlug zurück, und das recht kräftig. Der 23-Jährige, den die drei Männer als Opfer ihres Überfalls ausgesucht hatten, setzte seine Kampfsportkünste ein, schlug einen der Täter in die Flucht und hielt die beiden anderen bis zum Eintreffen der Polizei in Schach.

Wie die Polizei mitteilte, war der 23 Jahre alte Mann zu Fuß unterwegs, als zwei maskierte Täter hinter ihm aus einem Gebüsch sprangen und Geld forderten. Gleichzeitig trat ein weiterer Täter hinzu, der während der Auseinandersetzung aber floh. Er wurde später festgenommen.

Mein Fazit: WHAHAHA :d
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

In einer unserer Filialen gab es vor einigen Jahren einen Überfall.
Die Kassiererin brüllte den mit Maske verkleideten und mit Pistole bewaffneten Mann recht heftig an ("von mir bekommst Du Arschloch garnix), sprang von Ihrem Sitzplatz auf, schlug in rechts und links auf die Backe und riss im die Maske vom Kopf.
Er war so überrascht, dass er sofort ohne Geld zu Fuss die Flucht ergriff und aufgrund der Täterbeschreibung später von der Polizei gefasst wurde.
Die Kassiererin wurde übrigens fristlos entlassen.

In unserer eigenen Filiale kamen die Täter nachts durch´s Dach (!) unter Umgehung der Bewegungsmelder. Zum Aufbrechen unseres Tresors müssen die Stunden gebraucht haben.
Zum Schluss haben die sogar noch Winkel angeschweißt und die Tür mit einem hydraulischen Wagenheber bearbeitet.
Den Blutspuren am Boden nach zu urteilen, muss dies eine schmerzhafte Angelegenheit gewesen sein.
Da der Tresor aber nicht mehr gebraucht wurde, war er dementsprechend leer. Ich hätte gerne die dummen Gesichter beim Öffnen der Türe erlebt. Aus Wut darüber haben die das Filialleiterbüro zugerichtet, als sei eine Bombe eingeschlagen.



Andreas
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Die Kassiererin wurde übrigens fristlos entlassen.

Was für mich ein Grund wäre, schnellstens nach einem neuen Arbeitgeber Ausschau zu halten. Die Frau hat nämlich etwas an den Tag gelegt, was heutzutage leider immer weniger vorkommt: Zivilcourage und 100%ige Identifikation mit dem Arbeitgeber, weil sie das Geld wie ihr eigenes behandelt hat.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Die Kassiererin wurde übrigens fristlos entlassen.

Warum wurde sie fristlos entlassen?

Zivilcourage und 100%ige Identifikation mit dem Arbeitgeber

Da gebe ich dir recht, aber dafür hatte sie aber auch verdammt teuer mit Verletzungen oder sogar mit ihrem Leben "bezahlen" können.

Allerdings verstehe ich nicht warum man sie deswegen entlässt.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Ich schätze mal sie wird strikte Anweisung gehabt haben, bei einem Überfall zu kooperieren, um weder sich noch anwesende Kunden zu gefährden und die Gefahrensituation schnellstmöglich zu beenden (Deeskalation). Von daher denkt man zwar im ersten Augenblick, dass sie toll reagiert hat. Auf den zweiten Blick war es aber die absolut falsche Reaktion und die Kündigung ist nachvollziehbar.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Ist doch ganz einfach!

Gefährdung von sich selbst und der restlichen Kundschaft.

Was wäre denn wenn sich der Räuberer nicht einschüchtern lässt und zum rumballern anfängt?
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Von daher denkt man zwar im ersten Augenblick, dass sie toll reagiert hat. Auf den zweiten Blick war es aber die absolut falsche Reaktion und die Kündigung ist nachvollziehbar.

Ist doch ganz einfach!

Gefährdung von sich selbst und der restlichen Kundschaft.

Was wäre denn wenn sich der Räuberer nicht einschüchtern lässt und zum rumballern anfängt?

Aus meiner Sicht (und ich habe selbst Personalverantwortung) hat die Frau eine Extra-Prämie verdient. Dier Gefahr, dass so ein Typ ausrastet und anfängt rumzuballern, sehe ich in dem einen Fall genau so, wie in dem anderen auch. So etwas sollte vielmehr auch ein Ansporn an Dritte sein, nicht immer nur zu kuschen und alles mit sich machen zu lassen. Ich selbst weiß nicht, ob ich den Mut für diese Tat der Kassiererin hätte aufbringen können. Aber je mehr Menschen von solchen Taten erfahren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verhalten Schule macht und somit zumindest langfristig Taten wie diese zurückgehen könnten.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Jo und die Todesfälle durch Schusswaffen steigen damit dann auch. :-)

Aber so hat jeder seine Ansicht. Wieso "SEIN" Leben und das von "ANDEREN" riskieren wenn der Schaden sowieso versichert ist.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Ist doch ganz einfach!

Gefährdung von sich selbst und der restlichen Kundschaft.

Was wäre denn wenn sich der Räuberer nicht einschüchtern lässt und zum rumballern anfängt?


Dann hätte man Ihr wohl auch nicht mehr kündigen brauchen :X:X:X:X
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Im Grunde ist schon alles gesagt:

Unsere Kassiererinnen bekommen eine Schulung, wie in so einem Falle zu handeln ist und das müssen sie unterschreiben.
Das Geld ist versichert und das Verhalten hier war eindeutig falsch,
sogar saudämlich, die Kündigung gerechtfertigt.
So ist das Prozedere übrigens auch in jeder Bank.
Man stelle sich nur mal vor, im Handgemenge löst sich ein Schuss und trifft ausgerechnet unseren Wackel, der zufällig daneben steht.
Ob er dann auch noch so reagiert hätte?

Andreas
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Im Grunde ist schon alles gesagt:

Unsere Kassiererinnen bekommen eine Schulung, wie in so einem Falle zu handeln ist und das müssen sie unterschreiben.
Das Geld ist versichert und das Verhalten hier war eindeutig falsch,
sogar saudämlich, die Kündigung gerechtfertigt.
So ist das Prozedere übrigens auch in jeder Bank.
Man stelle sich nur mal vor, im Handgemenge löst sich ein Schuss und trifft ausgerechnet unseren Wackel, der zufällig daneben steht.
Ob er dann auch noch so reagiert hätte?

Andreas


Exakt!
Auch wenn es mittlerweile von den div. Vietnam-Filmen total abgegriffen ist, aber die sogenannten Helden landen meistens in der Blechkiste.

Einem Mitmenschen bei zu stehen, der in Gefahr ist, ist eine Sache - einen Räuber davon abzuhalten, Geld oder Sachen zu entwenden und Leben/Gesundheit von sich selbst oder anderen zu gefährden, halte ich für für ebenso töricht wie unverantwortlich. Die Sicherheit von Menschen steht an oberster Stelle.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Mit 31jähriger Berufserfahrung kann ich dazu sagen:

- zu ca. 95 % wirkt Zivilcourage bei allen Arten von Überfällen :t
- das Restrisiko besteht natürlich :#
- ich würde mir nichts wegnehmen lassen :b

Zum konkreten Fall: auch wenn es da einen Vertrag gab, empfinde
ich eine Kündigung als völlig überzogen, eine Abmahnung hätte es
auch getan. Schließlich ist Zivilcourage ein Tugend, die es gerade
heute einzufordern gilt. Viel zu viele Menschen schauen einfach weg,
wenn irgendwo etwas passiert...
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Also wenn mich jemand mit einer Handfeuerwaffe bedrohen würde, würde ich ihm wohl so gut wie alles geben, was er von mir haben will.
Es sei denn, es geht um Leben und Tod.

Dass die Menschen oftmals zu wenig Zivilcourage an den Tag legen ist leider zutreffend. Aber es gibt auch die Fälle, wo diejenigen, die Courage gezeigt haben, krankenhausreif geschlagen oder gar getötet wurden.

Aber bei einem bewaffneten Überfall würde ich jegliche Gewalt der Polizei überlassen. Notwehr ist die einzige Situation, in der ich (körperliche) Gewalt für angemessen halte.

PS: In welchem Beruf hast Du denn 31 Jahre Erfahrung?
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Also wenn mich jemand mit einer Handfeuerwaffe bedrohen würde, würde ich ihm wohl so gut wie alles geben, was er von mir haben will.
Es sei denn, es geht um Leben und Tod.

Dass die Menschen oftmals zu wenig Zivilcourage an den Tag legen ist leider zutreffend. Aber es gibt auch die Fälle, wo diejenigen, die Courage gezeigt haben, krankenhausreif geschlagen oder gar getötet wurden.

Aber bei einem bewaffneten Überfall würde ich jegliche Gewalt der Polizei überlassen. Notwehr ist die einzige Situation, in der ich (körperliche) Gewalt für angemessen halte.

PS: In welchem Beruf hast Du denn 31 Jahre Erfahrung?


Das ist das bewusste Risiko welches man eingeht und sich hinterher, wenn man das dann noch kann, überlegt ob man auch ein zweites Mal einschreiten würde. Viel schlimmer finde ich dann unsere Rechtsverdreher, die es dann schaffen das man selbst schwup die wup auf der Anklagebank im königlich bayrischen Amtsgericht sitzt, weil sich Herr Räuber Aua an irgendeinem Körperteil geholt hat.
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Das ist das bewusste Risiko welches man eingeht und sich hinterher, wenn man das dann noch kann, überlegt ob man auch ein zweites Mal einschreiten würde. Viel schlimmer finde ich dann unsere Rechtsverdreher, die es dann schaffen das man selbst schwup die wup auf der Anklagebank im königlich bayrischen Amtsgericht sitzt, weil sich Herr Räuber Aua an irgendeinem Körperteil geholt hat.


Genau. Da gab´s hier im Siegrland vor Jahren auch eine interessante Geschichte zu. Nachts beobachtet jemand aus dem Fenster, wie sich ein anderer an seinem Auto zu schaffen macht. Er runter, erwischt den Räuber noch mit seinem Autoradio in der Hand, hält ihn fest und wartet auf die Polizei, es kommt zwioschenzeitlich zum Handgemenge, bei dem sich der Gauner einen gebrochenen Kiefer holt.
Ergebnis: Wagenbesitzer ist vorbestraft wegen Körperverletzung (nicht angemessenes Verhalten) und musste einige tausend DM Schmerzensgeld zahlen.

Andreas
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Im Grunde ist schon alles gesagt:

Unsere Kassiererinnen bekommen eine Schulung, wie in so einem Falle zu handeln ist und das müssen sie unterschreiben.
Das Geld ist versichert und das Verhalten hier war eindeutig falsch,
sogar saudämlich, die Kündigung gerechtfertigt.
So ist das Prozedere übrigens auch in jeder Bank.
Man stelle sich nur mal vor, im Handgemenge löst sich ein Schuss und trifft ausgerechnet unseren Wackel, der zufällig daneben steht.
Ob er dann auch noch so reagiert hätte?

Andreas

Servus Andreas,

sicherlich hat sie sich in dieser Situation nicht korrekt verhalten - aber in einer Schulung so etwas mitgeteilt zu bekommen und dann im Arbeitsvertrag eine Klausel zu unterschreiben und dann in der Wirklichkeit (welche ja plötzlich und unwerwartet auf jemanden einbricht) so zu handeln sind zwei völlig verschiedene Situationen.

Theorie und Praxis gehen da bei solchen psychologischen Extremsituationen weit auseinander - sprich da mal mit Spezialisten von der Polizei welche solche Situationen auswerten...

Moralisch und menschlich finde ich eine Kündigung sehr verwerflich und als Signalwirkung in die Belegschaft schlichtweg falsch.

Als guter Personaler hätte man als Nachbetrachtung die Mitarbeiterin wohlwollend ermahnen können und für alle diese Situation als Lehrbeispiel nutzen können um nochmals zu verdeutlichen, dass dieses Verhalten zwar loyal und couragiert gegenüber dem Arbeitgeber, trotzdem angesichts des Risikos für sie, den Kollegen und den Kunden falsch war. Somit hätte man damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: erstens hätte man ihr durchaus gut gemeintes Verhalten gewürdigt (was primär jeder erst einmal erwarten würde) und zweitens hätte man dies als Live-Beispiel für die ganze Belegschaft einleuchtend korrigieren können.

Ich hätte die Mitarbeiterin vor der Belegschaft gelobt und gleichzeitig deutlich darauf hingewiesen, warum das Verhalten trotzdem falsch und höchst risikobehaftet war und hätte im vier Augen Gespräch mit ihr den Ernst der Lage nochmals deutlich gemacht - mit dem Hinweis, dass solch eine Reaktion im Wiederholungsfall nicht mehr seitens des Arbeitgebers ignoriert werden könne...

Somit war für mich die Kundigung zwar rechtens, aber hoffnungslos überzogen (und läßt dadurch schon Rückschlüsse auf das Verhalten des Arbeitgebers in anderen Situationen zu, worüber ich mir echt Gedanken machen würde). &:
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Sehr interessanter und konstruktiver Beitrag :g:g:g

Der Beitrag ist natürlich auch sehr interessant und konstruktiv...
Grade schlecht gelaunt?

Ich konnte den Zusammenhang einfach nicht überlesen... :wm

Und um nicht als Spammer da zu stehen:
@Topic
Zivilcourage ist schön und gut, aber spätestens wenn Waffen und/oder deutliche Überzahl gegeben ist, ist es einfach nur dumm selbst und dann auch noch alleine einzugreifen. Wobei natürlich jede Situation einzeln und differenziert betrachtet werden muss, da immer andere Umstände gegeben sind.

Der Kampfsportler hatte Glück das keine Waffen im Spiel waren und die angreifer ihm Unterlegen waren.
Die Angestellte hatte Glück das der Räuber die Waffe nicht benutzt hat.

Wären diese Situationen anders ausgegangen, könnte man hier einen Kommentar nach dem anderen lesen der von der Dummheit der "Eingreifenden" sprechen würde...
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

Naja, man weiß ja immer nicht, stimmts oder nicht:
Aber ich habe mal von einem Fall gelesen (USA), wo ein Einbrecher nicht mehr aus dem Haus rausgekommen ist, in das er eingebrochen ist. Die Garage hat sich irgendwie verschlossen - und der Hausbesitzer war für einige Tage im Urlaub. Er hat danach die Hausbesitzer auf Freiheitsberaubung verklagt und gewonnen. Vermutlich hat er ein paar Mrd. Schmerzensgeld bekommen - keine Ahnung. Aber an sich ist diese Konstellation schon irgendwie krass!
 
AW: Am Rande: Vom Täter zum Opfer

ach das ist immer diese urban legends dies gar nie gegeben hat ...
 
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