R_andy
macht Rennlizenz
- Registriert
- 21 Februar 2010
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- anderer Wagen
Servus Zusammen,
Ich hatte gestern das Vergnügen, einen gebrauchten Cayman R ausgiebig auf den Zahn zu fühlen.
Ich versuche, mich möglichst kurz zu fassen und gehe hauptsächlich aufs Fahrverhalten im Vergleich zur Emma ein.
Die Optik ist eh Geschmackssache und über Geschmack lässt sich nicht streiten. Um es kurz zu machen, mir gefällt die schnittige Linie des Cayman recht gut und die erweiterten optischen Anbauten des Cayman R stehen ihm noch besser. Das Fahrzeug war in dem R exklusiven Peridotmetallic (das Froschgrün) und es steht ihm in meinen Augen ausgezeichnet!
Das Auto war intelligent ausgestattet, also keine überflüssigen Sachen und dadurch auch keine überflüssigen Pfunde. Der R hatte Handschaltung (so gehört es sich), die Schalensitze, Sportchrono, Klappenanlage, Navi, Klima, Bi-Xenon, das bessere Soundsystem (das unter dem Bose) und ne Handyvorbereitung. Das wars und in meinen Augen verwässert so eine Ausstattung in keinster Weise das Konzept des R.
So, aber nun zu den wichtigen Fakten, dem Fahrverhalten.
Sound:
Mit deaktivierter Klappenanlage relativ dezent, noch immer recht sportlich aber durchaus sozial verträglich. Sobald die Klappe aber geöffnet ist, entfaltet der R sein wahres Soundpotential. Ich kann es schlecht beschreiben, es ist ein ganz anderer Sound als bei meinem M. Viel reiner und bissiger. Gefiel mir ausgesprochen gut, wobei ich durch meine Remus Anlage auch einen sehr schönen Sound im M habe. Der M ist bassiger, klingt "dreckiger". In diesem Kapitel würde ich auf unentschieden plädieren.
Längsdynamik:
Hier nimmt er sich erwartungsgemäß nicht viel mit dem M. Der M ist in meinen Augen hier ein wenig emotionaler, der R dreht sauberer und gleichmäßiger hoch, fühlt sich dadurch subjektiv ein wenig schwächer an. Objektiv geht er vielleicht sogar noch eine kleine Spur besser als der M, im Durchzug beide relativ gleich auf.
Was jedoch der R viel besser als der M macht, ist die optionale Sporttaste. Hier wird das Ansprechverhalten wie beim M geschärft, jedoch ist der R auch mit aktivierter Taste problemlos im Stadtverkehr zu fahren, ohne nerviges Ruckeln, ohne nervige "Verschlucker".
Also in dem Kapitel grundsätzlich auch unentschieden, aufgrund der besseren Fahrbarkeit aber ein leichtes Plus für den R.
Querdynamik:
Der R hat ja ein leicht überarbeitetes Fahrwerk vom Cayman S, das 10mm tiefer liegt. Um es kurz zu machen, ich hatte ausgenommen beim GT3 RS, bis jetzt noch nie ein Serienauto unterm Hintern, dass auch nur annähernd ein so perfektes und narrensicheres Fahrwerk verbaut hatte. Hinzu kommt noch das Mittelmotorkonzept, was den R schlussendlich zum Non Plus Ultra in der Querdynamik bei den Fahrzeugen unter 100,000€ macht. Ich habe in meinem M das KW V3 verbaut, das auch wirklich toll abgestimmt ist, aber was der R in Kurven abfackelt, ist ohne Vergleich. Mit ein wenig Übung kann man Kurvengeschwindigkeiten erzielen, wo man bei einem -serienmäßigen- M sich schon 3 Mal um den Baum an der Straßenseite gewickelt hätte. Noch dazu ist der R sehr einfach und sicher zu fahren. Das Mittelmotorkonzept verzeiht trotz vieler gegenteiliger Behauptungen viele Fehler und ist auch für den sportlich nicht so visierten Fahrer problemlos schnell und sicher zu fahren.
Trotz des sehr gutem KW Fahrwerks im M hier ganz klarer Punkt für den R. Punkt, keine Diskussion!
Bremse:
Da können andere Hersteller noch viel von Porsche lernen. Die Bremse war standfest, sehr definierter Druckpunkt, kein Bewegen der Karosse beim harten Anbremsen vor Kurven, erweckt vollstes Vertrauen, was will man mehr?! Jedoch bin ich auch mit der Serienbremse der Emma im Gegensatz zu vielen anderen Besitzern für den Alltag relativ zufrieden.
Aber mit der Porschebremse kommt sie einfach nicht mit.
Lenkung, Schalten und Sitzen:
Der R lenkt wirklich super ein, jedoch macht dies auch der M sehr gut und hier sind wieder beide auf Augenhöhe. Was mir am R nicht so gut gefiel, die Lenkung ist ein wenig leichtgängiger, das Lenkrad allgemein ein wenig dünner. Da gefällt mir das Weißwurstlenkrad des M bedeutend besser, auch die Rückmeldung des M mag ich hier lieber.
Die Schaltung im R fand ich besser, kein Hakeln, knackig und kurz.
Beim Sitzen gibt es nicht viel zu sagen, die Sportschalensitze bieten perfekten Seitenhalt und sind trotzdem komfortabel. Hier sehen die eher auf Komfort ausgelegten Sitze des M kein Land.
Also hier in meinen Augen leichter Vorteil für den M beim Lenken. Beim Sitzen und Schalten ohne Frage der R.
Innenraum:
Hierauf geh ich nur kurz ein. Ich fand die Verarbeitung des R ganz gut, Materialien waren auch ganz ok, jedoch würde man bei einem Auto in der Preisklasse vielleicht sogar ein wenig mehr erwarten.
Rein vom Innenraum gefällt mir meine Mischung aus Klavierlack und Amaroneleder beim Emmi sogar nen Ticken besser.
Das ist aber alles Ansichtssache, aus dem Grund entscheide ich in diesem Kapitel nicht über besser oder schlechter.
Verbrauch:
Ich weiß nicht, was Porsche mit dem Motor gemacht hat, aber das Teil ist für 330PS wirklich schon fast unvernünftig sparsam. Ich hab eine sportliche Probefahrt bist jetzt noch nie unter 15 Liter geschafft. Beim R hatte ich lt. Bordcomputer gerade mal 12,5 Liter im Schnitt, wobei natürlich am Anfang auch mal schnell 16-17 Liter aufm Display standen, jedoch wage ich zu behaupten, dass man den R im sportlichen Alltag mit ca. 2 Liter weniger als den M bewegen kann. Für mich, da ich nicht so viele Kilometer im Jahr mit dem Spassauto zurücklege, nicht ganz so entscheidend, aber trotzdem ist es schön zu wissen, dass man einen effizienten Motor fährt.
Also hier auch ein Punkt für den R, da einfach im Alltag und auch unter Volllast sparsamer. Obwohl man auch nicht ausser acht lassen darf, dass der S54 Motor für seine Leistung verhältnismäßig wenig verbraucht. Aber wie so oft, hier ist das Bessere des guten Feind.
Fazit:
Nun, die Frage war, ist der R der wahre Nachfolger des Z4 M, ich sage, OHNE Frage. Er kann sogar noch vieles besser als der M. Klar, es ist auch das neuere und teurere Fahrzeug. BMW bietet in meinen Augen zukünftig nichts mehr für den "Puristen", für den wahren sportlichen Fahrer an. Die M Modelle werden immer schwerer, Saugmotoren sterben aus und alles verfällt dem Downsizewahn. Ich bin froh, dass Prosche mit dem R hier noch ein Konzept der alten Schule auf den Markt geworfen hat. Nämlich: Wenig Gewicht, Saugmotor, Handschalter, viel Emotion.
Würde ich den R für den Emmi eintauschen? Ne schwierige Frage... Grundsätzlich würde ich sagen ja, da er einfach der bessere, rundere Sportler ist. Aber von was ich bei den ganzen Punkten möglichst wenig geschrieben hab, ist von der Emotion. Hier ist nämlich der Emmi für mich noch nen ganz kleinen Tick vorne. In ihm muss man einfach mehr arbeiten, er ist nicht perfekt, das macht ihn für mich nach wie vor sympatisch und ich liebe meinen M, gerade wegen seiner Eigenheiten und wegen seiner nicht perfekten und ruppigen Art.
Trotzdem bin ich stark am Überlegen, mir irgendwann statt dem Emmi einen R in die Garage zu stellen, der Zeitpunkt ist aber noch nicht gekommen, erstens, weil ich noch zu sehr an meiner Emma hänge und zweitens, weil der R preislich noch immer recht hoch gehandelt wird.
Sorry, ich seh gerade, der Bericht wurde jetzt doch relativ lang, obwohl ich mich eigentlich kurz fassen wollte. Ich hoffe trotzdem, er gefällt.
Grüße
Randy
Ich hatte gestern das Vergnügen, einen gebrauchten Cayman R ausgiebig auf den Zahn zu fühlen.
Ich versuche, mich möglichst kurz zu fassen und gehe hauptsächlich aufs Fahrverhalten im Vergleich zur Emma ein.
Die Optik ist eh Geschmackssache und über Geschmack lässt sich nicht streiten. Um es kurz zu machen, mir gefällt die schnittige Linie des Cayman recht gut und die erweiterten optischen Anbauten des Cayman R stehen ihm noch besser. Das Fahrzeug war in dem R exklusiven Peridotmetallic (das Froschgrün) und es steht ihm in meinen Augen ausgezeichnet!
Das Auto war intelligent ausgestattet, also keine überflüssigen Sachen und dadurch auch keine überflüssigen Pfunde. Der R hatte Handschaltung (so gehört es sich), die Schalensitze, Sportchrono, Klappenanlage, Navi, Klima, Bi-Xenon, das bessere Soundsystem (das unter dem Bose) und ne Handyvorbereitung. Das wars und in meinen Augen verwässert so eine Ausstattung in keinster Weise das Konzept des R.
So, aber nun zu den wichtigen Fakten, dem Fahrverhalten.
Sound:
Mit deaktivierter Klappenanlage relativ dezent, noch immer recht sportlich aber durchaus sozial verträglich. Sobald die Klappe aber geöffnet ist, entfaltet der R sein wahres Soundpotential. Ich kann es schlecht beschreiben, es ist ein ganz anderer Sound als bei meinem M. Viel reiner und bissiger. Gefiel mir ausgesprochen gut, wobei ich durch meine Remus Anlage auch einen sehr schönen Sound im M habe. Der M ist bassiger, klingt "dreckiger". In diesem Kapitel würde ich auf unentschieden plädieren.
Längsdynamik:
Hier nimmt er sich erwartungsgemäß nicht viel mit dem M. Der M ist in meinen Augen hier ein wenig emotionaler, der R dreht sauberer und gleichmäßiger hoch, fühlt sich dadurch subjektiv ein wenig schwächer an. Objektiv geht er vielleicht sogar noch eine kleine Spur besser als der M, im Durchzug beide relativ gleich auf.
Was jedoch der R viel besser als der M macht, ist die optionale Sporttaste. Hier wird das Ansprechverhalten wie beim M geschärft, jedoch ist der R auch mit aktivierter Taste problemlos im Stadtverkehr zu fahren, ohne nerviges Ruckeln, ohne nervige "Verschlucker".
Also in dem Kapitel grundsätzlich auch unentschieden, aufgrund der besseren Fahrbarkeit aber ein leichtes Plus für den R.
Querdynamik:
Der R hat ja ein leicht überarbeitetes Fahrwerk vom Cayman S, das 10mm tiefer liegt. Um es kurz zu machen, ich hatte ausgenommen beim GT3 RS, bis jetzt noch nie ein Serienauto unterm Hintern, dass auch nur annähernd ein so perfektes und narrensicheres Fahrwerk verbaut hatte. Hinzu kommt noch das Mittelmotorkonzept, was den R schlussendlich zum Non Plus Ultra in der Querdynamik bei den Fahrzeugen unter 100,000€ macht. Ich habe in meinem M das KW V3 verbaut, das auch wirklich toll abgestimmt ist, aber was der R in Kurven abfackelt, ist ohne Vergleich. Mit ein wenig Übung kann man Kurvengeschwindigkeiten erzielen, wo man bei einem -serienmäßigen- M sich schon 3 Mal um den Baum an der Straßenseite gewickelt hätte. Noch dazu ist der R sehr einfach und sicher zu fahren. Das Mittelmotorkonzept verzeiht trotz vieler gegenteiliger Behauptungen viele Fehler und ist auch für den sportlich nicht so visierten Fahrer problemlos schnell und sicher zu fahren.
Trotz des sehr gutem KW Fahrwerks im M hier ganz klarer Punkt für den R. Punkt, keine Diskussion!
Bremse:
Da können andere Hersteller noch viel von Porsche lernen. Die Bremse war standfest, sehr definierter Druckpunkt, kein Bewegen der Karosse beim harten Anbremsen vor Kurven, erweckt vollstes Vertrauen, was will man mehr?! Jedoch bin ich auch mit der Serienbremse der Emma im Gegensatz zu vielen anderen Besitzern für den Alltag relativ zufrieden.
Aber mit der Porschebremse kommt sie einfach nicht mit.
Lenkung, Schalten und Sitzen:
Der R lenkt wirklich super ein, jedoch macht dies auch der M sehr gut und hier sind wieder beide auf Augenhöhe. Was mir am R nicht so gut gefiel, die Lenkung ist ein wenig leichtgängiger, das Lenkrad allgemein ein wenig dünner. Da gefällt mir das Weißwurstlenkrad des M bedeutend besser, auch die Rückmeldung des M mag ich hier lieber.
Die Schaltung im R fand ich besser, kein Hakeln, knackig und kurz.
Beim Sitzen gibt es nicht viel zu sagen, die Sportschalensitze bieten perfekten Seitenhalt und sind trotzdem komfortabel. Hier sehen die eher auf Komfort ausgelegten Sitze des M kein Land.
Also hier in meinen Augen leichter Vorteil für den M beim Lenken. Beim Sitzen und Schalten ohne Frage der R.
Innenraum:
Hierauf geh ich nur kurz ein. Ich fand die Verarbeitung des R ganz gut, Materialien waren auch ganz ok, jedoch würde man bei einem Auto in der Preisklasse vielleicht sogar ein wenig mehr erwarten.
Rein vom Innenraum gefällt mir meine Mischung aus Klavierlack und Amaroneleder beim Emmi sogar nen Ticken besser.
Das ist aber alles Ansichtssache, aus dem Grund entscheide ich in diesem Kapitel nicht über besser oder schlechter.
Verbrauch:
Ich weiß nicht, was Porsche mit dem Motor gemacht hat, aber das Teil ist für 330PS wirklich schon fast unvernünftig sparsam. Ich hab eine sportliche Probefahrt bist jetzt noch nie unter 15 Liter geschafft. Beim R hatte ich lt. Bordcomputer gerade mal 12,5 Liter im Schnitt, wobei natürlich am Anfang auch mal schnell 16-17 Liter aufm Display standen, jedoch wage ich zu behaupten, dass man den R im sportlichen Alltag mit ca. 2 Liter weniger als den M bewegen kann. Für mich, da ich nicht so viele Kilometer im Jahr mit dem Spassauto zurücklege, nicht ganz so entscheidend, aber trotzdem ist es schön zu wissen, dass man einen effizienten Motor fährt.
Also hier auch ein Punkt für den R, da einfach im Alltag und auch unter Volllast sparsamer. Obwohl man auch nicht ausser acht lassen darf, dass der S54 Motor für seine Leistung verhältnismäßig wenig verbraucht. Aber wie so oft, hier ist das Bessere des guten Feind.
Fazit:
Nun, die Frage war, ist der R der wahre Nachfolger des Z4 M, ich sage, OHNE Frage. Er kann sogar noch vieles besser als der M. Klar, es ist auch das neuere und teurere Fahrzeug. BMW bietet in meinen Augen zukünftig nichts mehr für den "Puristen", für den wahren sportlichen Fahrer an. Die M Modelle werden immer schwerer, Saugmotoren sterben aus und alles verfällt dem Downsizewahn. Ich bin froh, dass Prosche mit dem R hier noch ein Konzept der alten Schule auf den Markt geworfen hat. Nämlich: Wenig Gewicht, Saugmotor, Handschalter, viel Emotion.
Würde ich den R für den Emmi eintauschen? Ne schwierige Frage... Grundsätzlich würde ich sagen ja, da er einfach der bessere, rundere Sportler ist. Aber von was ich bei den ganzen Punkten möglichst wenig geschrieben hab, ist von der Emotion. Hier ist nämlich der Emmi für mich noch nen ganz kleinen Tick vorne. In ihm muss man einfach mehr arbeiten, er ist nicht perfekt, das macht ihn für mich nach wie vor sympatisch und ich liebe meinen M, gerade wegen seiner Eigenheiten und wegen seiner nicht perfekten und ruppigen Art.
Trotzdem bin ich stark am Überlegen, mir irgendwann statt dem Emmi einen R in die Garage zu stellen, der Zeitpunkt ist aber noch nicht gekommen, erstens, weil ich noch zu sehr an meiner Emma hänge und zweitens, weil der R preislich noch immer recht hoch gehandelt wird.
Sorry, ich seh gerade, der Bericht wurde jetzt doch relativ lang, obwohl ich mich eigentlich kurz fassen wollte. Ich hoffe trotzdem, er gefällt.
Grüße
Randy
schöner und objektiver Bericht,der sich ebenfalls mit meinen Erfahrungen deckt.






