Eine schöne Geschichte zu einem aktuellen Thema 
Kurz zur Erklärung: Theater wird in Österreich TE-A-TA ausgesprochen.
DIE GESCHICHTE VON TE-A-TA UND FES-BUK
Der alte König Te-A-Ta war beliebt in seinem Reich. Landauf landab huldigten ihm
die Menschen. In vielen Dörfern gab es Gruppen, die sich ihm zu Ehren trafen.
Und besonders zahlreich gab es sie in Oberchina.
Eines Tages tauchte ein Gerücht auf. Ein junger verwegener Bursche, hieß es, sei
dabei, Te-A-Tas Reich durch eine besondere List zu erobern. Sein Name: Fes-Buk.
Wie aus dem Nichts war er aufgetaucht. Das Gerücht besagte, er sei auf einem Zuckerberg
geboren, aber das, meinten andere, sei wohl eine Legende. Niemand konnte genau sagen,
woher er gekommen war – man munkelte, von jenseits des Großen Wassers – niemand
wusste, wie er aussah, niemand wusste, wo er sich aufhielt. Auf jeden Fall war er ein
unsteter Bursche, schnell wie der Blitz, wurde mal da mal dort gesehen, sodass man den
Eindruck bekommen konnte, er könne sich an mehreren Orten gleichzeitig aufhalten. Ein
Zauberer, sagten die einen. Ach was, meinten die anderen, ein Scharlatan, ein Blender, ein
Nichtsnutz.
Auch der alte König Te-A-Ta war bald neugierig geworden und schickte seine Diener
aus, sie sollten nach Fes-Buk suchen und ihn an seinen Hof bringen. Bald hatten diese ihn
per Zauberkasten ausfindig gemacht. High, meine lieben Freunde, begrüßte sie Fes-Buk.
Ich weiß schon, was ihr von mir wollt, mich wundert nur, dass ihr nicht schon früher
gekommen seid. Also los, auf zur Majestät!
Te-A-Ta war erstaunt, als er wenig später einem schlaksigen Burschen in abgerissenen
Jeans, einer schwarzen Hornbrille und mit Pickeln im Gesicht, der dem König mit
einer Hand in der Hosentasche, in der anderen einen zusammengeklappten Zauberkasten,
Kaugummi kauend gegenüberstand. Das also sollte derjenige sein, von dem zur Zeit alle
redeten? Nun denn, der alte König war für seine große Toleranz bekannt, und so zeigte
er sich auch hier. Sollte der junge Mann doch einmal von sich erzählen. Also begann
Te-A-Ta mit der Frage, die Majestäten in Märchen gewöhnlich stellen, und sagte: Was ist
euer Begehr? Damit begann folgendes Gespräch, das hier kurz wörtlich wiedergegeben
werden soll.
TE-A-TA: Was ist Euer Begehr?
FES-BUK: Freundschaft.
TE-A-TA: Ähh… seid Ihr Politiker, Gewerkschafter?
FES-BUK: Nein, Majestät, ich biete Euch nur meine Freundschaft an. Ihr werdet es
nicht bereuen.
TE-A-TA: Danke sehr, aber es ist in unserem Lande üblich, dass der König sich
selbst seine Freunde aussucht.
FES-BUK: Alles klar, Majestät. Aber ist es nicht so, dass eine Majestät einen
umso besseren Ruf genießt, je mehr Freunde er hat?
TE-A-TA: Es kommt nicht unbedingt auf die Menge an.
FES-BUK: Majestät, da muss ich Euch, mit Verlaub, widersprechen.
Die Menge, die Menge, die Zahl der Freunde, das ist es, worauf es heutzutage
ankommt.
TE-A-TA: Aber da verliert man doch bald den Überblick. Und ich lege viel Wert darauf,
meine Freunde auch persönlich zu kennen, mich mit ihnen unterhalten zu können.
FES-BUK: Die Zeiten haben sich geändert, Majestät. Was gestern noch wichtig war,
ist heute eine alte Klamotte. Dank meines Zauberkastens, dessen Ihr euch ja auch seit
geraumer Zeit bedient, könnt Ihr innerhalb weniger Wochen einen Kreis von Freunden
aufbauen, wie ihn kein noch so großer Herrscher vor eurer Zeit hatte. Dazu kommt, dass
Euch diese Freunde auf ewig erhalten bleiben. Sind sie einmal vom Zauberkasten erfasst,
kann Euch kein Freund mehr abhanden kommen. Was sagt Ihr dazu?
TE-A-TA: Ich weiß nicht. Andererseits muss man sich auch als alter König für die
neuen Zeiten empfänglich zeigen. Allerdings bin ich dazu nur bereit, wenn es nichts
kostet. Freunde soll man sich schließlich nicht kaufen müssen.
FES-BUK: Goldrichtig, Majestät, Ihr sagt es. Es ist so, wie Ihr es wünscht – Ihr könnt
die Neuerung nutzen, ohne einen einzigen Cent dafür ausgeben zu müssen. Ihr müsst euch
nur bei mir registrieren.
TE-A-TA: Und dann?
FES-BUK: Nichts weiter. Ihr bekommt Freundschaftsanfragen in Hülle und Fülle und
werdet der glücklichste Herrscher, den Oberchina je hatte.
TE-A-TA: Na denn, wenn Ihr meint – meinetwegen, so sei es.
Und so geschah es auch. In kürzester Zeit waren in Oberchina alle Untertanen
Freunde des alten Königs Te-A-Ta.
Einen Haken hatte die Sache allerdings. Schon bald begannen die Menschen die
Unterscheidungsfähigkeit von Freund und Freund zu verlieren, und niemand wusste
mehr, was denn das Wort Freundschaft eigentlich bedeutet hatte. Und wenn jemand sagte,
Te-A-Ta ist mein Freund, so bedeutete das gar nichts mehr, denn Freund zu sein, war
wertlos geworden.
Quelle

Kurz zur Erklärung: Theater wird in Österreich TE-A-TA ausgesprochen.
DIE GESCHICHTE VON TE-A-TA UND FES-BUK
Der alte König Te-A-Ta war beliebt in seinem Reich. Landauf landab huldigten ihm
die Menschen. In vielen Dörfern gab es Gruppen, die sich ihm zu Ehren trafen.
Und besonders zahlreich gab es sie in Oberchina.
Eines Tages tauchte ein Gerücht auf. Ein junger verwegener Bursche, hieß es, sei
dabei, Te-A-Tas Reich durch eine besondere List zu erobern. Sein Name: Fes-Buk.
Wie aus dem Nichts war er aufgetaucht. Das Gerücht besagte, er sei auf einem Zuckerberg
geboren, aber das, meinten andere, sei wohl eine Legende. Niemand konnte genau sagen,
woher er gekommen war – man munkelte, von jenseits des Großen Wassers – niemand
wusste, wie er aussah, niemand wusste, wo er sich aufhielt. Auf jeden Fall war er ein
unsteter Bursche, schnell wie der Blitz, wurde mal da mal dort gesehen, sodass man den
Eindruck bekommen konnte, er könne sich an mehreren Orten gleichzeitig aufhalten. Ein
Zauberer, sagten die einen. Ach was, meinten die anderen, ein Scharlatan, ein Blender, ein
Nichtsnutz.
Auch der alte König Te-A-Ta war bald neugierig geworden und schickte seine Diener
aus, sie sollten nach Fes-Buk suchen und ihn an seinen Hof bringen. Bald hatten diese ihn
per Zauberkasten ausfindig gemacht. High, meine lieben Freunde, begrüßte sie Fes-Buk.
Ich weiß schon, was ihr von mir wollt, mich wundert nur, dass ihr nicht schon früher
gekommen seid. Also los, auf zur Majestät!
Te-A-Ta war erstaunt, als er wenig später einem schlaksigen Burschen in abgerissenen
Jeans, einer schwarzen Hornbrille und mit Pickeln im Gesicht, der dem König mit
einer Hand in der Hosentasche, in der anderen einen zusammengeklappten Zauberkasten,
Kaugummi kauend gegenüberstand. Das also sollte derjenige sein, von dem zur Zeit alle
redeten? Nun denn, der alte König war für seine große Toleranz bekannt, und so zeigte
er sich auch hier. Sollte der junge Mann doch einmal von sich erzählen. Also begann
Te-A-Ta mit der Frage, die Majestäten in Märchen gewöhnlich stellen, und sagte: Was ist
euer Begehr? Damit begann folgendes Gespräch, das hier kurz wörtlich wiedergegeben
werden soll.
TE-A-TA: Was ist Euer Begehr?
FES-BUK: Freundschaft.
TE-A-TA: Ähh… seid Ihr Politiker, Gewerkschafter?
FES-BUK: Nein, Majestät, ich biete Euch nur meine Freundschaft an. Ihr werdet es
nicht bereuen.
TE-A-TA: Danke sehr, aber es ist in unserem Lande üblich, dass der König sich
selbst seine Freunde aussucht.
FES-BUK: Alles klar, Majestät. Aber ist es nicht so, dass eine Majestät einen
umso besseren Ruf genießt, je mehr Freunde er hat?
TE-A-TA: Es kommt nicht unbedingt auf die Menge an.
FES-BUK: Majestät, da muss ich Euch, mit Verlaub, widersprechen.
Die Menge, die Menge, die Zahl der Freunde, das ist es, worauf es heutzutage
ankommt.
TE-A-TA: Aber da verliert man doch bald den Überblick. Und ich lege viel Wert darauf,
meine Freunde auch persönlich zu kennen, mich mit ihnen unterhalten zu können.
FES-BUK: Die Zeiten haben sich geändert, Majestät. Was gestern noch wichtig war,
ist heute eine alte Klamotte. Dank meines Zauberkastens, dessen Ihr euch ja auch seit
geraumer Zeit bedient, könnt Ihr innerhalb weniger Wochen einen Kreis von Freunden
aufbauen, wie ihn kein noch so großer Herrscher vor eurer Zeit hatte. Dazu kommt, dass
Euch diese Freunde auf ewig erhalten bleiben. Sind sie einmal vom Zauberkasten erfasst,
kann Euch kein Freund mehr abhanden kommen. Was sagt Ihr dazu?
TE-A-TA: Ich weiß nicht. Andererseits muss man sich auch als alter König für die
neuen Zeiten empfänglich zeigen. Allerdings bin ich dazu nur bereit, wenn es nichts
kostet. Freunde soll man sich schließlich nicht kaufen müssen.
FES-BUK: Goldrichtig, Majestät, Ihr sagt es. Es ist so, wie Ihr es wünscht – Ihr könnt
die Neuerung nutzen, ohne einen einzigen Cent dafür ausgeben zu müssen. Ihr müsst euch
nur bei mir registrieren.
TE-A-TA: Und dann?
FES-BUK: Nichts weiter. Ihr bekommt Freundschaftsanfragen in Hülle und Fülle und
werdet der glücklichste Herrscher, den Oberchina je hatte.
TE-A-TA: Na denn, wenn Ihr meint – meinetwegen, so sei es.
Und so geschah es auch. In kürzester Zeit waren in Oberchina alle Untertanen
Freunde des alten Königs Te-A-Ta.
Einen Haken hatte die Sache allerdings. Schon bald begannen die Menschen die
Unterscheidungsfähigkeit von Freund und Freund zu verlieren, und niemand wusste
mehr, was denn das Wort Freundschaft eigentlich bedeutet hatte. Und wenn jemand sagte,
Te-A-Ta ist mein Freund, so bedeutete das gar nichts mehr, denn Freund zu sein, war
wertlos geworden.
Quelle
