Eine Frage an die Profi-Elektriker…

foerster1

macht Rennlizenz
Registriert
13 Februar 2020
Wagen
BMW Z4 G29 M40i
Ich möchte in meinem alten Haus eine normale (alte) Kellerlampe gegen eine LED-Feuchtraumlampe ersetzen. An sich ja kein Problem.

Sicherung raus, kein Strom mehr anliegend, alten Bakelitverteiler geöffnet.

Die neue Lampe hat ja zwei Zuleitungen. N (blau) und L (schwarz). Schutzleiter ist nicht vorhanden (nötig).

Den Anschluss für L habe ich in der Verteilerdose noch schnell gefunden. Ansonsten herrscht dort das pure Farbenchaos. Also alte Aderfarben und neue…An sich ist mir das ja fast egal.

ABER in der Dose gehen N (blau, grau) und Schutzleiter (grün/schwarz und rot) an eine Klemme… Hääh???? 😄 Das hat man früher wohl so gemacht…

Jetzt also meine zwei Fragen:

1. Kann ich meine blaue N Ader von der neuen Lampe einfach an die o. g. Klemme (mit den Schutzleitern und N-Leitern) anschließen?

2. Kann ich die alte Verteilerdose einfach gegen eine neue, leere Dose ersetzen und die Anschlüsse 1:1 mit Wago-Klemmen herstellen. Oder gibt das ein Problem mit der Misch-Masch-Klemmung von N und Schutzleiter…

Na wer traut sich mir zu helfen ohne auf die Ausführung durch einen Elektriker zu verweisen…😄

Bis der nämlich Zeit hat bin ich schon dreimal die dunkle Treppe herunter gestürzt…
 
Ich möchte in meinem alten Haus eine normale (alte) Kellerlampe gegen eine LED-Feuchtraumlampe ersetzen. An sich ja kein Problem.

Sicherung raus, kein Strom mehr anliegend, alten Bakelitverteiler geöffnet.

Die neue Lampe hat ja zwei Zuleitungen. N (blau) und L (schwarz). Schutzleiter ist nicht vorhanden (nötig).

Den Anschluss für L habe ich in der Verteilerdose noch schnell gefunden. Ansonsten herrscht dort das pure Farbenchaos. Also alte Aderfarben und neue…An sich ist mir das ja fast egal.

ABER in der Dose gehen N (blau, grau) und Schutzleiter (grün/schwarz und rot) an eine Klemme… Hääh???? 😄 Das hat man früher wohl so gemacht…

Jetzt also meine zwei Fragen:

1. Kann ich meine blaue N Ader von der neuen Lampe einfach an die o. g. Klemme (mit den Schutzleitern und N-Leitern) anschließen?

2. Kann ich die alte Verteilerdose einfach gegen eine neue, leere Dose ersetzen und die Anschlüsse 1:1 mit Wago-Klemmen herstellen. Oder gibt das ein Problem mit der Misch-Masch-Klemmung von N und Schutzleiter…

Na wer traut sich mir zu helfen ohne auf die Ausführung durch einen Elektriker zu verweisen…😄

Bis der nämlich Zeit hat bin ich schon dreimal die dunkle Treppe herunter gestürzt…
ohne Gewähr
Erstens würde ich vor Stromarbeiten nicht nur die Sicherung raus nehmen, sondern auch den FI und sicherstellen, dass der Anschluß am FI hängt. Also Lampe einschalten und FI betätigen, Lampe muss ausgehen. Brauchst halt eine Taschenlampe. ;)

Es kommt auf die Lampe an, welche Schutzklasse diese hat. Also ob es metallische berührbare Teile an der Lampe gibt.
Ist es eine reine Kunststofflampe ich glaube Schutzklasse 2, braucht es keine Erdung, daher auch nur 2 Anschlüsse.
Du kannst dann auch die Erdung an N klemmen, dann sollte der FI bei Fehlerstrom auslösen.
 
Die neue LED-Lampe braucht keinen Schutzleiter. Das weiß ich ja.

Den Anschluss von L der neuen LED-Lampe habe ich in der Verteilerdose ja auch schon gefunden.

Und N von der neuen Lampe schließe ich dann an die besagte Klemme in der Verteilerdose an? Also die Klemme mit aufgelegten N und Schutzleitern (Farben an dieser Klemme sind aktuell im Bestand grau, grün/schwarz und rot). Korrekt?
 
Ob nun der Automat aus ist oder zusätzlich noch der FI macht keinen Unterschied; davon abgesehen hängt diese Lampe mit Sicherheit nicht an einem FI-Stromkreis, der funktioniert nämlich bei der hier verwendeten klassischen Nullung nicht.

Und ja, der N der Lampe wird auf besagte Klemme gelegt wo N und PE zusammen geklemmt sind.

Edit: Natürlich kann die Lampe an einem FI-Stromkreis hängen; macht bloß kaum Sinn weil der FI so nichts überwachen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Super. Danke. 😄

Letzte Frage. Kann ich die alte Bakelitverteilerdose gegen eine leere Feuchtraum-Verteilerdose tauschen und dann mit Wago-Klemmen die bisherige Anschlussbelegung 1:1 wiederherstellen?
Oder gibt es dann ein Problem mit der „klassischen Nullung“?
 
Super. Danke. 😄

Letzte Frage. Kann ich die alte Bakelitverteilerdose gegen eine leere Feuchtraum-Verteilerdose tauschen und dann mit Wago-Klemmen die bisherige Anschlussbelegung 1:1 wiederherstellen?
Oder gibt es dann ein Problem mit der „klassischen Nullung“?
Kein Problem. Hab in einem Kellerraum letztens auch LED Feuchtis installiert und diese Verkabelung vorgefunden. Ist natürlich nicht FI-fähig. Zuleitung muss ich daher beizeiten neu legen.
Grundsätzlich gilt: Elektroinstallationen nur durch ausgebildete Fachkraft ;)
 
Danke Euch.

Ihr habt mich elektrifiziert… Also meinen Keller… Es wird Licht… 😄
 
Teilweise reichlich Halbwissen hier, speziell was den FI betrifft.
Natürlich sollte ein FI in einer durchgehenden 3-Leiter Verkabelung zum Einsatz kommen. Wenn bei @foerster1 einer vorhanden ist, dann wurde da im Keller vermutlich rumgemurkst , das sollte man mal auflösen und bei Gelegenheit gescheit machen.
Edit: Natürlich kann die Lampe an einem FI-Stromkreis hängen; macht bloß kaum Sinn weil der FI so nichts überwachen kann.
Allerdings ist das nicht ganz richtig. Es stimmt, wenn man von einem Kurzschluss zwischen L und einem geerdeten Gehäuse ausgeht. Allerdings fliegt da auch die Sicherung (fachdeutsch Leitungsschutzschalter, was exakt die Aufgabe umschreibt).
Der FI ist ein Personenschutzschalter und führt eine Differenzmessung zwischen L und N durch. Bei einer definierten Abweichung geht der FI davon aus, das der Strom einen anderen Weg nimmt, z.B. durch einen Menschen in den Erdboden. Für diese Funktion ist es absolut unerheblich, ob es einen separaten Schutzleiter gibt oder nicht, der FI wird seine Arbeit tun und auslösen.
 
Wenn der Strom übers Erdreich abfließt - ja. Wenn der Widerstand übers Erdreich zu groß ist um auf den Abschaltstrom zu kommen - nein.

Und wenn N und PE nach dem FI zusammengeklemmt sind kann der FI nicht unterscheiden ob der Strom über den N oder den PE abfließt, daher kann er seine Schutzfunktion auch nicht entfalten. Oder aber N und PE sind im Bereich des FI separat geführt und später irgendwo zusammengelegt - merkt man aber, dann löst der auch bei geringer Last grundlos aus.

@foerster1 : Bei der Verwendung von Wago-(Steck?)-Klemmen mußt Du aber für eine sichere Kontaktgabe die Adern nachsetzen. Wenn Du die jetzt unter einer Klemmschraube deformierten Adern in eine Wagoklemme steckst wird u.U. nicht die erforderliche Kontaktfläche gewährleistet. Da brennt dann auch mal die Hütte wenns dumm läuft....
 
Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass der RCD (oder veraltet FI) meistens auslöst, sobald man Schutzleiter und Neutralleiter verbindet, da hier dann fast immer Ausgleichsströme fließen, die typischerweise zum auslösen des RCDs ausreichen. Daher behaupte ich mal, dass hier einfach kein RCD für den vorliegenden Stromkreis vorhanden ist.
 
Und wenn N und PE nach dem FI zusammengeklemmt sind kann der FI nicht unterscheiden ob der Strom über den N oder den PE abfließt, daher kann er seine Schutzfunktion auch nicht entfalten.
Dieser Aussage liegt die Fehlannahme zu Grunde, dass der Strom über den PE abfließen muss, damit der FI funktioniert. Das Leben ist aber kein Laboraufbau mit idealen Bedingungen. Wenn ein Mensch mit spannungsführenden Teilen in Berührung kommt, kann man nicht erwarten, dass er mit der anderen Hand nach einem PE-Leiter greift, um den FI zum Auslösen zu bewegen. Der FI muss unabhängig vom PE sicher auslösen. Wenn der Erdwiderstand zu groß ist, dass der FI nicht auslöst, kommt auch kein ausreichender Stromfluss zustande, um lebensbedrohlich zu sein (<30mA bzw sogar <10mA)

Hier die Definition:
“Fehlerströme treten auf, wenn ein Teil des Stromes über einen unerwünschten Strompfad zurück zur Stromquelle fließt. Teil dieses Strompfades kann der Schutzleiter, das Gehäuse eines elektrischen Betriebsmittels, das Erdreich einschließlich aller metallischen Strukturen in elektrischen Kontakt mit Erde sowie der Körper eines Menschen oder Tieres sein. Der Fehlerstrom-Schutzschalter bildet die arithmetische Summe aller Augenblickswerte der Ströme in den Außenleitern und dem Neutralleiter. In einer Anlage ohne Erdschluss ist die Summe stets null.“

Der PE ist somit nur ein möglicher Strompfad von vielen für Fehlerströme, den ich dann natürlich außer Kraft setze, wenn ich N+PE verbinde. Und natürlich ist das Murks.
Aber der FI ist dadurch nicht gänzlich nutzlos , wie oben beschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieser Aussage liegt die Fehlannahme zu Grunde, dass der Strom über den PE abfließen muss, damit der FI funktioniert.
Nein, nicht ganz.
Dieser Aussage liegt die Möglichkeit zugrunde daß der PE stromführend sein kann ohne daß der FI auslöst; dabei kommt es in dem Falle aber auch zu keiner gefährlichen Berührungsspannung und auch zu keiner Durchströmung.
Ich will da auch gar nicht weiter drauf rumreiten, Du hast natürlich vollkommen Recht.
 
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