Frage/Info zu VANOS

Frantic

Fahrer
Registriert
15 Januar 2002
Ich habe kürzlich auf einer Honda Seite etwas über ein kleines Zusatzgerät für diese VTEC Motoren gehört.

VTEC ist doch auch eine variable Nockenwellensteuerung, oder ??

Mit diesem Gerät lässt sich diese Steuerung seinen Ansorüchen anpassen. Wenn es sich bei VTEC und VANOS um das gleiche handeln sollte, sollte es doch so ein Gerät auch für den Zetti geben, oder ???

Hier mal der Link zu der Seite => http://www.gtn.ch/ und dann auf "Benzincomputer"
 
Hallo Zusammen,

Nach meinem Verständnis ist VTEC (bei Honda) nicht gleichzusetzen mit
VANOS von BMW.

VTEC = Variable Valve Timing and Lift Electronic Control

Entwickelt wurde das System einer variablen Ventilsteuerung von Honda 1983 für Motorräder. Seit 1990 wird dieses System in Autos mit dem Ziel eingebaut, einem hochdrehenden Sportmotor bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment mitzugeben, um trotz sportlicher Auslegung Alltagstaulichkeit zu erreichen. Inzwischen wird das System auch verwendet, um abgasarme und wirtschaftliche Motoren mit hinreichender Leistung zu versehen (VTEC-Economy, i[ntelligent]-VTEC).

Das Funktionsprinzip der variablen Ventilsteuerung beruht auf der Tatsache, daß die Form und Größe der Nocken auf der Nockenwelle ganz entscheidend die Leistungsausbeute und das Drehmoment eines Motors (über entsprechende Ventilöffungszeiten und Ventilhübe) beeinflussen. Grundsätzlich gilt: Je schneller sich die Ventile öffnen und schließen und je höher der Ventilhub ist, desto mehr Leistung kann erzielt werden, aber umso weniger Drehmoment steht zur Verfügung und umso mehr Kraftstoff wird verbraucht.

Die Kombination eines Hochleistungsmotors mit hohem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen gelingt, indem im Prinzip zwei Nockenwellen in einer integriert werden.

Bei niedrigen Drehzahlen [engl. low revs] betätigen die Nocken für niedrige Drehzahlen [engl. Cam profiles for low revs] die äußeren Schlepphebel [engl. primary und secondary rocker], während der Nocken für höhere Drehzahlen freiläuft, weil die Feder [engl. return spring] die Verbindung (= Pin A und Pin B) zwischen den beiden Schlepphebeln geöffnet hat und deshalb der mittlere Schlepphebel [engl. middle rocker] nicht betätigt wird.

Bei hohen Drehzahlen [engl. high revs] öffnet sich ein Magnetventil und ermöglicht dem Motoröl [engl. oil flow] Druck auf den Sperrschieber (= Pin A und Pin B) auszuüben [engl. oil pressure], so daß eine feste Verbindung zwischen den drei Schlepphebeln entsteht. Da der mittlere Schlepphebel durch den "schärfern" Nocken für hohe Drehzahlen [engl. Cam profile for high revs] tiefer nach unten bewegt wird als die beiden äußeren Schlepphebel, laufen in dieser Situation die beiden äußeren Nocken frei und nur der mittlere Nocken bestimmt die Ventilbewegung.

Schließt sich das Magnetventil wieder, so drückt die Feder den Sperrschieber zurück und die Verbindung zwischen den drei Schlepphebeln wird aufgehoben: der mittlere Nocken läuft wieder frei.

Im Prinzip funktionieren alle VTEC-Varianten gemäß vorheriger Beschreibung. dohc-Motoren sind jedoch mechanisch einfacher zu gestalten, als sohc-Motoren. Bei letzteren kommen statt Schlepphebel (auch) Kipphebel zum Einsatz. VTEC-E-Motoren werden meistens nur auf der Einlaßseite variabel gesteuert. Dabei werden bei Mehrventilmotoren häufig unterschiedliche Steuerzeiten und Hübe der beiden Einlaßventile über komplexe Hebel- und Nockenkonstruktionen realisiert bis hin zum kompletten Abschalten eines Einlaßventils bei niedrigen Drehzahlen. Außerdem ist über das elektronische Motormanagement die Umschaltdrehzahl beliebig veränderbar und könnte prinzipiell sogar in Abhängigkeit von Leistungsbedarf usw. während der Fahrt geändert werden.

Beim weiterentwickelten i-VTEC wird ein Einlaßventil bei niedrigen Drehzahlen ebenfalls stillgelegt. Zusätzlich ergänzt eine kontinuierliche Anpassung der Öffnungszeiten der Ventile auf der Einlaßseite (VTC = Variable Timing Control) das System, um eine optimale Ausnutzung des zündfähigen Gemisches durch eine bessere Zylinderfüllung und damit eine Verbesserung der Verbrennung zu ermöglichen, was sich gleichzeitig in einem Drehmomentzuwachs niederschlägt. Erreicht wird dies durch eine hydraulisch realisierte Verdrehung der Einlaßnockenwelle, die die Variation der Überschneidung mit der Auslaßnockenwelle ermöglicht.

Das Zusammenspiel von VTEC und VTC optimiert das System.

Beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen heraus wird viel Leistung benötigt. Eine geringe Überschneidung, die zudem die Trägheit des angesaugten Gemisches ausnutzt, ermöglicht dies. Dabei stellt das VTEC-System bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment durch die "zahmen" Nocken zur Verfügung. Nach Überschreiten der Umschaltdrehzahl schaltet das VTEC-System auf die "scharfen" Nocken und das VTC behält seine Einstellung. Das verstärkt die Leistungsabgabe noch einmal.

Beim Fahren mit hohen Drehzahlen bei konstanten Geschwindigkeiten wird einerseits Leistung benötigt, aber auch der Wunsch nach geringst möglichem Verbrauch laut. Größere Überschneidungen der Ventilöffnungszeiten sind in diesem Fall ein guter Kompromiß. Sie reduzieren die Anzahl der Gaswechsel, was zu geringerem Verbrauch führt. Außerdem werden so mehr Abgase wieder in den Verbrennungsraum zurückgeführt und bei der nächsten Verbrennung erneut verbrannt, was zu weniger Schadstoffausstoß führt.

Im Leerlauf oder bei sehr niedrigen Drehzahlen wird eine geringe Überschneidung gewünscht, weil dadurch Wirbel im Ansaugkanal entstehen, die ein besseres, weil homogeneres Gemisch erzeugen, das besser verbrennt. So wird wieder weniger Kraftstoff benötigt und die Verbrennung ist vollständiger, mit weniger Schadstoffen.

Durch die variable Gestaltung des Ansaugkanals können die Wirkungen des VTC noch gesteigert werden. Wird bei niedrigen Drehzahlen die Luft über einen langen Ansaugkrümmer angesaugt, so erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit, was zu einer besseren Füllung des Zylinders führt. Bei hohen Drehzahlen wird dagegen der Ansaugkanal verkürzt. Dadurch strömt mehr Luft in den Zylinder und es wird mehr Leistung abgegeben.

(Quelle: http://www.luk-korbmacher.de/Autos/vtec.htm)

Variable Nockenwellen Steuerung (VANOS

VANOS arbeitet an der Einlaßnockenwelle in Übereinstimmung mit Motordrehzahl und Gaspedalpedalposition. Am untereren Ende der Drehzahlskala werden die Einlaßventile später geöffnet, was die Leerlaufqualität verbessert. Bei mittleren Motordrehzahlen öffnen sich die Einlaßventile viel früher, was das Drehmoment erhöht und eine Abgasrückführung innerhalb der Brennkammern ermöglicht, was wiederum den Kraftstoffverbrauch- und die Abgasemissionen verringert. Schließlich bei hohen Motordrehzahlen wird die Einlaßventilöffnung noch einmal verzögert, damit sich die volle Leistung entwickelt werden kann.

Das Ganze befindet sich in einem ALU-Gehäuse an der Stirnseite des Motors, die Motoren mit Vanos erreichen ihre maximale Leistung schon bei 5900 Umdrehungen pro Minute und das Maximale Drehmoment bei 4200.

Die Kurbelwelle bewegt ein Kettenrad auf der Abgasnockenwelle welches mit dieser fest verbunden ist. Ein zweites Kettenrad treibt eine zweite Kette an, die mit der Einlaßnockenwelle verbunden ist. Das grosse Kettenrad auf der Einlaßnockenwelle ist nicht mit dieser fest verbunden, es hat eine große Bohrung in der Mitte. Innerhalb der Bohrung sind kegelartige Zähne. An der Nockenwelle ist auch Kegelrad, aber zu klein, um an die Zähne des grossen Kettenrades anzuschließen. Ein Schalenzahnrad bringt die Zähne des inneren und äußeren Kegelrades zusammen. Das V(variabel) in VANOS kommt von der kegelartigen Natur der Zähne. Das Schalenzahnrad wird durch eine hydraulische Einheit verschoben, die durch den Öldruck angetrieben wird, welcher von der digitalen Motor Elektronik (DME) gesteuert wird .

(Quelle: http://www.e36-bmw.de/vanos.html)
 
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