AW: Gelber Schleim unter dem Öleinfüllstutzen
könnt ihr mir sagen, welche Mängel ein Z4 hat, wenn gelber Schleim unterm Öleinfüllstutzen ist?
Also normalerweise ist dann die Zylinderkopfdichtung kaputt und muss getauscht werden. In ganz schlimmen Fällen ist der ganze Zylinderkopf defekt.
Wenn Du von Langstreckenfahrzeugen mit hoher Laufleistung oder in hohem Alter oder älterer Bauart sprichst, dann hast Du recht. Das war früher mal so.
Nur wenig Z4 werden über Langstrecke bewegt.
Kein einziger Z4 ist in einem Alter wo die ZKD altersbedingt aufgibt.
Und kein Z4 ist so alter Bauart.
... damit ist ein Defekt an der Zylinderkopfdichtung mit einer Wahrscheinlichkeit möglich, die einem Stückchen Würfelzucker im Bodensee entspricht.
Normal sagt man, dass dieses Problem bei PkW´s besteht, die nur Kurzstrecken gefahren sind.
Das "sagt man" nicht nur so, sondern das ist eine "physikalische Gesetzmäßigkeit" bei Verbrennungsmotoren.
Wodurch entsteht dieses Problem und welche Folgen kann das unter Umständen haben?
Benzin ist ein Kohlenwasserstoff, der unter Einfluss von Sauerstoff zu Wasser und CO2 verbrennt (+ weitere Stoffe)
Das CO2 bleibt auch bei kaltem Motor gasförmig und zieht zum Auspuff raus.
Das Wasser jedoch schlägt sich im kalten Motor zu einem erheblichen Teil an der Zylinderwand nieder. Erst bei heißem Motor zieht es ohne zu kondensieren zum Auspuff raus.
Der auf- und ablaufende Kolben spült dieses am Ölfilm kondensierende Wasser ins Motoröl.
Gleichzeitig erzeugt die Verbrennung immer so einen großen Druck, dass dieser Druck nicht nur den Kolben nach unten drückt, sondern grundsätzlich auch Abgas am Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse drückt. Da ist dann CO2 und Wasserdampf dabei.
Dieser Wasserdampf kondensiert an kalten Motorteilen. Der Öleinfülldeckel ist der zu ziemlich kälteste Teil bei unseren Motoren. Dort schlägt sich das Öl-Wassergemisch nieder.
Über die Kurbelgehäuseentlüftung soll das unkondensierte Öl-Wasser-Gemisch abziehen, getrennt werden und CO"/Wasser soll den Weg in die Ansaugbrücke finden. Das geht aber nicht bei kaltem Motor.
Je häufiger der Motor nicht seine Betriebstemperatur erreicht, desto mehr wird das Öl mit Wasser und unverbranntem Sprit vermengt.
Wodurch entsteht dieses Problem und welche Folgen kann das unter Umständen haben?
Als Folge kannst Du von einem kapitalen Motorschaden ausgehen, wenn der Motor nie seine Betriebstemperatur erreicht.
Zwei Szenarien sind da sehr üblich:
1. Wenn im Winter die Minusgrade zweistellig werden friert den Kurzstreckenfahrern die Motorentlüftung zu. Es kommt zum Überdruck und zur Flutung der Brennräume mit Öl -> Motor steht mit mehr oder weniger großem Schaden.
2. Viel häufiger führt jedoch das "Freiblasen" zum Motortod. Das passiert regelmäßig zu Ostern und im Sommer. Dann, wenn Pappi seinem Kurzsstreckenauto auf der Autobahn gen Urlaubsort mal so richtig die Sporen gibt. Das total verwässerte Öl kann den Schmierfilm nicht aufrecht halten, die Kolben kratzen an den Zylinderwänden und überhitzen -> Motor ist dann wirklich hinüber.
Die Abhilfe ist sehr einfach, denn es ist dafür zu sorgen, dass das Öl-Wasser-Gemisch nicht vor dem Öl-Wasser-Abscheider kondensiert. Dazu wird entweder die Motorentlüftung wärmeisoliert oder es wird der kalte Luftstrom in den Motorraum hinein unterbunden.
... oder eher unkonventionell: keine Kurzsstreckenfahrten.
"Kurzstrecke" ist immer dann, wenn die Motortemperatur bis zum Abstellen des Motors nicht wenigstens 10 Minuten lang in der Mittelposition stand (oder mehr oder weniger ...)