AW: Isle of man Lebensmüde motorad fahrer...
Moin,
die IOM TT-races sind in der Tat ein abendfüllendes Thema und für mich ein Fascinosum der ganz besonderen Art!
Entweder Du liebst diese Insel und kommst wieder, oder Du hasst sie und wirst nie wiederkehren; aber wer einmal dort war, wird's nie vergessen!
Ich infizierte mich 1989...
Schon wenn Du in Rotterdam auf die Nachtfähre nach Hull/Mittelengland rollst, hast Du Dich verändert, spätestens wenn Du später in Douglas an Land tuckerst, bist Du Teil des real exitierenden Irrsinns...
Du tauchst in eine Scenerie ein, die nur "yes or no" kennt und kein Frage nach dem "why" zuläßt, denn es ist so, wie es ist:
Strohballen statt Sturzraum, Heli permanent i.d. Luft, Ortsdurchfahrten, Schienen (wie in Imatra!!!), Landstraße mit ständig wechselnden Reibungswerten, über 250 km/h mit nahezu Cross-Abstimmung, wg. großer Höhenunterschiede extrem wechselhaftes Wetter - nur um mal einige wenige Stichpunkte zu nennen.
Leider werden fast sämtliche z.B. YouTube clips dem "Geist" der TT nicht gerecht, die reißerische Aufmachung erinnert doch sehr an Beiträge von SAT1 u.a. quotengeilen Sendern. Das begann aber schon in den 80-ern, als die erste "Havoc"-VHS-Serie, ausschließlich mit Unfallszenen, in den Handel kam...traurig!
Das Eingangsvideo dürfte vor "Creg-ny-Baa" gedreht worden sein, halt 'ne ganz normale Passage, in der Du bei top-speed nie mit beiden Rädern auf dem Boden bleibst...längst nicht so spektakulär wie die "Ballaugh-Bridge": Trevor Nation auf Wankel-Norton riß dort '89 beim Aufsetzen des Hinterrades die Kette, schob die Karre hinter die Mauer eines Vorgartens und genehmigte sich neben mir erst mal ein Bier...

Also generell absolute Publikumsnähe, sogar der RC 30-Pilot und spätere Ducati SBK-Weltmeister Carl Fogarty mischte abends in Douglas an der Hafenpromenade mit!
Von den vielen ursprünglichen Straßenrennen sind nur noch eine Handvoll geblieben, außer der IOM z.B. noch das angesprochene Rennen in Nordirland, Holland mit Hengelo und die Strecke in Estland, wo Joey Dunlop tödlich verunglückte.
Der Ruf nach Sicherheit, der Mitte der 70-er ertönte, und diese und andere GP-Strecken als archaische Relikte erscheinen läßt, ist erhört worden - und das ist bei aller Begeisterung, die ich hege, auch gut so!
Aber für zwei Wochen im Jahr soll bitte erlaubt sein: tausche "Glamour-Boxen" mit Promis am Ring gegen "Free-Fight-Club" mit Authentizität...
Andreas
...survived "Mad-Sunday"