Naja...man muß sich aber mal auch andere Dinge vor Augen halten - es sind nun mal die Zeichen der Zeit und auch andere Marktbegleiter aus Ingolstadt und Stuttgart können sich mittelfristig diesen Trends nicht verschließen, auch wenn sie ein stückweit länger an großvolumigen Motoren >4 Zylinder festhalten. (und viele Leute vergessen dabei, daß der erste echte Emmi für das Volk [den M1 nehm ich da mal aus] mit 4 Töpfen auf den Markt kam und damit einen Flächenbrand entfacht hatte!)
Ich denke die Topmodelle von BMW werden auch weiterhin mit - sagen wir mal - Emotionsaggregaten angetrieben werden. Nur halt die Volumenmodelle und Motorisierungen nicht mehr, um in das von der europäischen Legislative eng gefasste "Umweltkorsett" zu passen. Was passiert, wenn sich ein Hersteller dem europäischen Diktat widersetzt, sieht man deutlich an Daimler Benz und Frankreich und dieser unsäglichen Lobbyposse mit dem neuen Kältemittel für Klimaanlagen.
Desweiteren sind die Turbomotoren von BMW höchste Ingenieurskunst! Ich habe den direkten Vergleich zwischen dem N54 (meinem alten E89) und dem aktuellen 3,4 Liter Flatsix von Porsche. Der Boxer ist sicherlich ein guter Motor und sehr emotionsgeladen, in Sachen Effizienz und Vortrieb kann er aber dem 3 Liter Biturbo aus München das Wasser nicht reichen. Das subjektiv geringfügig agilere Ansprechverhalten des Saugers verpufft in der Drehmomentschwäche unterhalb 4500 U/min deutlich. Somit hat der Sauger nicht ein Turboloch, sondern ein Saug-Tal. Während der BMW schon anschiebt wie eine Horde Büffel, muß ich den Porsche erst auf Drehzahl bringen, um das Gebrüll auch in Schub umzusetzen. Wäre das PDK von Porsche nicht spürbar flotter und intelligenter als das DKG von BMW, wäre ich vom Antrieb doch deutlich enttäuschter.(Nur so am Rande - Porsche bringt ja in Kürze auch einen Flat-4 mit Turboaufladung für Cayman R mit +350 PS in den Markt - also kanns ja soooo verkehrt garnicht sein)
Was das Geschrei um fehlende M's angeht - das sind Modelle für eine Handvoll Puristen gewesen und immer ein Minusgeschäft, vom normalen Kunden der Volumenmodelle quersubventioniert. Der Markt verlangt aber weltweit auch von einem "M", daß man nach 300km ohne Hilfe eines Physiotherapeuten und Gehörverlust aus dem Auto steigen kann und das ganze ohne riesige Schweißflecken auf dem Rücken. Ergo wurden diese Fahrzeuge auch luxoriöser, sicherer, technischer...und damit schwerer. Der E85/86M war für BMW ein reines Verlustgeschäft, daher gibts auch aktuelle nichts vergleichbares in der Richtung, weil jeder € in die Kriegskasse für die Zukunft gesteckt wird. Auch das von mir vor über 1 Jahr angesprochene Performance-Package für den E89 mit über 360PS und sportlicheren Paketen liegt fertig entwickelt in der Schublade und wird nicht oder nur teilweise in den Markt gebracht - es fehlt an Interesse und Rentabilität! (Und 50 Leute aus dem Zroadster Forum sind nun mal keine relevante Zielgruppe :-)
BMW geht doch genau den richtigen Weg mit den i-Modellen, bei denen sie erstmalig Erfahrungen beim Einsatz von CFK in der Serienherstellung sammeln, um dieses Knowhow dann in die Großserie ein stückweit übertragen und dann in naher Zukunft das Gewicht der Fahrzeuge signifikant reduzieren zu können. Die anderen Baureihen werden so gut es geht massentauglich mit einem Tick altem BMW "Sportsgeist" gemacht um dort dann das Geld zu verdienen. Das ist dann imho auch der einzige Weg den Spagat zwischen Politik, Umwelt und Markt sauber zu stemmen. Und wenn diese Saat wirklich aufgeht, ist dann auch wieder finanzell mehr Platz für das eine oder andere Leichtbauspielzeug für Puristen und Fans der alten Emmis jeglicher Baureihen....