Prävention gegen Internetkriminalität, Identitätsdiebstahl und co

QP1999

macht Rennlizenz
Registriert
30 Mai 2007
Ort
NRW
Wagen
BMW Z4 e86 coupé 3,0si
Hallo zusammen,
vielleicht schaue ich einfach zu viel Aktenzeichen XY und Dokus zu dem Thema, aber besser 1x vorgesorgt als Probleme zu bekommen.

Ich höre Geschichten von geklauten Daten mit denen dann Konten eröffnet werden, höre von Leuten die Rechnungen bekommen von Paketen die dann in das Ausland gehen. Natürlich mache ich dann eine Anzeige, aber das ganze kann einen psychisch sehr mitnehmen, vor allem wenn es nie aufhört. Und die Polizei kann dagegen auch nichts machen.

Oder was passiert, wenn meine Daten im Darknet verkauft werden. Sehr schlimme Vorstellungen. :-(

Am Ende haben wir schon oft irgendwo bestellt und das nachhause, teilweise zu oft und wir wissen nicht wo unsere Daten alle landen.

Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber vielleicht gibt es einige von euch die Tipps haben um das Thema mal anzugehen.

Hat jemand ggf. auch eine Cyber-Crime Versicherung? Ich habe eine gefunden die nach Daten im Darknet sucht. Schön, aber was ist, wenn die gefunden wurden? Wie komme ich dran? Wie können die gelöscht werden? Das konnte keiner sagen.

Freue mich über Hinweise und Tipps und wollte das Thema mal anbringen, da ich denke das wird in Zukunft nicht besser werden. ;-)
 
Tja, was kann man tun?
Ich versuche, eher durch Unterlassung als durch Tun das Risiko zu verringern. Beispiele:

Ich vermeide Konten bei Institutionen, die mir nicht besonders seriös erscheinen, z. B.
  • Facebook (woraus generiert der eigentlich seine 86 Mrd $ Umsatz in 2020?)
  • Whatsapp (die Datenkrake nimmt sich z. B. defaultmäßig alle Telefonnummern auf dem Handy, auch von Nicht-Kunden - kann man durch Threema umgehen)
  • Amazon
  • Ebay
  • PayPal
  • Google (auch das Google-Play-Store-Konto für das Smartphone kann man mit nur kleinen Einschränkungen umgehen)
Ferner vermeide ich bei Bestellungen im Internet die Angabe von Daten zu meinen Kredit- oder sonstigen Karten. Statt dessen bestelle ich per Nachnahme (momentan ein wenig schwierig) oder u. U. auch per Vorausüberweisung (wenn ich dem Lieferanten explizit so weit vertraue und es sich nicht um große Beträge handelt). Giropay (deutsche Banken) kommt für mich auch in Frage, weil ich dabei auf die Seite meiner eigenen Bank geführt werde.

Die Cookie-Zustimmungen am Anfang der meisten Seiten sind ja generell lästig. Aber bei manchen hat man praktisch keine Möglichkeit, das große Besteck (zu dem auch div. Tracker gehören) abzuwählen. Da muss ich schon massives Interesse haben, dass ich solche Seiten nicht gleich wieder schließe.
(Bei Youtube bin ich allerdings inkonsequent, da greift dann nur die Browser-Einstellung, dass er am Ende der Sitzung alle Cookies löscht.)
Neuerdings verweigere ich Terminabstimmungen über Doodle, weil die mich bei den Datenschutz-Zustimmungen am Anfang zu einer Pauschal-Cookie-Freigabe im eigenen Browser nötigen wollen. Es gibt inzwischen gleichwertige Alternativen ohne dieses Datenschutzproblem.

Und dann die Basics: Links in komischen Mails klicke ich prinzipiell nicht an etc.

Und damit hoffe ich, einigermaßen schadlos durchs Internet zu kommen.
 
Die wichtigste Grundregel ist mit Sicherheit immer mit einem gesunden Misstrauen vorzugehen. Technisch lässt sich so einiges absichern, das schwächste Glied in der Kette ist immer noch der Mensch.
Was hilft:
- E-Mails aufmerksam anschauen, besonders, wenn sie a) zum Handeln auffordern und b) den Benutzer (zum Beispiel durch Fristen) unter Druck setzen. Phishing (das Abgreifen von persönlichen Daten durch betrügerische E-Mails) ist teilweise wirklich verdammt gut gemacht und ein riesiges Sicherheitsproblem.
- Keine gleichen Passwörter für unterschiedliche Accounts. Wenn Dein Amazon-Account gehackt wird und das Passwort irgendwo im Darknet liegt, wird irgendein Roboter mit derselben Benutzername/Passwort-Kombination hunderte andere Anbieter ausprobieren. Hast Du überall dasselbe Passwort, hast Du ein Problem. Ich habe mir eine günstige Domain gekauft und route alle E-Mails an denselben Mailaccount. Das erlaubt die Verwendung beliebig vieler Mailadressen. Durch z.B. amazon@meinedomain.com, facebook@meinedomail.com etc. sind a) die Accounts nicht zu linken und b) sehe ich jeweils, wer meine Daten "verloren" hat und kann entsprechend reagieren
- keine Attachments öffnen, bei denen man sich nicht 100% sicher ist, von wem sie sind und dass man sie erwartet; im Zweifel ist es sicherer, eine Datei auf dem Handy zu öffnen, anstatt auf dem PC
- Rechner sperren (v.a. im Büro)
- keine Sammelaccounts, sondern für jede Person extra
- keine Geschäfte am Telefon
- Download nie von irgendeiner Meta-Seite, sondern immer solange, bis man auf der Hersteller-Seite den Orgiginal-Download findet, dabei natürlich darauf schauen, dass dieser vertrauenswürdig ist
- Mit der Preisgabe von persönlichen Informationen vorsichtig sein, das böse ist immer und überall ;-) Wenn ich auf grosse Reise gehe, kündige ich das nicht vorher im Internet an, sondern berichte halt notfalls hinterher.
- Bei verdächtigen Aktivitäten des Rechners (Verdacht auf ungewollte Verschlüsselung): Erstmal abschalten
- Im Ernstfall zur Polizei gehen, die können mittlerweile auch schon mehr tun, als man allgemein annimmt. Keinesfalls irgendwelche Lösegelder bezahlen- Für Fortgeschrittene: Virtuelle Maschinen helfen sehr bei der Risikominimierung

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen...
 
Und dann die Basics: Links in komischen Mails klicke ich prinzipiell nicht an etc.
Das muss anders heißen

Links in ALLEN Mails klicke ich nicht an.
Und wenn man mit der Maus auf den Link fährt OHNE zu klicken, dann wird meistens der gesamte, meist versteckte echte Link dargestellt. Auch schon mal ne gute Quelle um zu sehen, ob das wirklich vom Handyanbieter kommt oder nicht

Ich nutzte für jedes Onlinekonto, Mailkonto usw. ein anders Passwort/Benutzernamen.
Um die die Kennwörter merken zu können, verwende ich die App KeePass (Erklärung hier: Keepass Passwort Manager - open source und trotzem sicher? (ht4u.net))
Dadurch muss ich mir nur noch das Masterpassword merken, der Rest steht in der App.
Synchronisiert wird über die Cloud von Office365 zwischen verschiedenen Rechnern und Smartphone.

Das allerwichtigste ist, dass man einfach misstrauisch bleibt und lieber mal eine Mail zuviel löscht, einen Anruf gleich wieder beendet und nur das nötigste im I-Net von sich selbst verbreitet, was nicht immer einfach ist.



Für Firmen ist z.B. diese Fa. aus Berlin richtig gut, um sich selbst und die Mitarbeiter zu schulen. Die haben einige feine Schweinerein zu übungszwecken. Da werden so manchem Freaks (ach passiert mir nie, noch nie einen Virus Wurm gehabt...) die Augen geöffnet
Läuft seit ca. 4 Monaten in der Firma und ja, es gibt/gab viele "klicker", die sind jetzt etwas geerdet worden :b

.
 
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Hallo zusammen,
vielleicht schaue ich einfach zu viel Aktenzeichen XY und Dokus zu dem Thema, aber besser 1x vorgesorgt als Probleme zu bekommen.

Ich höre Geschichten von geklauten Daten mit denen dann Konten eröffnet werden, höre von Leuten die Rechnungen bekommen von Paketen die dann in das Ausland gehen. Natürlich mache ich dann eine Anzeige, aber das ganze kann einen psychisch sehr mitnehmen, vor allem wenn es nie aufhört. Und die Polizei kann dagegen auch nichts machen.

Oder was passiert, wenn meine Daten im Darknet verkauft werden. Sehr schlimme Vorstellungen. :-(

Am Ende haben wir schon oft irgendwo bestellt und das nachhause, teilweise zu oft und wir wissen nicht wo unsere Daten alle landen.

Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber vielleicht gibt es einige von euch die Tipps haben um das Thema mal anzugehen.

Hat jemand ggf. auch eine Cyber-Crime Versicherung? Ich habe eine gefunden die nach Daten im Darknet sucht. Schön, aber was ist, wenn die gefunden wurden? Wie komme ich dran? Wie können die gelöscht werden? Das konnte keiner sagen.

Freue mich über Hinweise und Tipps und wollte das Thema mal anbringen, da ich denke das wird in Zukunft nicht besser werden. ;-)
Lösche all Deine Accounts und verschenke Dein Handy und Laptop.

Gehe ins nächste Auktionshaus und kaufe dort eine große Box voller Bücher.

Mache Dir einen Fencheltee und freue Dich, nun bist Du geschützt und die Welt ist wieder in Ordnung.

PS Brieftauben gibt es im Moment im Angebot
 
Nicht vergessen: sämtliches Geld abheben und nie mehr online kaufen. Warum? Darum (im Video ab Minute 18:45). Übrigens geht das Unternehmen OTTO auch sehr sparsam mit Kundendaten um. Ich hatte mal einen Kärcher über check24 und somit im Endeffekt bei o.g. Unternehmen bestellt. Alles gut. Die nächsten Jahre kamen dann immer und immer wieder Kaufempfehlungen in Form von Prospekten an. Widerspruch zwecklos, es gab nur Vertröstungen. Die Aufforderung, die Adresse aus den Datenbeständen zu löschen und mit der Spammerei aufzuhören, endete damit, dass nunmehr 'An den Haushalt' statt des Familiennamens verwendet wurde. Das haben wir uns drei Prospekte lang angesehen und irgendwann ein etwas energischeres Schreiben aufgesetzt. Die Antwort war im Grunde, dass man ja nicht seine eigenen Adressbestände nutze, sondern die der Post. So läuft das dann einfach. Da wir mit weiteren Maßnahmen gedroht hatten, war man dann immerhin so freundlich der Post mitzuteilen, dass wir den OTTO-Müll nicht mehr haben wollen. Was für eine Frechheit.

Zum Thema Threema (nutze ich auch) und Verschlüsselung hat sich die EU jetzt etwas Neues ausgedacht. Da die Daten ja verschlüsselt versendet werden, kann man böse Buben ja nicht so einfach aushorchen. Deshalb sollen einfach mal alle Personen mit einer clientseitig installierten KI ausgestattet werden, die Eure Texte einfach VOR dem Versenden scannen - bei einer Fehlerquote von nur noch 80%. Das Konstrukt nennt sich Chatkontrolle 2.0. Wieder ein Beispiel, wie man sich Gesetze so hinbiegt, wie es einem in den Kram passt. Es wird immer besser, ich kann diesen ganzen Irrsinn mittlerweile nur noch mit Humor wegstecken und freue mich auf die kommenden Jahre. Im Video ab Minute 25:20.
Also, das nächste Mal, wenn ihr z.B. Business auf dem Klo macht und locker flockig 'nen Text an den Kumpel verfasst, könnte es sein, dass das BKA schon längst die Kamera und das Mikro eingeschaltet hat und die dunklen Vans vor der Tür stehen. Der Staatstrojaner ist ja sicherlich auch ein Begriff, oder?

Elektronisch gespeicherte Daten sind einfach selten sicher, 'auch nicht' bei vor den Behörden. Man kann einfach nur versuchen, so wenig Daten wie möglich zu streuen - vielleicht auch einer der Gründe, warum die DSGVO vorangetrieben wurde, dann passiert vielleicht nicht ganz so viel :roflmao:

Hier noch ein nettes Video, kann man sich auch mal in voller Länge ansehen (es lohnt sich)…

 
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Schade. Hier geht es um ein echt wichtiges Thema, bei dem mit Aufklärung und ein paar Änderungen in den Verhaltensweisen schon sehr viel erreicht werden kann. Wenn man da nichts beizutragen hat, kann man doch einfach mal darauf verzichten, dies in einem Beitrag zu dokumentieren, oder?
 
Wenn Du mich damit meinst, dann solltest Du Dir vielleicht mal die Videos ansehen - und zwar komplett. Darin gibt es ein paar wichtige Hinweise und Tipps, die zu verstehen helfen, wo es Angriffspunkte gibt und wie man seine Daten einigermaßen sicher von A nach B transportiert.
Wenn allerdings einerseits die Sicherheit von Daten gepredigt wird, dann wiederum bewusst Sicherheitslücken nicht behoben werden und/oder neue geschaffen werden, um gezielt zu Überwachen, dann können Angreifer diese Lücken auch nutzen. Das ist ein Widerspruch in sich und damit kann ich es mir auch in einem gewissen Sinne sparen, Threema als sichere Kommunikations-App einzusetzen.

Sieh Dir einfach mal die Videos an, dann sollte einiges klarer werden. Es muss dann jeder selbst entscheiden, welche Suchmaschine genutzt wird, welcher Browser, ob man sein Handy lieber entsorgen sollte und seinen Android-TV gleich auch, ob man Online-Banking betreibt, ob man die Luca-App nutzt, sich Siri, Alexa und Co. anschafft usw usw
Wenn ich dann sehe, über welche Subunternehmen und Server meine Daten on- und offline wandern (Beispiel OTTO und Subfirma Modern Solutions im Video), worauf ich keinen Einfluss habe, deren Verantwortungsbewusstsein im Sinne der DSGVO nicht kenne, nicht weiß ob und wie verantwortungsbewusst Sicherheitslücken gepatcht werden, dann kann ich mir noch so große Mühe geben… da hilft nur noch, alles zu vermeiden, was mit Internet zu tun hat.
Und selbst das hilft noch nicht einmal, denn Ämter, Behörden, Freunde haben Deine Daten auch und diese werden elektronisch gespeichert. Wenn ein Freund Deine Kontaktdaten auf dem Smartphone hat und WhatsApp nutzt, was meinst Du, welche App Zugriff auf das Adressbuch hat?
Selbst Deine mit dem Handy gemachten Fotos speichern Meta-Daten ggf. mit Standortinformationen, verwendetem Handy usw. Welcher Normalanwender soll denn das alles noch durchblicken?

Es ist alles eine Abwägung zwischen Risiko, Bequemlichkeit und Nutzen.


O.k., von mir dann auch ein paar Tipps für den Alltag:
  • Tor-Browser nutzen
  • oder VPN einsetzen
  • wenn man andere Browser nutzen will, dann sollten diese zumindest so eingestellt werden, dass Caching und Cookies auf Sparflamme gehalten werden
  • nach dem Schließen des Browsers, sollte die Historie gelöscht werden (oder grundsätzlich abschalten), Cookies und Daten sollten ebenfalls spätestens dann gelöscht werden
  • Tracking vermeiden: für Firefox / Chrome (Chrome bitte gar nicht einsetzen!) / Microsoft Edge / Opera den Privacy Badger installieren
  • keine Passwörter über den Browser speichern
  • es sollte ein aktueller Router mit aktueller Firmware eingesetzt werden (automatische Updates einschalten oder regelmäßig manuell updaten)
  • Betriebssysteme und Software aktuell halten, Sicherheitspatches installieren
  • Firewall einsetzen (ich nutze z.B. Little Snitch am Mac)
  • generelle Datensparsamkeit einhalten / nur das von sich preisgeben, was der Anbieter wirklich benötigt, um ein Anliegen zu erfüllen/befriedigen
  • Datenkraken meiden: Google (auch keine gmail-E-Mail-Adresse nutzen), facebook, WhatsApp, Instagram und sonstige SocialMedia-Plattformen
  • Alternative Suchmaschinen wie Startpage, Ecosia, Qwant, DuckDuckGo nutzen
  • sollen Daten über ein Webformular eingegeben werden, dann kontrollieren, ob 'https' (nicht 'http') vor dem Domainnamen steht / kontrollieren, ob das SSL-Zertifikat gültig ist
  • skeptisch und aufmerksam sein: Programme, die umsonst sind, werden meist durch das Sammeln von Daten bezahlt
  • dubiose E-Mail bekommen, soll irgendwas verifiziert werden? -> nirgendwo draufklicken, Quelltext der E-Mail ansehen (lassen), Versandweg der Nachricht nachvollziehen, echten Absender herausfinden, Links der Buttons kontrollieren (auf welchen Server gelangt man wirklich, wenn man auf einen Link klickt)
  • Sichtbarkeit der Dateiendungen aktivieren / so kann man vermeiden, dass man durch einen Doppelklick auf ein vermeintliches Bild eine exe-Datei öffnet
  • alles Ungewöhnliche hinterfragen, bevor(!) man irgendwo draufklickt - das bedeutet, dass man bei Zweifeln mittels einer Suchmaschine recherchiert - es gibt keinen Zeitdruck, die Schaltfläche 'ja / nein' wird auch nach der kurzen Recherche noch da sein
  • ungewöhnlicher Dateianhang in der E-Mail, der Absender ist ggf. nicht bekannt? -> nicht öffnen, diesen Anhang kann man z.B. bei Virustotal online scannen lassen
und so weiter und so weiter, das kann man unendlich so weiterführen…


Schade. Hier geht es um ein echt wichtiges Thema, bei dem mit Aufklärung und ein paar Änderungen in den Verhaltensweisen schon sehr viel erreicht werden kann. Wenn man da nichts beizutragen hat, kann man doch einfach mal darauf verzichten, dies in einem Beitrag zu dokumentieren, oder?

Ich hoffe, dieser Beitrag war jetzt etwas mundgerechter und verständlicher. Ich bin der Ansicht, dass eigene Entscheidungen leichter zu fällen sind, wenn man Zusammenhänge versteht, anstatt stumpf Empfehlungen zu folgen. Meist ist man dann zu späterem Zeitpunkt in der Lage, selbstständig Risiken einzuschätzen - ohne jemanden fragen zu müssen. Ein Beispiel für den Verlauf und die Umgehung der DSGVO habe ich am Praxisbeispiel OTTO aufgeführt. Ein echtes Beispiel für Wunschdenken, Rechtslage und Realität in Bezug auf Datensicherheit.

Staatstrojaner und Chatkontrolle 2.0 zeigen auf, wie Datenschutz von Seiten der EU ad absurdum geführt wird. Das bekommt der Normalbürger aber nicht wirklich mit, es wird halt nicht bei Anne Will im einseitigen ÖRR gezeigt. Entweder hast Du Dich damit noch nicht ausgiebig beschäftigt, hast die Brisanz noch nicht erfasst, willst es nicht verstehen oder die rosarote Brille auf.
Dieser essentielle Eingriff betrifft u.a. auch Reporter und Whistelblower - und hier wird es dann langsam echt kritisch mit dem ausgewogenen System! Ehrliche Frage: möchtest Du eine Spyware auf Deinem Handy, die anhand einer fehleranfälligen KI entscheidet, ob Dein Kommunikationsverlauf ans BKA gesendet wird, möchtest Du unter Generalverdacht stehen oder denkst Du, dass Du selbst entscheiden möchtest, welche Software auf Deinem Smartphone läuft?
 
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Gerade bei der Herausgabe der Email-Adresse ist eine eigene Domain hilfreich, denn dort habe ich einen Posteingang so konfiguriert, dass alle Mails an das selbe Postfach gehen.
Ich kann also immer wenn ich meine Mail-Adresse irgendwo angeben muss, im Namensteil den Anbieter unterbringen, der die Adresse bekommt.
So kann man dann schnell sehen, woher die Adresse stammt.
 
Ich höre Geschichten von geklauten Daten mit denen dann Konten eröffnet werden, höre von Leuten die Rechnungen bekommen von Paketen die dann in das Ausland gehen.
Das kann sogar passieren, wenn man gar nichts mit dem Internet zu tun hat.

So hat der Vater meiner Freundin eine Mahnung von Klarna bekommen, weil er einen gekauften Artikel noch nicht bezahlt hatte. Gekauft wurden von jemandem zwei Symfonisk Tischleuchten mit Wifi-Speaker, die bei IKEA per Click & Collect abgeholt wurden. All das kann man einfach online auf den Weg bringen. Und dank Klarna auf Rechnung und mit Angabe von nur wenigen Daten.

Besagter Vater hatte aber nie im Leben das Internet genutzt. Dazu kommt: Gekauft wurde im Oktober. Allerdings ist er schon Anfang dieses Jahres verstorben! Somit war die Beweislage klar.

Nach einem Anruf bei Klarna wurde die Mahnung aufgehoben. Auch die Polizei wurde benachrichtigt.

Die einzigen Daten, auf die der Täter zugreifen konnte, waren der Telefonbucheintrag und eventuell die Todesanzeige.

Bei Klarna ist die Masche übrigens durchaus bekannt:
 
Grundsätzlich lassen sich hier zwei Richtungen ausmachen:
Die ordentlichen Anbieter betreiben einen ziemlichen Aufwand hier mit den Daten inzwischen korrekt umzugehen. Da hat sich die letzten 15 Jahre sehr viel getan dass da die Daten von Kunden wesentlich besser geschützt sind. Im Allgemeinen kann man hier seriösen Quellen vertrauen. Auch das man heutzutage seine Daten zuverlässig löschen lassen kann ist positiv, auch wenn man davon nicht zu viel erwarten sollte. Im Zehn-Jahres-Backup werden die Daten wohl weiterhin drin sein.

Gleichzeitig gibt es inzwischen zahlreiche Kriminelle die entweder gezielt Betrug betreiben oder Daten sammeln um damit Unfug zu treiben. Ist mir auch schon passiert das hier Betrüger von mir Geld kassiert haben und die Ware nie verschickt haben. Geschützt hat mich hier in beiden Fällen der Käuferschutz von PayPal den ich auf eigene Kappe bezahlt habe. Ein Anzeichen für eine betrügerische Absicht gab es nicht so recht, außer dass die Kaufpreisverhandlung eher leicht war - es waren etablierte Benutzerkonten und die PayPal Adressen passten zu den Benutzernamen.
Eine Bezahlung mittels Überweisung ist hier nicht sicherer, eher im Gegenteil. Sowas wie Käuferschutz, der einen das Geld zurück holen kann, gibt es hier nicht.

Generell gilt:
- Einmalige, möglichst lange Passwörter verwenden. Ein Passwortmanager hilft hier ungemein. Jede Webseite / Dienst sollte ein eigenes Passwort haben! Und zwar nichts nach dem Schema PasswortZroaster2021! und PasswortAmazon2020!
Ein gutes Passwort das noch merkbar sein muss erstellt man indem man entweder die Buchstaben Satzzeichen aus einen frei erfundenen Satz nimmt (bitte kein Zitat aus dem Lieblingslied / - buch -/ -gedicht), oder einfach willkührlich Wörter aneinanderreiht:
z.B. Läufst du morgen zum 3. Mal rückwärts nach Mexiko? => Ldmz3.MrünM? ist ein Passwort mit zwölf Zeichen (eigentlich noch ziemlich kurz), das man sich relativ leicht merken kann, aber relativ kryptisch ist. Alternativ einfach irgendeinen schwachsinnigen Satz auf Wörtern bilden und diese benutzen.
- Man muss heutzutage erstmal davon ausgehen dass die anderen Parteien einen schaden wollen.
- Kein seriöser Anbieter fordert auf einmal zur Verifizierung des Benutzerkontos auf einmal irgendwelche Kreditkartendaten oder sowas. Wenn mich ein Shop am Ende des Bestellvorgangs auffordert meine Daten zu bestätigen ist es was anderes als wenn mir der Laden einfach so schreiben würde.
- Auf Links nicht direkt klicken, sondern entweder erst mit der Maus drüber fahren um nach Möglichkeit den den Pfad anzuzeigen. Alternativ mit Rechtsklick und Link kopieren, den Link manuell in einen Browser einfügen und prüfen wohin er führt. Auch wenn der Großteil krypisch sein mag, die Domain sollte immer erkenntlich sein und muss zum Absender/Zweck passen. Im Zweifelsfalle zum Absender über einen anderen Weg Kontakt aufnehmen (Telefon) und die Mail bestätigen lassen.
Hierbei ist insbesonders darauf zu achten das die Domains teils auch ähnlich sein können wie das Orginal (z.B. zroadster.betrug.com statt zroadster.com).
- Wenn man sich unsicher ist ob der Pfad nicht doch stimmen könnte: Einfach auf die Seite des Absenders gehen und nach der entsprechenden Unterseite suchen.
- Die meisten Datenverluste haben eher kleine, tenenziell unzureichend gesicherte Seiten/Systeme. Die erbeuteten Datensätze werden dann gerne mit anderen Kombiniert, bis man einen möglichst unfangreichen Datensatz hat. Hier hilft nur: für jeden Dienst ein eigenes Passwort und im Idealfall (wie von Harald schon angesprochen) eine eigne Mailadresse. Dazu im allgemeinen Datensparsamkeit. Auch mit Daten wie hier im Forum lässt sich was erreichen. Wenn ich hier von meinen vier Spaßautos erzähle, im Uhrenthread meine acht Rolex Sammlerstücke präsentiere und dazu in diversen Postings mehr und mehr meinen Wohnort eingrenze kann auch sowas negatives Interesse wecken. Mit den Namen und den Wohnort lässt sich über das Telefonbuch dann womöglich auch die Adresse rausfinden.
Zumal das Forum offen einsehbar ist. Wenn ich dann auch noch erwähne das ich die kommenden zwei Wochen im Urlaub bin, ist es ja schon fast eine Einladung für Kriminelle.
- Wenn man auf ein Angebot stößt was zu gut um wahr zu sein scheint: Wird es wohl auch nicht wahr sein. Ich weiß nicht wie viele hunderte überragende Angebote ich schon gesehen habe. Entweder kriegt man billigste Fälschungen oder gar nichts.

Für den Fall das man tatsächlich einen Schaden hat, wird einen einen Cyber-Versicherung kaum helfen. Entweder sie kostet so viel dass es sich nicht lohnt, oder die schreiben ihre AGB so dass das nie da greift wo es sich lohnt. Entweder man beschäftigt sich damit wie man sich sicher verhält und minimiert sein Riskio damit, oder man lässt es.
Man braucht


Falls doch mal was passiert:
1. Passwörter ändern. Von der Seite bei von der man sich reinlegen hat lassen (z.B. wenn man auf eine gefälsche Bankseite geganen ist), aber natürlich auch überall wo man eventuell das gleiche Passwort verwendet.
2. Den Fall anzeigen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist das hier viel raus kommt, wird die Situation mit einer hohen Dunkelziffer bestimmt nicht besser.
3. Den Fall auch an die Seite über die z.B. der Betrug stattfand melden damit das Konto des Verursachers gesperrt wird.

Hier noch eine gute Erklärung wieso ein langes Passwort besser ist als ein kryptisches.
password_strength.png

Link zur Quelle: Password Strength
 
Ich hatte vor etlichen Jahren in einem US-Shop Merchandising-Artikel einer Band bestellt. Der Shop sah damals schon irgendwie nicht so ganz professionell aus. Mit Paypal konnte man damals noch nicht zahlen, zumindest dort noch nicht. Es ging nur per Kreditkarte. Also kramte ich diese heraus und gab die Daten munter in das Formular ein. Da es der offizielle Merch-Shop einer sehr bekannten Band war, habe ich mir keinen Kopf gemacht. Nach einigen Wochen kam die Ware auch an. 😀

Ein paar Wochen später kam dann auch die Buchungsauflistung der Kreditkartenfirma per Post. Komisch, eine Kinokarte wurde in Düsseldorf gekauft und ein paar Tage später wurde ein Flug nach Ägypten mit meinen Kreditkartendaten bezahlt. Das Geld habe ich am Ende erstattet bekommen. Aber als ich das gelesen hatte, fiel die Kinnlade eine Etage tiefer. 😲

Das erste war ein Testkauf und den Flug hat sich die Person dann wohl selbst gegönnt. Nicht schlecht und Hut ab!

Wie konnte das passieren? Ich habe mit den Shop dann genauer angesehen und siehe da: die Daten wurden unverschlüsselt versendet. Also kein SSL-Zertifikat (nur 'http://' statt notwendigerweise 'https://'). Das war 'damals' noch nicht en vogue.

Ich weiß nicht, ob es allseits bekannt ist, aber für Unwissende erkläre ich es einfach mal:
Sobald man eine Website aufruft oder seine Daten über ein Formular versendet, gelangen diese elektronischen Informationen über diverse Server von Eurem Rechner zum Zielserver. Macht mal ein Terminal auf und gebt dort 'traceroute zroadster.com' ein, dann sieht man genau, über welche Server/Geräte die Daten laufen. In meinem Fall sind es schon mal 11 Server/Geräte - das erste Gerät ist mein Router. Jedes dieser Geräte kann Schwachstellen haben und wäre damit angreifbar. Wenn ein Gerät kompromittiert wäre (veraltete Software, fehlende Sicherheitspatches, offene Ports usw), könnten Daten von Dritten mitgelesen werden. Sofern die Daten verschlüsselt übertragen werden, kann ein Dritter damit nicht viel anfangen, denn nur der Zielserver kann diese entschlüsseln.

Im oben beschriebenen Fall gehe ich davon aus, dass meine Daten einfach auf einem Server innerhalb der BRD abgegriffen wurden (der Flug erfolgte von einem deutschen Flughafen). Sie wurden in Klartext übermittelt und es war scheinbar kein großes Problem.

Wenn aber nun die Daten verschlüsselt übermittelt werden, dann kann doch nichts mehr passieren, oder?
Mmmh, auf dem Weg zum Zielserver sollte davon auszugehen sein. Auf dem Zielserver, welcher die Website ausliefert, werden die ankommenden Daten entschlüsselt und in die Datenbank geschrieben. Vor nicht allzu langer Zeit wurden die Daten aber noch unverschlüsselt in die Datenbank geschrieben. Sollte nun der Zielserver kompromittiert sein, könnte ein Angreifer diese unverschlüsselten Daten ganz einfach aus dieser Datenbank auslesen oder gar mittels veralteter Techniken verschlüsselte Passwörter dekodieren (wie in diesem Beispiel).
Das kann vorkommen, wenn der Anbieter völlig veraltete Shopsysteme verwendet, um z.B. die Updatekosten zur aktuellen PHP-Version sparen zu können. Leider sieht man dies als Kunde nicht direkt. Es nützt dann auch ein tolles SSL-Zertifikat nichts. Hier muss man allerdings sagen, dass die DSGVO hier glücklicherweise einen Riegel vorgeschoben hat.

Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass man als Nutzer niemals sicher sein kann, dass die eigenen Daten am Ende nicht doch ausgespäht werden können, obwohl man sich selbst die größte Mühe gegeben und auf einen verschlüsselten Versand geachtet hat.

  • Im Falle von unbekannten Shops sollte man generell mal die Suchmaschine seines Herzens bemühen und nach z.B. 'Shopname Erfahrungen' suchen.
  • Als Zahlungsmethode sollte bei Shops Paypal mittlerweile zum Standard gehören - wird dies nicht angeboten und es ist nur Vorkasse, Kreditkarte vorhanden, kann es sein, dass hier etwas faul ist.
  • Hat ein Shop dann kein Impressum, Datenschutzerklärung mit Ansprechpartnern oder ist generell keine Adresse und/oder Telefonnummer zu finden: Finger weg.
  • Sollte es einem windig erscheinen und es wird eine Telefonnummer angezeigt, sollte man vorher vielleicht besser mal zum Telefonhörer greifen.
  • Findet man endlich einen Shop, der das geliebte und ansonsten ausverkaufte Kleidungsstück noch hat und dazu sogar noch in allen Größen, dann sollten spätestens hier die Alarmglocken läuten.
  • Wenn man einen Shop findet, der irgendwie alles in sämtlichen Varianten anbietet, lohnt es sich, nochmals einen genauen Blick auf die URL (Domainname) zu werfen. Ich habe schon diverse Fakeshops entdeckt, die dann unter 'www.feuerwehr-#ortsname-xyz#.de/shop/' o.ä. installiert wurden.
    Netterweise sollte man die Feuerwehr (oder wo auch immer das im Webspace hinterlegt wurde) dann auch mal auf den gehackten Webspace hinweisen.
    Das war nur ein Beispiel, natürlich werden nicht nur die Webspaces von kleinen Ortsfeuerwehren gehackt. Also, unbedingt immer einen Blick auf die URL haben, wenn persönliche Daten eingegeben werden sollen!!!
 
Zuletzt bearbeitet:
Das muss anders heißen

Links in ALLEN Mails klicke ich nicht an.
Und wenn man mit der Maus auf den Link fährt OHNE zu klicken, dann wird meistens der gesamte, meist versteckte echte Link dargestellt. Auch schon mal ne gute Quelle um zu sehen, ob das wirklich vom Handyanbieter kommt oder nicht

Ich nutzte für jedes Onlinekonto, Mailkonto usw. ein anders Passwort/Benutzernamen.
Um die die Kennwörter merken zu können, verwende ich die App KeePass (Erklärung hier: Keepass Passwort Manager - open source und trotzem sicher? (ht4u.net))
Dadurch muss ich mir nur noch das Masterpassword merken, der Rest steht in der App.
Synchronisiert wird über die Cloud von Office365 zwischen verschiedenen Rechnern und Smartphone.

Das allerwichtigste ist, dass man einfach misstrauisch bleibt und lieber mal eine Mail zuviel löscht, einen Anruf gleich wieder beendet und nur das nötigste im I-Net von sich selbst verbreitet, was nicht immer einfach ist.



Für Firmen ist z.B. diese Fa. aus Berlin richtig gut, um sich selbst und die Mitarbeiter zu schulen. Die haben einige feine Schweinerein zu übungszwecken. Da werden so manchem Freaks (ach passiert mir nie, noch nie einen Virus Wurm gehabt...) die Augen geöffnet
Läuft seit ca. 4 Monaten in der Firma und ja, es gibt/gab viele "klicker", die sind jetzt etwas geerdet worden :b

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kevin mitnick hat das doch schon in den 80ern gemacht, jetzt wird das unter coolerem namen fortgesetzt ;)
 
[...] Ich weiß nicht, ob es allseits bekannt ist, aber für Unwissende erkläre ich es einfach mal: [...]
Danke!
Hier gehören vermutlich nicht alle zu den total Unwissenden, aber so tief drin wie offenbar Du steckt auch bei weitem nicht jeder - ich zumindest nicht. Und da bringt so eine "Erläuterung für Unwissende" hier und da doch interessante Neuigkeiten. -

Ich habe es mal ausprobiert: Bei mir bringt traceroute (ich musste tracert.exe eingeben) 8 Stationen: Die erste ist mein Router, die letzte der zroadster-Server, die Positionen 2 bis 4 gehören meinem Provider (der weniger in Versuchung ist, weil ich monatlich bezahle [auch eine Sicherheitsmaßnahme]), dazwischen bleiben drei Positionen, die ich nicht kenne. Das ist zwar nicht viel, im Zweifel reicht es aber natürlich.

Übrigens ist der etwas unrunde Einstieg in die Diskussion hier wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass Du in Deinem ersten Beitrag wohl ganz am Anfang etwas zu burschikos eingestiegen bist. Da ist dann die Klappe in die falsche Richtung aufgeschlagen und der später beschriebene Eindruck entstanden. Zum Glück ist dieser Eindruck inzwischen völlig verschwunden durch Deine umfangreichen, interessanten und qualifizierten Beiträge in diesem Thema.

Eine Sicherheitsmaßnahme möchte ich noch am Rande anekdotenhaft erwähnen, die leider nicht allein und auch nicht überall wirkt: Ein älterer Freund von mir (>80 Jahre) versteht wenig vom Computer - und leugnet das auch überhaupt nicht. Hin und wieder helfe ich ihm da ein Stückchen weiter. Der hat aber ein sehr sensibles Gefühl, ob eine Mail, die er bekommt, koscher ist oder eher nicht. Im letzteren Fall geht mein Telefon, dann schauen wir gemeinsam (mit Teamviewer) auf seine Mail, und meist führt dann der darin vorhandene Link (besichtigt, nicht geklickt) dazu, dass ich die Mail sofort ausmustere. - Bisher ist ihm auf diese Weise noch nichts Ernsthaftes passiert.

Generell also auch vielen Dank den verschiedenen Autoren in diesem Thema für die überwiegend interessanten, erhellenden und bestärkenden Beiträge!
 
Übrigens ist der etwas unrunde Einstieg in die Diskussion hier wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass Du in Deinem ersten Beitrag wohl ganz am Anfang etwas zu burschikos eingestiegen bist. Da ist dann die Klappe in die falsche Richtung aufgeschlagen und der später beschriebene Eindruck entstanden. Zum Glück ist dieser Eindruck inzwischen völlig verschwunden durch Deine umfangreichen, interessanten und qualifizierten Beiträge in diesem Thema.

Ja, da muss ich Dir Recht geben und ich bitte dafür auch ausdrücklich bei @mellowman um Entschuldigung. Das war (im zweiten Beitrag) sicherlich zu direkt, harsch, unfair von mir!

Bei manchen Entscheidungen unserer Regierenden kann ich aber nur noch resigniert mit dem Kopf schütteln und dann gehen die Pferde mit mir durch 🦓🦓🦓💥
Politikthemen sind hier nicht gerne gesehen und deshalb werde ich es allgemein beschreiben: In manchen Themen stecke ich etwas tiefer drin. Wenn ich dann sehe, was der Bevölkerung (nicht) erzählt wird und was dann hinter den Kulissen still und heimlich beschlossen wird (nur in diesem speziellen Fall: staatliche Schnüffelsoftware auf dem Smartphone oder Rechner), fällt mir wirklich oft die Kinnlade herunter. Entscheidungen erfolgen komplett abseits jedweder Expertenmeinungen (und mit Experten meine ich Fachkundige, die im jeweiligen Gebiet richtig gut Bescheid wissen, evtl. sogar ein Studium im Fachbereich (! YEAH !) oder erfolgreiche Jobexpertisen in dem betreffenden Bereich vorzuweisen haben - und nicht Minister, die max. Politikwissenschaft studiert haben)… ach egal, lassen wir das.
Wer so einige Beiträge zu diesen Themen von mir gelesen hat, weiß dass ich hier teilweise überreagiere. Das ist wirklich niemals persönlich gemeint, o.k.? Es geht mir insgeheim darum, dass Gerechtigkeit herrscht. Dazu zählt auch eine ausgewogene (!) Berichterstattung, die ich oftmals vermisse.

Banane: 🍌


BTT: Tja, weiß auch nicht… tracert.exe vs. traceroute ist ja so ein Ding zwischen Linux und Windows. Da ich auf dem Mac und unter Linux unterwegs bin, hatte ich nur traceroute auf dem Plan, sorry, guter Tipp von Dir.



Ich finde diesen Thread auch total spannend, da mich das Thema Sicherheit im Netz auch wahnsinnig interessiert - ich bin in der Hinsicht keineswegs Profi.

Mich würde das Thema alternative Betriebssysteme für das Smartphone interessieren. Hat schon jemand mit Systemen experimentiert, die auch gängige Android-Apps akzeptieren? Ich brauche diesen ganzen Firlefanz auf dem Handy nicht - eigentlich habe ich nur 10 Programme, die ich wirklich nutze. Google-Bloatware brauche ich nicht wirklich...

Ich will den Thread nicht umlenken - ursprünglich ging es um die Frage der Sicherheit. Die Sicherheit hat allerdings auch mit der Anzahl der Angriffspunkte zu tun und diese korrelieren im negativen Sinne mit zunehmender Anzahl aktiver Programme.
 
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SMS-Phishing hat in den vergangenen Monaten auch hierzulande massiv zugenommen. Vermutlich habt ihr selbst bereits die Erfahrung gemacht. Einem aktuellen Bericht zufolge hat die Bundesnetzagentur in diesem Jahr bereits mehr als 35.000 Beschwerden über Textnachrichten erhalten, die angeblich von Versandunternehmen oder dergleichen stammen und die Verbraucher mittels gefälschter Links zur Preisgabe von persönlichen Daten oder Kreditkarteninformationen bringen sollen.

Während dergleichen für versierte Nutzer meist leicht durchschaubar ist, tut ihr gut daran, in der Familie oder im Freundeskreis Aufklärungsarbeit zu leisten. Es gibt genug Personengruppen, die beim Erhalt solcher Nachrichten zumindest verunsichert sind und sich über Unterstützung freuen.

//Madcon
 
Spannendes Thema.

Ich kann an dieser Stelle eine Warnung an alle Nutzer von EBay Kleinanzeigen aussprechen.

Der Kleinanzeigen Markt ist mittlerweile ein Tummelplatz von skrupellosen Betrügern geworden. Ich selbst habe Kleinanzeigen sehr gerne benutzt und sehr viele Käufe und auch Verkäufe dort getätigt.

VORSICHT!

Die Betrüger kaufen die Identitäten/Nutzerkonten im Darknet.
Hierzu gehört häufig, damit es auch sehr glaubhaft klingt, nicht nur das zugehörige Paypal Konto, sondern auch noch der Personalausweis!

Deshalb mein erster Rat, nur mit Paypal Käuferschutz bezahlen. Paypal scheuen die Betrüge wie der Teufel das Weihwasser.

Erster Hinweis ist der absolute Schnäppchenpreis, der angebotenen Ware.
Häufig werden hier hochpreisige Artikel sehr günstig angeboten. Schaut man in die weiteren Anzeigen des Nutzers, stehen dort noch weitere teure Artikel.

Und klar, eine Abholung ist meist aus irgendwelchen dubiosen Gründen nicht möglich, wie Corona Quarantäne oder Ähnliches.

Selbst das Zahlsystem OPP in Kleinanzeigen ist gefährlich, was diese Betrüger häufig als sichere Alternative anbieten. Wird dieser Weg eingeleitet, erhält man die Frage nach der MobilfunkNummer. Und schon könnt ihr sicher sein, das ist ein Betrüger!

Denn es wird eine SMS versendet, die das Zahlsystem von Kleinanzeigen vorgaukelt und ihr über Kreditkarte bezahlen sollt. FINGER weg!

Meiner Erfahrung nach ist die Gefahr in fast allen Rubriken riesig!
Lasst euch nicht verleiten, selbst wenn Paypal für Freunde und Familie angeboten wird und sogar der Personalausweis fotografiert wird und sogar die Paypal Adresse namentlich mit dem Nutzer übereinstimmt.

Der Wunsch ein absolutes Schnäppchen zu machen, wird hier nicht funktionieren.
Meist dauert es einige Stunden, bis die Anzeigen von EBay Kleinanzeigen wieder gelöscht werden, aber nur kurze Zeit später taucht der gleiche Artikel, also die gleichen Bilder, in einer anderen Anzeige/Nutzer wieder auf. Hat man schon eine Nachricht zu dem mutmaßlichen Betrüger abgesendet, erhält man eine Warnmeldung von Kleinanzeigen über die betrügerischen Aktivitäten des Nutzers.

Vertraut besser auf euren gesunden Menschenverstand, dass die Ware einfach SO günstig nicht zu kaufen ist.

Für mich auch sehr bedenklich ist, dass so viele Fake Shops über einen längeren Zeitraum existieren dürfen. Diese Shops erkennt ihr auch häufig sofort am günstigsten Preis und na klar, KEIN Paypal!

Deshalb googlet erstmal nach dem Shopnamen. Es gibt Listen von diesen Fakeshops, die schon bekannt sind. Warum die nicht rasch wieder geschlossen werden, ist für mich unverständlich.

Ich will hier keine Werbung für Paypal machen!
Aber meine langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass ich meine Kohle immer zurück bekommen habe von Paypal, wenn etwas faul war.

Paypal zahlt das Geld nicht mehr sofort an den Verkäufer aus, sondern behält es solange ein, bis der Käufer den ordnungsgemäßen Erhalt quittiert hat.

Bei EBay wird dies auch so gehandhabt.

Natürlich könnt ihr auch selbst als Verkäufer in die Falle tappen!
Auch mit Paypal und Käuferschutz. Erster Schutz, nur an die in Paypal verwendete Adresse versenden.
 
... ich bitte dafür auch ausdrücklich bei @mellowman um Entschuldigung.
Das musst Du nicht. Ich bin zwar in Teilen mit Deinem Post nicht 100% einverstanden, z.B. weil die "Chatkontrolle 2.0" bis anhin ein ungelegtes Ei ist. Du hast Dich dennoch immerhin um Fakten bemüht, alles easy. Wir müssen ja nicht einer Meinung sein und ich bin auch nicht die Forumspolizei. Direkt bezogen habe ich mich eher auf den Post vor Deinem...
 
Für mich auch sehr bedenklich ist, dass so viele Fake Shops über einen längeren Zeitraum existieren dürfen.

Es könnte daran liegen, dass es längere Zeit dauert, bis der Betrogene merkt, einem Fakeshop auf den Leim gegangen zu sein. Selbst wenn es kurz nach dem Bezahlvorgang auffällt, wird der Betrogene vielleicht maximal die Polizei aufsuchen und Anzeige erstatten. Dann fangen die Mühle an zu mahlen und nach Wochen oder Monaten kommt ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. In diesem Prozedere wird vermutlich auch der Hoster ermittelt und informiert. Dann sollte die Domain zumindest gesperrt sein…

Um die Mitmenschen allerdings schnell vor Schaden zu bewahren, könnte man versuchen, selbst den Hoster ausfindigt zu machen und zu informieren. Ein seriöser und bereits informierter Hoster sollte allein aus rechtlicher Sicht ein großes Interesse daran haben, seine Server zügig von kriminellen Applikationen zu befreien bzw. deren Nutzung zu verhindern. Es mag sein, dass es in anderen Ländern schwarze Schafe gibt.

Wenn ich Phishing-Seiten oder Fakeshops entdecke, versuche ich bei gehackten Homepages die Seitenbetreiber und auch den Hoster zu informieren.

01. Man kann anhand des Domainnamens über eine Resolve-Abfrage an die IP des ausliefernden Servers gelangen, z.B. hier Resolve Address (Bitte beachten, eine Subdomain kann auf einen ganz anderen Zielserer geleitet werden.)

02. Mit der erhaltenen IP-Adresse kann man nun einen IP WHOIS Lookup durchführen und erhält Informationen über den Hoster, z.B. mit diesem Tool IP WHOIS Lookup

03. Normalerweise sollte hier eine abuse-E-Mail-Adresse zu finden sein (so etwas in dieser Art: 'abuse@domainnname.tld'). An diese Adresse sendet man eine Nachricht mit Hinweis auf den Missbrauch der Domain.



@mellowman
Vielen Dank, da bin aber wirklich froh :thumbsup: Nene, das kam von mir schon irgendwie auch ein bisschen schräg rüber und es hätte mich nicht gewundert, wenn Du mir das krumm genommen hättest.
 
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Dynamit-Phishing

Emotets Spezialität waren besonders gut gemachte Phishing-Mails – das sogenannte Dynamit-Phishing. Dabei erhalten die ausgewählten Ziele personalisierte E-Mails, die scheinbar von Kollegen oder Geschäftspartnern stammen und sogar frühere E-Mails des Empfängers zitieren. Ziel ist es, den oder die Empfänger:in zum Öffnen der angehängten Office-Datei zu verleiten.

//Madcon
 

Attacke kostet Autozulieferer 13,5 Millionen Euro - pro Tag

Der letzte prominente Fall eines Hackerangriffs auf die Autobranche, die derzeit wegen fehlender Chips sowieso unter Lieferengpässen leidet, ist noch nicht lange her: Am 24. Oktober 2021 stellte der auf Heizungen, Klimaanlagen und Abgassysteme spezialisierte Zulieferer Eberspächer aus dem Baden-Württembergischen Esslingen fest, dass große Teile seiner IT lahmgelegt waren. Mit Hilfe einer Ransomware hatten die Täter weltweit Server angegriffen und einen Teil der Daten verschlüsselt. Um eine mögliche Ausbreitung des Angriffs sowohl innerhalb des Unternehmens als auch nach außen zu verhindern, schaltete Eberspächer sämtliche Netzwerke und Server ab und erstatte Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seither wegen Verdachts der Computer-Sabotage und der versuchten Erpressung. Vier Wochen dauerte es, bis Eberspächer seine IT Schritt für Schritt wieder in Betrieb nehmen konnte.

Der Angriff führte zu einer Fülle von Problemen: Die Versorgung der deutschen Automobilhersteller mit den Teilen von Eberspächer war gefährdet. Branchenexperten wie Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach bei Köln, sprach vom „nächsten Tiefschlag für eine Branche, die jetzt schon unter Chip- und Rohstoffmangel bei wichtigen Bauteilen ächzt.“ Für Autokäufer bedeute das zusätzliche Wartezeiten von bis zu einem Jahr.
 
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