Schweizer Nationalbank gibt Euro- Mindestkurs auf

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6 Juni 2011
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Die Schweizer Nationalbank SNB hat den bestehenden Mindestkurs des Franken gegenüber dem Euro von 1.20 aufgegeben.

Zeitweise stürzte der Euro gegenüber dem Franken auf 1:1.

Was den Schweizer Konsumenten vordergründig freut, steigt doch seine Kaufkraft im Euroraum und purzeln womöglich die Konsumgüterpreise in der Schweiz selber, ist für die exportorientierten schweizerischen Unternehmen und den Tourismus eine mittlere Katastrophe.

Urlaub in der Schweiz wird noch teurer.

Von einer Erholung des Euros ist mittelfristig nicht auszugehen, eher einer Konsolidierung der Deflation.

Bin gespannt, wo sich die neuen Kurse in den nächsten Tagen einpendeln.
 
Beim derzeitigen Euro-/Dollarkurs verständlich, die Stützung kostet Geld! Also nicht, dass die Schweizer Regierung kein Geld hätte :w
Export in den Euroraum wird teurer, nicht aber in den Dollarraum. Für Euro-orientierte Touristen wird es teurer in der Schweiz, nicht für Dollar-orientierte (USA, Kanada, Japan, ... )
MfG Gerhard
 
Gestern gab`s ja die Stellungnahme des EuGH-Generalanwalts zum Kauf von Staatsanleihen durch die EZB:

http://wirtschaftsblatt.at/home/boe...-Geld-drucken_EZB-erringt-in-EuroRettungskurs

Da hat die SNB wohl die Reißleine gezogen.

Gold und Silber: Strong Buy! :D
Kann man so sagen.

Dazu ein Kommentar, der die Verhältnisse zu Euro und Dollar aufzeigt:

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ein-ende-mit-schrecken-1.18461778

Die Schweizer Wirtschaft ist geschockt, Uhren-Hayek spricht sogar von einem Tsunami.
Für den Tourismus ist es mitten in der Wintersaison auch bitter.

Eine verständliche Uebersicht aus dem "Blick":

Warum die Aufregung?
Der Wegfall des Euro-Mindestkurses kommt völlig überraschend. Noch am Morgen rechneten führende Ökonomen damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) lange an ihrer Politik festhalten wird. Nationalbank-Präsident Thomas Jordan: «Sie können eine solche Politik nur überraschend ändern.»

Wird Shoppen jetzt günstiger?
Ja. Weil der Franken jetzt stärker geworden ist, lohnt sich das Einkaufen im Ausland jetzt noch mehr. Auch im Inland könnten Importprodukte bald billiger werden.

Was wird sonst noch günstiger?
Auslandreisen - vor allem nach Europa und Amerika - kosten mit dem Wegfall des Mindestkurses weniger.

Wer profitiert sonst noch davon?
Zum Beispiel Rohstoffimporteure wie Ölhändler. Der Franken hat sich nicht nur gegenüber dem Euro aufgewertet, sondern auch gegenüber dem Dollar. Weil Rohstoffe in der amerikanischen Leitwährung gehandelt werden, werden sie nun auch billiger. Im Klartext heisst das: Bezin und Heizöl müssten, bleiben die Kurse so, billiger werden.

Warum stürzt die Schweizer Börse ab?
Die Schweiz exportiert viel. Weil Produkte, die in der Schweiz hergestellt werden, im Ausland jetzt massiv teurer werden, rechnen die Investoren mit Verlusten. Einige Titel verloren dramatisch an Wert, etwa die Aktie der Swatch-Group. Konzernchef Nick Hayek kommentiert gegenüber Blick.ch: «Da fehlen einem die Worte.»

Sind die Arbeitnehmer betroffen?
Indirekt. Die hohen Löhne in der Schweiz sind ein Kostentreiber. Sie kommen jetzt unter Druck. Längerfristig könnte es zu Entlassungen kommen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund schreibt in einem Communiqué: «Massive Gefahr für Löhne und Arbeitsplätze.»

Was bedeutet das alles für den Tourismus?
Für die Tourismusindustrie ist diese Nachricht mitten in der Wintersaison ein Desaster. Die Hochpreisinsel Schweiz wird jetzt für Ausländer noch teurer. «Der Entscheid trifft den Tourismus wohl am intensivsten», twittert Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid.

Wie viel Geld verliert eigentlich die Nationalbank?
Die Nationalbank hat heute rund 175 Millarden Euro und 142 Milliarden Dollar in ihren Büchern. Wir der Euro weniger wert, verliert die SNB Geld. Beim Euro sind es bei 5 Rappen 10 Milliarden, beim Dollar 5 Milliarden.

Gleichzeitig wird der Negativ-Leitzins um ein halbes Prozent auf -0,75 erhöht. Warum?
Die Nationalbank will das Horten von Schweizer Franken noch unattraktiver machen.

Was sind Negativzinsen?
Die SNB belastet den Banken für Gelder, die sie bei ihr deponieren, mit einer Gebühr.

Muss ich für mein Geld bei der Bank bald bezahlen, statt Zinsen zu bekommen?
Nein, das sagt zumindest Nationalbank-Präsident Jordan. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Banken für Kleinsparer Negativzinsen einführen wird.» Einige Banken wie etwa die Zürcher Kantonalbank haben in ihren Geschäftsbedingungen aber eine Passus enthalten, der es ihnen erlaubt, bei «speziellen Marktverhältnissen» Negativzinsen einzuführen.

Wird sich der Euro-Franken-Kurs erholen?
Die Nationalbank glaubt, dass die Märkte jetzt überreagieren. Der Euro-Franken-Kurs werde sich wieder einpendeln. Ökonom Klaus Wellershof erklärt: «Jetzt macht wieder der Markt den Kurs. Wir müssen damit rechnen, dass der Franken stärker sein wird als vor der Aufhebung.»

Wie gehts jetzt weiter?
Das kommt darauf an, wie sich die Schweiz vom Schock erholt. Einige Beobachter rechnen mit einer Rezession. Andere sind Optimistischer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zeitweise stürzte der Euro gegenüber dem Franken auf 1:1.

Eigentlich umgekehrt? Der Euro blieb stabil und der Franken stieg oder nicht? Der Franken wird doch viel zu hoch bewertet?!

Wird Shoppen jetzt günstiger?
Ja. Weil der Franken jetzt stärker geworden ist, lohnt sich das Einkaufen im Ausland jetzt noch mehr. Auch im Inland könnten Importprodukte bald billiger werden.

Was wird sonst noch günstiger?
Auslandreisen - vor allem nach Europa und Amerika - kosten mit dem Wegfall des Mindestkurses weniger.

Tja, viele Schweizer haben ein Euro Konto, da hat man nichts davon. :whistle:
 
Eigentlich umgekehrt? Der Euro blieb stabil und der Franken stieg oder nicht? Der Franken wird doch viel zu hoch bewertet?!



Tja, viele Schweizer haben ein Euro Konto, da hat man nichts davon. :whistle:
Der Euro verlor gegenüber dem Franken deutlich an Wert. Kommt auf den Referenzpunkt an.

Ein Eurokonto in Deutschland macht Sinn. Das füttert man mit Franken und zahlt damit deutsche Rechnungen.

Ich schätze, dass sich Euro zu CHF bei ungefähr bei 1:1.1 bis 1:1.15 einpendeln wird, zumindest mittelfristig.
 
Ein Eurokonto in Deutschland macht Sinn. Das füttert man mit Franken und zahlt damit deutsche Rechnungen.
Ja so mach ich das schon lange, ist sehr komfortabel. Es ist erstaunlich wie es in der "kurzen" Zeit bergab ging. Weis noch gut wo ich mit 1.64 gewechselt habe. :X
 
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