Ursache für Scheidungen?

  • Ersteller Ersteller Andreazzz
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Die Herausforderung liegt freilich in dieser ehrlichen und objektiven Selbstanalyse, die ja - will man der herrschenden Lehre in der Psychologie folgen - ihre Grenzen hat, wenn man sie selbst durchführt.
Klar stimme ich deinen Ausführungen zu. Nur wie ist der Fall gelagert, wenn das Umfeld und die beiden Betroffenen das so sehen? Das sollte dann doch objektiv genug sein. Im Übrigen soll es auch Männer geben, die zuerst die Schuld bei sich suchen.
 
... Nur wie ist der Fall gelagert, wenn das Umfeld und die beiden Betroffenen das so sehen? Das sollte dann doch objektiv genug sein. ...

Es ist m. E. ein ganz erheblicher Fehler, wenn man in Beziehungs- und Ehefragen auf die Meinung des "Umfeldes" vertraut. Eine Partnerschaft ist etwas derart Vertrauliches, dass hinzugezogene Außenstehende nur sehr schwer bis gar nicht eine verlässliche Einschätzung abgeben können. Nicht umsonst dauern "psychologische" Analysen - womit ich alle bekannten Vorgehensweisen, einschließlich der Psychotherapie und - analyse unter einem Begriff zusammenfasse - zumeist sehr lange. Das "Umfeld" dagegen bekommt ein paar - meist subjektiv verklärte - punktuelle Informationen und gibt dann in bester Absicht seinen "Senf" dazu. Das ist m. E. in den allermeisten Fällen herzlich sinnlos - auch weil die angesprochenen Personen meist nicht vollständig neutral sind.

Vergessen wir also bitte das "Umfeld". Wenn dagegen das Paar selbst und übereinstimmend der Auffassung ist, dass Ursache und Schuld vollständig bei einer Person liegen, kann - und darf - man das wohl kaum noch ernstlich in Zweifel ziehen.

Ich bleibe gleichwohl bei der Auffassung, dass die Ursache für ein Scheitern in 99,99% aller Fälle bei beiden Partnern zu finden ist. Die wesentliche Aussage der "Es gehören immer zwei dazu"-These ist für mich der Umstand, dass viel zu oft Ursache und/oder Schuld allein bei dem anderen Partner gesucht werden.
 
ok, ich gebe auf. Es können eben doch nur (im konkreten Fall) die Beteiligten mitreden.
 
... Es können eben doch nur (im konkreten Fall) die Beteiligten mitreden.

Maßgebliche Conclusio ist eigentlich eher der Umstand, dass auch und insbesondere die Beteiligten häufig nicht willens oder in der Lage sind, die Situation ehrlich, objektiv und fair zu analysieren - was dann wiederum zu der geradezu typischen Diskussion um den "Es gehören immer zwei dazu"-Grundsatz führt.
 
Er muss sich "nur" ehrlich und objektiv fragen, ob er in all' den Ehe-/Beziehungsjahren wirklich immer und ausnahmslos alles richtig und optimal gemacht hat.
Geht eh nicht!
Das ist genau wie mit der Kindererziehung,je mehr man versucht alles "richtig" zu machen desto mehr geht's in die Hose.;)
 
Karatekid hatte allerdings auch nie so einen brummigen und nichtaufgebenwollenden Gegner :13whipz: :d
 
Maßgebliche Conclusio ist eigentlich eher der Umstand, dass auch und insbesondere die Beteiligten häufig nicht willens oder in der Lage sind, die Situation ehrlich, objektiv und fair zu analysieren - was dann wiederum zu der geradezu typischen Diskussion um den "Es gehören immer zwei dazu"-Grundsatz führt.
Es ist doch gut. Ich habe doch bereits aufgegeben. Mein Standpunkt und die dem zugrunde liegenden Fakten werden sich jedoch nicht ändern. ;)

Karatekid hatte allerdings auch nie so einen brummigen und nichtaufgebenwollenden Gegner :13whipz: :d
Ich habe vor allen nicht mehr den Willen, gegen landläufige, pauschale Vorurteile anzudiskutieren. Vor einigen Jahren hätte ich einige Dinge, nicht nur dieses Thema betreffend, auch nicht geglaubt bzw. entsprechend "das gibt es nicht" abgetan. Seit ich diese selbst erlebt habe, gehe ich solche Aussagen sehr vorsichtig an. Genau aus diesem Grund verstehe ich auch das Leute, die dieses noch nicht erlebt haben, anders argumentieren.
 
In diesem Workaholic-Beispiel kommt es in meinen Augen aber erheblich drauf an, unter welchen Umständen Mann und Frau sich kennengelernt haben. Wurde der Mann schon als Workaholic kennengelernt und wurde vielleicht sogar genau über diese Sache gesprochen und der Mann hat angedeutet, dass die Karriere sein Leben ist und er diese auf keinen Fall aufgeben wird, wäre es in meinen Augen unfair, selbst einen kleinen Teil der Schuld dem Mann zu geben.

Aber ein viel eindeutigeres Beispiel ist in meinen Augen ein nicht weniger häufiger Scheidungsgrund: Fremdgehen. Hier kann man oftmals sehr eindeutig von einer einseitigen Schuld sprechen.

Natürlich kann man in Fällen, wo komplette Sexverweigerung eines Partners über lange Zeit hinweg vorkommt über eine Verteilung der Schuld sprechen, aber es gibt wohl sicherlich häufig die Fälle, wo einem der Partner plötzlich trotz erfülltem Eheleben die Instinkte durchgehen. Da wäre es in meinen Augen ebenfalls unfair, dem anderen Partner eine Teilschuld anzuhängen.

Und meiner Einschätzung nach sind solche Fälle nicht nur in 0,01% aller Scheidungen die Ursache.
 
Aber ein viel eindeutigeres Beispiel ist in meinen Augen ein nicht weniger häufiger Scheidungsgrund: Fremdgehen. Hier kann man oftmals sehr eindeutig von eienr einseitigen Schuld sprechen.

Wenn er fremdgeht weil sie keinen oder nur sehr wenig S** mehr will (oder umgekehrt falls es das geben sollte &:) ist das doch eher "Notwehr", oder :b...
 
... Vor einigen Jahren hätte ich einige Dinge, nicht nur dieses Thema betreffend, auch nicht geglaubt bzw. entsprechend "das gibt es nicht" abgetan. Seit ich diese selbst erlebt habe, gehe ich solche Aussagen sehr vorsichtig an. Genau aus diesem Grund verstehe ich auch das Leute, die dieses noch nicht erlebt haben, anders argumentieren.

Entschuldige bitte, dass ich mich wiederhole: Du bist mit Sicherheit nicht der Einzige hier, der eine oder mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich hat. :s

Ich denke, die Schwierigkeit der Diskussion liegt eher darin, dass du vornehmlich oder gar ausschließlich auf einen einzigen, nämlich deinen Fall abstellst, während andere, jedenfalls gilt das für mich, sich bemühen, das Thema etwas weitläufiger zu betrachten. Ob und inwieweit (mir) das gelingt, will ich gerne dahinstehen lassen. Es ist zweifelsohne ein schweres Thema, das sich kaum unbefangen diskutieren lässt. Das ist allerdings kein Grund, andere Meinungen und Wahrnehmungen als "pauschale Vorurteile" abzutun oder gar die Fähigkeit zum Mitdiskutieren abzusprechen.

Damit will ich es auf dieser Ebene bewenden lassen und wieder vollständig auf die allgemeine Ebene zurückkehren.
 
Ich glaube, Karatekid will nur der Aussage widersprechen, dass IMMER beide Schuld sind. Dazu reicht, wie er richtig sagt, ein einziges Beispiel, um dieses IMMER als falsch zu überführen.
 
Nöh, bin nicht verheiratet und seit 11 Jahren fest liiert.
Zu Hause bin ich aber auch ganz zahm, entweder bin ich also nicht so schlimm, wie hier im Forum immer dargestellt oder ich muss mich hier abreagieren! ;)

so sind die meisten männer, die ich kenne. werden daheim versklavt, geschlagen, benutzt und kriegen vorgeschrieben, dass ein Z4 zu unvernünftig ist, sondern ein touran her muss etc.

ist doch klar, dass sie dann her kommen und den dicken machen.
 
In diesem Workaholic-Beispiel kommt es in meinen Augen aber erheblich drauf an, unter welchen Umständen Mann und Frau sich kennengelernt haben. Wurde der Mann schon als Workaholic kennengelernt und wurde vielleicht sogar genau über diese Sache gesprochen und der Mann hat angedeutet, dass die Karriere sein Leben ist und er diese auf keinen Fall aufgeben wird, wäre es in meinen Augen unfair, selbst einen kleinen Teil der Schuld dem Mann zu geben. ...

Sehe ich ähnlich. :t Auch dann kann es allerdings passieren - und passiert m. E. in der Praxis leider auch nicht selten -, dass die Frau im Laufe der Jahre ihre Haltung zu diesem Thema ändert. Ist sie dann "schuld", wenn es scheitert? Auch frühere Absprachen sind in einer Beziehung nicht in Stein gemeißelt.

Damit will ich nur sagen, dass auch in dem von dir genannten Fall die Betrachtung ggf. keine einfache ist. Unabhängig davon halte ich sehr viel davon, über solche Themen sehr früh in der Beziehung zu sprechen. :)

...Aber ein viel eindeutigeres Beispiel ist in meinen Augen ein nicht weniger häufiger Scheidungsgrund: Fremdgehen. Hier kann man oftmals sehr eindeutig von einer einseitigen Schuld sprechen.

Natürlich kann man in Fällen, wo komplette Sexverweigerung eines Partners über lange Zeit hinweg vorkommt über eine Verteilung der Schuld sprechen, aber es gibt wohl sicherlich häufig die Fälle, wo einem der Partner plötzlich trotz erfülltem Eheleben die Instinkte durchgehen. Da wäre es in meinen Augen ebenfalls unfair, dem anderen Partner eine Teilschuld anzuhängen. ...

:t
 
Ich glaube, Karatekid will nur der Aussage widersprechen, dass IMMER beide Schuld sind. Dazu reicht, wie er richtig sagt, ein einziges Beispiel, um dieses IMMER als falsch zu überführen.

Ich denke, man darf auch ein so deutliches Wort wie "IMMER" bei einem solchen Thema nicht im wortwörtlichen Sinne nehmen. Oder wenn man es denn tun möchte: Es gibt "IMMER" Ausnahmen. ;)
 
Ich glaube, Karatekid will nur der Aussage widersprechen, dass IMMER beide Schuld sind. Dazu reicht, wie er richtig sagt, ein einziges Beispiel, um dieses IMMER als falsch zu überführen.

Beispiel:

Junge Frau heiratet alten Öl-Milliardär nur seines Geldes wegen. Genau einen Tag, nachdem Sie gesetzlich auf der sicheren Seite für hohe Unterhaltsleistungen ist, reicht sie die Scheidung ein.

Gruß

Kai
 
...Junge Frau heiratet alten Öl-Milliardär nur seines Geldes wegen. Genau einen Tag, nachdem Sie gesetzlich auf der sicheren Seite für hohe Unterhaltsleistungen ist, reicht sie die Scheidung ein. ...

Dummheit schützt bekanntlich weder vor Strafe, noch vor Schuldzuweisung. :w
 
Ich habe von meiner Scheidung ein kleines Andenken, welches ich mir täglich wieder vor Augen führe (sind ja schließlich in einem Autoforum.......:b):

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