Ersatzteilpreise - ja spinnen die denn !?

Naja, stimmt schon - beim Öl langen die Werkstätten echt gut hin ... meine Erfahrung ist aber auch, dass hier Verhandlungen bei Auftragserteilung durchaus möglich sind. So hatte ich im Rahmen eines Werkstatt-Tests bei dem ich mein eigenes Öl nicht mitbringen sollte (Vorgabe der Dekra) dennoch nicht eingesehen mir 26 Euro je Liter berechnen zu lassen und 10 Euro je Liter vereinbart. So kam das dann auch :-)

Wieso Xenon-brenner bei BMW so teuer sind, kann ich auch nicht nachvollziehen ... stimmt.

Hier lohnt es sich das Lagerhaltungs-Steckenpferd in der Tat mal in die Ecke zu stellen :M
 
Interessant, welch rege Diskussion dieser Beitrag entfacht.
Die drei Fragen
< Kennst Du einen "erpressten" Zulieferer? Oder ist das auch nur Hören-Sagen?
Kennst Du Zulieferer, die von Automobilkonzernen in die Insolvenz getrieben wurde? >
haben mich dazu bewogen, den nun folgenden Beitrag zu verfassen.

Ohne irgend einem der hier engagierten Schreiber persönlich zu nahe treten zu wollen und in dem Bewusstsein, dass ich selber vom „Ersatzteilgeschäft“ keine Ahnung habe, möchte ich eine wahre Begebenheit erzählen, die sich vor ca. 3 Jahren zugetragen hat.
Dass sie wahr ist, scheint mir hier unbedingt erwähnenswert, denn wenn man sie liest, oder, wie ich seinerzeit, direkt aus dem Munde des betroffenen Geschäftsführers, der zu meinem Bekanntenkreis gehört, erfährt, mag man als rechtschaffener Bürger nicht wirklich glauben, dass sich in diesem Lande so etwas tatsächlich zutragen könnte:
Ein Familienunternehmen produziert Spritzgussteile für verschiedene Automobilkonzerne.
Aufträge von Automobilkonzernen sind begehrt, weil sie hohe Stückzahlen garantieren. Allerdings ist der Preiskampf groß und die Firma im Vergleich zu den Mitbewerbern eher klein.
Der Besitzer und Geschäftsführer dieses Unternehmens, nennen wir ihn Dr. R., bekommt eines Tages Post von einem seiner Aufraggeber, einem deutschen Automobilkonzern.
Inhalt des Schreibens ist die Aufforderung an einem bestimmten Termin zu einem „Gespräch“ in einem drittklassigen Hotel der niedersächsischen Landeshauptstadt zu erscheinen.
Nichtsahnend fährt er zu diesem Geschäftstermin, muss warten, bis er in den Besprechungsraum gerufen wird. Neben ihm warten 10 weitere Geschäftsführer von anderen Zulieferfirmen, die alle die gleiche Gesprächseinladung erhalten hatten. Im 5-Minuten-Takt werden sie nacheinander in den Besprechungsraum gebeten.
Als Dr. R. an der Reihe ist, betritt er den Raum, in dem 3 Manager des Automobilkonzerns an einem Tisch sitzen. Einer von ihnen beginnt das Gespräch (hier verkürzt geschrieben):
„Herr Dr. R., wir möchten Sie bitten, uns 500.000,- Euro zu überweisen.“ Auf die verwunderte Frage, mit welcher Begründung oder für welche Gegenleistung, antwortet der Manager: „Damit Sie weiterhin für uns produzieren dürfen.“
Herr Dr. R. braucht einige Sekunden der Besinnung, um zu begreifen, dass seine Firma grade übel erpresst wurde. Dann verabschiedet er sich aus der Runde mit der Bemerkung, dass er nicht zahlen wird. Betrübt und mit bangen Gedanken an die Zukunft seiner Firma und seiner Mitarbeiter fährt er nach Hause, während die 3 Herren des Automobilkonzerns die anderen wartenden Geschäftsführer der Reihe nach aufrufen. Wie viele von ihnen umgekippt sind und gezahlt haben, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben…

Gruß
mabel
 
Ja, eine zweifelhafte Geschichte, wenn man sie so liest, keine Frage!
Ich persönlich habe allerdings keinen Grund an der Glaubwürdigkeit der Dr. R. zu zweifeln.
Auch die Frage, wie im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung sich der Automobilhersteller verhält, stelle ich mir nicht. Das hat vorher ganz sicher eine Schar von Experten aus dessen Rechtsabteilung getan.

Ja, er durfte trotzdem weiterhin liefern. Aber einen Versuch war es offenbar wert.

Gruß
mabel
 
...
Kennst Du einen "erpressten" Zulieferer? ...
Kennst Du Zulieferer, die von Automobilkonzernen in die Insolvenz getrieben wurde?

Ich hingegen kenne Lieferanten, die ihre Monopolstellung gegenüber den Automobilkonzernen ausnutzen wollen und erst durch Angebotsanfragen an die Konkurrenz ihren Preis auf Wettbewerbsniveau senken. Diese Vorgehensweise kann durchaus als "Erpresung" bezeichnet werden ... wer bei diesem Spiel wen "erpresst" kann ich nicht eindeutig sagen - ich würde es "Verhandlung" nennen. ...

Wenn es auch nur ein Randthema ist, kann ich das jedenfalls bestätigen - ebenfalls aus erster Hand. Mein Eindruck über die Jahre hinweg ist derjenige, dass in der Automobilbranche generell recht häufig mit harten Bandagen verhandelt wird - und zwar auf beiden Seiten. Eine "Gewinnerseite" lässt sich da nicht eindeutig erkennen. Man kann es vielleicht so sagen: Im Zweifel wird die Marktposition des Einen und die Bedarfslage des Anderen bis zur letzten Grenze ausgereizt. Nicht immer hat da der Automobilhersteller die besseren Karten.

Anders ist das übrigens, nebenbei gesagt, in der TK-Branche, wo es die großen TK-Konzerne in den letzten Jahren sehr konsequent und überwiegend erfolgreich betrieben haben, ihre Zulieferer wirtschaftlich erheblich zu "drücken". :confused:
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh je ....


Woher nimmst Du diese Information? Hören-Sagen? Hast Du weiter unten mit mangelnden Absatz in Europa selbst begründet. Autos standen lange auf Halden (nicht bei Händlern auf den Höfen, sondern die nicht so offensichtlichen Plätzen wie Häfen usw.) Die Rabattschlachten erzählten es auch


Auch hier: Hören-Sagen? Ein offenes Auge und offene Ohren halfen Presseberichte zu deuten und ein guter persönlicher Kontakt zu einem damaligen Geschäftsführer einer BMW-Niederlassung ebenfalls


Wieso "wirklich"?
Fakt ist: Der Fahrzeugabsatz in China kompensiert den mangelnden Absatz in Europa. "befriedigend" wirklich


Naja ... etwas anders als Du das darstellst, dafür jedoch aus erster Hand.


Ich hab eine ganze Weile das Variantenmanagement betreut und hatte die Leiden der Ersatzteilfraktion direkt betreut - dass die Preise wirtschaftlich auskömmlich sein müssen, ist klar. und dass Highrunner-Teile die Kosten von Lowrunner-Teilen kompensieren müssen, ist doch auch klar. d'accord

Weitere Verdienstmöglichkeiten: Finanzdienstleistungen ... :M zu Lasten einer zeitlich verschobenen Leasing-Ausläufer-Schwemme. Somit innerhalb des Konzerns "verschwommen" oder "verschobene" Zahlen


Kennst Du einen "erpressten" Zulieferer? Oder ist das auch nur Hören-Sagen? gab reichlich Presseberichte. Fing damals schon mit dem Spanier namens Lopez an
Kennst Du Zulieferer, die von Automobilkonzernen in die Insolvenz getrieben wurde? Kennst Du alle Insolvenzmitteilungen innerhalb Deutschlands? Ebenso gab es "Aufkäufe"

Ich hingegen kenne Lieferanten, die ihre Monopolstellung gegenüber den Automobilkonzernen ausnutzen wollen und erst durch Angebotsanfragen an die Konkurrenz ihren Preis auf Wettbewerbsniveau senken. Diese Vorgehensweise kann durchaus als "Erpresung" bezeichnet werden ... wer bei diesem Spiel wen "erpresst" kann ich nicht eindeutig sagen - ich würde es "Verhandlung" nennen. Okay, ebenfalls d'accord, dass es auch diese Wegrichtung gibt.
Ich kenne einige Lieferanten, die ihre Monopolstellung gern ausnutzen.

Es gibt aber auch Lieferanten, die sehr günstig anbieten. Bei einigen sind die Dumpingangebote offensichtlich, diese werden nicht weiter betrachtet, denn es ist nicht im Sinne eines Automobilkonzerns einen Lieferanten in die Insolvenz zu schicken, da das Risiko eines Produktionsausfalls viel zu groß ist.
Sollte sich ein Lieferant doch mal übernommen haben oder durch die Marktsituation in Schieflage geraten, stützen Automobilkonzerne solche Lieferanten sogar. Auch das klingt für mich nicht so unwahrscheinlich. Liegt aber wohl auch an einem Umdenkprozess (siehe Lopez-Beispiel)
Auch hier kenne ich ad-hoc mehrere Beispiele aus meiner Arbeit.


Vielleicht lassen wir mein Steckenpferd noch ein Weilchen hin und her hopsen bis es von wirklich schlagenden Argumenten umgeboxt wird? ;-) Weshalb umgeboxt werden. Im Punkt Ersatzteile läßt Du doch eh nichts anderes gelten als das was Du selbst zu wissen scheinst. Die zurückliegende Jahrzehnte sind doch bei Dir anscheinend nicht mehr präsent

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, via Google alle Artikel des vergangenen Jahrzehntes zu suchen. Auch ich möchte es mir mal einfacher machen (damit bist jetzt nicht Du in diesem Fall gemeint) :) :-)

Edit:
Wieso wird das Zitat "abgeschnitten"? &: Wenn ich bearbeite, wird mir alles angezeigt :j
Edit 2:
Aha, ein neues Forum-Feature. Unten am Zitatkasten ist kaum lesbar die "vergrößerung" anzuklicken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh je ....


Woher nimmst Du diese Information? Hören-Sagen? Hast Du weiter unten mit mangelnden Absatz in Europa selbst begründet. Autos standen lange auf Halden (nicht bei Händlern auf den Höfen, sondern die nicht so offensichtlichen Plätzen wie Häfen usw.) Die Rabattschlachten erzählten es auch


Auch hier: Hören-Sagen? Ein offenes Auge und offene Ohren halfen Presseberichte zu deuten und ein guter persönlicher Kontakt zu einem damaligen Geschäftsführer einer BMW-Niederlassung ebenfalls


Wieso "wirklich"?
Fakt ist: Der Fahrzeugabsatz in China kompensiert den mangelnden Absatz in Europa. "befriedigend" wirklich


Naja ... etwas anders als Du das darstellst, dafür jedoch aus erster Hand.


Ich hab eine ganze Weile das Variantenmanagement betreut und hatte die Leiden der Ersatzteilfraktion direkt betreut - dass die Preise wirtschaftlich auskömmlich sein müssen, ist klar. und dass Highrunner-Teile die Kosten von Lowrunner-Teilen kompensieren müssen, ist doch auch klar. d'accord

Weitere Verdienstmöglichkeiten: Finanzdienstleistungen ... :M zu Lasten einer zeitlich verschobenen Leasing-Ausläufer-Schwemme. Somit innerhalb des Konzerns "verschwommen" oder "verschobene" Zahlen


Kennst Du einen "erpressten" Zulieferer? Oder ist das auch nur Hören-Sagen? gab reichlich Presseberichte. Fing damals schon mit dem Spanier namens Lopez an
Kennst Du Zulieferer, die von Automobilkonzernen in die Insolvenz getrieben wurde? Kennst Du alle Insolvenzmitteilungen innerhalb Deutschlands? Ebenso gab es "Aufkäufe"

Ich hingegen kenne Lieferanten, die ihre Monopolstellung gegenüber den Automobilkonzernen ausnutzen wollen und erst durch Angebotsanfragen an die Konkurrenz ihren Preis auf Wettbewerbsniveau senken. Diese Vorgehensweise kann durchaus als "Erpresung" bezeichnet werden ... wer bei diesem Spiel wen "erpresst" kann ich nicht eindeutig sagen - ich würde es "Verhandlung" nennen. Okay, ebenfalls d'accord, dass es auch diese Wegrichtung gibt.
Ich kenne einige Lieferanten, die ihre Monopolstellung gern ausnutzen.

Es gibt aber auch Lieferanten, die sehr günstig anbieten. Bei einigen sind die Dumpingangebote offensichtlich, diese werden nicht weiter betrachtet, denn es ist nicht im Sinne eines Automobilkonzerns einen Lieferanten in die Insolvenz zu schicken, da das Risiko eines Produktionsausfalls viel zu groß ist.
Sollte sich ein Lieferant doch mal übernommen haben oder durch die Marktsituation in Schieflage geraten, stützen Automobilkonzerne solche Lieferanten sogar. Auch das klingt für mich nicht so unwahrscheinlich. Liegt aber wohl auch an einem Umdenkprozess (siehe Lopez-Beispiel)
Auch hier kenne ich ad-hoc mehrere Beispiele aus meiner Arbeit.


Vielleicht lassen wir mein Steckenpferd noch ein Weilchen hin und her hopsen bis es von wirklich schlagenden Argumenten umgeboxt wird? ;-) Weshalb umgeboxt werden. Im Punkt Ersatzteile läßt Du doch eh nichts anderes gelten als das was Du selbst zu wissen scheinst. Die zurückliegende Jahrzehnte sind doch bei Dir anscheinend nicht mehr präsent B;
 
Das mit dem Erpressungsversuch ist interessant,ich frage mich aber auch, wieso die Geschäftsführer sich nicht untereinander darüber austauschten - immerhin wussten sie voneinander, dass sie die Geschäftsführer waren - sprachen also miteinander. Und auch kleine Firmen haben eine Rechtsabteilung - das lässt sich doch niemand gefallen ?!?

Außerdem muss der Geldeingang ordentlich verbucht werden.

Wenn es auch nur ein Randthema ist, kann ich das jedenfalls bestätigen - ebenfalls aus erster Hand. Mein Eindruck über die Jahre hinweg ist derjenige, dass in der Automobilbranche generell recht häufig mit harten Bandagen verhandelt wird - und zwar auf beiden Seiten. Eine "Gewinnerseite" lässt sich da nicht eindeutig erkennen. Man kann es vielleicht so sagen: Im Zweifel wird die Marktposition des Einen und die Bedarfslage des Anderen bis zur letzten Grenze ausgereizt. Nicht immer hat da der Automobilhersteller die besseren Karten.
Du triffst den Nagel gewohnt gut mittig auf dem Kopf :t
 
Das dürfte das kleinste Problem sein, dem Kind einen buchbaren Namen zu geben;)

Harryz


Ich denke auch DAS dürfte kein Problem werden.
Ist im reinen Elektronikhandel bei den marktberherrschenden Unternehmen in Deutschland durchaus seit vielen Jahren üblich, dass für eine Listung und einer "ordentlichen Platzierung im Sortiment gezahlt wird. Verbucht werden diese Einnahmen als Werbekostenzuschüsse.

Beim genannten Beispiel der "Erpressung" liefern zu dürfen, dürfte es sich wohl kaum um Teile handeln, welche bereits in einer Serie verbaut werden. Der finanzielle Aufwand seitens des Automobilherstellers, in einen vorhandenen und vorallem durchstrukturierten Prozess der Zulieferung einzugreifen, wäre immens hoch und das Risiko dabei zu hoch, also völlig hirnrissig.
Es dürfte sich hierbei um eine neue Großserie handeln und die kann ich mir bei einem Unternehmen in Niedersachsen, die durchaus viele Komponenten auch in andere, dem Konzern angegliederte Marken verbauen=kontinuierliche Chargen über Jahre verteilt.

Und bei einem Druckmittel dieser Art, gilt eben auch hier "wo kein Kläger, da kein Richter". Und wenn da 10 Geschäftsführer antanzen müssen, um bei den Deppen des Automobilkonzerns unter der Tür durchzukriechen, es werden allesamt Zulieferer sein, die mehrere Komponenten liefern. Da wird keiner auf die Idee kommen und gegen die juristisch vorzugehen, man möchte ja schließlich auch in Zukunft noch Neugeschäft haben.

Ich kenne selber Betriebe, die nachdem sie aus der ET-Lieferung raus waren, die Automotiv für zukünftige Geschäfte ablehnten ...

Zu Lagerhaltung der Automobilkonzerne:

Findet in der Serie zu 95% auf der Autobahn statt, Zauberwort Just-in-Time, die Lagerhaltung wird nach hinten in die Supplychain geschoben. Die garantierten Abnahmemengen sind meist auf 6 Wochen garantiert, nur mit dem Haken, dass innerhalb der Supplychain, die Fertigung aller Teile einen weit aus längeren Vorlauf bedarf (Materialbeschaffung, Fertigungsprozesse und Durchläufe sowie Bereitstellung Personal) und das zeiht sich durch etliche Zulieferer, bis das Teil endlich bei z.B. VW ist.

Die ET-Beschaffung/Fertigung nach der Serienfertigung ensteht allein durch die geringen Mengen, die bei den Zulieferern abgerufen werden und die Nachverhandlungen. Das macht auch Sinn, denn Steigerungen in Personalkosten, Materialkosten, Energiekosten usw. kann man für Dezember 2023 nicht einmal in der Kristallkugel voraussagen.

Das weiß sogar der Automobilkonzern, der ja bei sich auch die Steigerung dieser Kosten erfährt.

Die ETs nach Serie packen sich die Konzerne aufs Lager, da hier meist nur eine oder zwei Dispos ausgelöst werden.

1.Großserie heißt z.b. 10.000-15.000 Stk. pro Monat, die da das Band in den jeweiligen Werkshallen recht schnell passieren
2.Nachserie heißt: 10.000 pro Jahr ....

Bei 1. ist der Automobilkonzern noch Hersteller, der die Ware zeitnah nach Produktion verschickt
Bei 2. ist der Automobilkonzern Händler, der Ware einkauft, ohne zu wissen, wann sie abfließt ..... also Lagerhaltung von Teilen, die nicht mehr so schnell verfügbar bei Hersteller sind

Zwei unterschiedliche Modelle der Disposition(Prozesse und somit unterschiedliche Kalkulationen und Lagerhaltungen = Handel und Industrie
 
Wenn es sich um eine "neue Großserie" handelt, warum werden die Lieferanten dann gebeten 'ne halbe Mio. € auf den Tisch zu legen?
 
Im
Wenn es sich um eine "neue Großserie" handelt, warum werden die Lieferanten dann gebeten 'ne halbe Mio. € auf den Tisch zu legen?

ganz einfach, damit sie liefern dürfen ... die Maschinen sind auf Jahre hin ausgelastet. da werden lediglich die Werkzeuge der Maschine ausgewechselt, die u.U. auch bei anderen Produkten eingesetzt werden.

Ich denke, Du als VWler mit entsprechender technischer Ausbildung in Konstruktion oder aber Fertigung und tiefen Kenntnissen aller Kennzahlen des kaufmänn. Bereiches, wirst zumindest errechnen können, was Rüstzeiten sind, bzw. wirst auch mit Leichtigkeit eine Prozesskostenanalyse bewerten können.... da ist zumindest bei der Industrie die Lagerhaltung, Umschlagshäufigkeit das geringste Problem .... kein Betrieb produziert jetzt und versendet erst im Mai

Ich denke, Du als VWler in Deiner Position wirst mit Sicherheit die großen Zulieferer kennen, also die die bei den Konstrukteuren des Automobilkonzerns schon in der Konstruktionsphase ein und ausgehen. Da ist eine halbe Mio Portokasse .... und der Automobilist nimmt die Teile dieses Zulieferers .... und das über Jahre, und da kommen weiterhin Geschäfte dazu.

Partizipieren ja beide auf lange Sicht davon.

Ich denke die techn. Zeichnungen werden Dir ebenfalls geläufig sein, aus denen sehr wohl hervorgeht, welches Material von welchem Zulieferer stammt, bzw. genommen werden muss .... Name, Artikelnummer usw.

Guck Dir halt mal die EMPBs an, die vom Endabnehmer der Industrie durchgewunken werden ... auch gibt es sehr viele Teile, die vom Automobilkonzern gleich mit einem LOA versehen sind ....

Auch werden Dir die Verträge bekannt sein, die die Hilfssheriffs der Konzernbosse mit anderen Unternehmen abschließen ....

Das macht ein großer Konzern nicht für einen lauwarmen Kaffee ....

Industrie und Handel sind sehr komplexe Prozesse in denen starke Abhängigkeiten herrschen oder aber geschaffen werden.

Ich spreche Dir mitnichten Dein KnowHow oder aber Deine Erfahrungen bei VW ab, nur sollte man immer bedenken, dass Industrie und Handel und das nicht nur bei der Automobilsparte sehr komplexe Systeme sind.

Und den immer wieder gern genommenen Cashflow, kannst doch bei Kenntnis aller Zahlen und Daten schnell errechnen.

Ob nun Automotive, Luft-und Raumfahrt, Medizintechnik, Nahrungsmittelindustrie, Energieindustrie usw. da herrscht eben das normale menschliche Verhalten ... ein Geben und Nehmen ...

Das sind eben Geschäfte wie im Bordell ....

Soll ja auch Menschen geben, die sogar im privaten Freundeskreis der Art operieren "ich habe nur Bekannte/Freunde, die zuerst mir was nützen und wenn ich sie nicht mehr brauche, dann gehe ich eben" .... wurtschtelt sich so manchner Mensch durchs Leben und da hat dann nur einer was davon gehabt.
 
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