Sehr eindrücklicher Spot zum Thema "zu schnell unterwegs"

Dies ist ein Forum, da wird diskutiert, auch mit verschiedenen Positionen. Und sachlich ungerechtfertigtes "Raserbashing" verärgert nun mal den einen oder anderen, z.B. mich. Die Botschaft "zu schnell ist gefährlich" ist nun mal ebenso richtig wie wohlfeil.

Wie wäre es mal mit einem Spot, der zeigt, welche Unfälle durch Schleicher auf der Landstraße oder auf der linken Spur der Autobahn provoziert werden können (dieses Verhalten ist auch ein Verstoß gegen den §1 StVO: Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird).

Das wäre freilich etwas komplizierter, fast schon nicht mehr politisch korrekt, daher werden wir das wohl nicht zu sehen bekommen.
 
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In dem Spot geht es um Mitgefühl - das ist verständlich. Was aber, wenn das Kind am Rücksitz das eigene ist, dass der Onkel von der Schule holt. Was wenn der andere Fahrer Dein Sohn, Deine Tochter, Frau/Mann ist. Für viele ändert sich vermutlich schlagartig die eigene Position. Ich betrachte das sachlich - jemand macht einen Fehler und andere müssen die Konsequenzen tragen. Dieser Fehler wäre vermeidbar - und er sollte es dank Führerschein und Verkehrsregeln auch sein - da muss ich nciht die halbe Welt umbiegen.

PS: bzgl. "Fehler passieren" - streng genommen müsste man dann auch einem "Raser" eingestehen, dass er zu schnell ist, weil er einfach nicht darauf achtet. Wäre ja unfair, Absicht zu unterstellen
 
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Wie stehen hier eigentlich die Meinungen zu dem Video ganz oben? Wer erkennt, dass der Familienvater die alleinige Schuld trägt ... ?

Es handelt sich dabei offensichtlich um eine Freilandstraße, der andere fährt knapp über 100 km/h Tacho. ...

Beim ersten Mal hatte ich den Spot ohne Ton angeschaut, und zumindest unter dieser Prämisse war mein Eindruck sehr ähnlich. Auch mit Ton bleibt dieser Nachgeschmack.

Zunächst dachte ich, dass ein hiesiges (Miss-)Verständnis des Spots womöglich in dem Umstand liegt, dass sich das Ganze in einem Staat abspielt, in dem auf Landstraßen eine geringere zulässige Höchstgeschwindigkeit gilt. Dann wäre es eher plausibel, weil dann der Fahrer mit ca. 110 km/h ggf. erheblich zu schnell fährt. Wenn ich auf die Schnelle richtig recherchiert habe, spielt sich das Ganze aber in Neuseeland ab, wo auf Landstraßen ebenfalls max. 100 km/h erlaubt sind.

Alles in allem ist der Spot daher aus meiner Sicht tatsächlich ein "zweischneidiges Schwert".

... Man hat mit Fehlern anderer zu rechnen und das bedeutet für mich -> defensiv fahren. Defensiv ist es, wenn man in einer solchen Situation das Gas wegnimmt und mögliches fehlerhaftes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer antizipiert. ...

Insgesamt finde ich deine Anmerkungen gut, nur überhöht es in dem dargestellten Fall die Anforderungen an Voraussicht und Rücksichtnahme m. E. doch erheblich, wenn man bei jedem am Horizont erscheinenden Fahrzeug vorsorglich vom Gas geht, weil sich dessen Fahrer womöglich erheblich unkorrekt verhalten könnte.
 
Dies ist ein Forum, da wird diskutiert, auch mit verschiedenen Positionen. Und sachlich ungerechtfertigtes "Raserbashing" verärgert nun mal den einen oder anderen, z.B. mich. Die Botschaft "zu schnell ist gefährlich" ist nun mal ebenso richtig wie wohlfeil.

Wie wäre es mal mit einem Spot, der zeigt, welche Unfälle durch Schleicher auf der Landstraße oder auf der linken Spur der Autobahn provoziert werden können (dieses Verhalten ist auch ein Verstoß gegen den §1 StVO: Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird).

Das wäre freilich etwas komplizierter, fast schon nicht mehr politisch korrekt, daher werden wir das wohl nicht zu sehen bekommen.

Tja,das Eine schließt das Andere nicht aus, daher die gegenseitige Rücksichtnahme. Warum sollte ein "Schleicher" Rücksicht nehmen auf einen "Raser", aber umgekehrt nicht?

Der Inhalt vom Video wird unterschiedlich verstanden, wie man hier gut nachlesen kann. Darüber nachdenken sollten jedoch beide Parteien und es halbwegs verstehen, denn nur so kommt die Botschaft auch an und bewirkt unter Umständen auch etwas positives.

Auch zeigt der Fred hier eine schleichende Veränderung unser Gesellschaft. Heutzutage wird immer nur die Schuld, oder der Fehler am anderen gesucht und nur wenige Leute denken darüber nach, ob sie selbst nicht auch dazu beigetragen haben, wenn etwas passiert ist.
 
... Auch zeigt der Fred hier eine schleichende Veränderung unser Gesellschaft. Heutzutage wird immer nur die Schuld, oder der Fehler am anderen gesucht und nur wenige Leute denken darüber nach, ob sie selbst nicht auch dazu beigetragen haben, wenn etwas passiert ist.

Eine solche Tendenz kann ich hier im Fred aber nun gar nicht erkennen. Insgesamt finde ich eher, dass in diesem Forum weithin, von wenigen "Ausreißern" abgesehen, eine sehr ordentliche Verantwortungshaltung dokumentiert wird. :) :-) Jedenfalls lässt sich da in manch anderem Autoforum anderes beobachten.

Was sich m. E. aber durchaus erkennen lässt, ist die Erwartung, dass korrektes verhalten nicht nur von einem selbst praktiziert wird, sondern auch von den anderen Teilnehmern im Straßenverkehr. Das schließt eine Rücksichtnahme auf (auch "geistig") schwächere Verkehrsteilnehmer ja nicht aus. ;)
 
Fehler passieren schon, und viele davon lassen sich auch im Vorfeld gut erkennen, bspw. jemand der eine Vorrangtafel übersieht, Rechtsvorrang oder im Kreisverkehr. Das lässt sich aber immer halbwegs erkennen und darauf kann man sich einstellen bzw. reagieren, man kann es vorraus ahnen und sich anpassen. Auch beim überholen auf der AB ist es sicher schon jedem hier passiert, dass man im toten Winkel war oder das andere Auto einen übersieht .. sowas kann man aber noch ahnen.

Man kann aber nicht immer defensiv fahren, nur weil man mit dem schlimmsten rechnet. Wer rechnet auf der AB immer mit einem Geisterfahrer? Ich mein, Fehler passieren! Wer rechnet beim Abfahren von der AB mit einem entgegenkommenden Auto? Wer hatte schon einen Wildschaden? Ein Reh, das ganz plötzlich vor's Auto springt? Das mögen Extrembeispiele sein, die aber auch genau so auftreten können und schon taten. War man dann zu schnell nur weil man nicht jeglichen Störfall mit eingerechnet hat wie bspw. einen abstürzenden Satelliten?

Ich gehe bei dem Video einfach mal von mir aus, wenn ich mit 100 km/h auf eben dieser Straße fahren würde - was ich vermutlich auch tun würde, da die Straße eben so aussieht als wäre dort ganz berechtigt ein 100 km/h Limit. Wenn ich dann also ein Auto sehe, dass den Vorrang erkennt(!), weil es stehen bleibt (Sicht ist gut und sehr weit, sonne steht hoch, ich sehe es, also sieht es mich auch), dann würde ich viell.(!) den Fuß vom Gas nehmen und bremsbereit fahren, aber solange es keinen Hinweis auf Gefahr gibt, würde ich zum Beispiel sicher nicht bremsen. Angenommen, das Auto fährt dann tatsächlich weniger als 100 m vor mir unerwartet raus, würde ich vermutlich eine Notbremsung hinlegen, eventuell nach rechts ausweichen. Mit Glück geht das gut, mit Pech dreht sich der Wagen und überschlägt sich mehrmals seitlich in den Graben. Mit noch mehr Pech kracht man Frontal in den Gegenverkehr, der auch 100 km/h fährt. (Im Video ist linksverkehr, sprich der Vater quert keine Spur). Im Worst Case handelt es sich nicht um einzelnde Autos sondern Kolonnen.

Ich würde sogar fast soweit gehen, zu sagen, dass jemand, der an dieser Stelle deutlich unter 80 km/h fährt, den Nachfolgeverkehr zum Überholen verleiten könnte (der sieht den wartenden PKW eventuell nicht, Fehler passieren!) - jeder kann sich selbst ausmalen, was DANN passieren würde.

Es ist für mich also tatsächlich absolut unverständlich, wie man den Vater, mit dem gezeigten Verhalten tatsächlich in Schutz nehmen kann. Ab wann werden Fehler unverzeihlich?
 
Ähnliche Situation schon selbst erlebt, mit der Ausnahme das NICHTS passiert ist. Fuhr auch auf Landstraße mit etwa 100. Hinter mir 2 andere Autos. Der direkt hinter mir schon recht nah an mir dran, der dahinter weiter weg. Vor mir eine SEHR GUT und sehr früh einsehbare Kreuzung wo ein Auto von Rechts kommend wartet. Gute 100 Meter bevor ich an der Kreuzung ankam (ich war auf der Hauptstraße und hatte vorfahrt) zog das Auto doch tatsächlich raus, aus einem nicht nach voll ziehbarem Grund hatte ich mir so was schon gedacht und hatte schon beim erkennen des Autos das ankam Gas weggenommen und gebremst. Der hinter mir meinte wohl ich würde abbiegen oder er dachte den Schleicher überhol ich jetzt aber endlich und Schoß Links an mir vorbei. Zum Glück ist der von Rechts dann doch noch stehen geblieben und ich konnte mit einem kleinen Schlenker an den halb auf meine spur stehenden vorbei fahren. Der mich Links überholt hat war ja schon soweit weg das nichts mehr passierte.

Nicht auszudenken was passiert wäre hätte der von rechts nicht gehalten und wäre gerade aus weiter gefahren.
 
Ähnliche Situation schon selbst erlebt, mit der Ausnahme das NICHTS passiert ist. Fuhr auch auf Landstraße mit etwa 100. Hinter mir 2 andere Autos. Der direkt hinter mir schon recht nah an mir dran, der dahinter weiter weg. Vor mir eine SEHR GUT und sehr früh einsehbare Kreuzung wo ein Auto von Rechts kommend wartet. Gute 100 Meter bevor ich an der Kreuzung ankam (ich war auf der Hauptstraße und hatte vorfahrt) zog das Auto doch tatsächlich raus, aus einem nicht nach voll ziehbarem Grund hatte ich mir so was schon gedacht und hatte schon beim erkennen des Autos das ankam Gas weggenommen und gebremst. Der hinter mir meinte wohl ich würde abbiegen oder er dachte den Schleicher überhol ich jetzt aber endlich und Schoß Links an mir vorbei. Zum Glück ist der von Rechts dann doch noch stehen geblieben und ich konnte mit einem kleinen Schlenker an den halb auf meine spur stehenden vorbei fahren. Der mich Links überholt hat war ja schon soweit weg das nichts mehr passierte.

Nicht auszudenken was passiert wäre hätte der von rechts nicht gehalten und wäre gerade aus weiter gefahren.
Unter anderem ist aus solch "Gründen" mancher Kreuzungsbereich mit dem VZ 274-57 versehen ,was manche für absolut unverständlich ist und auch unnötig.
 
Unter anderem ist aus solch "Gründen" mancher Kreuzungsbereich mit dem VZ 274-57 versehen ,was manche für absolut unverständlich ist und auch unnötig.

Ein Verkehrszeichen erteilt selbstredend eine eindeutige Maßgabe. Inwieweit die etwaig nicht verstanden wird, ist eine Mutmaßung deinerseits, die nicht so wirklich weiterbringt. ;) Vorliegend geht es um das Verhalten an einer Kreuzung ohne ein solches Verkehrszeichen. Möchte man präzise sein, dann findet sich dort zu Lasten des Einbiegenden - sowohl auf dem Boden, als auch per Verkehrszeichen - die Maßgabe "STOP".
 
Ein Verkehrszeichen erteilt selbstredend eine eindeutige Maßgabe. Inwieweit die etwaig nicht verstanden wird, ist eine Mutmaßung deinerseits, die nicht so wirklich weiterbringt. ;) Vorliegend geht es um das Verhalten an einer Kreuzung ohne ein solches Verkehrszeichen. Möchte man präzise sein, dann findet sich dort zu Lasten des Einbiegenden - sowohl auf dem Boden, als auch per Verkehrszeichen - die Maßgabe "STOP".
Nun,die Maßgabe STOP wird auch gern "nicht" verstanden oder als "Nötigung" betrachtet. Zu kostbar ist die Zeit,welche man bei einem vollständigem Halt vergeudet.

Weiterbringen könnte uns im Grunde nur,wenn wir die Gedanken solcher Verkehrsteilnehmer lesen könnten,wenn Diese erst anhalten,schauen und warten,schauen und warten,schauen und warten und ist der Querverkehr nahe genug,endlich losfahren.
 
Hier bei uns hat man das im großen und ganzen so gelöst, dass fast jede Kreuzung ein Kreisverkehr ist - mal von Kleinstraßen und Fast-Feldwegen abgesehen. Innerstädtisch ist das ein Traum, hier gibt's keine Ampeln (zumindest im Süden nicht) und man kommt zügig von A nach B. Das schont die Nerven und die Umwelt. Naja gut, das machen die Bremshügel wieder zunichte :-) Sinnigerweise baut man die auch direkt vor den Kreisverkehr, was in einer direkten Verminderung der Bremswirkung resultiert, falls man unaufmerksam ist .. was wieder ein Negativ-Beispiel wäre :-)

Kreisverkehre sind zwar ab einer gewissen Verkehrsdichte ungeeignet (da ungeregelt) wirken aber verkehrsberuhigend mit dem Vorteil, dass sich 2 PKW nie mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten begegnen.

Was natürlich nicht bedeutet, dass man überall Kreisverkehre hinbauen soll, aber zumindest einen besseren Lösungsweg darstellt als ein Stop-Schild. Natürlich aber auch erheblich mehr kostet.
 
Hier bei uns hat man das im großen und ganzen so gelöst, dass fast jede Kreuzung ein Kreisverkehr ist - mal von Kleinstraßen und Fast-Feldwegen abgesehen. Innerstädtisch ist das ein Traum, hier gibt's keine Ampeln (zumindest im Süden nicht) und man kommt zügig von A nach B. Das schont die Nerven und die Umwelt. Naja gut, das machen die Bremshügel wieder zunichte :-) Sinnigerweise baut man die auch direkt vor den Kreisverkehr, was in einer direkten Verminderung der Bremswirkung resultiert, falls man unaufmerksam ist .. was wieder ein Negativ-Beispiel wäre :-)

Kreisverkehre sind zwar ab einer gewissen Verkehrsdichte ungeeignet (da ungeregelt) wirken aber verkehrsberuhigend mit dem Vorteil, dass sich 2 PKW nie mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten begegnen.

Was natürlich nicht bedeutet, dass man überall Kreisverkehre hinbauen soll, aber zumindest einen besseren Lösungsweg darstellt als ein Stop-Schild. Natürlich aber auch erheblich mehr kostet.
Leider kommt man in Deutschland erst langsam in den Genuss,bzw. die Verkehrsplanung dahinter.
 
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