Deutsche zu doof für Ärzte?

Jokin

Waschverweigerer
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26 April 2004
Ort
Niedersachsen
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anderer Wagen
Sowas regt mich auf ...

Zitat: "Insgesamt ist es laut der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK um das Gesundheitswissen der Versicherten nicht gut bestellt: 60 Prozent der Deutschen weisen demnach eine "problematische" oder "unzureichende" Gesundheitskompetenz auf."
(http://www.stern.de/gesundheit/aok-studie-viele-deutsche-verstehen-ihren-arzt-nicht-2124024.html)

Die AOK erstellt also eine Studie - wurden in dieser Studie die Mitglieder aller Krankenkassen berücksichtigt?
... dazu kann ich nix finden, also wohl nur über ihre eigenen Mitglieder?

... hier wurde die Doofheit von 60% der AOK-Mitglieder auch auf 60% der privat Versicherten übertragen um ein Gesamtbild "der Deutschen" zu zeichnen?

... sind eventuell die Kassenpatienten (inkl. der Arbeitslosen und Hartzer) eventuell häufiger krank als die privat Versicherte (inkl. der besser Verdienenden und Selbstständigen)?

... und dann kommen diejenigen, die die Anweisungen des Arztes nicht begreifen zudem doppelt und dreifach in die Praxis.

Beispiel mit einem Staat, bestehend aus zwei Einwohnern:
Kommt also ein Doofer 9 mal zum Arzt, dann zählt das als "9 Arztbesuche" und der eine Schlaue kommt einmal zum Arzt, begreift und wird gesund = "1 Arztbesuch" - wenn der eine Doofe bei der AOK versichert ist und nur die AOK auszählt, dann sind sämtliche Deutschen zu doof für den Arzt ... welch fatale Fehlinterpretation :X


Wie seht Ihr das?
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles ganz clever hinterfragt. Und wie immer wird auch eine gewisse Pauschalisierungsneigung des Studienauftraggebers zugunsten seiner Ergebnisintention deutlich.
Aber aus Erfahrung kann ich Dir eines sagen: der Selbstständige ist- egal ob bei der AOK oder Privat versichert, meistens nie krank (selbst und ständig und selbstverständlich). Keine Zeit für Arzt, dafür schneller in der Kiste. Das ist zwar auch nicht gesundheitskompetent, aber darauf hat die AOK Studie sicher nicht abgezielt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, es ist doch "üblich" das Studien die Ergebnisse ausweisen die der Auftraggeber zeigen möchte (traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast). Dazu werden die Prämissen, also im Vorfeld getätigte Annahmen und Einschränkungen solange angepasst bis die Aussage der Studie im Ergebnis den Vorstellungen des Auftraggebers entspricht. Leider werden dann bei der Veröffentlichung von Zusammenfassungen, wie in diesem Fall, diese Prämissen selten bis garnicht erwähnt - das führt dann dazu das Menschen die sich mit solch einer Zusammenfassung auseinandersetzen uA zu den von Jokin aufgeworfenen Fragestellungen kommen.
Leider lesen die meisten Konsumenten lediglich die Kernaussagen der Zusammenfassung und werden dementsprechend "irregeführt".
 
Du fragst allen ernstes, was wir von einer Meldung halten, die im "Stern" veröffentlicht wurde?
Zitat: "Befragt wurden für die Untersuchung zwischen Dezember 2013 und Januar 2014 per Telefon insgesamt 2010 gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren."
2010 befragte Personen? Das soll repräsentativ sein???
 
"... Selbst Akademiker haben Probleme, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen ..."
Hä, wat meinen die denn jetzt damit? :7madz:

Im "Ernst": Mir war ja schon lange klar, dass der "doofe Patient" schuld ist, wenn der Arzt Mist baut. :+
 
Du fragst allen ernstes, was wir von einer Meldung halten, die im "Stern" veröffentlicht wurde?
Zitat: "Befragt wurden für die Untersuchung zwischen Dezember 2013 und Januar 2014 per Telefon insgesamt 2010 gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren."
2010 befragte Personen? Das soll repräsentativ sein???
Oh, kacke ... so weit hab ich den Mist gar nicht mehr gelesen :d :d

... darüber wurde heute morgen im Radio berichtet, schon krass, was es dort hin schafft :-)
 
Da es denn hier in der Diskussion ist, lege ich mal den Link zur Studie rein: http://www.wido.de/fileadmin/wido/downloads/pdf_wido_monitor/wido_mon_ausg2_2014_0714.pdf
Denn stille Post fördert nicht gerade den Informationsgehalt. Da steht dann auch, was gefragt wurde. Ausgewertet wurde hier die Selbsteinschätzung der Teilnehmer, wie
leicht oder schwer es ist gesundheitsrelevante Informationen zu finden, verstehen, beurteilen und umzusetzen.

Um jetzt zwei Punkte, die Frank angeführt hat, selektiv herauszugreifen: 85% findes es einfach bzw. sehr einfach zu verstehen, was der Arzt ihnen erzählt. Und 89% sehen
dies genau so bzgl. der Anweisungen, die Arzt oder Apotheker geben. Die anderen beiden Punkte sind ja schon geklärt. Die Studie geht da übrigens noch etwas detailiert
drauf ein.
 
Sowas regt mich auf ...

Zitat: "Insgesamt ist es laut der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK um das Gesundheitswissen der Versicherten nicht gut bestellt: 60 Prozent der Deutschen weisen demnach eine "problematische" oder "unzureichende" Gesundheitskompetenz auf."
(http://www.stern.de/gesundheit/aok-studie-viele-deutsche-verstehen-ihren-arzt-nicht-2124024.html)

Die AOK erstellt also eine Studie - wurden in dieser Studie die Mitglieder aller Krankenkassen berücksichtigt?
... dazu kann ich nix finden, also wohl nur über ihre eigenen Mitglieder?

... hier wurde die Doofheit von 60% der AOK-Mitglieder auch auf 60% der privat Versicherten übertragen um ein Gesamtbild "der Deutschen" zu zeichnen?

... sind eventuell die Kassenpatienten (inkl. der Arbeitslosen und Hartzer) eventuell häufiger krank als die privat Versicherte (inkl. der besser Verdienenden und Selbstständigen)?

... und dann kommen diejenigen, die die Anweisungen des Arztes nicht begreifen zudem doppelt und dreifach in die Praxis.

Beispiel mit einem Staat, bestehend aus zwei Einwohnern:
Kommt also ein Doofer 9 mal zum Arzt, dann zählt das als "9 Arztbesuche" und der eine Schlaue kommt einmal zum Arzt, begreift und wird gesund = "1 Arztbesuch" - wenn der eine Doofe bei der AOK versichert ist und nur die AOK auszählt, dann sind sämtliche Deutschen zu doof für den Arzt ... welch fatale Fehlinterpretation :X


Wie seht Ihr das?
Gestzlich versicherte gehen zum Arzt um sich einen gelben Schein zu holen oder den vorhandenen verlängern zu lassen oder um einen Gesprächspartner zu haben...
privat Versicherte gehen, wenn überhaupt, zum Arzt damit sie schnell wieder gesund werden und arbeiten können...
 
Gestzlich versicherte gehen zum Arzt um sich einen gelben Schein zu holen oder den vorhandenen verlängern zu lassen oder um einen Gesprächspartner zu haben...
privat Versicherte gehen, wenn überhaupt, zum Arzt damit sie schnell wieder gesund werden und arbeiten können...
Hallo,
Diesen Eindruck habe ich auch. Deshalb bin ich auch froh, als privatversicherter beim Arzt schneller dran zu kommen. Hab halt nicht so die Zeit wie so viele.
Hatte vor 3 Jahren mal 2 Leistenbrüche. Normal wäre aufschneiden und mind. 6 Wochen pause / Verdienstausfall.
Unsereins sucht dann nach Lösungen , wie man die lange Ausfallzeit umgehen kann. Bin dann durchs Internet auf einen Spezialisten
In Berlin gekommen. Ein Tag hinfahrt, ein Tag OP, am dritten Tag schon durch Potsdam marschiert, am vierten Tag zurück im Auto (zzzz) nach Gelsenkirchen. Woche drauf für 10 Tage nach kos Urlaub.
Nach 2 Wochen wieder im Job. Und ich montiere Küchen. Körperlich nicht einfach. Ging einwandfrei. Ach ja, einen Nabelbruch
hat der Doc gleich mit repariert.
Diesen Ehrgeiz nach geringer Ausfallzeit hat man halt nur, wenns an die Kohle geht.


Gruß
Markus
 
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