Hallo zusammen,
ich finde es immer wieder beeindruckend, wie in diesem Forum diskutiert und wie fair dabei in den meisten Fällen miteinander umgegangen wird, selbst wenn es mal etwas engagierter wird.
Umso bedauerlicher, dass hier jemand tatsächlich der Meinung ist, ich hätte „doch mit Absicht solch einen Troll-Thread erstellt“. Und dass bei dieser Äußerung auch noch jemand auf „Gefällt mir“ klickt.
Na gut, sei`s drum…
Wie schon erwähnt ging es mir primär um eine Frage, die thematisch in einem Autoforum wie diesem durchaus gut aufgehoben wäre. Jetzt meine ich aber doch zu erkennen, dass ganz andere Fragen wie z.B. die nach der Fürsorge für seine Familie oder der Bereitschaft zu finanziellen Zuwendungen an seine Kinder den Teilnehmern dieser Diskussion ebenfalls wichtig erscheinen.
Frank, du bist ja ein Netter und ich nehme es dir auch gar nicht übel, dass du die Einstellung hast, die du hast und sie auch vehement vertrittst :-)
Ist ja vom Grundsatz her auch etwas, bei dem ich gedanklich bei dir bin.
Aber das ist eben – bestimmt nur wegen deiner Unkenntnis der Sachlage und weil du in einer ganz anderen Lebenssituation steckst – doch ein bisschen Schwarzweiß gedacht. Daher mal ein paar Infos/Gedanken zur Sachlage und zu meiner ganz persönlichen Vorstellung davon, was für kleine und große Kinder gut ist:
Für heranwachsende Kinder ist es meiner Meinung nach gut, wenn sie in liebevoller, behüteter Umgebung aufwachsen können und wenn die Eltern ihnen Grenzen setzen, die ihnen helfen, nicht allzu weit von einem halbwegs gradlinigen Weg zu einer selbständigen, gefestigten und trotzdem liebenswerten Persönlichkeit mit großer Sozialkompetenz abzurutschen. Anleiten, begleiten, wo nötig korrigieren und vor allem authentisch vorleben, das macht Kinder im besten Fall – aber leider immer ohne Garantie - zu gefestigten Erwachsenen.
Erwachsenen Kinder, die ihr eigenes Leben leben, ihre finanziellen Angelegenheiten ganz oder weitestgehend alleine regeln können und vor allem wollen, sollte man als Eltern sicher beratend zur Seite stehen und natürlich sollte man ihnen (nicht nur) finanziell helfen, wann immer das vom erwachsenen Kind gewünscht wird, soweit es einem selber möglich ist und einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Selbständigkeit des bereits erwachsenen Kindes nicht schadet. Denn auch das kommt vor, sehr häufig sogar, immer da wo Eltern „Liebe“ mit „jeden Wunsch erfüllen“ verwechseln.
In mindestens einem Punkt hast du mich glaube ich missverstanden:
Es geht schon auch um`s Geld. Und zwar darum, dass ich neben diverser anderer Belastungen zwei Kindern gleichzeitig das Studium mitfinanziere, was ich gerne tue, solange ich das kann und solange ich das Bemühen meiner Kinder sehe, selber ihr Mögliches dazu beizutragen. Und das tun sie!
Es geht um Umzug, die erste eigene, richtige Wohnung (die Studentenbude mal nicht mitgerechnet), eine berufliche Perspektive und einiges mehr. Ein erreichter Meilenstein in einem Leben. Große Freude bei allen, aber auch große Kosten. Da helfe ich als Vater gerne und großzügig mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen.
Ich muss und will mein Handeln hier vor niemandem rechtfertigen, aber haben die Kritiker schon mal darüber nachgedacht, dass ein erwachsener Mensch wie meine Tochter vielleicht auch einen gewissen Ehrgeiz hat, Dinge aus eigener Kraft zu schaffen?
Genau das ist eines von mehreren wichtigen Zielen, worauf wir in unserer Erziehung Wert gelegt und hingearbeitet haben.
Steht es mir als Vater zu, immer wieder und immer mehr Geld irgendwo reinzupumpen, nur weil ich es habe?
Ich denke, ich bin gut beraten, wenn ich den Wunsch meiner erwachsenen Tochter respektiere, weitestgehend aus eigener Kraft ihr Leben zu gestalten.
Und dieses Auto wollte sie weitestgehend aus eigener Kraft. Ich respektiere das. Nicht, weil es mir gelegen kommt, sondern weil ich sie und ihren Wunsch nach Selbständigkeit wertschätze und ihre Freude über das, was sie mit ihren begrenzten Mitteln alleine schafft, teile.
Dass ich mir dabei natürlich Gedanken über mögliche Gefahren durch ein Auto, das nicht ganz dem Stand der Technik entspricht, mache, sollte mir wohl jeder, der selber Vater ist, abnehmen.
Dass ich sie mir aber verkneife, aus Wertschätzung meiner Tochter und ihrem Bestreben um Selbständigkeit gegenüber, das können sicher nur diejenigen nachvollziehen, die selber in einer ähnlich glücklichen Situation mit tollen, liebenswerten und selbständigen erwachsenen Kindern stehen wie ich.
Allen, bei denen das (noch) nicht so ist, wünsche ich, dass sie ähnliche Herausforderungen eines Tages aus diesem Blickwinkel betrachten können. :-)
Gruß
mabel