Die Zahlen zeigen für mich ein sehr schlüssiges Bild. Schaut euch mal genauer in der Durchschnittsbevölkerung um, da sind Fahrzeugneukäufe sowieso schon mehr oder weniger ausgestorben und wenn es dann für einen Gebrauchten reicht, werden nur die wenigsten zu unpraktischen Autos greifen. Ob da jetzt Downsizingmotoren oder was auch immer drunter sind, interessiert mittlerweile auch nur noch die vergleichsweise wenigen Enthusiasten. Für mich war der E89 gerade richtig, weil ich kein Stoffdach wollte. Es ist laut, ich fahre auch im Winter in den Skiurlaub mit dem Zetti, da kann ich sowas nicht brauchen und ich will keinen Fuhrpark betreiben, obwohl ich mittlerweile wegen der Erhaltung meines E89 darüber nachdenke, noch ein T-Car anzuschaffen, was dann vermutlich ein 1er oder 2er wird...mal sehen.
Gerade der Boxster läuft gut aus einem einfachen Grund: Die Plakette vorne drauf. DAS ist das einzige Argument für den Erfolg des Boxster plus dass eben davon auch nur der kleinste Anteil wirklich gekaufte Fahrzeuge sind. Die wenigsten nutzen die Performance der Fahrzeuge. Und damit kommen wir wieder zu dem Punkt davor. Macht euch mal bewusst, was es für Fahrzeuganschaffungen bedeutet, wenn die durchschnittlichen Reallöhne stagnieren bzw. sinken und das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bei 32k€ liegt. Eine alte Haushaltsregel lautet ja, man solle nicht mehr als ein Nettogehalt ausgeben, ich will diese Regel jetzt nicht zur Diskussion stellen, aber es leben nun einmal doch mehrheitlich viele danach. Damit bleibt oberhalb eines Standardgolfs mit 1.4TSI nicht wirklich mehr was übrig. Deswegen laufen die meisten "Premium"-Fahrzeuge eben nur gebraucht in diesen Markt der Privatkunden rein.
Es herrscht von privater Seite eine gewaltige Kaufzurückhaltung allerorten und die Hersteller von Audi über BMW, Mercedes zu Porsche, um hier mal die Hauptkandidaten ins Feld zu führen, haben einfach das Problem, dass sie im Schnitt mit rund 85% vom Geschäftskunden-Leasinggeschäft leben. Die Roadster die es da gibt, sind keine schlechten Autos, aber privat kaufen eben wenig Leute bei diesen Marken ein. Bei uns dürfen z.B. Firmenwagen, wenn man eine Leasingberechtigung hat, keine Benziner sein und müssen vier Türen haben! Damit reduziert sich das sofort auf die Kategorien Passat, A4, 3er/5er, C-/E-Klasse. 5er/E-Klasse dürfen z.B. nur die oberen Executives leasen und dann nicht mit 6-Zylinder. Und selbst bei uns sagen daher die meisten, dass sie lieber einen Skoda Superb nehmen statt den Basis Audi A4 oder entsprechende Pendants. Und wir sind sogar noch einer der Big Player in der Branche...
Dadurch kommen natürlich massive Zahlen an "langweiligen" Standardkombis in den zweiten Markt, aber unvernünftige Autos sind einfach schlicht nicht im Fokus dafür. Wenn also die Mehrheit diese Autos neu nicht mehr zahlen kann, werden die paar einkommensstarken Kunden das nun einmal nicht rausreissen. Deswegen schlägt ein MX-5 auch so ein. Der bedient nämlich die Kundschaft, die eben nicht so viel Kapital zur Verfügung hat und das sind nun einmal Größenordnungen mehr Menschen als die, die sich selbst einen 18i E89 leisten könnten.
Und die Fahrzeuge in der Preisliga Cayman GTS und größer, da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren. Dafür ist immer ein gewisser Markt da, aber der hat nun wirklich gar keine Relevanz unter den Stückzahlen und gehören zu den wenigen Menschen, die es mit viel Arbeit, Engagement und sicher auch dem richtigen Quäntchen Glück auf die Sonnenseite geschafft haben, aber das ist nun mal nicht die Mehrheit und dieser Weg steht bei weitem nicht mehr vielen Menschen offen.