Neue Masche beim Autokauf?

fundriver

macht Rennlizenz
Registriert
10 Juli 2005
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0i
Hi
Wir verkaufen gerade den Corsa unserer Tochter, der Wagen ist 9 Jahre und hat über 200tkm, gut ausgestattet
Preis finden wir angemessen...nun rufen etliche Leute an und wollen sofort 200 anzahlen ohne irgend wie groß zu verhandeln und dann das Auto später holen..wir brauchen es noch 2 Wochen....
Alle fragen gleich nach der Kontonummer
Frage....wollen die Interessenten die Konto Nummer zum Knacken des Kontos oder wollen die den Wagen sich sichern um die km später zu manipulieren ...ist ja mit 9 Jahren ein noch relaktiv Junges Auto......man könnte ja unterstellen dass man das Fahrzeug dann zum dreifachen Preis verkaufen könnte mit 100tkm weniger..was noch zum Alter passen würde.

Hatte auch so einen ähnlichen Fall auf eBay...da wollte auch jemand von mir was erwerben..fragte nach Konto Nummer und sagte er könne erst in 14 Tagen überweisen ....hab natürlich nichts rausgegeben.

Gruß fundriver
 
Für Preisdrückerei vor Ort bräuchte man keine Anzahlung... interessante Masche, im Internet findet sich auf die Schnelle nichts. :cautious:
 
Ja im Web finde ich auch nichts....komisch...
Dann entweder ist der Wagen evtl ein Schnäppchen für geschickte Aufbereiter oder man versucht doch an das Konto zu kommen.
 
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Der Trick ist folgender:
Die Anzahlung bindet DICH einseitig zu erfüllen, weil die andere Seite schon teilweise (mit Deinem Einverständnis!) geleistet hat.
Vor Ort wird dann wie oben schon erwähnt nachverhandelt. Du kannst das Auto also nur noch an diese Person verkaufen. Im Hintergrund warten bereits spezialisierte Anwälte, die Dich gegen Gebührenerstattung auf Herausgabe des Autos verklagen können (ein Win-Win- Business für die Beteiligten Käufer und Anwälte). Genauso läuft es übrigens ab, wenn man per Mail oder SMS das Verkaufsversprechen macht.
Der Trick ist sooo neu nicht.

Tipp: Da Gebrauchtwagenhändler eine besondere (zu bezahlende) Software haben, die ihnen neue Angebote zuerst anzeigen (noch vor Privatkäufern), würde ich ganz gelassen erst mal zwei Tage warten, bis sich die abgearbeitet haben an Deinem Angebot. Danach kommen nur noch echte Interessenten.
 
Wieso bin ich bei einer Anzahlung gebunden nur an den "Anzahler" zu verkaufen? Wenn ich mit dessen Nachverhandlung preismässig nicht einverstanden bin bekommt er seine 200 zurück und fertig.
 
Der Trick ist folgender:
Die Anzahlung bindet DICH einseitig zu erfüllen, weil die andere Seite schon teilweise (mit Deinem Einverständnis!) geleistet hat.
Vor Ort wird dann wie oben schon erwähnt nachverhandelt. Du kannst das Auto also nur noch an diese Person verkaufen. Im Hintergrund warten bereits spezialisierte Anwälte, die Dich gegen Gebührenerstattung auf Herausgabe des Autos verklagen können (ein Win-Win- Business für die Beteiligten Käufer und Anwälte). ...
Wieso bin ich bei einer Anzahlung gebunden nur an den "Anzahler" zu verkaufen? Wenn ich mit dessen Nachverhandlung preismässig nicht einverstanden bin bekommt er seine 200 zurück und fertig.
In der Tat kann eine Anzahlung, allgemein gesagt, wohl kaum rechtlich bindend sein, wenn der Kaufpreis im Übrigen noch offen ist. Maximal könnte der Anzahlende, falls überhaupt, den Verkauf des Autos zu dem in dem Inserat genannten Preis verlangen. Auch das aber wohl nur dann, wenn der Anzahlende nachweisen kann, dass man sich bereits zu diesem Preis verbindlich einig geworden ist. Andernfalls kann die Anzahlung allenfalls ein Indiz dafür sein. Das bringt dem Anzahlenden aber wenig, wenn er den Preis erst vor Ort drücken möchte.

Gleichwohl dürfte die Frage nach der "Masche" damit beantwortet sein. :t Denn unabhängig von der tatsächlichen Rechtslage kann ich mir gut vorstellen, dass genau das Beschriebene bei den rechtlich nicht versierten Verkäufern probiert werden wird. Irgendwelche "... spezialisierten ..." - wohl eher: windigen und niederträchtigen - Rechtsanwälte werden bei Bedarf dann ordentlich Druck machen.

Im Ergebnis: Eine ziemlich perfide Masche. :furious3:
 
Ich stelle mir gerade die Frage was man VOR ORT bei der Inaugenscheinnahme noch nachverhandeln kann....wenn, ja dann nur offensichtliche Mängel...
Kann man die o.g. Masche eventuell dahingehend ausschalten, wenn man nach einer 1. Inaugenscheinnahme, sofern diese bei der o.g. Masche überhaupt stattfindet, im Kaufvertrag "gekauft wie gesehen" reinschreibt.
Das schließt ja offensichtliche Mängel aus, nur eben nicht die Mängel die ein Käufer nur mit Sachverständigem sehen könnte.
Nicht falsch verstehen....ich unterstelle nicht, dass ein solcher versteckter Mangel vorliegt, sondern das ein sauberes Auto verkauft werden soll...
es geht nur darum aus diesem perfiden Spiel, wenn es denn dann so stattfinden soll, relativ leicht wieder raus zu kommen....
Wahrscheinlich wird die Masche aber ohne das Auto vorher zu sehen so durchgeführt und man bekundet schon vor einer Inaugenscheinnahme eine Kaufabsicht mit Anzahlung?

Edit: OK, die wollen sofort eine Anzahlung leisten.....sorry, eben erst gelesen....
Dann lieber keine Anzahlung akzeptieren....
 
dann schreibt man ihm eben die IBAN mit dem Hinweis, dass als Verwendungszweck angeveben werden soll: "Anzahlung Polo; Endpreis 9000 Euro" - somit verpflichtet sich auch der Käufer zu einem Preis.

... zumindest wird es schwerer für ihn eine Nachverhandlung zu argumentieren.
 
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... oder du gibst die Bankverbindung telefonisch, somit fehlt dem Käufer jeglicher Nachweis
 
Die Anzahlung gehört nicht in die Phase der Vertrags Verhandlung sondern ist bereits Ausdruck eines zustande gekommenen Vertrages.
somit ist der Verkäufer verpflichtet die geschuldete Sache zu übertragen. sollten sich nun aber Mängel zeigen, die nicht in der Beschreibung genannt wurden oder nicht ausreichend gewürdigt wurden hat der Käufer Anspruch auf Nachbesserung. will er diese nicht leisten, kann er einen Preis Nachlass (Minderung) anbieten.
Der Verkäufer hat NICHT das Recht von einem Vertrag zurückzutreten. in Zeiten des Fernabsatzgesetzes wirkt das anachronistisch.
Es kann natürlich sein, dass der Interessent ein ehrlicher Vater ist der für seine Tochter einfach ein sicheres deutsches Auto kaufen will. dann mach es wie Frank vorschlägt und berichte Bitte Wie es ausgegangen ist.
Fairerweise möchte ich aber nochmal explizit darauf hinweisen dass es hier keinesfalls nur um lächerliche 200 Euro geht.
 
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Sicher nicht falsch, was Du schreibst. Nicht unwichtig ist der konkrete Fall. Was wurde konkret vereinbart. Spannend auch, inwieweit sich der Käufer das fehlende Interesse an einer Besichtigung anrechnen lassen muss, eine Obliegenheit für ihn? Hatte mal einen ähnlichen Fall be Gericht.
 
Die Anzahlung gehört nicht in die Phase der Vertrags Verhandlung sondern ist bereits Ausdruck eines zustande gekommenen Vertrages. somit ist der Verkäufer verpflichtet die geschuldete Sache zu übertragen. ...
Man muss hier wohl keine größere Diskussion führen, aber so einfach ist es bei korrekter rechtlicher Betrachtung nicht. Kurz und einfach gesagt ist ein Vertrag frühestens dann geschlossen, wenn sich die Parteien über die wesentlichen Vertragsbestandteile einig sind. Dazu gehört freilich der Kaufpreis.

Wer auf Basis einer Anzahlung einen verbindlich geschlossenen Vertrag behaupten möchte, muss im Streitfall mithin nachweisen, dass sich die Parteien rechtsverbindlich einig waren. Diesbezüglich kann eine Anzahlung allenfalls ein Indiz sein - was aber spätestens mit Bekanntwerden dieser Masche wohl leicht zu erschüttern sein dürfte. Mithin ist bereits das Vorhandensein einer vertraglichen Abrede erheblich zweifelhaft.

Wie gesagt geht es bei dieser Masche aber wohl kaum um eine korrekte rechtliche Betrachtung, sondern um den Versuch, den Verkäufer mit der "Rechtskeule" zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Unabhängig von der Rechtslage muss man wohl befürchten, dass die Masche bei vielen ahnungs- und/oder wehrlosen Menschen erfolgreich sein wird.
 
Sehe ich wie Brummm.
Mit einer Anzahlung per Überweisung sichere ich dem Interessent doch bestenfalls das "Vorkaufsrecht", mit dem Hinweis Zwischenverkauf vorbehalten, wobei Recht auch falsch ausgedrückt sein dürfte denn sollte jemand um die Ecke kommen der die Kohle auf den Tisch legt die ich haben will ist der Wagen weg und der Überweiser bekommt einen Anruf und das Geld zurück überwiesen. Klar bei solchen Aktionen könnte es auch mal eine auf die
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geben, glaub ich :b
 
Wir verkaufen gerade den Corsa unserer Tochter, ...wir brauchen es noch 2 Wochen....

Die zwei Wochen sind um. Hast Du den Rat von Frank befolgt? Hat sich der Interessent, der 200 € für ein ungesehenes Auto überweisen wollte, doch noch als ein ehrbarer Mensch erwiesen?
Ich finde, dass solltest Du hier noch abschließend mitteilen, damit wir zukünftig wissen, wie man mit solchen Angeboten umzugehen hat und nicht alle, die mit Vorab-Überweisungen winken zu Unrecht verdächtigen.
 
final war es so dass ich keine Anzahlung annahm, der Käufer kam, natürlich handelte (auch wenn er vorher zugesagt hatte den vollen Preis zu zahlen) und mit dem Auto verschwand ohne gross nach TÜV zu fragen (in 2 Monaten fällig) oder andere Sachen weiter anzuschauen.....vermute es war ein Profihändler der den Wagen aufbereitet und mit dann angepassten km im Ausalnd weiterverkauft (9 jahre alter Corsa TDI ..hatte 215tkm)....Wagen wäre lt ADAC GW Liste ca 2950 wert , (Preis beim Händler mit mind. 1 Jahr TÜV)----unser hatte nur noch 2 Monate Tüv und hinteres Seitenteil grossflächig eingedrückt durch Rammschaden an einem Pfosten (ca 600-800 Reparatur lt Fachwerkstatt)----belommen haben wir 2125,,denke das war für uns ein guter Preis.
 
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...vermute es war ein Profihändler der den Wagen aufbereitet und mit dann angepassten km im Ausalnd weiterverkauft (9 jahre alter Corsa TDI ..hatte 215tkm)...
Schade, dass du dein Auto an jemanden verkauft hast, von dem du selbst schon damit rechnest, dass er damit jemanden betrügen wird. :(
 
Schade, dass du dein Auto an jemanden verkauft hast, von dem du selbst schon damit rechnest, dass er damit jemanden betrügen wird. :(

ich rechne nicht damit, ist nur eine Einschätzung gewesen.....er selbst behauptet es wäre für seine Tochter....also muss ich wohl seiner Angabe vertrauen---spielt aber auch keine Rolle für den Verkauf....aber wissen tu ich gar nichts....und er wollte unbedingt das Auto....also warum soll ich es ihm nicht geben? das wäre ja "dumm" wenn man das Auto nicht an jemanden abgibt..im Gegenteil, er hat uns direkt mehrmals bedrängt----und als ich gesagt habe dass ich es auch wieder gerne in die Garage stelle und Ihm nicht geben muss wenn er den preis noch weiter drücken will...dann hat er gesagt er will es unbedingt..---also was ist da falsch dran?

und vl war er doch zu billig..bei mobile starten vergleichbare bei über 3000 euro....er meinte dass die Reparatur für Ihn 300 kostet....dann wäre es doch eher ein schnäppchen für den Käufer?
 
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Schade, dass du dein Auto an jemanden verkauft hast, von dem du selbst schon damit rechnest, dass er damit jemanden betrügen wird. :(
Ach komm schon ... es wäre nicht fair jemandem nur aufgrund eines Bauchgefühls von kriminellen Machenschaften vorzuverurteilen und ihm den Verkauf zu verweigern.

Der Käufer hat dem Verkäufer nichts getan, also warum den Handel nicht abwickeln ?!?
 
Hat der Interessent eine 00961 Vorwahl gehabt? :w
Es gibt inzwischen noch eine andere Masche vor der der Rechtsstaat offiziell kapituliert: angebliche Schäden am Fahrzeug werden als Anlass zu Erpressungen genutzt. Ich finde an der Masche aus Sicht des Profiteurs besonders smart, dass man dazu das Fahrzeug nicht mal SELBST kaufen muss :O
0 Risiko bei enormen Profiten.
Quelle: ZDF Frontal
 
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Hat der Interessent eine 00961 Vorwahl gehabt? :w
Es gibt inzwischen noch eine andere Masche vor der der Rechtsstaat offiziell kapituliert: angebliche Schäden am Fahrzeug werden als Anlass zu Erpressungen genutzt. Ich finde an der Masche aus Sicht des Profiteurs besonders smart, dass man dazu das Fahrzeug nicht mal SELBST kaufen muss :O 0 Risiko bei enormen Profiten.
Quelle: ZDF Frontal

Habe ich gestern im Fernsehen gesehen und mir ist dabei die Spuke weg geblieben. Unglaublich was unsere Politiker uns zumuten! Der Glaube an einen Deutschen Rechtsstaat geht mir leider immer mehr abhanden.
 
Wäre das vielleicht in wenigen Stichworten zusammenfassbar? Dann müsste man nicht den ganzen Beitrag ansehen. ;)
 
Leider hat das ZDF nicht erwähnt, dass selbst wenn Ermittlungen erlaubt wären, sie regelmäßig ohne befriedigendes enden würden, weil die internationale Rechtshilfe nicht funktioniert,schon kaum in der westlichen Welt, erst recht nicht in Afrika.
 
Kurzfassung: Keine Strafverfolgung, weil im Heimatland Todesstrafe droht, Deutschland die Täter dort nicht dieser (abstrakten) Gefahr aussetzen darf.
 
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