Ich auch.
Wenn damit der "Lock down" in absehbarer Zeit gelockert werden kann und damit ein größerer Schutz des Lebens der Bürgerr sowie eine Verringerung des Volkswirtschaftlichen Schadens einhergeht ist das zu befürworten.
Schließlich wäre die Lockerung des Datenschutzes an der Stelle nicht von Dauer.
Beispiele wie das funktionieren kann gibt es, Südkorea und Taiwan haben es vorgemacht. Das ist also kein Experiment.
Dafür zu sorgen das hinterher der Datenschutz wieder vollumfänglich hergestellt wird, haben wir genügend kompetente Stellen.
Aber den Datenschutz vor Menschenschutz zu stellen ist etwas das ich nicht verstehe.
Eigentlich teile ich deine Meinung - aber ob die Dinge, die nur temporär gelten sollen, dann auch wieder beendet werden, wenn man sich daran gewöhnt hat?
Sind da unsere Gesetze missbrauchsfester, je nachdem, wer an die Macht kommt?
Oder brauchen wir - wenn die akute Situation überstanden ist - hier nicht doch einen kritischen Blick darauf, was mißbrauchsgefährdet ist und welche zusätzlichen Sicherungen nötig sind?
Ich bin hier (kein Jurist) sicher Laie, weiß auch, dass Beispiele hinken, aber:
- Der Soli hatte bei Einführung eine festgelegte Ablaufgrenze.!?!?
- Die zusätzlichen Altersversorgungen, Betriebsrenten wurden 2003 auch rückwirkend (also nicht nur für Neuverträge) mit Krankenkassen- und Pflegekassenabbgaben belegt (Vertrauensbruch).
Bei Zahlungseintritt brechen 20-30% auf 10 Jahre Pflichtbeitrag gesehen vom angesparten Betrag weg.
Da kam und kommt man in Schwitzen, wenn mit diesem Betrag gerechnet wurde.
- Die 1903 eingeführte Sektsteuer (für den Ausbau der wilhelminischen Flotte und dem Kaiser Wilhelm Kanal) besteht immer noch! (2x ausgesetzt, aber nicht abgeschafft, 1939 zum Ausbau der U-Bootflotte reaktiviert - seitdem in Kraft, wird direkt bei den Herstellern eingezogen, daher merken wir es nicht so, außer vielleicht an der Qualität, wenn Schaumwein sehr billig ist

). Die Begründung ist längst entfallen, aber die Quelle sprudelt.
Was ich sagen will - es ist NICHT selbstverständlich, dass temporär mit mehr oder weniger guter Begründung eingeführte Dinge auch wieder verschwinden.
Der Prozess der Gewöhnung ist schleichend und damit mißbrauchanfällig - hier müssen feste Barrieren eingebaut werden. Dazu gehört eine wachsame, kritische Öffentlichkeit.
Und ja: entgegen anderen Meinungen denke ich, dass wir JETZT über Exitstrategien nachdenken und informiert werden müssen, nicht erst nach dem 19./20. April, je nach Bundesland. Ansonsten wird - wie hier auch von anderen mehrfach geäußert, die Akzeptanz für die Beschränkungen sinken und die Sorgen und Nöte schwer einzufangen sein.
Und: Ich will NICHT den Ruf nach einem starken Mann (oder Frau), dem ich mich dann auszuliefern habe, s. die Abläufe (tausendfache Entlassung von Richtern, Polizisten u.a.m., bis es Erdogan passte) in der Türkei, aktuell die in Orbans Ungarn ..., so wird Europa nicht weiter Bestand haben können.
Anscheinend haben wir aber gut daran verdient, dass wir die Unsolidarität entgegen der Absprachen z.B. in der Flüchtlingskrise letztendlich haben laufen lassen. Was interessiert das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Ungarn, Polen, Tschechien.
Ich vertraue den redlichen Anstrengungen von Datenschutzbeauftragten usw., sehe, wie wir leichtfertig und freiwillig Daten preisgeben - ich bin mir nicht sicher, ob wir uns nicht als Gesellschaft zuviel gefallen lassen?
Wie gesagt, Diskurs und kritische Bewertung NACH der akuten Phase, in der Handeln auf Grund der bestehenden gesetzlichen Gegebenheiten angesagt ist - aber dann um so wichtiger für die Zukunft, regional, national und auch mit Blick auf das heutige Europa.
Wehret den Anfängen!