Wahrheitsfindung um jeden Preis? Wie würdet Ihr entscheiden?

Wahrheitsfindung um jeden Preis zur Rettung eines Menschenleben

  • Nein, nicht in einem Rechtsstaat

    Stimmen: 4 57,1%
  • Im Einzelfall ja nach sorgfältiger Abwägung

    Stimmen: 3 42,9%

  • Umfrageteilnehmer
    7

CityCobra

Gesperrt
Registriert
28 August 2010
Ort
Tor zum Münsterland, Brücke ins Ruhrgebiet
Wagen
BMW Z4 e86 coupé 3,0si
Aus aktuellen Anlass der TV Verfilmung von Ferdinand von Schirach: „Feinde - Gegen die Zeit“ und „Feinde - Das Geständnis“ in der es um folgendes Thema geht, würde mich Euer Urteil interessieren:
Wahrheitsfindung um jeden Preis?
Sollte es unter Androhung von Gewalt, oder Folter möglich sein ein Geständnis zu erzwingen, um ein Menschenleben zu retten?
Aus rechtsstaatlicher Sicht undenkbar!
Eine Geschichte, zwei Filme: Im Zentrum des Fernseh-Experiments "Feinde" nach Ferdinand von Schirach steht eine Kindesentführung und die zügige Festnahme eines Tatverdächtigen, die aus zwei Perspektiven erzählt wird. +++ Mit Klaus Maria Brandauer, Bjarne Mädel, Franz Hartwig, Katharina Schlothauer u. a. | Regie: Nils Willbrandt
ARD Mediathek: Ferdinand von Schirach: Feinde - Gegen die Zeit

ARD Mediathek: Ferdinand von Schirach: Feinde - Das Geständnis

Verfügbar bis: 03.04.2021
 
Zuletzt bearbeitet:
Das habe ich befürchtet :rolleyes:
Schau dir doch erst mal den 2. Teil (aus Sicht des Anwalts) an.
Oder willst du nur labern, und das seitenlang?
 
Schau dir doch erst mal den 2. Teil (aus Sicht des Anwalts) an.
Oder willst du nur labern, und das seitenlang?
Ich schaue gerade...
Und ob und wie lange ich hier „labere“ ist meine Entscheidung und muss Dich nicht interessieren!

Zum Thema:
Die Abstimmung des Urteils der Juristen, Polizisten und Eltern finde ich sehr interessant aufgrund der großen Abweichungen. Aus Sicht der Eltern z.B. aber verständlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Doch, das interessiert mich. Ich bin genauso wie du Mitglied im Forum.
Auch wenn wir im Cafe sind, muss man nicht alles belabern.
Ich frage dich auch nicht, was du - als Unbeteiligter - vom Thema Intelligenz hältst.
 
Zur Sache:Am Ende steht im Urteil, dass ein unter Folter erreichtes Geständnis nicht verwertet werden darf.
Schlussssatz des Anwalts (Karl Maria Brandauer) war "Der Rechtsstaat hat gewonnen, das ist das Wichtigste".

Es geht um unseren Rechtstaat und die Abwägung der Grundrechte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frage dich auch nicht, was du - als Unbeteiligter - vom Thema Intelligenz hältst.
Soll ich mich darauf einlassen?
Ich habe übrigens mein Zitat darauf entfernt, auf so ein Niveau möchte ich mich nicht begeben.
Zur Sache:Am Ende steht im Urteil, dass ein unter Folter erreichtes Geständnis nicht verwertet werden darf.
Wie bereits erwähnt steht das außer Frage.
Ich möchte zum Thema an den Fall Magnus Gäfgen erinnern an den die Story angelehnt ist.
 
Geständnis hin oder her, er ging um den Aufenthaltsort des Opfers.
Er wusste die Adresse, das kann man nicht widerrufen.
 
Ich persönlich fand den Film gestern schlecht (habe nur den ersten Film bis 21:45 gesehen), sowohl was das Drehbuch als auch die eigentliche Thematik angeht.

Es wird einerseits eine Pseudo-Diskussion aufgemacht, denn die Gesetzeslage, was Folter bzw. die Androhung von Gewalt in Verbindung mit der Verwertbarkeit von Geständnissen angeht, wird sicherlich nicht geändert werden bzw. steht überhaupt nicht zur Debatte. Andererseits wurde die Meinung, dass Folter in bestimmten Situationen zulässig sein sollte, von vornherein diskreditiert.

Was mir noch auffiel: So wie der Fall im Film dargestellt wurde, macht die ganze Situation natürlich noch weniger Sinn, denn es lagen keine stichfesten Beweise gegen den Angeklagten vor, allein die "Intuition" eines Polizisten. Das soll als moralische Legitimation für Folter dienen? Das ganze Projekt hätte meines Erachtens nach den Kern viel stärker getroffen, wenn der Täter von vornherein sicher überführt worden wäre, sich aber dennoch geweigert hätte, den Aufenthaltsort des Opfers preiszugeben.

So wurde - leider - mal wieder viel Wind um nichts gemacht.
 
Das ganze Projekt hätte meines Erachtens nach den Kern viel stärker getroffen, wenn der Täter von vornherein sicher überführt worden wäre, sich aber dennoch geweigert hätte, den Aufenthaltsort des Opfers preiszugeben.

Damit hättest man jedoch das abgeschnitten, was doch gerade für die "Empörung" resp. Zweifel sorgt: Jeder weiß durch die Kundgabe der Adresse, dass er der Täter (oder Teilnehmer) war und gleichwohl erfolgte ein Freispruch. Dieser ist doch der entscheidende Punkt. Wäre es stattdessen aufgrund anderweitiger Beweis zu einer Verurteilung gekommen, entfiele doch (nahezu) vollkommen der "Reiz".
 
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