Schwimmen im Vorderwagen....

dive

Testfahrer
Registriert
3 April 2008
Hallo, als erstes sollte ich mal erwähnen das ich keine Z3 Coupe fahre - sondern MX-5. Hoffe ich bin hier trotzdem Willkommen. Mein Nachbar und guter Bekannter fährt aber einen und der ist ziemlich verzweifelt. Bj. 2000 2,8 l 100.000 Kilometer Bereifung: Vorne 225 Hinten 245 Dunlop Supersport auf 17 Zoll / Laufleistung ca. 150 km Folgendes tritt auf: schwimmen und teilweise auch springen im Vorderwagen bzw. der Vorderräder. ( Habe mich beieiner Probefahrt auch ganz schön erschrocken ) Laut Werkstatt wurde folgendes festgestellt: Lenkungsdämpfer ( Gummies ) erneuert, linke Lenkstange verbogen / ersetzt. Aber das hat keine Veränderung gebracht !!! Stossdämpfertest: Hinten leichte Undichtigkeit. Habt ihr sachdienliche Hinweise und Ratschläge... Wäre Klasse ! Auch wie man mit den anscheinend unnötigen Reparaturen umgeht. Gruß & Danke
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....

also wenn die Räder so springen bzw. Hüpfen sind doch meistens die Dämpfer am sack.. oder täusche ich mich da jetzt!?!
 
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ich würde auch sagen das die dämpfer im a**** sind.
das schwimmen hatte ich bei meinen dunlop am anfang auch ,die müssen erstmal etwas eingefahren werden dann hört das auch auf ,bei 150km sind die ja noch nagel neu.
 
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Hallo,

bei 100tkm sind auch garantiert die Radführungsgelenke fratze, gleiches dürfte für die Gummilager zutreffen. Die Haltbarkeit gerade bei der fetten Bereifung beträgt teilweise auch nur 50tkm.

Die Spurstangen kriegen im inneren Gelenk gern luft, am besten immer paarweise austauschen.

Bei der Gelegenheit sollten auch neue Dämpfer rundum verbaut werden, und wo man schonmal in der Werkstatt ist, dann auch neue Tonnenlager hinten.

Mit guten Dämpfern kostet so ein Spaß dann gern 1500 EUR, aber tröste Dich, bei Deinem MX-5 wäre es garantiert teurer....

Viele Grüße,

Robert.
 
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Hi,

also wenn die vorderen Dämpfer okay sein sollten, wäre noch zu klären, ob das Auto tiefergelegt ist? Falls ja, liegt er ggf. auf dem Anschlagpuffer der Stossdämpfer auf, weil die Federn zu kurz sind. Dann neigt die VA auch dazu, nervös zu reagieren.

Ausserdem würde ich vielleicht nochmal schauen, wieviel Luftdruck in den Vordereifen ist, vielleicht hat der Reifenmonteur nicht den korrekten Luftdruck eingefüllt und das kann auch Grund für ein unschönes Fahrverhalten sein.

Zum Schwimmen ist eigentlich alles gesagt - hier kann man den Reifen als Ursache erst nach ca. 500km ausschliessen.
Wenn die VA dann weiterhin schwammig wirkt, würde ich nochmal nach den Querlenklagern und den Radführungsgelenken schauen lassen. Auch die Domlager anzuschauen wäre sicher keine ganz dumme Idee... edit: Okay, hier war Robert etwas schneller! %:

Zu den "unnötigen" Reparaturen:
Naja, eine verbogene Lenkstange mag hier nun keine Ursache für das unschöne Fahrverhalten gewesen sein, ebensowenig die Lenkungsdämpfer, aber beide Reparaturen waren an sich notwendig.
Für weitere Aktionen würde ich persönlich so vorgehen:
Auftrag, das korrekte Fahrverhalten wieder herzustellen, erteilen. Wenn die Meister bei BMW dann z.B. die Dämpfer tauschen und das nichts hilft, Mängelrüge (schriftlich und fristgemäss - s. AGB) üben und Nachbesserung verlangen.
Wenn die Werkstatt dann fair ist, stellt sie die neuen Dämpfer nicht in Rechnung (sie hat aber auch die Möglichkeit, die alten wieder einzubauen, sofern sie diese nicht weggeworfen haben), wenn diese nicht "geholfen" haben. Das setzt aber voraus, dass nur immer eine Massnahme alleine durchgeführt wurde, denn nur dann kann man klar sagen, was zielführend war.

Grüsse,
Tom
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....

Hallo, ich danke Euch erstmal für eure Antworten !!! Werde das alles mal so weitergeben und alle hier auf dem Laufenden halten... Viele Grüße
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....

Hi,
Auftrag, das korrekte Fahrverhalten wieder herzustellen, erteilen. Wenn die Meister bei BMW dann z.B. die Dämpfer tauschen und das nichts hilft, Mängelrüge (schriftlich und fristgemäss - s. AGB) üben und Nachbesserung verlangen.

Etwas spät, aber trotzdem:

Sorry, das scheint mir etwas weltfremd bzw. die offensichtliche und vorsätzliche Suche nach dem berühmten "Doofen". Natürlich ist bei 100tkm kein Teil mehr 100%ig.
Ich denke, man wird keine Werkstatt finden, die sich auf dieses Spiel einlassen wird. Beim Gewerk zum Festpreis lässt sich ja wenigstens noch das Gewerk definieren, aber hier?
"Wiederherstellung des Fahrverhaltens" - danach sagt die Werkstatt garantiert, dass das Fahrverhalten angesichts der Laufleistung und des Alters des Wagens völlig normal ist bla bla bla kennt man ja.

Wer weiß, vielleicht wurde an dem Auto ja auch mit billigen Tieferlegungsfedern, Distanzscheiben etc. herumgebastelt. Oder das Lenkgetriebe hat einen Schlag weg?

Was sicherlich hilft ist eine Komplettüberholung von VA und HA mit neuen Federbeinen, Querlenken, Gummis, Domlagern, Spurstangen ... alternativ könnte es sich auch lohnen, gleich ein Schnitzer-Fahrwerk einbauen zu lassen und alle "verdächtigen" Teile auszutauschen.

Nix für ungut, aber wer ein gutes "klassisches" Auto haben will das nun auch einige Jahre auf dem Buckel hat, muss bereit sein, für gute Arbeit gutes Geld zu bezahlen ... nicht umsonst grassieren ja die Katastrophenmeldungen von ATU. Und warum? Weil Geiz ja ach so geil ist...


In diesem Sinne, Robert.
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....



Etwas spät, aber trotzdem:

Sorry, das scheint mir etwas weltfremd bzw. die offensichtliche und vorsätzliche Suche nach dem berühmten "Doofen". Natürlich ist bei 100tkm kein Teil mehr 100%ig.
Ich denke, man wird keine Werkstatt finden, die sich auf dieses Spiel einlassen wird. Beim Gewerk zum Festpreis lässt sich ja wenigstens noch das Gewerk definieren, aber hier?
"Wiederherstellung des Fahrverhaltens" - danach sagt die Werkstatt garantiert, dass das Fahrverhalten angesichts der Laufleistung und des Alters des Wagens völlig normal ist bla bla bla kennt man ja.

Wer weiß, vielleicht wurde an dem Auto ja auch mit billigen Tieferlegungsfedern, Distanzscheiben etc. herumgebastelt. Oder das Lenkgetriebe hat einen Schlag weg?

Was sicherlich hilft ist eine Komplettüberholung von VA und HA mit neuen Federbeinen, Querlenken, Gummis, Domlagern, Spurstangen ... alternativ könnte es sich auch lohnen, gleich ein Schnitzer-Fahrwerk einbauen zu lassen und alle "verdächtigen" Teile auszutauschen.

Nix für ungut, aber wer ein gutes "klassisches" Auto haben will das nun auch einige Jahre auf dem Buckel hat, muss bereit sein, für gute Arbeit gutes Geld zu bezahlen ... nicht umsonst grassieren ja die Katastrophenmeldungen von ATU. Und warum? Weil Geiz ja ach so geil ist...


In diesem Sinne, Robert.


Hi Robert,

ich denke, das hat mit Geiz nichts zu tun, sondern schlichtweg mit der Tatsache, dass BMW als Hersteller des Fahrzeuges eigentlich etwas mehr auf dem Kasten haben sollte, als wahllos Teile auf Verdacht zu tauschen und so dem Kunden den schwarzen Peter zuzuschieben.
Das ist nämlich auch die Geschichte mit dem "Doofen", nur andersrum, wie von Dir dargestellt.

Und nun die Gewissenfrage, Du bist ja offenbar Ingenieur: Ist "trial&error" gute Arbeit und somit gutes Geld wert? Nein, oder? Also...

Ich gehe ab hier nun mal von mir aus:
Wenn ein Teil begründeterweise ausgetauscht wird, ist ja nichts dagegen zu sagen. Das kann darin begründet sein, dass es den Fehler behebt oder dass im Rahmen der Fehlersuche ein weiterer, bisher unerkannter Defekt erkannt wird.

Ein Beispiel: Wenn bei mir ständig die Kühlmitteltemperatur im roten Bereich hängt, gehe ich zu BMW.
Dort schaut man sich das Auto an und tauscht dann den Thermostaten. Dabei entdeckt man noch, dass der Rippenriemen porös ist und tauscht diesen ebenfalls.
Wenn der Fehler damit behoben ist, bin ich zufrieden und glücklich, dass mein Coupé wieder läuft und zahle ohne mit der Wimper zu zucken die Rechnung, die ein paar Tage später per Post hier aufläuft.
Wenn ich aber nach 20km mit kochendem Kühlmittel dastehe, dann zahle ich zwar den Rippenriemen, denn der war ja porös, aber ich weigere mich, die Rechnung für den Tausch des Thermostaten zu zahlen, denn der war wohl nicht die Ursache für die Überhitzung.
Wenn dann im nächsten Schritt der Kühler getauscht wird, ich danach aber wiederum nur 20km weit komme, dann zahle ich auch diese Rechung nicht.
Sollte sich dann herausstellen, dass es die berüchtigte Wasserpumpe war, dann zahle ich diese Rechnung ebenfalls ohne Zuckungen - nur den neuen Thermostaten und den neuen Kühler, den kann die Werkstatt dann entweder abschreiben, oder aber meine alten, aber nicht defekten Teile wieder einsetzen.

Um nun kurz, aber plakativ auf Deinen Vorschlag mit der Komplettüberholung beider Achsen einzugehen - vielen Dank auch für diese Vorlage:
Das ist genau das, was ich persönlich nicht schätze! Das wäre, um beim obigen Beispiel zu bleiben, so, wie wenn man den Thermostaten tauscht, merkt, dass der Fehler dennoch auftritt und dann dazu übergeht, dem Kunden einen AT-Motor einzusetzen, denn grundsätzlich kann ein überhitzter Motor ja auch von einer defekten Kopfdichtung oder Rissen im Block ausgehen.


Und falls Du Dir ggf. überlegst, wieso ich (zumidest aus Deiner Sicht auf die Welt) so "weltfremd" reagieren mag?
Zweieinhalb Jahre Erfahrung mit drei Markenwerkstätten und sogenannten Fachingenieuren aus der Zentrale.
Ach so, vielleicht noch erwähnenswert: Die Herren haben zweieinhalb Jahre lang fleissig ein Teil nach dem anderen an meinem Motor getauscht, anfangs noch auf meine Rechung, den Fehler haben sie aber nie gefunden...nach der ersten Mängelrüge aber auch keine Rechnungen mehr gestellt. :w

Grüsse,
Tom
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....

Hallo Tom,

es war BITTE nicht persönlich zu nehmen - ich mag nur gerade in Fahrwerksfragen diese Herangehensweise nicht. Bei ca. 100tkm sind eigentlich bei einem BMW, der auf einem einfachen Fahrwerk basiert (damals 1983 startete der E30er mit 195/65 auf 14 Zoll), jetzt werden die selben Fahrwerksteile mit 245/40-17 belastet bei deutlich gesteigertem Gewicht. Wie sich dies auf die Haltbarkeit der Komponenten auswirkt, dürfte klar sein.
Selbst mein E36 compact hat bei 200tkm die dritten Stoßdämpfer, die dritten Gummilager, die vierten Traggelenke. Der Z3 dürfte diese Teile noch gieriger verzehren.

Dabei gibt es i.d.R. nicht "das eine Teil", das Ärger macht und sichtbar die weiße Fahne schwenkt. Ich hatte ewig Ärger mit Unwuchten beim E36 compact. An der Hinterachse waren es schließlich die Tonnenlager in Verbindung mit Dämpfern und Stützlagern ...

Ich bin der Meinung, dass (wenn das Fahrverhalten dermaßen schlecht zu sein scheint) eine weitgehende Überholung angesagt ist. Sonst wird hier gebastelt und dort gebastelt, zwischendurch verspürt man Besserung, dann kommt das nächste Problem.

Die Fahrten zur Werkstatt und die Rüstkosten addieren sich dann am Ende zum Mehrfachen eines überlegten Rundum-Schlages. Dann wurde eben dreimal für 240 EUR die Vorspur bei BMW eingestellt - für die üebrflüssigen 480 EUR hätten wir schon die Lohnkosten für die komplette Vorderachsüberholung zusammen.

Auch die Oldtimerrei hat mich gelehrt, nach Möglichkeit immer einzelne Baugruppen anzugehen, sonst kommt man aus der Schrauberei nicht mehr heraus. Ein häufiger Fehler... diese Autos werden dann als "top-gewartet" verkauf. Tatsächlich, es wurde ja auch ständig dran rumgeschraubt.

Das Beispiel von Motor-Anbauteilen ist meiner Meinung nach damit nicht zu vergleichen, da sich hier (einen gesunden Grund-Zustand vorausgesetzt) meistens eher einzelne Ursachen finden lassen.

Natürlich sind die Werkstätten sogar mit dem M54 heillos überfordert - wenn die Diagnosesoftware nichts meldet, ist eben "Versuch und Irrtum" angesagt.

Als ingenieurmäßige Herangehensweise MUSS man dies (ich spreche von Softwareentwicklung in komplexen und fehlerüberhäuften Umgebungen) manchmal sogar bewußt eingehen, um Ursachen einzugrenzen. Warum bricht ein Datenbankjob unregelmäßig ab? Warum bricht ein System unregelmäßig und nicht wirklich vorhersehbar zusammen? Wenn Du sofort die Antwort weißt, war das Problem ein Pipifax oder Du bist 5000 EUR am Tag wert. Und wer ist das schon???

Wenn die Ursache gefunden ist, scheint es einfach und die Fehlversuche auf dem Weg dorthin unverzeihlich. Nur ist die Zahl der Hellseher auch unter den Studierten auf der Erde recht gering.

Um zum Punkt zu kommen: ich mag es (als Selbständiger) nicht, wenn quasi mit den Sanktionen der Nicht-Erfüllung seitens der Werkstatt kalkuliert wird. Klar wird man als Kunde öfter mal für dumm verkauft, aber ob man den Spieß so umdrehen sollte??? Außerdem denke ich weiterhin, dass sich auf dieses Spiel keiner einlassen sollte - bei der o.g. Laufleistung dürfte kaum eines der üblichen Fahrwerks-Verschleißteils (falls nicht schon erneuert) die Toleranzen eines Neuteiles erreichen. Heißt, die Traggelenke sind wahrscheinlich eh' fällig, eine Spurstange hat Spiel und die Querlenkergummies sind dull. Mitunter addieren sich auch die Faktoren.


Schönen Abend,
Robert.
 
AW: Schwimmen im Vorderwagen....

Hi again,

keine Sorge, ich nehme es nicht persönlich, dass nicht jeder so denkt, wie ich! ;)

Du hast in vielen Punkten recht, das gebe ich gerne und offen zu...
Ausserdem müssen wir ja nicht alle derselben Meinung sein, sonst wäre es ja kein Diskussionsforum! :d

Vielleicht bin ich nach dem Theater mit meiner Kiste aber inzwischen auch etwas, wie soll ich sagen, misstrauisch geworden...
Natürlich ist es nicht fair, damit zu kalkulieren, dass BMW irgendwas in den Sand setzt und man neue Teile für lau bekommt. Das war nicht in meinem Sinne, das war seinerzeit eher mein Sicherheitsnetz, dass die "Herren" sich auf das Wesentliche konzentrieren, wobei ich Dir auch hier zustimme, dass ein Fahrwerk was anderes ist, als ein Motor.

Auch Dir noch einen schönen Abend!

Tom
 
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