Ich bin von Beruf Ritzatoir.
Ne, ist nichts unanständiges. Arbeite in Hamburg im Kaffeegewerbe. Mein Job besteht darin, dass ich die Kaffeebohnen, jede einzelne, mit einer Art Skalpell im Längst der ovalen Form einritze. Somit entfaltet jede Bohne ihr individuelles Aroma, natürlich dem Herkunftsland entsprechend. Achtet mal darauf, wenn Ihr geröstete Bohnen in Euren Kaffeeautomaten gebt. Die kleinen Längstkerben sind von mir oder unseren Kollegen. Die Arbeit ist oft mühsam und scheint jeden Tag nicht zu enden, denn es gibt einfach extrem viele Bohnen. Für unsere Branche natürlich super, denn es gibt Arbeit ohne Ende.
Eine unserer teuersten Kaffeebohnen kommen aus Südostasien.
[FONT=Arial,Helvetica,sans-serif][SIZE=-1]Die Bohnen, die ich natürlich auch beritzen darf (natürlich nur unter strengster Kontrolle eines zusätzlichen Aufsehers), wurden von einem asiatischen Fleckenmusang (
Paradoxurus hermaphroditus) aufgefressen und anschließend unverdaut wieder ausgeschieden. Die Magensäure des Fleckenmusang geben der Bohne einen würzigen Geschmack. [/SIZE][/FONT]Der daraus gebrühte Kaffee ist bock teuer. Was der hinter mir stehende Aufseher nicht mitbekommt ist, dass ich mir den Abfall der beim Ritzen anfällt in die eigene Tasche fülle und somit ab und an in den Genuss eines hieraus gebrühten Kaffees komme. Herrrrlich der Geschmack!!!
Allen dann weiterhin frohes Schaffen!!!
Gruß Frank (macreu)