Abgeltungsteuer auf der Kippe

Veno

macht Rennlizenz
Registriert
3 September 2013
Ort
Augsburg
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0i
Man nimmt einem auch wirklich den letzten Grund noch Kapital in Deutschland zu halten.
Ohne Worte...
Damit ist für mich pauschal alles rote (und Abwandlungen) bei den kommenden Wahlen gestorben.

n-tv mobil: Abgeltungsteuer auf der Kippe
http://www.n-tv.de/19773223

Wie steht ihr dazu? Soll jetzt keine politische Diskussion werden, allerdings weiß man echt nicht mehr wie man noch sein Kapital anlegen soll, ausser Immobilien [emoji25]
 
Zuletzt bearbeitet:
Das kann eigentlich nur politisch werden :w

So unpolitisch wie möglich:
Die Kernfrage ist meines Erachtens, ob man Kapitaleinkünfte wie jedes andere Einkommen ansieht (und dann konsequenterweise versteuert) oder nicht.

Dass Kapitaleinkünfte zur Zeit sehr niedrig sind, ist ein anderer Punkt, der mit der Frage der Versteuerung im Prinzip zu tun hat.
 
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Grundsätzlich sollte man vlt. erst einmal klären, ob das Versteuern von Kapitalerträgen generell gerecht ist?
Ich finde das schon ein starkes Stück, dass man auf Zinserträge aus versteuerten Einnahmen noch einmal Steuern zu zahlen hat.

Und jetzt bitte keine Belehrungen von welcher Seite und in welcher Form auch immer... ich habe keine Lust auf Diskussionen, die zu nichts führen, außer Streit und Zank!
Was gerecht ist, mögen möglicherweise einzelne User wieder sehr genau wissen, aber allgemein einverständlich klären werden wir das in diesem Forum auch in Hundert Jahren nicht.
 
Ich sehe das ähnlich mit der Betrachtung der Kapitaleinkünfte. Diese sollten separat betrachtet werden, wie es heute ja bereits passiert. Damit kann man sich Zähne knirschend arrangieren. Allerdings Kapitalerträge auch noch ohne erleichternde Regelung auf den persönlichen Spitzensteuersatz zu setzen, ist echt fragwürdig. Geil ist ja auch noch immer der Soli und Kirchensteuer zu der Abgeltungsteuer, womit der Begriff ad absurdum geführt wird.
 
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Ich finde das schon ein starkes Stück, dass man auf Zinserträge aus versteuerten Einnahmen noch einmal Steuern zu zahlen hat

sorry dieser satz zwingt einen dazu etwas Generelles zum Thema Steuern zu schreiben.
Dein Argument wird oft angeführt auich bei anderen Steuerarten wie z.b. der Erbschaftsteuer, der früheren Vermögenssteuer, etc. pp.

Aber nimm mal dein Argument ("ist ja schon versteuert") und vergleiche es mal mit anderen Einkunftsarten:
- Wenn ich meinen versteuerten Nettolohn in eine Wohnung investiere und dann vermiete, dann muss ich die "Kapitalanlage" = Vermietungsimmobilie sogar meinem persönlcihen Steuersatz unterwerfen.
- Wenn cih meinen versteuerten Nettolohn in eine Firma stecke muss ich den Gewinn auch versteuern
...

(diese Lliste kannst du ewig weiterführen).

Im Grunde werden Kapitaleinkünfte nämlich bereits jetzt schon durch die Abgeltungssteuer (Steuersatz: 25%) MASSIV bevorzugt ggü. allen übrigen Einkunftsarten (Steuersatz: meist >25%).


Noch ein schönes Beispiel:

Person A = Privatier hat eine SEHR Große Menge Geld und verdient durch Zinsen eine ebenfalls beachtliche Summe. Er muss NIX tun und zahlt lediglich 25% und kann sein leben mehr als finanzieren
Person B = Angestellert mit gutem Gehalt arbeitet sehr viel und muss ggf. über 40% seines Lohns abgeben und hats ggf. ncht so einfach wie person a sein Leben zu finanzieren
 
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Person A hat das angesparte Geld ja nicht 'geschenkt' bekommen und somit bereits schon mal hoch versteuert. Person A kann ja dasselbe tun, es zwinkt ihn niemand bei gutem Einkommen nicht Kapital über Erträge, versteuert durch die Abgeltungsteuer, zu erwirtschaften. Man würde lediglich einer der letzten Möglichkeiten abschaffen Kapital sinnvoll im Sinne anderer bestehender Möglichkeiten zu erwirtschaften. Frei nach dem Motto, kann ja nicht sein, dass mein 'Nachbar' weniger steuern zahlt, als ich. Obwohl beiden die gleichen Möglichkeiten offen stehen ihr Kapital anzulegen. Faktor Neid, mit dem man Gleichgerechtigkeit politisch motiviert, ausspielen möchte.
 
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Person A hat das angesparte Geld ja nicht Geschenkt bekommen und somit bereits schon mal über 40% entrichtet.

theor. wäre eine Schenkung schon möglich.

Das Problem ist das Kapital über Generationen / Jahrtausende wächst und sich die Schere zwsichen in der Gesellschaft immer weiter spreizt...

Person B hat sein Geld übrigens auch bereits mit "über" 40% versteuert...

Person A kann ja dasselbe tun, es zwinkt ihn niemand bei gutem Einkommen nicht Kapital über Erträge, versteuert durch die Abgeltungsteuer, zu erwirtschaften. Man würde lediglich einer der letzten Möglichkeiten abschaffen Kapital sinnvoll im Sinne anderer Möglichkeit den zu erwirtschaften.

Ich vermute du wolltest B sagen.
Problem: Man braucht eine kritische Masse an Kapital, um davon leben zu können. wenn du nicht zum Personenkreis A gehörst und eine entsprechende Kapitalbasis "schon da war", geht eben nicht.
 
Unterscheidet bitte noch zwischen dem Kapital und den Erträgen daraus.
Wenn das Kapital (aus Gehalt, Zinsen, etc....) schon mal versteuert wurde, dann sind es die Erträge daraus (Zinsen oder die Miete in Hammam's Beispiel) noch nicht. Diese sind erst von Abgeltungsteuer oder Einkommensteuer betroffen.
 
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Steuergerechtigkeit ist ja fast so schwer zu erreichen, wie das Verständlichmachen derselben gegenüber dem Bürger. Wenn man es insofern mal einfach darstellt, dann ist wohl für manch einen hart arbeitenden Menschen nur schwer einsehbar, dass Erträge aus Vermögen, das von selbst anwächst, steuerlich bevorzugt behandelt werden. Dass solches Vermögen nicht immer seinerseits hart erarbeitet ist, wurde ja bereits verdeutlicht.

Ich würde es ja gerne anders sehen, aber man sollte halt auch fair bleiben. Jedenfalls fände ich eine höhere Besteuerung von Kapitalertägen deutlich nachvollziehbarer, als z. B. eine weitere Anhebung des Spitzensteuersatzes.
 
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Sehe ich auch so.
Über deinen letzten Satz könnte man natürlich diskutieren, das wäre dann aber politisch ;)
Verschiedener Meinung sein kann man. :) :-)
 
Mal abgesehen von der höheren Steuerbelastung bei Abschaffung der Abgeltungssteuer, verkompliziert das die Steuererklärung ungemein. Wenn das wirklich so kommt, geht das meines Erachtens nur, wenn die Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne nach 12 Monaten Haltedauer wieder eingeführt wird und die Freibeträge für Zinsen und Dividenden deutlich angehoben werden, damit Bagatellbeträge steuerfrei bleiben.
 
Mal abgesehen von der höheren Steuerbelastung bei Abschaffung der Abgeltungssteuer, verkompliziert das die Steuererklärung ungemein
Wieso?
Wenn die auszahlenden Stellen wie bspw. die Bank eine ordentliche Bescheinigung ausstellen würden mit dem Hinweis in welches Feld von Formular/Anlage XY gehört, wäre es doch kein Problem,

damit Bagatellbeträge steuerfrei bleiben.

bei 801€ Freibetrag pro kopf kann man bei heutiger Rendite ziemlich viel Geld steuerfrei als Kapitalanlage anlegen :)


Wobei Bagetellbeträge auch wieder Ansichtssache sind ;)
 
bei 801€ Freibetrag pro kopf kann man bei heutiger Rendite ziemlich viel Geld steuerfrei als Kapitalanlage anlegen :)


Wobei Bagetellbeträge auch wieder Ansichtssache sind ;)

Ich denke in erster Linie an Dividenden, da hier noch vernünftige Erträge zu erwirtschaften sind. Da sind die 801,00 Euro ganz schnell erreicht. Von Veräußerungsgewinnen gar nicht zu reden.
 
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