AW: Angebot vom KW und Koni Gewinde für den e36 Compact, passt es in den Z3? TÜV?
Hallo, ich als e30 2.7ci Fahrer verfolge euer Forum nur interessenhalber, da ich für meine Freundin ein günstges und schönes Einsteigerauto suche. Aber bei dieser Diskussion muss ich mich mal einklinken.
1. Der Stutenandy ist ja wohl als Golffahrer unangenehm aufgefallen, als "Ungläubiger" gehört er ja wohl ordentlich beschimpft und mit Katzenscheisse beworfen.
2. Da der Stutenandy ja offensichtlich mit Muttis altem Auto jetzt wohl erste Fahrerfahrungen sammelt, bevor er sich ein "RICHTIGES" Auto kauft, sind seine Ausführungen wohl nicht besonders glaubhaft.
3. Dass es unterschiedliche Fahrwerksanbieter und Qualitäten gibt, steht ja wohl ausser Frage. Die Erfahrung die ich gemacht habe ist aber, dass es wenige wirklich gute Fahrwerke gibt, die die Fahrperformance steigern, ohne den Restkomfort über Gebühr zu senken. Aus meinen Zeiten als Autohändler, in denen ich das Vergnügen hatte viele verschiedene Fahrzeuge zu bewegen und bei manchen Fahrzeugen so einen A - B Vergleich hatte sind mir aber noch Fahrwerke und Stossdämpfer aus dem Hause Bilstein und H&R in guter Erinnerung geblieben.
4. Dies heisst natürlich nicht, dass diese beiden Anbieter in jedem Fall "Besser" sind als andere, aber da ich durch meine jetzige Tätigkeit häufiger mit diesen und ähnlichen Problemstellungen konfrontiert werde die der Aftermarket und das Tuninggeschäft aufwerfen, habe ich mich mit dieser Thematik ein wenig beschäftigt.
5. Was für jeden als Individum "Besser" ist muss ja jeder für sich selbst entscheiden, Ich denke mein Vater würde kein Sportfahrwerk "Besser" als sein Serienfahrwerk finden.
6. Vom Herstellungsprozess und der Menge an Know-How die in den Fahrwerken stecken sind Bilstein und H&R tatsächlich "Besser" als andere. Warum???:
- Bilstein baut für den Tuningbereich Dämpfer in Einrohr-Technik, KW macht dies auch, aber nur für den Motorsportbereich ohne Strassenzulassung.
- H&R wickelt und entwickelt eigene Federn und Stabis und verkauft so nicht nur zusammenkonfektionierte Ware, sondern hat aufgrund dieser Tatsache viel Erfahrung in diesem Produktsegment.
- Am interessantesten finde ich jedoch, dass Bilstein der einzige Fahrwerkhersteller ist, der jedes Fahrwerk von Hand auf der Teststrecke in Papenburg "erfährt" und so die Einstellung ermittelt, die von den Fahrwerkingenieuren als "Beste" empfinden.
- In dem Bereich der Rennsportfahrzeuge gibt es Hersteller, die Spitzenqualität liefern, aber im Tuning-Bereich wirklich unbekannt sind. Solche Fahrwerke können aber schon mal 4-6tsd € Kosten.
- Diese Firmen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dieser Thematik und Generationen von Ingenieuren haben eine solche Kompetenz geschaffen, den man bedenkenlos "Wissensvorsprung" nennen kann.
7. Auch der Fahrwerksmarkt unterliegt den Gesetzen des Kaufverhalten, das heisst:
- Qualität misst sich nicht in tatsächlicher "Werkstoffqualität", sondern ist das aufeinandertreffen von Kundenwunsch und Angebot.
- Positives Image schlägt "Werkstoffqualität".
- Der Konsument entscheidet nicht aufgrund tatsächlicher Produktqualität, sondern um Kröber-Riel / Weinheim, den Papst der Konsumentenforschung, zu zitieren: "Stark beworbene Marken sind meistens gute Produkte", das bedeutet, dass sich mit gutem Marketing (innerhalb gewisser Grenzen) auch schlechte Produkte gut verkaufen lassen.
Fazit:
Was "Besser" ist entscheidet also jeder für sich selbst.
Aber die Herstellkosten von Bilstein und H&R sind, durch die Produktgestaltung und den Konstruktionsaufwand bedingt, mit Sicherheit höher als bei anderen Anbietern, sodass hier am meisten Know-How und Technik fürs Geld gekauft wird.
Aufgrund der Unsachlichkeit der vorhergehenden Diskussion wurde über das Image gestritten, denn sachliche, faktenbezogene Argumentation war nicht zu finden. Hier "gewinnt" natürlich der Fahrwerkhersteller mit dem besseren Marketing.
Was "Besser" ist hat also verschiedene Dimensionen.
:)Der Stullenandy hat also garnicht mal so unrecht.
