toM,
grundsätzlich keine schlechten Gedanken, obwohl sie weniger gekünstelt gewirkt hätten, wenn Du nicht im Übermaße Fremdwörter mit Tipp- und Grammatikfehlern kombiniert hättest.
Weiterentwicklung von Sprache ist eine natürliche Sache, das forcierte Festhalten z.B. der Académie française an Französisch in Reinkultur wird schon seit langem als engstirnig kritisiert.
Allerdings sehe ich einen Unterschied darin, international gebräuchliche Begriffe im Deutschen mitzubenutzen, oder aber englische Begriffe zu vergewaltigen, um "modern" oder "cool" zu klingen.
Beispiele:
Niemand wird Begriffe wie Computer, Software, Internet, Scannen oder Link in Frage stellen. Dies sind Begriffe, die durch neue Technologien geprägt wurden.
Beim Keyboard gibt es mit Tastatur schon ein attraktives deutsches Wort, so daß ich dieses vorziehen würde, zumal "Keyboard" noch eine andere Bedeutung im Bereich der Musik hat.
Schwierig wird es aber zum Beispiel mit Update und Download:
Soll eine Software nun geupdated oder upgedated werden?
Wird eine Datei gedownloadet oder downgeloadet? Sollte man sie nicht einfach herunterladen? Man muß sich ja nicht gleich was herunterholen...
Ganz schwierig wird es, wenn wir als Weltmann auftreten und einen Engländer oder Amerikaner nach seinem Handy fragen: er wird nur mit dem Kopf schütteln, da es das Wort im Englischen gar nicht gibt. Handy heißt im Englischen handlich, praktisch, ein Telefon wird als mobile phone oder cell phone bezeichnet.
Insofern finde ich die Anreicherung der deutschen Sprache (wie auch anderer Sprachen) mit englischen Fachausdrücken nicht schlimmer als die traditionelle Verwendung von aus dem Lateinischen abgeleiteten Fachbegriffen.
Die zusehende Vermatschung in der Umgangssprache stellt mir allerdings oft die Zehennägel hoch, besonders, wenn klar ist, daß der Redende keinerlei Ahnung von den englischen Worten hat, die er da verzapft. Aber gut, das ist oft mit lateinischen Ausdrücken auch nicht besser.