- Registriert
- 2 August 2004
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- BMW Z8
Nun bin ich hier in Logroño in Nordspanien, mitten auf dem Jakobsweg. Um mich herum Pilger jeden Alters. Ich habe noch 37 km vor mir heute bis zum Monasterio San Millan de Yuso, wo wir übernachten werden.
Jeder Mensch kommt irgendwann an einen Wendepunkt in seinem Leben, sortiert seine Prioritäten neu. Die auslösenden Gründe dafür sind vielfältig und bei jedem anders. Noch vor Kurzem hätte ich nie geglaubt, dass ich mich einmal auf dem Jakobsweg wiederfinden würde, aber so ist es nunmal.
Also dann: jauchzet, frohlocket,
auf, preiset die Tage!
Doch ganz so einfach ist das nicht. Es ist die tiefere Einkehr, die Menschen auf den Jakobsweg bringt. Natürlich habe ich irgendwann einmal das Buch "Ich bin dann mal weg" von Happen Kerkeling gelesen. Fand aber nicht, dass das auf mich zutreffen könnte. Nun denke ich selbst über meine Prioritäten nach, über das, was in der nächsten Zeit mein Leben bestimmen soll. Allerdings sind die Ergebnisse zu privat, um sie hier aufschreiben zu können.
Nur soviel: Eine Wende tut not.
In meinem Fall ist es eine Wende nach halblinks aus dem Pilgerstrom heraus, weil wir noch das jährliche Weinfest im Ort besuchen wollen. Anschließend werden wir dann in aller Ruhe zur Hosteria im Kloster fahren, so dass wir passend zum Abendessen da sein werden. In den nächsten Tagen werden wir dann einige Weingüter hier in der Rioja besuchen.
Es ist gut, wenn man mal über seine Prioritäten nachgedacht hat. Jetzt ist es aber auch gut. Zumal, wenn es auf dem Jakobsweg war. Hoffentlich muss ich nicht noch tanken.

