Autokrise = Münchner BMW-Händler meldet Insolvenz an

AW: Autokrise = Münchner BMW-Händler meldet Insolvenz an

Nun macht das mal nicht so spannend.

Bei dem Business handelt sich es nicht um ein Buch mit sieben Siegeln und eine Uni muss man auch nicht von innen gesehen haben, um zu begreifen, dass man Produkte verkaufen muss.
Verkauft ein Händler keine Autos, muss er seinen Laden zu machen.
Derzeit sind die selbstreinigenden Kräfte des Marktes am Werk.
Manche freuen sich über diesen Umstand, da es sich um eine Käufermarkt handelt.
Die ersten werden schon bald blöde aus der Wäsche gucken, wenn Sie mit einem 30% Rabatt auf der Brust zum Händler marschieren, und meinen sie könnten den neuen Z4 mal eben als halb geschenkt eintüten. No way.

Im Moment gibt es überall Rabatte, auch bei Porsche, Maserati & Co.

Zu rabattieren ist eigentlich ein normaler Vorgang im marktwirtschaftlichen Gefüge.

Servus !

Alle Unternehmen - nicht nur Autobranche - taten aber so, also ob nur Studierte in der Lage seien ein Unternehmen zu führen oder deren Richtung zu bestimmen B; Der Trend hält weiterhin an. Ich hoffe, auch das wird sich irgendwann mal "marktbereinigen". Praktiker oder "Macher" sind meiner Auffassung nach jetzt die Richtigen. Sie dürften aber nur enthusiastisch, visionär sein, weil solche nicht an Renditen denken, sondern an den Erfolg, der nicht unbedingt an Renditen gemessen werden kann bzw. darf. Renditen sind nur für Aktionäre von Wichtigkeit.

Und es ist richtig, nachdem seit Jahrzehnten die Preisspirale immer nach oben schraubte, dass irgendwann auch einmal die Zeit kommen musste, wo die "Blasen platzen" und die Preise auf ein vernünftiges Niveau fallen müssen (und die Gewinne, egal ob vor oder nach Steuern, nicht Traumhöhen erzielen müssen). Jetzt wird die Preispolitik noch durch Rabatte geregelt werden müssen. Zukünftig kann das aber nur durch von vornherein vernünftige "Regel"preise normalisiert werden. Ansonsten kann ein "bergab" auch unter Break-Even-Niveau stürzen.
 
AW: Autokrise = Münchner BMW-Händler meldet Insolvenz an

Die Ursache der Probleme hat sehr viele Mütter, nie nur eine.

Soll in diesem Fall heissen:
die aktuellen Probleme bei BMW (und damit auch der Händler) sind nicht nur durch "Leasing-Dumping" entstanden. Klar hatte das Auswirkungen, wie oben diskutiert: Gebrauchtpreise runter --> Restwert-Kalkulation völlig daneben --> zu dem Preis unverkäuflich --> Händler bekommt Probleme ... Teufelskreis!

Aber letzten Endes ist es meines Erachtens nach ein gravierender System- und Management-Fehler. In der aktuellen Krise lässt sich das dann nicht mehr kompensieren (durch noch mehr "Wachstum"):

Systemfehler:
alle setzen auf WACHSTUM: aber wo bitte soll global gesehen dieses Wachstum auf Dauer herkommen? Unser Plant hat endliche Ressourcen und wir verbrauchen bereits mehr, als auf Dauer geht - und es wollen immer mehr Leute am Wachstum partizipieren.
Sorry, das geht auf Dauer nicht gut!
Eigentlich weiß man das auch, aber keiner hat ein Rezept dagegen: es müsste ein Wirtschaftssystem gefunden werden, das auch ohne Dauer-Wachstum funktioniert. Hat man aber noch nicht --> laufen wir also mal wieder in eine Krise ("Gesund-Schrumpfung"?)
Und BMW macht munter mit bei dem Blödsinn (wie so viele andere auch). Klar: was soll man sonst tun?
Wenn man's im "Boom" und in der Sättigungs-Phase vor der Krise nicht macht, dann sinkt der Aktien-Kurs, die Investoren steigen aus, man wird zum Spielball an der Börse und zum Übernahme-Kandidat.
Das sieht auch die Quandt-Erbengruppe auf Dauer nicht gerne...

Management-Fehler:
die Zeichen der Krise wurden zu spät erkannt und dann entsprechend nicht gegengesteuert.
Dass die aktuelle Modellpalette von BMW nur in Boom-Zeiten Sinn macht, ist ja nicht wirklich neu. Es fehlen neue Modelle und Konzepte, die den Bedarf nach verbrauchs- und emissionsgünstigen Fahrzeugen decken würden. Die X5, X6, 6er, 7er, M-Modelle, etc. sind zwar für sich genommen geile Autos. Aber es geht am nötigen Bedarf der Zukunft vorbei. Auf längere Sicht können und dürfen sich global gesehen nicht mehr so viele Leute diese Art Fahrzeuge leisten. Für Volumen benötigt man "Bodensatz".
Premium allein wird nicht mehr allein überleben können - zumindest nicht auf dem Niveau, auf dem sich BMW bewegt.
Entweder schafft man es Allianzen einzugehen (z.B. wie Porsche / Audi / VW / Skoda / Seat) und so Synergien aus Volumen zu nutzen, ohne sich den "Premium"-Ruf zu beschädigen, oder man wird untergehen.

Meine Gedanken dazu - vielleicht lieg ich ja total falsch, wer weiß.


Grüsse,
Rudi

Nö, Du liegst garnicht so daneben, finde ich jedenfalls.

Synergien kann ein Teil sein. Premium? Zu hochtrabend.... Back to the Roots. Bezahlbare Fahrzeuge, nicht nur für die Uper-Class, sondern auch für den Durchschnittsbürger.
VW hat hat ja auch schon lange seinen Ruf als "Volks"wagen verloren. Wen wunderts, wenn der Durchschnittsbürger heute Fahrzeuge nur noch durch Kredite usw. finanzieren kann.

Ein Sparen für einen Alleinverdiener mit 2 Kindern kann von seinem Gehalt heute nichts mehr bei Seite packen. Im Grunde genommen ist es doch schon lange "ein von der Hand, in den Munde"-Leben. Daran ist aber auch gewaltig die nimmersatte Politik bzw. öffentliche Hand schuld. Andereseits kann sie auch wegen dem hohen Schuldenstand garnicht anders &:
 
Zurück
Oben Unten