AW: Automatikfahrer- wie macht ihr es ?
Keine Angst, ob der Hebel nun auf D oder N steht, ist für das Getriebe hinsichtlich der Betriebsfestigkeit egal. Beide Fälle führen zu keinem Verschleiß im Getriebe, der Unterschied ist -wenn überhaupt- im Kraftstoffverbrauch zu spüren.
Wie funktioniert das Automatikgetriebe?
Das Getriebe besteht aus mehreren zusammengeschalteten Planetengetrieben (Bsp. die bekannteste Bauform: Sonne als zentrales Zahnrad, Hohlrad oder Ringrad und sog. Planetenräder, die Sonne und Hohlrad verbinden). Wenn man nun eine der drei Wellen (Sonne, Hohlrad oder Planetenträger) festhält, ergibt sich zwischen den anderen beiden eine bestimme Übersetzung. Hält man ein anderes Element fest, ergibt sich eine andere Übersetzung.
Die Wellen werden im Getriebe durch im Öl laufende Lamellenbremsen und Lamellenkupplungen festgehalten. Sowohl das Festhalten wie auch der lose Umlauf der Lamellen ist verschleißfrei.
Wird im Getriebe eine Schaltung durchgeführt, werden die Lamellen einer Welle freigegeben und gleichzeitig die Lamellen einer anderen Welle abgebremst (oder mit einer anderen Welle verbunden). Dabei ensteht leichter Verschleiß, aber sehr wenig.
Wenn nun N gewählt wird, dann gibt das Getriebe so viele Lamellen frei, dass kein Gang eingelegt ist (also im Beispiel oben: Sonne und Hohlrad). Dadurch ist keine Momentenübertragung an die Räder mehr möglich.
Wenn D gewählt ist, bleibt der 1. Gang eingelegt. Dass das Fahrzeug dennoch steht, liegt am hydrodynamischen Wandler. Den kann man sich vorstellen wie eine Pumpe und eine Turbine, die miteinander verbunden sind. Die Pumpe ist mit dem Motor verbunden, die Turbine mit dem Getriebeeingang. Die Pumpe pumpt ein Fluid auf die Turbine, die dadurch angetrieben wird. Wenn eine Differenzdrehzahl zwischen der Pumpenwelle und der Turbinenwelle auftritt, überträgt der Wandler ein Moment (und nur dann). Steht das Fahrzeug, steht auch die Turbine und die Pumpe läuft mit Motordrehzahl. Dadurch ensteht abhängig von der Motordrehzahl ein Moment am Getriebe (daher muss man auch bremsen um nicht los zu fahren). Wenn man Vollgas gibt, dreht der Motor soweit hoch, bis das maximale Moment des Motors am Getriebeeingang anliegt. Höher kann man den Motor nicht drehen, man bezeichnet diesen Punkt als "Festbremspunkt".
Warum der ganze Text? Nun, Turbine und Pumpe berühren sich nicht, sie tauschen nur das gemeinsame Wandlerfluid aus um Drehmoment zu übertragen. Daher gibt es auch hier keinen Verschleiß. Allerdings erwärmt sich die Wandlerflüssigkeit, wenn man zu lange mit Vollgas stehen bleibt (sollte man daher nicht machen).
Also: Das einzige, was das Getriebe während des normalen Betriebs verschleißt, sind die Schaltvorgänge.