Der ANDERE Z4

Z_Alfa

macht Rennlizenz
Registriert
14 September 2011
Ort
THE LÄND
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0si
Hallo Leute - wenn wir glauben wir fahren den ersten einzigen wahren Z4 auf dieser schönen Welt - dann sollten wir vielleicht einmal mit einen Blick in die wundervolle automobile Vergangenheit werfen - und siehe da wie so oft im Leben es war schon mal alles da - so auch der Z4 denn:
der Typenname Z4 ist der 1918 in Brünn gegründeten Waffenfabrik Zbrojovka AG zu verdanken.
Das Markenlogo der Firma besteht aus einem Z mit umkreisenden Spiralen diese symbolisierten die Drallkanäle eines Gewehrlaufs - und bei BMW haben wir eben den symbolischen Propeller eines Flugzeuges - jeder zeigte eben seins.
Das Fahzeug hatte immerhin ein "Fetzendach", allerdings war das technische Concept des tschechoslowakischen Z4 der 1933 auf den Markt kam war ein völlig anderes - nichts für "eiserne" BMW-Fans - nämlich Zweitakt und Frontantrieb - (2 Zylinder, 905 cm3, 19 PS; ab 1934: 980 cm3, 25 PS) immerhin der Frontantrieb kommt bei BMW ja jetzt auch - wie gesagt war schon mal alles da.
Da der Z4 dem kurz darauf erschienenen DKW F2 ähnelte, wurde Z von DKW verklagt, doch verlor sich der Prozess im Zweiten Weltkrieg.
Aber auch hier bei der Zbrojovka AG gab es wie bei BMW sportliche Ambitionen, denn für Autorennen wurden spezielle Motoren entwickelt. Dazu gehörten ein Sechszylindermotor mit 1083 cm³ Hubraum und ein Achtzylindermotor mit 1444 cm³ Hubraum. Bei den 1000 Meilen der Tschechoslowakei war 1934 Josef Mamula ( nicht der Josef Matula aus die Zwei) auf Z4 Klassensieger bis 1000 cm³.
Es folgten dann diverse Typen mit den Bezeichnungen Z5,6.....18.
Ich hatte das Vergnügen den Z4 im Bezirk Budejovice (Budweis) - das ist die Gegend wo es leckeres Pils gibt - zu begegnen, allerdings habe ich davon leider keine Fotos, denn mein Handy von damals konnte nur - telefonieren und sonst nicht viel !!
Die Bilder sowie die Ausführungen sind aus Wikipedia.

Zbrojovka_Brno_Z4_I._serie_front.jpg

Zbrojovka_Brno_Z4_I._serie_top.jpg
 

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Wenn auch vielleicht nicht gerade den Zweitakter, aber den 2 Zylinder werden wir wohl auch noch alle erleben ;)

Bei mir im T-Car schalten auch schon Zylinder 2 und 3 komplett ab, wenn nur ein niedriges Drehmoment gefordert ist.

(Gab´s den nicht als Coupé?)
 
sehr schön geschrieben , auch das mit matula ;)

schönes altes auto,errinert mich an die poirot filme...
 
Wenn auch vielleicht nicht gerade den Zweitakter, aber den 2 Zylinder werden wir wohl auch noch alle erleben ;)

Bei mir im T-Car schalten auch schon Zylinder 2 und 3 komplett ab, wenn nur ein niedriges Drehmoment gefordert ist.

(Gab´s den nicht als Coupé?)
Korrekt!
Ich habe mich ein bisschen schlau gemacht !
Beim damaligen Zusammentreffen mit dem "Zetka" entsprach das Fahrzeug dem abgebildeten 4-sitzigen Cabrio. Leider konnte ich mich mangels Sprachkenntnissen nicht mit dem Fahrer unterhalten ( nach 10 Budweis klingt meine Sprache wohl so ähnlich aber Die verstehen mich Trotzdem nicht - also habe ich es bleiben lassen -die 10 Bier mein ich).
Aber jetzt zum Coupe in meinen Augen lässt sich sogar eine gewisse Grundform vom Z4 Coupe erkennen.
In der Klasse bis 1100 cm³ brachte Zbrojovka Brünn eine Z-4 Sonderserie bestehend aus 5 Fahrzeugen mit aerodynamischer Karosserie an den Start zu den tausend Meilen Tschechoslowakei - „1000 mil ceskoslovenskych“ (die tschechische „Mille Miglia“). Zum Antrieb diente eine leistungsgesteigerte Version des 981 cm³-Motor mit 36 PS. In der Rennversion konnten sogar 45 PS erreicht werden.Das Gesamtgewicht lag bei 800kg und als Höchstgeschwindigkeit wurden bis zu 130 km/h erreicht. Der erwähnte Josef Mamula wurde auf Z-4 Sport Aerodyn Klassensieger bis 1100 cm³, mit einem Schnitt weit über 90 km/h.

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Noch ein bisschen mehr technisch Daten:

Der Z-4 wurde erstmals im April 1933 auf dem Autosalon in Prag vorgestellt. Der Zetka mit war das erste tschechische Automobil mit Frontantrieb. Es hatte einen wassergekühlten Zweitakt-Vierzylindermotor mit einem Volumen von 980 ccm, einer Leistung von 25 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km / h und einem durchschnittlichen Verbrauch von 8 Litern pro 100 km. Das 810 kg schwere Cabrio hatte ein Drei-Gang-Getriebe und Frontantrieb. Einen leiterartigen Rahmen und alle Räder waren "unabhängig!" voneinander durch Blattfedern und hydraulische Hebelstoßdämpfer am Rahmen aufgehängt. Das Fahrzeug verfügte über Trommelbremsen an allen 4 Rädern. Die zweitürige Zetka-Karosserie bestand wie damals üblich aus Stahlblech mit einem tragenden Holzrahmen als Unterkonstruktion. Der Boden des Wagens bestand ebenfalls aus Holz. Das Reserverad befand sich am Heck des Fahrzeuges. Der Kofferraum war nach dem Entfernen der Rücksitzlehne von innen zugänglich.

Auf einer tschechischen Briefmarke von 2014 ist ein Z4 als Roadster mit heruntergezogener Seitenlinie als Zweissitzer abgebildet. Eine Foto eines solchen Roadsters habe ich leider nicht gefunden.

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Auch die anderen tschechischen Marken wie Aero, Skoda, Jawa, Tatra usw. brachten tolle Sportwagen damals an den Start zu der tschechischen „Mille Miglia“ . die tatsächlich über 1592,8 km oder 1000 Meilen nonstop ging.
Aus eigener vielfacher Erfahrung kann ich jeden nur raten falls er auf der A1 in Österreich nach Deutschland unterwegs ist, und ein bisschen Zeit hat, den Weg über Tschechien entlang der Moldau zu wählen. Dann noch Die MOLDAU von
Smetana in den CD Player das Verdeck auf und Du hast einen schönen Tag.

Die Bilder und ein Teil der Informationen habe ich aus einem Artikel von Reinhard Bauer der www.aero-ig.
"Eine eventuelle Urheberrechtsverletzung ist von mir unbeabsichtigt"
 
Im Národní Technické Muzeum (technisches Nationalmuseum) in Prag steht auch einer. Hab ich mir vor einiger Zeit angesehen und musste auch gleich schmunzeln wegen der Namensgleichheit. Müsste auch irgendwo in einem Ordner ein paar Bilder haben. Aber da ist mir jetzt die Suche zu mühsam.

Falls mal jemand einen Prag-Besuch macht, und evtl. mal einen verregneten Tag totschlagen will, dem kann ich dieses Museum nur wärmstens empfehlen. Tolle Exponate sind dort zu sehen. Unter anderem auch ein alter Mercedes Silberpfeil, welcher mal nicht komplett restauriert ist. Sondern so aussieht als ob er Gestern erst einen Grand-Prix gefahren wäre.
 
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