Eigentlich ist dieses Unterforum ja dazu da, sein T-Car vorzustellen. Aber....soviel vorab: Der Z4 ist mein einziges und eigenes Auto. Dies ist eher die Geschichte zur Entstehung eines Spitznamens. Aber, lest selbst. Ich schildere nur meine Eindrücke.
Ein T-Car brauche ich zur Zeit nicht. Weder einen Touring, noch einen Stadtflitzer. Ich bin 26, steh fest im Leben und bin auch noch nicht in der Famlienplanung. Also wozu ein T-Car? Für die Spaßfahrten habe ich ja meinen Z, ein richtig gutes Auto, um mal die Sau raus zu lassen; um mal richtig zu beschleunigen. Ich mein - ich bin jung! Ich brauche Adrenalin im Blut, ich brauche das Knallen des Auspuffs, wenn man vom Gas geht; brauche den Sound des 6-Enders, wenn er bei 6500 U/min steht; brauche das Gefühl, bei höheren Geschwindigkeiten immer noch Leistung parat zu haben - also wozu brauche ich denn ein anderes Auto?
Rückblick:
Es war August. Mein Vadder (ich nenne ihn anderen gegenüber immer so) steht 2 Wochen vor seinem Geburtstag. Immer wieder kommt das Thema auf: "Henrik, eigentlich sollte ich mir doch nochmal was gönnen. Was meinst?" Immer wieder antworte ich: "Absolut! Du hast es dir doch verdient!" Hat er auch. Nur ging die Fahrzeugsuche schon seit geraumer Zeit in verschiedenste Richtungen. Nie wurde es konkret, nie gab es eine Tendenz. Nie, bis zu dieser einen WhatsApp-Nachricht am 01.08. um 18:47 Uhr von mir (ja, Eigenlob stinkt. Aber ich sehe mich in dieser Entscheidung nun mal als Urheber):
"W124 Cabrio. Das ist dein Auto."
Fünf Tage später wurde gekauft.
Bei dieser Empfehlung zum Kauf habe nie an mich gedacht, sondern nur an meine Eltern bzw. meinen Vadder. Er hat noch einen SLK R170, meine Mutter fährt einen Eos. Der SLK war, seitdem der Eos auf dem Hof stand, immer nur noch das "ab-und-zu-mal"-Auto. Also keine 2000km im Jahr. Für die Urlaube wurde der Eos genommen. Ist nun mal bequemer, klar. Aber irgendwie auch emotionsloser. Deshalb war es mir klar - sportlicher als der SLK durfte es nicht sein, wenn man es denn schafft, SLK mit Sport irgendwie in Verbindung zu bringen. Es sollte ein every-day-Youngtimer sein.
Und da war er nun, pünklich zum Geburtstag meines Vadders geliefert: der, offiziell bezeichnete, A124:
Kurze Fakten:
Geworden ist es die Final Edition, Bj. 97. Motor: der kleinste 4-Zylinder, also ein E200. Bei Kaufdatum 108.000km auf der Uhr. Fast erste Hand (der zweite Besitzer hat ihn nach kurer Haltezeit wieder an das Autohaus zurückgegeben, seine Frau mochte das Auto einfach nicht) und in absolut sauberen Zustand (mit Garantie vom MB-Händler). Ein Auto zum Behalten.
Oktober 2014.
Nach ein wenig Abstinenz habe ich es Anfang Oktober endlich geschafft, mal wieder meine Heimat (im Norden Brandenburgs) und somit auch meine Eltern zu besuchen. Ich selbst wohne in München. Ich bin extra früh los gefahren, um schnell und gut durch zu kommen. Morgens um 4 Uhr, um genau zu sein. Es war dunkel, klar, aber extrem leer. Genügend Zeit und Platz, um ab zu mal richtig Gas zu geben. Durchschnittlich lagen 160 km/h an, aber auch die 250km/h wurden mal geknackt. Bin ja schließlich noch jung. Exakt 5 Stunden hab ich bis Berlin gebraucht, mit 1x Pause samt Nachtanken. Toll!
Etwas später war ich dann in der Heimat. Und da stand er dann, von mir vorher noch "der Dicke" (seht selbst, wie er neben dem SLK wirkt) genannt. Aber das mit dem Spitznamen sollte sich noch ändern.
Also, Schlüssel holen, Tür auf und erstmal eine Nase nehmen...'der riecht nach altem Benz', so war mein erster Gedanke. Aber...irgendwie war das gar nicht negativ. Im Gegenteil, das tat ganz gut! Anders hätte er gar nicht riechen dürfen, wenn ich von heute aus zurückblicke. Genau so sollte es sein. Aber - es ist ja schließlich kein Stehzeug. Gekauft wurde er nicht, um Geld möglichst mit wenig Verlust anzulegen oder gar zu vermehren, sondern um zu fahren. Deshalb - reinsetzen, Zündung drehen und sich erstmal beim Gurtbringer bedanken, dass er nach 17 Jahren Dienst den Gurt besser reicht, als ein aktuelles 4er Coupé. Dann rechten Fuß auf die Bremse, zünden und die 136 Pferdchen zum Leben erwecken. Das ganze Auto schüttelt sich. 'Hm, anders, aber nicht schlecht...'. Anschließend die 4-Stufen-Automatik auf D geschoben und dann ging es mit einem kleinen Ruck die Auffahrt hoch.
Die ersten Meter sind immer die aufregendsten, dachte ich. Auf den ersten Metern habe ich damals auch gewusst, dass es kein 1er Cabrio, kein 3er Cabrio wird. Auf den ersten Metern habe ich gewusst, dass es ein Z4 wird. Aber irgendwie...war es auch hier wieder anders. Mit jedem Meter mehr, habe ich das Auto kennengelernt. Mit jedem Meter mehr, habe ich das Auto verstehen gelernt. Die Hektik vom Tiefflug von Bayern nach Brandenburg war gar nicht mehr präsent. Ich habe nicht mal gewusst, wie schnell ich fahre. Und ich war sicher nicht zu schnell. Der A124 nimmt einem jegliches Weg-Zeit-Gefühl. Ich fuhr, nein ich schwebte durch die Mark (Mark Brandenburg, für die Unwissenden :)). Gefedert durch die Sofa-Sitze und das komfortable Fahrwerk. Im Kassettenradio lief nichts - zu hören waren lediglich die Geräusche der Natur und des 4 Zylinders. Ich verlor jegliches Gefühl für die Zeit, ich fuhr einfach. Und da war so ein Gefühl...irgendwie anders. Anders, als ich es sonst kannte. Ich wollte auch gar nicht schnell fahren. Ich wollte gar kein knallen aus dem Auspuff. Ich wollte keine 6500 U/min. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben. Nicht mehr beschleunigen, sondern entschleunigen. Deshalb wusste ich nun auch, wofür das E beim Cabrio steht:
Es steht für Entschleuniger. :)
Und so wird er auch heute noch genannt und bewegt. Um zur Ruhe zu kommen, um den Alltag zu vergessen und nicht noch in der Freizeit noch mehr Gas zu geben. Ich freue mich schon drauf, bald mal wieder meine Eltern zu besuchen...aber irgendwann brauche ich auch noch ein T-Car ...
Ich hoffe, euch gefällt meine kurze Ode an den E.
Grüße,
Henrik
Anbei noch zwei Bilder.

Ein T-Car brauche ich zur Zeit nicht. Weder einen Touring, noch einen Stadtflitzer. Ich bin 26, steh fest im Leben und bin auch noch nicht in der Famlienplanung. Also wozu ein T-Car? Für die Spaßfahrten habe ich ja meinen Z, ein richtig gutes Auto, um mal die Sau raus zu lassen; um mal richtig zu beschleunigen. Ich mein - ich bin jung! Ich brauche Adrenalin im Blut, ich brauche das Knallen des Auspuffs, wenn man vom Gas geht; brauche den Sound des 6-Enders, wenn er bei 6500 U/min steht; brauche das Gefühl, bei höheren Geschwindigkeiten immer noch Leistung parat zu haben - also wozu brauche ich denn ein anderes Auto?
Rückblick:
Es war August. Mein Vadder (ich nenne ihn anderen gegenüber immer so) steht 2 Wochen vor seinem Geburtstag. Immer wieder kommt das Thema auf: "Henrik, eigentlich sollte ich mir doch nochmal was gönnen. Was meinst?" Immer wieder antworte ich: "Absolut! Du hast es dir doch verdient!" Hat er auch. Nur ging die Fahrzeugsuche schon seit geraumer Zeit in verschiedenste Richtungen. Nie wurde es konkret, nie gab es eine Tendenz. Nie, bis zu dieser einen WhatsApp-Nachricht am 01.08. um 18:47 Uhr von mir (ja, Eigenlob stinkt. Aber ich sehe mich in dieser Entscheidung nun mal als Urheber):
"W124 Cabrio. Das ist dein Auto."
Fünf Tage später wurde gekauft.
Bei dieser Empfehlung zum Kauf habe nie an mich gedacht, sondern nur an meine Eltern bzw. meinen Vadder. Er hat noch einen SLK R170, meine Mutter fährt einen Eos. Der SLK war, seitdem der Eos auf dem Hof stand, immer nur noch das "ab-und-zu-mal"-Auto. Also keine 2000km im Jahr. Für die Urlaube wurde der Eos genommen. Ist nun mal bequemer, klar. Aber irgendwie auch emotionsloser. Deshalb war es mir klar - sportlicher als der SLK durfte es nicht sein, wenn man es denn schafft, SLK mit Sport irgendwie in Verbindung zu bringen. Es sollte ein every-day-Youngtimer sein.
Und da war er nun, pünklich zum Geburtstag meines Vadders geliefert: der, offiziell bezeichnete, A124:
Kurze Fakten:
Geworden ist es die Final Edition, Bj. 97. Motor: der kleinste 4-Zylinder, also ein E200. Bei Kaufdatum 108.000km auf der Uhr. Fast erste Hand (der zweite Besitzer hat ihn nach kurer Haltezeit wieder an das Autohaus zurückgegeben, seine Frau mochte das Auto einfach nicht) und in absolut sauberen Zustand (mit Garantie vom MB-Händler). Ein Auto zum Behalten.
Oktober 2014.
Nach ein wenig Abstinenz habe ich es Anfang Oktober endlich geschafft, mal wieder meine Heimat (im Norden Brandenburgs) und somit auch meine Eltern zu besuchen. Ich selbst wohne in München. Ich bin extra früh los gefahren, um schnell und gut durch zu kommen. Morgens um 4 Uhr, um genau zu sein. Es war dunkel, klar, aber extrem leer. Genügend Zeit und Platz, um ab zu mal richtig Gas zu geben. Durchschnittlich lagen 160 km/h an, aber auch die 250km/h wurden mal geknackt. Bin ja schließlich noch jung. Exakt 5 Stunden hab ich bis Berlin gebraucht, mit 1x Pause samt Nachtanken. Toll!
Etwas später war ich dann in der Heimat. Und da stand er dann, von mir vorher noch "der Dicke" (seht selbst, wie er neben dem SLK wirkt) genannt. Aber das mit dem Spitznamen sollte sich noch ändern.
Also, Schlüssel holen, Tür auf und erstmal eine Nase nehmen...'der riecht nach altem Benz', so war mein erster Gedanke. Aber...irgendwie war das gar nicht negativ. Im Gegenteil, das tat ganz gut! Anders hätte er gar nicht riechen dürfen, wenn ich von heute aus zurückblicke. Genau so sollte es sein. Aber - es ist ja schließlich kein Stehzeug. Gekauft wurde er nicht, um Geld möglichst mit wenig Verlust anzulegen oder gar zu vermehren, sondern um zu fahren. Deshalb - reinsetzen, Zündung drehen und sich erstmal beim Gurtbringer bedanken, dass er nach 17 Jahren Dienst den Gurt besser reicht, als ein aktuelles 4er Coupé. Dann rechten Fuß auf die Bremse, zünden und die 136 Pferdchen zum Leben erwecken. Das ganze Auto schüttelt sich. 'Hm, anders, aber nicht schlecht...'. Anschließend die 4-Stufen-Automatik auf D geschoben und dann ging es mit einem kleinen Ruck die Auffahrt hoch.
Die ersten Meter sind immer die aufregendsten, dachte ich. Auf den ersten Metern habe ich damals auch gewusst, dass es kein 1er Cabrio, kein 3er Cabrio wird. Auf den ersten Metern habe ich gewusst, dass es ein Z4 wird. Aber irgendwie...war es auch hier wieder anders. Mit jedem Meter mehr, habe ich das Auto kennengelernt. Mit jedem Meter mehr, habe ich das Auto verstehen gelernt. Die Hektik vom Tiefflug von Bayern nach Brandenburg war gar nicht mehr präsent. Ich habe nicht mal gewusst, wie schnell ich fahre. Und ich war sicher nicht zu schnell. Der A124 nimmt einem jegliches Weg-Zeit-Gefühl. Ich fuhr, nein ich schwebte durch die Mark (Mark Brandenburg, für die Unwissenden :)). Gefedert durch die Sofa-Sitze und das komfortable Fahrwerk. Im Kassettenradio lief nichts - zu hören waren lediglich die Geräusche der Natur und des 4 Zylinders. Ich verlor jegliches Gefühl für die Zeit, ich fuhr einfach. Und da war so ein Gefühl...irgendwie anders. Anders, als ich es sonst kannte. Ich wollte auch gar nicht schnell fahren. Ich wollte gar kein knallen aus dem Auspuff. Ich wollte keine 6500 U/min. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben. Nicht mehr beschleunigen, sondern entschleunigen. Deshalb wusste ich nun auch, wofür das E beim Cabrio steht:
Es steht für Entschleuniger. :)
Und so wird er auch heute noch genannt und bewegt. Um zur Ruhe zu kommen, um den Alltag zu vergessen und nicht noch in der Freizeit noch mehr Gas zu geben. Ich freue mich schon drauf, bald mal wieder meine Eltern zu besuchen...aber irgendwann brauche ich auch noch ein T-Car ...
Ich hoffe, euch gefällt meine kurze Ode an den E.
Grüße,
Henrik
Anbei noch zwei Bilder.


