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Das Ende der Fußballweltmeisterschaft 2014 war ein schwerer Schlag für die Deutschen. Drohte doch nach Wochen und Monaten das Hauptthema am Arbeitsplatz, in der Familie und in den Ehebetten einfach so zu verschwinden. Gut, die Deutschen haben die WM gewonnen, noch dazu in einem spannenden Spiel, aber wem hilft das schon?
Wie sollte man denn nun weiter demonstrieren, wie wirklich locker Deutschland geworden ist? Deutsche Flaggen an allen möglichen und unmöglichen Stellen der Autos, ohne dass sich die Mehrheit darüber aufregt. Fußballspieler, die aus Versehen den Text der Nationalhymne kannten. Jubel auf den Straßen nach den Siegen. Und jetzt die große Leere? Zum Glück gab es noch die Siegesfeier, bei der man sich noch einmal so richtig auflockern konnte, Spieler inclusive. Gut, der Gaucho-Song war nicht der intelligentesten einer, aber locker wie frisch geschlagene Sahne.
Und dann kam der große Lotto-Hauptgewinn: einige wenige Journalisten schrieben, dass der Gaucho-Tanz doch wohl unangemessen gewesen sei. Das war die Gelegenheit schlechthin, um so richtig aufzudrehen.
Während sich die Spieler noch in der Ausnüchterungsphase befanden, meldeten sich die Moderaten zu Wort: Man solle den Tanz nicht zu ernst nehmen, immerhin seien es ja junge Spieler, übermüdet, mit Restblut im Alkohol. Damit wurde geschickt die Zeit überbrückt, bis dann die breite Mehrheit die Situation verstanden hatte und begann, auf die Journalisten einzuprügeln. Unglaublich, wie kann man nur, man soll doch mal locker sein, und außerdem, bei den Publikationen wäre ja sowieso nichts Besseres zu erwarten gewesen.
Endlich konnte Deutschland wieder locker sein. Wie ein Virus verbreiteten sich Videos von dem Tanz, in allen Online-Kanälen diente das Posten des Videos quasi als Beweis der persönlichen Lockerheit. Wenige Tage später erschienen schon Grafiken mit Schlachtrufen, die ebenfalls sehr nützlich eingesetzt werden konnten. Wir Deutschen sind jetzt locker, verdammt noch mal!
Der Postillon versuchte eine schwache Gegenoffensive, indem er nachweisen wollte, dass weder die Gauchos gebückt gingen, noch die Deutschen springend und jubilierend. Keine Chance gegen das lockere Deutschland! In mehreren Talkshows wurde der Text intensiv durchleuchtet, mit dem Ergebnis, er sei locker. Einige Teilnehmer öffneten daraufhin sogar den obersten Hemdknopf. Lediglich Michel Friedman, ehemaliger Zentralrat, erinnerte kurz in 23 Fernsehsendungen daran, dass das Wort "Gau" ihn an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnere, und dass man doch Rücksicht auf die jüdische Gemeinschaft nehmen sollte. Auch die Süddeutsche Zeitung entdeckte die Silbe "Gau" und setzte sofort ein Expertenteam an eine Untersuchung, was der ADAC mit der ganzen Sache zu tun hätte.
Währenddessen verhandelt Heino mit den Toten Hosen bereits über die gemeinsame Aufnahme einer rockigen Fassung des Songs. Der Refrain soll heißen "An Tagen wie diesen, geht der Gaucho wirklich so....". Aus verlässlichen Quellen stammt die Information, dass der ehemalige Papst Benedikt dabei beobachtet wurde, wie er die Melodie auf dem Flur summte, als er am amtierenden Papst vorbeiging. Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet derweil einen massiven Protest wie gegen die NSA vor, sie weiss allerdings noch nicht, ob für oder gegen den Song. In vielen Städten entstehen in diesen Tagen betreute Selbsthilfegruppen zum Thema "Wie bin ich wirklich deutsch locker?".
Natürlich gibt es auch die ständigen Querulanten. Alice Schwarzer meldete sich mit einem Artikel zum Thema "Die Unterdrückung der Gaucho-Frauen" zu Wort. Der Artikel wurde allerdings nicht gedruckt, da er wie andere ihrer Artikel mindestens 20 Jahre hinter der Wirklichkeit hinterherhinkte.
Der gemeine Gaucho (gaucho andante) bekam natürlich von der ganzen Aufregung nichts mit. Somit ist auch der Versuch gescheitert, der Gaucho-Population die neue Lockerheit der Deutschen aufzuzwingen. Aber bei anderen hat es ja teilweise geklappt.
Gerüchte, dass die ursprünglichen Artikel gegen den Gaucho-Tanz von der "Liga für ein lockeres Deutschland" inszeniert worden sein sollen, haben sich bisher nicht bestätigt. Also: immer locker bleiben... ;-)
Wie sollte man denn nun weiter demonstrieren, wie wirklich locker Deutschland geworden ist? Deutsche Flaggen an allen möglichen und unmöglichen Stellen der Autos, ohne dass sich die Mehrheit darüber aufregt. Fußballspieler, die aus Versehen den Text der Nationalhymne kannten. Jubel auf den Straßen nach den Siegen. Und jetzt die große Leere? Zum Glück gab es noch die Siegesfeier, bei der man sich noch einmal so richtig auflockern konnte, Spieler inclusive. Gut, der Gaucho-Song war nicht der intelligentesten einer, aber locker wie frisch geschlagene Sahne.
Und dann kam der große Lotto-Hauptgewinn: einige wenige Journalisten schrieben, dass der Gaucho-Tanz doch wohl unangemessen gewesen sei. Das war die Gelegenheit schlechthin, um so richtig aufzudrehen.
Während sich die Spieler noch in der Ausnüchterungsphase befanden, meldeten sich die Moderaten zu Wort: Man solle den Tanz nicht zu ernst nehmen, immerhin seien es ja junge Spieler, übermüdet, mit Restblut im Alkohol. Damit wurde geschickt die Zeit überbrückt, bis dann die breite Mehrheit die Situation verstanden hatte und begann, auf die Journalisten einzuprügeln. Unglaublich, wie kann man nur, man soll doch mal locker sein, und außerdem, bei den Publikationen wäre ja sowieso nichts Besseres zu erwarten gewesen.
Endlich konnte Deutschland wieder locker sein. Wie ein Virus verbreiteten sich Videos von dem Tanz, in allen Online-Kanälen diente das Posten des Videos quasi als Beweis der persönlichen Lockerheit. Wenige Tage später erschienen schon Grafiken mit Schlachtrufen, die ebenfalls sehr nützlich eingesetzt werden konnten. Wir Deutschen sind jetzt locker, verdammt noch mal!
Der Postillon versuchte eine schwache Gegenoffensive, indem er nachweisen wollte, dass weder die Gauchos gebückt gingen, noch die Deutschen springend und jubilierend. Keine Chance gegen das lockere Deutschland! In mehreren Talkshows wurde der Text intensiv durchleuchtet, mit dem Ergebnis, er sei locker. Einige Teilnehmer öffneten daraufhin sogar den obersten Hemdknopf. Lediglich Michel Friedman, ehemaliger Zentralrat, erinnerte kurz in 23 Fernsehsendungen daran, dass das Wort "Gau" ihn an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnere, und dass man doch Rücksicht auf die jüdische Gemeinschaft nehmen sollte. Auch die Süddeutsche Zeitung entdeckte die Silbe "Gau" und setzte sofort ein Expertenteam an eine Untersuchung, was der ADAC mit der ganzen Sache zu tun hätte.
Währenddessen verhandelt Heino mit den Toten Hosen bereits über die gemeinsame Aufnahme einer rockigen Fassung des Songs. Der Refrain soll heißen "An Tagen wie diesen, geht der Gaucho wirklich so....". Aus verlässlichen Quellen stammt die Information, dass der ehemalige Papst Benedikt dabei beobachtet wurde, wie er die Melodie auf dem Flur summte, als er am amtierenden Papst vorbeiging. Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet derweil einen massiven Protest wie gegen die NSA vor, sie weiss allerdings noch nicht, ob für oder gegen den Song. In vielen Städten entstehen in diesen Tagen betreute Selbsthilfegruppen zum Thema "Wie bin ich wirklich deutsch locker?".
Natürlich gibt es auch die ständigen Querulanten. Alice Schwarzer meldete sich mit einem Artikel zum Thema "Die Unterdrückung der Gaucho-Frauen" zu Wort. Der Artikel wurde allerdings nicht gedruckt, da er wie andere ihrer Artikel mindestens 20 Jahre hinter der Wirklichkeit hinterherhinkte.
Der gemeine Gaucho (gaucho andante) bekam natürlich von der ganzen Aufregung nichts mit. Somit ist auch der Versuch gescheitert, der Gaucho-Population die neue Lockerheit der Deutschen aufzuzwingen. Aber bei anderen hat es ja teilweise geklappt.
Gerüchte, dass die ursprünglichen Artikel gegen den Gaucho-Tanz von der "Liga für ein lockeres Deutschland" inszeniert worden sein sollen, haben sich bisher nicht bestätigt. Also: immer locker bleiben... ;-)
Zuletzt bearbeitet:
Gau-sut, sau-gut.



