"Die Datensammler-wie Unternehmen uns ausspähen"- WDR Servicezeit Reportage

Die fleißigen Datensammler Bayerische Motoren Werke AG können mir schon aus diesem Grund keinen Neuwagen mehr verkaufen.
Einen Gebrauchten mit Spitzelfeature übrigens auch nicht.
Ist auch nicht weiter schlimm, stehe eh nicht so auf aufgeladenen 4-Zylinder.
 
... und er hat das alles kommen sehen
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Mir ist das heute alles ein bisschen zuviel Paranoia in Bezug auf "Datensammeln" gibt da ja grundlegende Unterschiede. Bsp: "personenbezogen" .. da wird zu wenig Unterschied in den Medien gemacht, insofern sehe ich darin mehr Hetze als tatsächliche objektive Berichterstattung. Ist heute aber generell so, dass man zwar berichtet, aber dann doch den ein oder anderen Fakt einfach weglässt. Früher war das eher die Methodik von Verschwörungstheoretikern, heute scheint das mehr und mehr zum Standard zu werden.

Beispiel: Jedes Handy kann grundlegend verfolgt werden. Ist eben so. Ohne personenbezogene Kenntnis der IMEI ist das aber völlig egal. Und dann noch die logische Seite: Wenn ich jemanden ausspähen will, dann setz ich einen Spitzel an - das gibt bessere Infos und ist billiger in der Umsetzung :-) Wenn also jemand keinen Grund hat einen Spitzel auf mich anzusetzen, wird der auch keinen Grund haben mich anderweitig auszuspähen.
 
Mir ist das heute alles ein bisschen zuviel Paranoia in Bezug auf "Datensammeln" ...

Im Gegenteil besteht ganz erheblich zuviel Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema. Diese perspektiv ausgesprochen gefährliche Gleichgültigkeit zieht sich durch die Bevölkerung und durch die Wirtschaft bis hin zu unserer Regierung.

Ich stimme dir allerdings dahingehend zu, dass die journalistische Befassung mit dem Thema häufig schlecht ist.

... Wenn ich jemanden ausspähen will, dann setz ich einen Spitzel an - das gibt bessere Infos und ist billiger in der Umsetzung :-) Wenn also jemand keinen Grund hat einen Spitzel auf mich anzusetzen, wird der auch keinen Grund haben mich anderweitig auszuspähen.

Es gibt wirklich schockierend spektakuläre Möglichkeiten, mittels elektronischer Datensammlung weitgehende Erkenntnisse über Personen zu gewinnen - und das sehr "bequem". Da kommt kein Spitzel mit. ;)
 
Im Gegenteil besteht ganz erheblich zuviel Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema. Diese ausgesprochen gefährliche Gleichgültigkeit zieht sich durch die Bevölkerung und durch die Wirtschaft bis ihn zu der Regierung.

Ich stimme dir allerdings dahingehend zu, dass die journalistische Befassung mit dem Thema häufig schlecht ist.



Es gibt wirklich schockierend spektakuläre Möglichkeiten, mittels elektronischer Datensammlung Erkenntnisse über Personen zu gewinnen. Da kommt kein Spitzel mit. ;)

Dem kann ich nur zustimmen. Zumal es in digitaler Form sehr leicht und vor allem wahnsinnig günstig ist detaillierte Kundenprofile usw. anzulegen und zu pflegen.

Nehmen wir doch mal Amazon als Beispiel: die wenigsten werden sich daran stören bessere Empfehlungen zu bekommen. Gleichzeitig steigt die Chance auf einen Verkauf von Amazon. Das System geht so lange für Bis irgendwann jemand deren Datenbank raus trägt und sie verkauft (unwahrscheinlich aber nicht unmöglich). Die meisten Leute sind sich ihrer digitalen Spur nicht bewusst und verstehen die Folgen davon gar nicht. Wenn hier nicht langsam mehr Bewusstsein entsteht haben wir in der nächsten Generation echt ein Problem (die jetzige Jugend hat schon eins wenn ich mich so umschaue; und dabei bin ich vom Alter nur knapp über Ihnen).

Es geht ja nie um einzelne, kleine Informationen sondern um das große Bild was sich daraus ergibt wenn man stetig ein bisschen was sammeln kann.
 
@Inselaffe Amazon ist ein gutes Beispiel, wie komplex die Thematik eigentlich ist. Amazon sammelt Deine Suchgewohnheiten und hinterlegt sie - sagen wir mal - hinter einer ID. Dein Benutzerkonto hat nun ihrerseits Kenntnis von dieser ID. Amazon nutzt diese Informationen zum analysieren Deiner Gewohnheiten um die passende Vorschläge zu unterbreiten oder auch anderen bspw. anzuzeigen wer das noch gekauft hat und was eben jene, die das betrachtet haben außerdem gekauft haben. Diese Daten sind mit eben jener ID verknüpft anonym. Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss das auch so sein (eben nicht direkt mit den persönlichen Daten) - für Dich im Frontend sieht das jetzt aus, als wären die Daten mit Deinem Konto verknüpft. Sind sie aber nicht direkt. Die Website schickt lediglich die ID und das System liefert Infos zu dieser ID. Dahinter sind sie allerdings physikalisch getrennt. Wir sprechen hier also von nicht personenbezogenen Daten. Wie ein Auto-KZ .. steht auch ne Nummer am Auto und nicht Dein Name+Anschrift :-)

So sieht es das Datenschutzgesetz auch vor und das wird auch streng kontrolliert. Das ist wirklich so - manchmal schon fast lächerlich penibel. Aber gut, da gab es in der Vergangenheit eben den ein oder anderen Vorfall - wenn ihr wüsstet ..

Wäre das NICHT so - als Beispiel wieder - dann gäbe es bspw. keine Counter. Die Anzeige, wieviele Leute einen Thread gelesen haben wäre dann illegale Datensammlung. Nimm als weiteres Beispiel die Möglichkeit dir "ungelesene Themen" im Forum anzeigen zu lassen - auch hier werden Daten darüber gesammelt, welche Themen du wann gelesen hast und mit Deinem Benutzernamen verknüpft, der ist mit Deiner E-Mail-Adresse verknüpft, die mit x weiteren Webseiten eventuell ebenso verknüpft ist. Bei vielen Foren werden beim Verfassen eines Beitrages, Zeitpunkt und IP gespeichert. Damit kann jemand Deinen Aufenthaltsort zu einem gewissen Zeitpunkt ausspähen. Jede E-Mail verrät wann und von wo du sie geschickt hast. Selbst wann du Deine E-Mails liest und von wo ist mit den richtigen Mitteln jederzeit möglich.

Damit sagen will ich, dass es eben in der heutigen Zeit so ist, wenn man die heutige Technologie nutzt. All diese Daten sind notwendig, damit wir den Komfort haben, der für uns normal geworden ist. Wenn jemand Deine Daten wirklich WILL - dann bekommt er sie so oder so.
 
Deine Erläuterungen sind in der Theorie nicht schlecht, nur befürchte ich, dass sie die Praxis doch recht deutlich verfehlen. ;) Ich greife mal ein paar Aspekte auf:

@Inselaffe Amazon ist ein gutes Beispiel, wie komplex die Thematik eigentlich ist. Amazon sammelt Deine Suchgewohnheiten und hinterlegt sie - sagen wir mal - hinter einer ID. Dein Benutzerkonto hat nun ihrerseits Kenntnis von dieser ID. ... Diese Daten sind mit eben jener ID verknüpft anonym. Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss das auch so sein (eben nicht direkt mit den persönlichen Daten) - für Dich im Frontend sieht das jetzt aus, als wären die Daten mit Deinem Konto verknüpft. Sind sie aber nicht direkt. Die Website schickt lediglich die ID und das System liefert Infos zu dieser ID. Dahinter sind sie allerdings physikalisch getrennt. Wir sprechen hier also von nicht personenbezogenen Daten. ...
Doch, auch dann handelt es sich in aller Regel um personenbezogene Daten - ich nenne sie nachfolgend mal kürzer "Personendaten" -, die mithin den gesetzlichen Anforderungen unterliegen. Gehen wir mal etwas weg von dem Beispiel Amazon, zu dem ich berufsbedingt "leider" nichts schreiben darf, zu einer etwas allgemeineren Darstellung:

Was du oben beschreibst, ist im weiteren Sinne die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung von Personendaten. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, eine Trennung der personenbezogenen Angaben von der konkreten Person - und zwar derart, dass sich die Angeben der konkreten Person nicht mehr zuordnen lassen. Derartiges wird bisweilen von den Diensteanbietern mehr oder minder konsequent praktiziert. In den allermeisten Fällen (abhängig von der konkreten Umsetzung) ist das Unternehmen aber ohne Weiteres in der Lage, die personenbezogenen Angaben wieder mit der konkreten Person zusammen zu führen. Denn - wieder vereinfacht gesagt - die "ID" ist ja nicht ohne wenn und Aber anonym, sondern lässt sich der konkreten Person zuordnen. Ohne Zweifel wird das bei Bedarf auch weithin gemacht.

... So sieht es das Datenschutzgesetz auch vor ...
Das ist so pauschal nicht richtig. Die einschlägigen Datenschutzgesetze - u. A. das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bzw. vorrangig für Internetdienste das Telemediengesetz (TMG) - fordern nicht zwingend die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung von Personendaten. Beide Maßnahmen stellen lediglich, bei Vorliegen der Voraussetzungen, einen vom Gesetzgeber vorgesehenen Weg dar. Inwieweit die Verarbeitung etc. von Personendaten erlaubt ist, bestimmt sich letztlich nach (durchaus vielfältigen) anderen Vorschriften. Ich könnte das weitergehend erläutern, falls es von Interesse sein sollte. :) :-)

@Inselaffe ... und das wird auch streng kontrolliert. Das ist wirklich so - manchmal schon fast lächerlich penibel. ...
Genau, deshalb können Internet-Plattformen wie Facebook auch überhaupt nicht seit Jahren nachhaltig gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen, ohne dass sie mit empfindlichen Sanktionen belegt werden. ;)

Etwas ernster: So viel wird in der Praxis nicht kontrolliert. Die Landesdatenschutzbehörden sind in den letzten Jahren durchaus "dynamischer" geworden, das ist richtig. Aber deren Kontrollen können natürlich nur Tropfen auf den heißen Stein sein. Die Datenschutzbeauftragten der Unternehmen haben häufig mit dem Umstand zu kämpfen, dass sie nur bis zu einem gewissen Maß in derartige Entscheidungen einbezogen werden. Natürlich pauschalisiere ich mit dieser Aussage nun ebenfalls - allerdings erheblich näher an der Praxis. ;)

... Damit sagen will ich, dass es eben in der heutigen Zeit so ist, wenn man die heutige Technologie nutzt. All diese Daten sind notwendig, damit wir den Komfort haben, der für uns normal geworden ist. Wenn jemand Deine Daten wirklich WILL - dann bekommt er sie so oder so.
Zumindest den letzten Satz möchte ich ungern so stehen lassen:
Sicherlich liegst du richtig damit, dass ohne die Verwendung von Personendaten viele aktuelle Technologien nicht funktionieren würden. Das rechtfertigt aber nicht die Datenverwendung abseits der einschlägigen Gesetze, und es heißt auch nicht, dass man all dem ausgeliefert ist. Zugegeben: Die rechtlichen Anforderungen an den Datenschutz sind derart hoch, dass sich in der Praxis ein vollständiger Einklang mit den Datenschutzgesetzen nicht immer finden lässt. Viele Unternehmen könnten aber mit überschaubaren Mitteln ihr Datenschutzniveau erheblich verbessern. Und viele Menschen könnten mit noch überschaubareren Mitteln den Missbrauch ihrer Personendaten erheblich reduzieren. ;)

Man muss es "halt" nur machen. Genau an dieser Stelle, nämlich am "Wollen", hängt es häufig. Das beste Beispiel dafür liefert unsere aktuelle Regierung. :X
 
Zuletzt bearbeitet:
In vielen Dingen warst du jetzt viel genauer als ich, ist aber gut so, ich wollte damit auch nur verdeutlichen, dass die Thematik eben sehr kompliziert ist - je größer das Unternehmen bzw. je "sozialer" das Tätigkeitsfeld (falls man das so sagen kann) desto komplizierter wird es. Facebook bspw. stellt diesbezüglich fast schon das komplexeste Konstrukt dar, wenn es um Datenschutz geht. Andererseits muss man aber auch sagen, dass Facebook mitunter die weitreichendsten Möglichkeiten bietet seine Daten öffentlich zu kontrollieren. Und gegen den Freund-markiert-Dich-öffentlich-auf-Bild- Effekt kann Facebook kaum etwas machen :-)

"Missbräuchlich verwendet" kann vieles sein (direkt oder indirekt). Ich persönlich tendiere dazu, erst dann zu strafen, wenn tatsächlicher Schaden entsteht, also habe in diesem Fall eventuell eine andere Position, insofern mit vielen Datensammlern eigentlich kein Problem - viell. auch deswegen, weil ich als Entwickler selbst weiß dass vieles eben sonst nicht umsetzbar wäre.
 
... . Facebook bspw. stellt diesbezüglich fast schon das komplexeste Konstrukt dar, wenn es um Datenschutz geht. Andererseits muss man aber auch sagen, dass Facebook mitunter die weitreichendsten Möglichkeiten bietet seine Daten öffentlich zu kontrollieren. Und gegen den Freund-markiert-Dich-öffentlich-auf-Bild- Effekt kann Facebook kaum etwas machen :-) ...

Abgesehen von dem Umstand, dass die nutzerseitigen Kontrollmöglichkeiten bei Facebook betont umständlich gestaltet sind, liegt das eigentliche Problem darin, dass die Personendaten so oder so "hinter den Kulissen" gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden. Das erfolgt erheblich jenseits des gesetzlich erlaubten Umfangs, und auch nicht "nur" durch Facebook.

Um dein Beispiel aufzugreifen: Der springende Punkt ist nicht derjenige, dass Facebook gegen die Nutzung der "Markierungsfunktion" "kaum etwas machen" kann, sondern Facebook stellt diese Funktion ganz gezielt zur Verfügung, um damit Personendaten zu sammeln und diese zum eigenen Vorteil - und wie gesagt: unter Missachtung des gesetzlich Erlaubten - zu verwerten. Der Schaden des Einzelnen liegt unter anderem in der Verletzung seines Persönlichkeitsrechts und in dem Umstand, dass Daten von ihm generiert und in Umlauf gebracht werden, die in vielfacher Hinsicht ein Missbrauchspotenzial in sich bergen.

Mir ist bewusst, dass es auf technischer Ebene tolle Möglichkeiten zur Verwendung von Personendaten gibt - weshalb ich deine Auffassung gut nachvollziehen kann. :) :-) Mit deinem technischen Sachverstand weißt du aber sicherlich auch, welche riesigen Möglichkeiten des Datenmissbrauchs es auf technischer Ebene gibt. Das wird in den kommenden Jahren noch sehr viel schlimmer werden.
 
Ich bin eher der Meinung, dass man Datenmissbrauch nicht von vornherein unterbinden kann, da man in der Datenverarbeitung nunmal auch Daten speichern muss. Was jetzt mit diesen Daten passiert, das kann man kritisch betrachten, verurteilen und verfolgen, keine Frage. Ich sehe aber keinen Nutzen das generelle Sammeln zu unterbinden, da dies ja einem Zweck dient.

Das "Markieren auf Fotos" erfolgt immerhin durch die Nutzer (Facebook deckt mit der Funktion also primär eine Nachfrage der Nutzerschaft), die diese Informationen quasi der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Man kann hier nicht die verurteilen, die das Werkzeug zur Verfügung stellen. Auch pauschal in Bezug auf Weitergabe von Personendaten .. da müsste man jeden Einzelnfall eigentlich getrennt betrachten, ob denn auch tatsächlich sensible persönliche Daten oder lediglich generische statistische Daten herausgegeben werden. Mal ganz davon abgesehen, dass der Nutzer dem vermutlich durch die Nutzungsbedingungen auch zustimmt. Hausrecht.

Und ob jetzt einer manuell Marktanalyse/Zielgruppenanalyse per Umfrage oder per automatisierter Erfassung betreibt (unabhängig was mit den gesammelten Daten passiert) sehe ich als weniger Relevant an.

Als Beispiel nenne ich jetzt einfach mal "Gewinnspiele" - und wie freiwillig Menschen Ihre persönlichsten Daten preisgeben wenn sie die Aussicht auf einen Vorteil bekommen. Wo diese gesammelten Daten dann landen ist wohl hinsichtlich bekannt, ein Gewinnspiel hat bspw. auch nur exakt diesen EINEN Nutzen, Daten sammeln und verkaufen oder anderweitig gewinnbringend nutzen. Facebook bietet auf der anderen Seite bspw. einen tatsächlichen Service. Kostenfrei. Dass sich Facebook also mit Werbung finanziert und finanzieren muss steht dabei außer Frage.

Für mich wichtig ist in erster Linie nur, ob ich tatsächlich einen direkten Schaden durch Datenmissbrauch habe, dem ich so nicht zugestimmt hab. Aber dann wären wir wieder bei der Betrachtung von Einzelszenarien.

Heute arbeiten Datendiebe aber mit recht subtilen Methoden. Gewinnspiele oder auch Telefonautomaten, die willkürlich Nummern anrufen, davon ausgehen, dass sich die Leute mit Ihrem Namen am Telefon melden. Es geht dann nur *piep* und schon hat der Datendieb eine Telefonnumer + Name die er dem nächsten Telefonverkäufer offeriert. Das ist heute alles kein Problem und funktioniert viel einfacher als eine Datenbank mit Milliarden von Einträgen zu verarbeiten :-) Wenngleich Facebook sowieso Werbung verkauft, wo jedermann zielgerichtet seine Produkte anbieten kann - da muss keiner klauen gehn. Gibt halt soviele Einzelfälle, jeden stört irgendwas anderes, sodaß man gar nicht pauschal "gut" oder "schlecht" oder überhaupt "angemessene Beschuldigung" sagen kann.
 
Wenn es auch kein guter Stil ist, schreibe ich aus Zeitgründen direkt in deine Nachricht:

Ich bin eher der Meinung, dass man Datenmissbrauch nicht von vornherein unterbinden kann, da man in der Datenverarbeitung nunmal auch Daten speichern muss.
Brummm: Warum sollte man Missbrauch nicht von rechtskonformer Verwendung trennen können? Es gibt klare gesetzliche Regelungen für die Erhebung, Speicherung und Verwendung von Personendaten. Daran müssten sich die betreffenden Unternehmen nur halten.

Was jetzt mit diesen Daten passiert, das kann man kritisch betrachten, verurteilen und verfolgen, keine Frage. Ich sehe aber keinen Nutzen das generelle Sammeln zu unterbinden, da dies ja einem Zweck dient.
Brummm: Auch für das bloße "Sammeln" (präziser: das Erheben und Speichern) gibt es gesetzliche Vorgaben. Das ist auch richtig so, weil es nicht sein kann, dass man einfach nach Belieben persönliche oder gar intime Informationen über fremde Menschen zusammentragen darf. Oder fändest du es völlig in Ordnung, wenn jemand deine Kontonummern sammelt? Deine Passwörter? Die Namen deiner Kinder? Deine sexuelle Ausrichtung? Name und Anschrift deiner Geliebten? Dein PKW-Kennzeichen? Deine Steuernummer? Das alles ist dir egal, weil du darauf vertraust, dass mit diesem Datenprofil schon nix Schlimmes gemacht werden wird? :cautious:

Das "Markieren auf Fotos" erfolgt immerhin durch die Nutzer (Facebook deckt mit der Funktion also primär eine Nachfrage der Nutzerschaft), die diese Informationen quasi der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
Brummm: Mit Verlaub, das ist doch Unsinn. Facebook verfolgt allein eigene Zwecke, und das wie gesagt unter nachhaltigen Rechtsverletzungen. Völliger Quatsch ist auch die Annahme, dass ein Nutzer diese Daten allgemein zur Verfügung stellen möchte. Möchtest du allen Ernstes proklamieren, dass der Einzelne doch selbst schuld an dem Missbrauch seiner Daten ist? :rolleyes:
Darf ich dann dein E-Mail-Konto per Trojaner anzapfen und deine Online-Banking-Daten abgreifen? Die stellst du ja auch in das Internet, vertraust sie mehreren Diensteanbietern an, und ich decke damit auch nur den Bedarf derjenigen, die mir dann für diese Informationen Geld bezahlen.
Der Vergleich hinkt? Ja, aber nur ein wenig...


Man kann hier nicht die verurteilen, die das Werkzeug zur Verfügung stellen.
Brummm: Aber natürlich! Man kann und muss diejenigen verurteilen, die durch das Betreiben der Werkzeuge geltendes Recht verletzten. Bitte entschuldige, aber deine Argumentation geht völlig daneben. Der springende Punkt ist doch auch derjenige, dass die mit dem Werkzeug erhobenen Daten vorsätzlich missbraucht werden.

Auch pauschal in Bezug auf Weitergabe von Personendaten .. da müsste man jeden Einzelnfall eigentlich getrennt betrachten, ob denn auch tatsächlich sensible persönliche Daten oder lediglich generische statistische Daten herausgegeben werden.
Brummm: Aber natürlich muss man jeden Einzelfall betrachten! So ist das eben bei der Frage, ob eine Handlung gegen geltendes Recht verstößt. Oder soll man es deshalb gleich bleiben lassen? :eek: :o

Mal ganz davon abgesehen, dass der Nutzer dem vermutlich durch die Nutzungsbedingungen auch zustimmt. Hausrecht.
Brummm: Nein, weil die Mehrzahl der diesbezüglichen Regelungen in den Nutzungsbedingungen schlicht rechtswidrig und daher unwirksam sind.

... Als Beispiel nenne ich jetzt einfach mal "Gewinnspiele" - und wie freiwillig Menschen Ihre persönlichsten Daten preisgeben wenn sie die Aussicht auf einen Vorteil bekommen. Wo diese gesammelten Daten dann landen ist wohl hinsichtlich bekannt, ein Gewinnspiel hat bspw. auch nur exakt diesen EINEN Nutzen, Daten sammeln und verkaufen oder anderweitig gewinnbringend nutzen. Facebook bietet auf der anderen Seite bspw. einen tatsächlichen Service. Kostenfrei. Dass sich Facebook also mit Werbung finanziert und finanzieren muss steht dabei außer Frage.
Brummm: Und was sagt uns das? Dass sich der Veranstalter von Gewinnspielen daher nicht an das Datenschutzrecht halten müsse? Auch diese Aussage wäre dann Unsinn. Übrigens gibt es sehr weitreichende rechtliche Anforderungen an die Gestaltung und Durchführung von Gewinnspielen. Wenn die eingehalten werden - und nur dann - ist das Gewinnspiel nicht zu beanstanden.

Für mich wichtig ist in erster Linie nur, ob ich tatsächlich einen direkten Schaden durch Datenmissbrauch habe, dem ich so nicht zugestimmt hab. Aber dann wären wir wieder bei der Betrachtung von Einzelszenarien.
Brummm: Was du in Bezug auf deine Daten hinnimmst, ist ja auch ganz weitgehend deine Sache. Nur ändert das nichts daran, dass andernorts in zahlloser Häufigkeit datenschutzrechtliche Anforderungen nicht eingehalten. Der Schaden liegt zumeist - mindestens - in dem Umstand, dass Daten erzeugt werden, die dem Betroffenen zum Verhängnis werden können.

Heute arbeiten Datendiebe aber mit recht subtilen Methoden. Gewinnspiele oder auch Telefonautomaten, die willkürlich Nummern anrufen, davon ausgehen, dass sich die Leute mit Ihrem Namen am Telefon melden. Es geht dann nur *piep* und schon hat der Datendieb eine Telefonnumer + Name die er dem nächsten Telefonverkäufer offeriert. Das ist heute alles kein Problem und funktioniert viel einfacher als eine Datenbank mit Milliarden von Einträgen zu verarbeiten :-) Wenngleich Facebook sowieso Werbung verkauft, wo jedermann zielgerichtet seine Produkte anbieten kann - da muss keiner klauen gehn. Gibt halt soviele Einzelfälle, jeden stört irgendwas anderes, sodaß man gar nicht pauschal "gut" oder "schlecht" oder überhaupt "angemessene Beschuldigung" sagen kann.
Brummm: Auch das ist wieder eine Verharmlosung, bei der sich mir alle Haare sträuben. Weil es so viele "Einzelfälle" gibt, soll man das alles nicht eng sehen? :cautious:

Leider fehlt mir die Zeit, das Vorstehende ordentlich zu formulieren, und die Diskussion weitet sich dann wohl auch zu sehr aus. Vielleicht lasse ich es auch deshalb besser sein, weil ich deine Einstellung zu diesem Thema hochgradig bedenklich finde. :confused:
 
Ich finde es gut, dass es noch eine reale Welt gibt und man bei Facebook nicht angemeldet sein muss.
Nicht mal einkaufen muss man online und bezahlen funktioniert auch noch per Bargeld.
 
@Brummm Verstehe Deinen Standpunkt, aber ich glaube wir sprechen von verschiedenen Dingen. Wenn ich mich wo registriere und ein Passwort hinterlege, dann ist das nicht öffentlich. Wenn ich irgendwo auf einem Server Daten hinterlege, die sonst niemand sehen darf (und das ist dann auch so angegeben) dann sieht die auch sonst niemand. Ist für mich sehr wohl ein Unterschied ob ich ein Foto für die Öffentlichkeit freigebe oder das eben nicht tue. Das ist jetzt eine Annahme meinerseits, die durch die Nutzungsbedingungen entsteht - immer davon ausgehend, dass diese eben auch eingehalten werden. Ob die jetzt rechtlich valid sind, ist - zumindest bei freiwilligen Angeboten - herzlich egal. Konditionen akzeptieren oder eben lassen. Du kaufst ja auch kein Auto, wo die Konditionen nicht stimmen sondern gehst woanders hin.

Hab auch nirgends erwähnt, dass sich irgendwer nicht an Datenschutzrecht halten soll, sondern lediglich aufgezeigt, dass es schwarze Schafe gibt und die Leute Ihre Daten leichtfertig hergeben und dann anderen dafür die Schuld geben wollen.

Es geht auch nicht darum, dass man irgendwas "nicht so eng sieht" sondern darum, dass Einzelfälle betrachtet werden müssen ob es sich tatsächlich um einen direkten Verstoß handelt. Bei vielen Dingen ist das schlichtweg nicht der Fall. Und zu dieser Analyse müsste man nun einen konkreten Einzelfall betrachten und aufschlüsseln, bezugnehmen auf die Kritik, den Schadensfall und feststellen ob das Angebotene Service ohne den Kritikpunkt überhaupt funktionieren könnte (wieder als Beispiel hier) - weswegen ich ja ganz klar betont habe, dass keine Pauschalierung möglich ist - wenn dem so wäre, bräuchten wir keine Gerichtsgebäude :-)

Aber wie gesagt, ich glaube wir beide beleuchten das Thema von verschiedenen Seiten.
 
@Brummm Verstehe Deinen Standpunkt, aber ich glaube wir sprechen von verschiedenen Dingen. Wenn ich mich wo registriere und ein Passwort hinterlege, dann ist das nicht öffentlich. Wenn ich irgendwo auf einem Server Daten hinterlege, die sonst niemand sehen darf (und das ist dann auch so angegeben) dann sieht die auch sonst niemand. Ist für mich sehr wohl ein Unterschied ob ich ein Foto für die Öffentlichkeit freigebe oder das eben nicht tue. Das ist jetzt eine Annahme meinerseits, die durch die Nutzungsbedingungen entsteht - immer davon ausgehend, dass diese eben auch eingehalten werden. ...

Da liegt in der Tat der Denkfehler - der übrigens weit verbreitet ist. ;) Wer - um bei deinem Beispiel zu bleiben - ein Foto online öffentlich verfügbar macht, stimmt damit nicht per se dessen freier Verwendung zu. Schon gar nicht stimmt er zu, dass das Foto mit anderen Daten und Informationen verknüpft wird, hieraus ein Profil angefertigt und das dann an Dritte verkauft oder anderweit verwendet wird.

Du liegst grundsätzlich richtig damit, dass es die Möglichkeit gibt, in die Verwendung der eigenen Personendaten einzuwilligen. Auch die Gestaltung solcher Einwilligungen (für die elektronische Einwilligung siehe insb. § § 13 Abs. 2 TMG) unterliegt allerdings gesetzlichen Anforderungen. Unter anderem muss für eine wirksame Einwilligung der betreffende Nutzer vollständig und verständlich über Art und Umfang der Datenverwendung informiert werden. Bereits an dieser Voraussetzung scheitern Plattformen wie Facebook. Denn dort wird gar nicht vollständig verraten, was Facebook & Co. mit den Daten macht.

Schon gar nicht reicht es aus, irgendwo in den Nutzungsbedingungen nebulöse Andeutungen oder gar Generalklauseln wie "Wenn Sie diesen Dienst nutzen, stimmen Sie zu, dass wir mit Ihre Daten alles und jedes machen..." zu platzieren. Das ist nach deutschem Datenschutzrecht (und auch nach den EU-Datenschutzbestimmungen im Übrigen) schlicht unwirksam.

Aus diesem Grund hatte ich ganz bewusst den o. a. Vergleich zu deinen Passwörtern, Kontodaten o. Ä. gezogen. Auch die hast du - temporär oder dauerhaft - innerhalb eines Internetdienstes hinterlegt und eine Zustimmung zu einer umfassenden Nutzung nicht erteilt. Ganz ähnlich verhält es sich eben, jedenfalls auf rechtlicher Ebene, mit den zahllosen Daten, die in den Sozialen Netzwerken abgelegt sind. Gott sei Dank sind diese Daten nicht so brisant ... meistens. ;)
 
Da liegt in der Tat der Denkfehler - der übrigens weit verbreitet ist. ;) Wer - um bei deinem Beispiel zu bleiben - ein Foto online öffentlich verfügbar macht, stimmt damit nicht per se dessen freier Verwendung zu. Schon gar nicht stimmt er zu, dass das Foto mit anderen Daten und Informationen verknüpft wird, hieraus ein Profil angefertigt und das dann an Dritte verkauft oder anderweit verwendet wird.

Ich komme nicht umhin, du meinst hier u.U. die Sache mit "Facebook darf Profilfoto extern verwenden" oder ähnlich wie diese Änderung damals die Empörung der Nutzer hochgeschworen hat. Dahinter steckt lediglich eine Absicherung seitens Facebook, wenn jemand bei Werbung auf Gefällt mir klickt, dass dann das Profilfoto angezeigt wird - weiters geht es da um die Facebook Plug Ins die auf externen (Web)Seiten Benutzerfotos der Fans anzeigen etc etc etc. Es hat nur A) niemand für nötig gehalten es zu hinterfragen und B) Facebook keine Lust ein 500 Seitendokument zu verfassen was über die Verwendung aufklärt. Fände ich auch für überflüssig.

Ich bin auch absolut kein Feind von Datenschutz - im Gegenteil! - aber mir geht es um bspw. das oben dargelegte - hier wird der Datenschutz durch fehlende Recherche eben doch schon eher zur Paranoia.
 
Ich komme nicht umhin, du meinst hier u.U. die Sache mit "Facebook darf Profilfoto extern verwenden" oder ähnlich wie diese Änderung damals die Empörung der Nutzer hochgeschworen hat. ...

Nein, ich meine das allgemein in Bezug auf alle dort und in anderen Netzwerken gespeicherten Daten. Wenn man bei dem Beispiel Facebook bleiben will, dann ist es so, und lässt sich auch nicht wegdiskutieren, dass Facebook diese Daten in vielfach datenschutzwidriger Weise verwertet. Da hilft zur Rechtfertigung auch nicht die "Idee" einer Datenschutzinformation in Form eines "500 Seitendokumentes".

Nennen wir das Kind doch beim Namen: Du bist offenbar der Auffassung, dass Facebook Personendaten derart umfassend verwendet, dass man darüber eigentlich nicht ordentlich aufklären kann. Daher muss man es auch gar nicht erst tun. Das ist schlichtweg eine Auffassung, die grundlegenden Prinzipien des Rechtsstaates diametral entgegensteht.
 
Nennen wir das Kind doch beim Namen: Du bist offenbar der Auffassung, dass Facebook Personendaten derart umfassend verwendet, dass man darüber eigentlich nicht ordentlich aufklären kann.

Nein (ich bleibe bei diesem Beispiel, weil es ein Detailproblem darstellt, dass man erörtern kann). Facebook verwendet mein Profilbild zur Anzeige auf externen Webseiten und bei Werbungen die ich mit "Gefällt mir" markiert habe. Das gilt auch für Werbungseinblendungen die durch Dritte bereitgestellt und verwaltet werden. Ich bin damit einverstanden, ansonsten würde ich Facebook eben einfach nicht mehr nutzen, kein Profilbild hochladen oder per Einstellungen diese Erlaubnis widerrufen.

Gut - ich hab eventuell den Vorteil, dass ich ziemlich genau "weiß", warum Facebook dies so formuliert hat (und es technisch nötig ist) und es für Facebook selbst (wie es eben aufgebaut ist) ein nicht zumutbarer Aufwand wäre eine detaillierte Kontrolle in dieser Größenordnung über alle Instanzen zu gewährleisten. Ich bin mir dessen bewusst und akzeptiere das. Auf der anderen Seite ist sich Facebook aber auch bewusst (USA Recht), sollte ich einen direkten(!) Schaden durch deren(!) Praktiken erhalten, ich sie verklagen kann, gewinnen werde und in Rente gehen kann :-) Das betrifft übr. auch die unzweckmäßige(!) Weitergabe persönlicher Daten an Dritte.

An dieser Stelle auch ein Sorry, dass dies so Facebook-bezogen ist, aber das kennt wenigstens jeder halbwegs und ist daher gut als Beispiel. Man könnte das jetzt genauso gut mit google machen (dort wirds dann noch wesentlich! komplexer) - Fakt ist aber, dass niemand mit irgendwelchen Daten einfach machen kann was er will - auch wenn prinzipiell die technische Möglichkeit bestünde.
 
Fakt ist aber, dass niemand mit irgendwelchen Daten einfach machen kann was er will - auch wenn prinzipiell die technische Möglichkeit bestünde.

Sollte das oben fett und kursiv markierte Wort nicht besser durch darf ersetzt werden ?
 
Leider kann ich keinen Link liefern,von einem Fernsehbeitrag über "Spionage" über Handy und Laptop.
Es ging um eine junge Frau,Studentin.Ein Treffen wurde vereinbart,mit dem Fernsehteam und unter falschen Vorwand. Die Dame hatte ihr Handy und Laptop dabei. Leider habe ich nicht mitbekommen,was damit gemacht wurde,aber es geschah ohne wissen der Dame,aber in Ihrem Beisein. Jedenfalls sollte dieses Experiment eine Woche dauern und beide gingen von dannen. Nach einer Woche traf man sich wieder,in einem Raum,mit einer großen weißen Wand. Die Dame setze sich auf einen Stuhl und blickte zu dieser Wand. Es Beamer wurde gestartet und was Sie dort sah,lies ihre Augen größer und größer werden,denn was Sie dort zu sehen bekam,war fast der ganze Ablauf ihrer letzten Woche. Die Geschäfte in denen Sie war,was Sie sich bei Amazon angesehen hatte,mit wem Sie sich getroffen hatte,mit wem Sie befreundet ist (virtuell und reell),was Sie in der Mensa der Uni zum Mittag hatte,worüber Sie sich mit ihrer Freundin unterhalten hatte,auch Passwörter waren bekannt,usw..
Wie ist dies möglich? Ganz einfach,ihr könnt es euch denken,das Mikrofon und die Kamera ihres Handys und Laptop wurden angezapft,das GPS Signal vom Handy ausgewertet (welches alle 2 Sek.ein Signal abgibt). Es ist schon erstaunlich,welch Möglichkeiten sich bieten und wie viele sich dessen nicht bewusst sind. Sicher war dies ein extremes Beispiel,aber die Reaktion der Dame war schon verblüffend,nicht nur Ihre,meine auch. :D

Allein in Zeiten von Smartphones und den ganzen Apps,ist es umso wichtiger darauf zu achten,was man sich da installiert. Allein beim durchlesen der Berechtigungen mancher Apps,welche man ja bestätigen muss,sollte einem klar werden,womit man sich da einverstanden erklärt.
 
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