Die Zukunft des Sportwagens

AW: Die Zukunft des Sportwagens

Ich buddel mal diesen älteren Thread wieder aus ...

... wenn sich die "Zukunft des Sportwagens" beim Rennen so anhört, dann möchte ich die Zukunft nicht erleben. Ich finde, die Elektro-Sportwagen können noch ein bis zwei Generationen warten - so ungefähr nachdem die Jugend sich an E-Fahrzeuge gewöhnt hat und bevor Castor-Gegner bei Castor-Transporten das "Schottern" zum "Bomben" weiterentwickelt haben.

 
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Wie Carrera-Rennbahn... nur NOCH leiser :d
 
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Also ich verstehe ja den Hybrid-Hype nicht.

Das soll wohl dem Umweltschutz dienen und das versteht keiner!
Die Öko-Bilanz von diesen nix-ist-unmöglich-Japanern finde ich auch immer köstlich, umso mehr, je ehrlicher diese ermittelt wird.

Andreas
 
AW: Die Zukunft des Sportwagens

Naja, es macht einfach zum jetzigen Zeitpunkt und auch in absehbarer Zeit keinen Sinn, Sportwagen mit reinem E-Antrieb zu bauen.
Investiert man das gleiche Geld, das für einen E-Sportwagen nötig ist, in einen konventionellen Sportwagen, dann bewegt man sich in einer ganz anderen Liga.
Direkter Vergleich zum Tesla wäre ja der Elise, der sich fahrdynamisch in einer ganz anderen Liga befindet und trotzdem nur einen Bruchteil kostet (ich glaube ca. 1/3).

FAZIT: Wenn man die nächsten 10-20 Jahre mit einem Fahrzeug wirklich Fahrspaß (im Sinne der Fahrdynamik) haben will, dann muss man zu einem konventionell angetrieben Fahrzeug greifen.
Diese Einschätzung wird auch von der Fachwelt geteilt.
 
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Wirklich eine hochinteressante Diskussion hier...
Dann will ich auch einmal. ;)

Ich denke nicht, daß sich Fahrzeuge durchsetzen können, die Abstriche gg.über dem bisherigen Antrieb wie zB eine kurze Reichweite haben, auch wenn dies rational betrachtet für einen Großteil der Autofahrer reichen würde. Es sind zwar der Großteil der Autofahrer mit "Vernunftswagen" unterwegs, aber das Autothema ist auch für diese in vielen Fällen ein emotionales. Der pensionierte Hausmeister, der seinen Lebenstraum Ferienhaus gegenüber von uns hat, fährt zB einen Golf Plus, eines der langweiligsten Autos, die man sich vorstellen kann. Steht es auf der Straße, wenn ich in der früh ins Badezimmer wanke, bin ich sofort wieder hundemüde. (Hoffentlich gibt die neue Hecke Vollgas...) Nichtsdestotrotz erzählt er mir von seinen neuen Felgen und wäscht diese auch hingebungsvoll wie den ganzen Wagen. Das ist auch nicht rational. Für mich ist es ein reiner Nutzgegenstand ohne jede Anziehungskraft, aber für ihn ist es ein Teil seiner "Bewegungsfreiheit".

Induktiv läßt sich mE zB aus dem Reichweitenproblem ableiten, daß kein Nachfolgeprodukt erfolgreich sein kann, daß dem Nutzer Einschränkungen abverlangt, die er vorher nicht gehabt hat. Es sei denn natürlich, es gibt keine Alternative mehr dazu, dann frißt er die Pille. Wieviele Produkte haben sich als Nachfolger durchgesetzt, die einen offensichtlichen Nachteil gg.über der Vorgängertechnologie haben? Es geht also gar nicht darum, ob die Reichweite wirklich ausreichend wäre. Es geht eher darum, daß viele Autofahrer das Gefühl haben wollen, sie könnten nun mit ihrem Ding unabhängig überall hinfahren. Das ist zumeist ein erwünschtes Bauchgefühl und der letzte Rest der "Freiheit", die einem ein Auto als Konsumgegenstand noch gibt.

Eine mE zutreffende Annahme wurde in einer TopGear-Folge, in der auch der Telsa ziemlich vernichtend getestet wurde, geäußert. Ein Nachfolgekonzept kann nur erfolgreich sein, wenn es so funktioniert wie wir Autofahren bisher kannten. Sprich: Wenn wir theoretisch unbegrenzt zu Tankstationen fahren können. Dafür gibt es auch bei Elektroautos interessante Konzepte. Renault hatte das auf der IAA ausgestellt mit riesigen Akkupacks, die leer unten aus dem Auto entnommen und durch einen voll geladenen wieder ersetzt werden. mE in der Praxis nicht durchführbar, aber Ideen gibt es für jedes Konzept.

Ich finde es im übrigen auch schade, daß nach ein paar vielversprechenden Ansätzen wie den Wasserstoff-7ern nun wieder diese Hybrid-Sackgasse forciert wird (auch wenn es technologieseitig keine reine Sackgasse ist, wie Holger schon beschrieben hat). Leider hängen die Medien dem Hybrid auch noch diesen Gutmenschen-Bonus um. Auch ein Lexus RX400h macht den Besitzer zu einem vollwertigen Ökofreak, der andere SUVs mit gerechter Verachtung gg.über dem Archaischen abstrafen darf, wie ich in einem Smalltalk kürzlich herausfinden konnte. Vor allem finde ich lustig, daß manch Hybridbesitzer wirklich denkt, das sei DIE Lösung und DIE Zukunft.

Wenn es aber um Sportwagen geht, was ja eigentlich Kern des Threads ist, dann funktioniert das mE nicht ohne einen Charakter-Spruch, egal wie gut das Konzept auch sein mag.
Während es mit druckfrischem Führerschein in der Hand oft noch ausreicht, wenn es laut ist und man den fahrerischen Wert eines Sportwagens primär mit Zahlen aus dem Autoquartett bestimmt, kommt mit zunehmender Auseinandersetzung mit dem Thema und praktischer Erprobung der Schluß, daß es für einen Straßensportwagen relativ belanglos ist, wie schnell er dann wirklich ist, solange es sich dabei einfach subjektiv schnell, charakterstark (u.a durch die Optik) und "actiongeladen" anfühlt. Für letzteres ist der Klang bzw die "vibratio" mE unverläßlich. Einen Sportwagen genießt man eben mit allen Sinnen... Das Gefühl eine Maschine mit einem Schlüsseldreh zu beleben und dafür sofort akkustisch entlohnt zu werden, ist mE nicht einfach durch Rundenzeiten substituierbar, egal wie beeindruckend die eine neue Technologie hinbrennt. (Natürlich denken auch hier einige Leute anders, die dann auch einen Nissan GTR einem "klassischen" Sportwagen vorziehen würden. - Wertfrei gemeint.)
Jeder zieht hier seine Grenzen anders, ich fühle mich zB schon mit einem Start-Stop-Knopf um den "Akt" des Anwerfens betrogen. Wenn man aber einmal mitbekommen hat, wie glücklich auch vollkommen Auto-Unbedarfte ein Ferrari-V8 macht, wenn man nur im Stand sanft am Gaspedal zupft, dann kann ich mir beim besten Willen keinen Zukunftssportwagen vorstellen, der auf diese Komponente verzichtet.

Besten Gruß,
Marius
 
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Für letzteres ist der Klang bzw die "vibratio" mE unverläßlich. Einen Sportwagen genießt man eben mit allen Sinnen... Das Gefühl eine Maschine mit einem Schlüsseldreh zu beleben und dafür sofort akkustisch entlohnt zu werden, ist mE nicht einfach durch Rundenzeiten substituierbar, egal wie beeindruckend die eine neue Technologie hinbrennt. (Natürlich denken auch hier einige Leute anders, die dann auch einen Nissan GTR einem "klassischen" Sportwagen vorziehen würden. - Wertfrei gemeint.)
Jeder zieht hier seine Grenzen anders, ich fühle mich zB schon mit einem Start-Stop-Knopf um den "Akt" des Anwerfens betrogen. Wenn man aber einmal mitbekommen hat, wie glücklich auch vollkommen Auto-Unbedarfte ein Ferrari-V8 macht, wenn man nur im Stand sanft am Gaspedal zupft, dann kann ich mir beim besten Willen keinen Zukunftssportwagen vorstellen, der auf diese Komponente verzichtet.

Besten Gruß,
Marius

:t Sehe ich ganz genauso!

Gruß,
Jochen
 
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