E89 - Delle im Aludach, Fotos ohne Dachhimmel und Reparaturmöglichkeiten

DennisTheW

macht Rennlizenz
Registriert
17 April 2024
Ort
Westfalen
Wagen
BMW Z4 e89 sDrive35i
Da ich letztens eine Delle im Aludach meines geliebten Z4s hatte und es mich nun einige Wochen Ärgern, Rumfragen und Geld gekostet hat, wollte ich hier für ebenfalls Betroffene ein paar Infos zusammenstellen.

Schadenereignis:
Als ich aus dem Urlaub wiederkam, musste ich auf dem Dach eine Delle feststellen. Zum Glück nicht sehr tief und der Lack unbeschädigt. Es war also eher kein Stein oder Vandalismus mit einem Schlüssel, sondern etwas runderes. Ich hätte an Hagel gedacht, aber der Gutachter sprach von einem Stock oder ähnlichem. Was genau es war, weiß ich bis heute nicht.

Abwicklung über die Versicherung:
Die Versicherung wollte nicht über Teilkasko zahlen, weil zu dem Zeitpunkt kein Hagel (sondern nur Graupel) runtergekommen ist. Der Schaden wäre auch untypisch gewesen, weil man bei Hagel meist zahlreiche Dellen über das ganze Auto verteilt hat und nicht nur auf dem Dach an einer Stelle. Die Form allerdings hätte gepasst. Der von der Versicherung bestellte Gutachter spekuliert auf einen Ast, aber solche Sturmschäden werden erst ab Windstärke 8 abgedeckt von der Teilkasko.
Also hätte ich nur die Vollkasko mit meine 1000€ Selbstbeteiligung in Anspruch nehmen können, inkl. Hochstufung - wobei ein Rabattretter das zwar verhindert hätte, aber auch die üblicherweise erfolgte Runterstufung zum Jahresende. Dazu kommt noch, dass dieses Retten des Rabatts meist nur gilt, solange man die Versicherung nicht wechselt. Und ich hatte die Hoffnung, dass man die Beule für weniger als 1000€ rausbekommt.
Aber so hat die Versicherung immerhin einen aktuellen Zustand meines Fahrzeugs, inkl. Lackdichtenmessung, Profiltiefe der Reifen etc. Und ich konnte es genießen, wie der ältere Gutachter sich gleich zwei Mal mit vollem Gewicht über die Seitenwange auf den Fahrersitz gleiten ließ :mad: .

Lustiges aus der Werkstatt - 40 Tage in der Wüste:
Ich habe mehrere Werkstätten und Hagelschadenzentren aufgesucht. Die Erwähnung, dass es ein Aludach ist, scheint den Preis fast immer in die Höhe getrieben zu haben. Höhepunkte waren:
  • Lackierer mit fremdem Beulendrücker machte ein Angebot über 1000€, weil man bestimmt noch lackieren müsse nach dem Rausdrücken. Alu sei sehr spröde.
  • Lackierer aus Anatolien, der mein leider staubiges Auto überall (Kofferraum, Motorhaube, Seiten) mit den Händen betatschte, als ginge es darum, auf dem Basar eine Kamelstute zu prüfen. Ich hatte ihn mehrfach aufgefordert, das zu unterlassen und er meinte, da würde nichts passieren, aber wenn doch, so könne er das ja wieder lackieren. Schon da hatte ich gedanklich mit ihm abgeschlossen. Aber seine Reparaturidee: "Spachteln und dann lackieren für rund 600€, auch beide Dachhälften, damit das mit der Farbe nicht so auffällt" habe ich noch mitgenommen.
  • Ein oldtimerbegeisterter Beuleninstandsetzer meinte, weil es ein Aludach ist, müsse man die Stelle auf über 800 Grad erhitzen, damit das Alu nicht auf Grund der Sprödigkeit bricht. Der Lack würde dann da wegbrennen. Aber die insgesamt 500€ würden auch das Lackieren einschließen.
Tatsächliche Reparatur:
Auf Grund einer Empfehlung bin ich dann zu einem weiteren Beulendrücker gefahren, der wochentags bei Autohäusern arbeitet und am Wochenende Privatfälle annimmt. Ich muss sagen, ich bin vom osteuropäischen Arbeitsethos des Herren begeistert: Nach dem ersten Begutachten draußen bat er mich in die Halle und reinigte die Stelle. Dann kam Heißkleber drauf, mit dem ein Plastikanker gesetzt wurde. Mit einer Schlagstande holte der die Beule wieder zum Teil raus. Wir hatten bis dahin noch gar nicht über den Preis gesprochen oder ob ich es überhaupt bei ihm machen lassen wolle. Wäre er mich nicht empfohlen worden aus guter Quelle, hätte ich ihn direkt aufgehalten, aber so war ich beeindruckt, wie er tatsächlich direkt reparieren wollte. Er meinte dann, dass er das wegen des Alus nicht allein von oben schaffe und der Himmel weg müsse. Das habe ich dann noch mal zuhause recherchiert, entfernt und Tage später noch mal zu ihm gefahren. In einer Stunde war die Delle draußen, obwohl er wegen der doppelten Bleche nur schwer ran kam. Das Resultat ist genial: Selbst mit Streifenlampe kann ich nicht mehr sagen, dass da überhaupt mal eine Delle drin war. Das Dach ist wieder wie neu.
Das Zweitschönste nach dem Resultat ist der Preis: 200€, natürlich inkl. Steuer! Natürlich trotzdem teuer für die reine Wiederherstellung des Ausgangszustandes, aber ein Schnäppchen im Vergleich zu den vorherigen Angeboten. Und dabei ist der Lack noch original, nicht nachlackiert, nicht beschädigt.

Ausbau des Dachhimmels:
Der Dachhimmel ist mit insgesamt 8 weißen Plastikklips mit Moosgummischeiben im Dach eingeklippst und mit zwei blechklammerartigen Klammern am Dachgestänge befestigt:
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Am besten beginnt man, indem man den hinteren Dachteil auf den vorderen fahren lässt. Dann zieht man die Pappe aus den beiden Blechklammern jeweils am hinteren äußersten Ende des Dachhimmels nach unten heraus, dann hängt es schon etwas lockerer hinten.

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Die Klipse sind in zwei (fast geraden) Reihen zu je 4 Klipsen parallen zur Windschutzscheibe angebracht, eine Reihe vorne, eine hinten. Die Klipste sind in Plastikhalter seitlich eingeschoben. Man geht mit der flachen Hand unter die Dachpappe von hinten hinten und danach von den Seiten. Man sollte nicht an der Pappe nach unten drücken, sondern an diesen Haltern, ansonsten kann die Pappe knicken, reißen oder die Halter abreißen, sondern an den Haltern der Klipse. Mit mittlerer Kraft kriegt man die Klipse nach unten ausgeklipst. Zu den mittleren, vorderen zweien muss man schon mit dem halben Unterarm flach unter die Pappe. Die Dachpappe kann man dann einfach durch die geöffenten Seitenfenster herausziehen (auf die Kopfstützen achten). Bei mir sind die Klipse absolut beschädigungsfrei rausgegangen.

Hier noch ein paar Fotos vom Dach ohne Himmel und ein paar Details, falls jemand sich vorher ein Bild machen will. Die Farbe ist dankbarer für Fotos als Schwarz:

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Hier sieht man schön die Klebeverbindung zwischen Außen- und Innenblech als schwarzen "Dreck" an der U-förmigen Kante in der Bildmitte.

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Nebenbei: Ich wollte immer mal den hellen Innenhimmel ausprobieren. Da ich nun den Himmel draußen habe: Hat jemand einen hellen vorderen Dachhimmel zu verkaufen? Die dunkle lege ich mir zurück.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schmelzpunkt von Alu ist 660°C. So viel zu Vorschlag #3.
Reines Alu ja, aber Legierungen schon früher

Reines Aluminium hat einen Schmelzpunkt von genau 660,3 °C.
Die Schmelztemperatur von Aluminiumlegierungen (Aluminium, das mit anderen Metallen wie Kupfer, Magnesium oder Silizium versetzt ist)
variiert und liegt meist in einem Bereich zwischen 500 °C und 660 °C.
Für das Gießen wird die Temperatur in der Regel auf etwa 680 °C bis 750 °C erhitzt.
 
Das Abnehmen des Himmels geht noch einfacher, wenn man die Hauptsäulen mit Dachpaket ein Stück nach hinten verfährt, bis die beiden Säulen senkrecht stehen.
Was wird dadurch leichter? Die Arbeitshaltung? Ich wollte es nicht unter "Last" stehen lasst aus Angst, mich zu quetschen, wenn der Hydraulikdruck nachlässt.
Schmelzpunkt von Alu ist 660°C. So viel zu Vorschlag #3.
Ich glaube nicht mal, dass er überhaupt eine Temperatur kontrollieren wollte. Vermutlich nur draufbrennen und nicht auf den Lack achten. Ich hätte auch Angst um die Verkabelung, den Kleber und so weiter bei ihm gehabt.
 
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