AW: Eine kleine Episode zum kotzen….
Tja, dann gebt uns doch die Möglichkeit auf den riesengroßen Overhead zu verzichten. Kein Mensch braucht 2 Damen an der Zentrale, eine Dame mit Unterstützung an der Terminvereinbarung und dann noch mehrere Serviceberater, die ohnehin die Arbeit nur an die AV in die Werkstatt verteilen und eigentlich so gut wie nie Rede und Antwort stehen können, ohne zurückzufragen. Ganz nebenbei braucht auch kein Mensch einen luxuriösen Wartebereich mit Kaffeemaschinen und Bewirtung. Ich könnte als Kunde auch sehr gut auf überdimensionierte und überteuerte, sowie aufwendige Softwarelösungen á la SAP verzichten, die den Wasserkopf und die Kosten noch mehr aufblähen, so dass das Drucken einer Rechnung schon € 25,- kostet, ohne etwas berechnet zu haben.
Ich möchte gerne die gute alte Zeit, wo es mehrere kleine BMW-Werkstätten gegeben hat, die nicht einen riesengroßen Wasserkopf ernähren mussten. Man konnte sich noch an einen Mitarbeiter aus der Werkstatt wenden und eine Reparatur diskutieren und besprechen. Warum muss es deiner Meinung nach in kleineren Werkstätten immer nur mit Schwarzarbeit gehen? Verstehe ich nicht!?!?
Die Frage, warum ich zu BMW bin, möchte ich dir auch im Vorfeld beantworten. Es steht leider explizite in den Garantiebedungen der Gebrauchtwagengarantie, dass man zu einem offiziellen Vertragshändler muss.
Ich kann dir nicht sagen, wie mir diese großen Automobiltempel verhasst sind, zumal es im Hause BMW leider im Gegensatz zu früher es eine wesentlich geringere Kundenorientierung gibt. Wer heute noch Service möchte und natürlich auch viel Geld dafür bezahlen muss, sollte zu Porsche gehen. Dort gibt es noch die Kundenorientierung und den Service.
Also ich brauche die 2 Damen an der Zentrale und BMW wohl auch, denn sonst würden sie sicher darauf verzichten. Ich hab keine Ahnung, was du für einen Job machst, aber du redest mir zu locker über Jobs anderer Menschen.
FAKT 1: Bei einer normalen Stadtniederlassung arbeiten so etwa 300 - 500 Mitarbeiter. Indirekt arbeiten da noch etwa genauso viele dran (Lackierer, Gutachter,...) Klar, keiner braucht die. Schmeißt die alle raus. Die paar Arbeitslosen mehr oder weniger machen auch nix. Hauptsache ich bekomme die Arbeit für 25 €/Stunde. Das diese Sichtweise in einem "Dienstleistungsland" eher kontraproduktiv ist, sollte wohl jedem klar sein.
FAKT 2: Du magst nicht auf Glaspaläste stehen, du magst lieber ne olle kleine Werkstatt, du trägts keine Designerjeans, du magst keine Cocktails, du isst kein Sushi und bist sonst eher bodenständig. Schön für Dich, aber es gibt eine Menge mehr Menschen, die auf Glaspaläste stehen, Designerklamotten, hübsche Bedienungen am Tresen, Apple Produkte, durchgestylte Verkaufsräume, adrette Verkäufer, stylische Verkaufsevents, ... Wenn ich in so ein "bodenständiges" Autohaus gehe, dann macht mir dass keinen Spaß. Bei BMW sind die Autos schön, die Mädels hübsch, das Verkaufspersonal freundlich und der Kaffee sehr gut. Ich will Spaß haben! Als ich bei meinem letzten Autokauf die Anzahlung an der Kasse bezahlt habe, da strahlte mich so ein blonder Engel mit seinen meeresblauen Augen an und sagte: "Danke schön Herr ....". - Ich hätte gerne 2 Mal bezahlt....
FAKT 3: So ein kleiner Reparaturbetrieb mit einem Meister und 2 Gesellen kann aufgrund der geringen Kundendichte mit dir persönlich den Fehler suchen und besprechen. Wenn da täglich 200 Kunden kommen, dann wirst du den Meister auch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Das erklärt doch schon der normale Menschenverstand.
FAKT 4: Das in kleinen Betrieben (und damit meine ich wirklich kleine Betriebe) vieles auf "Kumpelrechnung" läuft ist doch bekannt und erwiesen. Darüber zu reden ist wenig zielführend.
FAKT 5: Das BMW während der Garantiezeit nur eigene Werkstätten zuläst ist doch völlig verständlich. Zum einen müssen die über alle Fehler bescheid wissen, zum anderen schützen sie damit ihre Kunden. Stell dir vor die Kunden würden reihenweise zu irgendwelchen Reparaturbetrieben gehen und mancher Mangel würde aus Unkenntnis schlecht behoben und der Kunde landet am Baum. Auch könnte BMW solchen Fremdreparierern keine Kulanz mehr geben, weil sie ja nicht wissen, was mit dem Auto schon alles geschehen ist.
FAKT 6: Eine mangelnde Kundenorientierung im Vergleich mit den lertzten 15 Jahren kann ich nicht feststellen. Ich hatte früher und heute schon Probleme mit dem Service. Es sind halt auch nur Menschen und bei BMW arbeitet genau so ein menschlicher Durchschnitt, wie woanders auch. Da gibt es auch Faule, Klugscheißer, eitle Fatzken, usw. aber ich es gibt auch wirklich gute und servicorientierte Mitarbeiter. Diese gilt es zu finden. Da passt dann die Chemie, da werden kleine Probleme fair gehandhabt, da wird für einen mal was auf Kulanz geregelt. Das gibt es alles. Ich habe schon 5 Zahnärzte durchprobiert, alle waren Betrüger oder Pfuscher, bis ich zu meiner jetztigen Zahärztin gelangt bin. Die ist top. Ich hatte schon 20 Frisöre. Alle haben meine Frisur verpfuscht, dann fand ich meine jetzige Hairstylistin und ich bin mittlerweile mit ihr befreundet. So ist das im Leben. Man muss aus den ganzen "Unpassenden" die "Passenden" finden, dann klappt es auch.
Ich hatte selber schon meine Probleme mit BMW und kann den Ärger darüber auch verstehen. Man muss aber auch die Logik und das Gesamtbild beachten. Leider macht man sich heute nicht mehr groß die Mühe Verständnis aufzubringen.