Geplant war ja eigentlich eine Alpentour zu zweit, doch es kam ganz anders.
In Frage kommende Autozüge waren bereits ausgebucht und ein erforderlicher Inspektionstermin war auch nicht mehr rechtzeitig zu bekommen. Eine Urlaubsalternative musste her und zwar schnell.
USA - der Westen und wenn schon die Vereinigten Staaten, dann dieses Mal im Cabrio.
Bei AVIS flugs die Kategorie "K" gebucht und rüber über den Teich nach Salt Lake City.
Am Mietwagenschalter dann gehofft und Bingo! MUSTANG
Neugierig war ich ja schon, zumal auch hier im Forum geradezu euphorisch vom Mustang und anderen amerikanischen Schwermetallen berichtet wird.
Da stand er nun im Parkhaus. Silber, dunkle Felgen und schwarzes Dach. Schick!
Die Freude erhielt jedoch einen gehörigen Dämpfer, denn an den Seiten war nirgendwo ein "5.0" zu sehen.
Schnell noch einmal alle anderen im Parkdeck befindlichen Ponys geprüft, aber leider kein einziger V8 weit und breit!
Im letzten USA-Urlaub hatten wir eine Schrankwand mit einem 6,2 Liter V8, dieses Mal halt EcoBoost 4-Zylinder.
Immerhin ist es wohl das neueste Modell mit knapp 300 PS. Kofferraumdeckel auf und das Gepäck (ein großer Reisetrolley sowie zwei Handgepäckkoffer) problemlos verstaut. Die ordentliche Größe des Gepäckraums bleibt auch bei geöffnetem Verdeck vollständig erhalten. Die Öffnung selbst ist nicht üppig, aber mehr als ausreichend.
Motor an und .... Ruhe. Irgendwas säuselt da unauffällig im Hintergrund.
Rückwärtsgang eingelegt und schon wird der rückwärtige Raum im Navi angezeigt. Eines von vielen serienmäßigen "Extras".
Raus aus dem Parkhaus - Mann ist das ein dicker Brocken - und rein ins Gewusel. Die für uns inzwischen ungewohnt kleinen Außenspiegel sind zunächst sehr gewöhnungsbedürftig, zumal ein Teil der Fläche auch noch für den toten Winkel abgezwackt wird.
Hotel erreicht - Pause
Gepäck entladen und das Fahrzeug verriegelt. Noch eine Prüfung an der Beifahrertür - offen! Dann eben noch einmal verriegeln. (Am nächsten Tag stellten wir dann fest, dass unser Pony auch Keyless Go hat.
)
Am Folgetag dann die erste Etappe von ca. 400 km.


Die elektrisch einstellbaren Sitze und ich werden keine Freunde. Trotz vielfältiger Einstellmöglichkeiten finde ich einfach keine wirklich angenehme Sitzposition. Für ein sportliches Fahrzeug hat man eine ungewohnt hohe Position. Die Rückenlehne ist nur über eine grobe Rasterung in der Neigung einstellbar.
Die Sitzbezüge selbst sind aus Kunststoff. Mag sein, dass die gelochte Mittelbahn aus Leder ist, denn sie fühlt sich minimal anders an. Hinsichtlich der Lederqualiät setzt ja leider auch der E89 keine Maßstäbe, aber der Mustang ist hier, trotz serienmäßiger aber ineffektiver Sitzbelüftung, noch ein ganzes Stück weit entfernt.
Das gilt meines Erachtens auch für alle Kunststoffe und Plastikteile im Innenraum.
Fast jedes Plastikteil hat eine andere Oberflächenstruktur, andere Farbe oder beides. Entgratete Kanten sind zumeist nicht zu finden. Spaltmaße? Großzügig.



Zufall oder nicht, eine abgefallene Sonnenblende sowie eine vollständig gelöste Fensterheberbedieneinheit passte für uns ins Bild.

Apropos Fensterheber, obwohl ein Viersitzer können die beiden hinteren Fenster nur vom Fahrer und ausschließlich gemeinsam betätigt werden, da lediglich ein Schalter vorhanden ist.
Das Dach ist zunächst manuell zu entriegeln, bevor es sich hinter den Rücksitzen automatisch zusammenfaltet. Das funktioniert recht zügig, allerdings nur im Stand.
Kommen wir zum Motor. Vier Zylinder teilen sich 2,3 Liter Hubraum und verrichten ihre Arbeit auffällig unauffällig, solange man im tiefenentspannten amerikanischen Cruisermodus unterwegs ist.
Bei etwas zügigerer Fahrt ertönt eine belanglose Klangkulisse. Vermutlich hört sich ein Ford Mondeo nur unwesentlich anders an.
Die 300 Pferde sind eigentlich nie zu spüren, Drehfreude ebensowenig, dafür aber ein fülliges Drehmoment, sobald das Turboloooooooch überwunden ist.
Wir kamen mit 9,6 Liter auf 100 km aus. Mit amerikanischer Gelassenheit ist es locker möglich, Durchschnittswerte von 8,x Liter zu erzielen.
Die Bremsen sind für den Alltag ausreichend, im Gebirge allerdings eher knapp dimensioniert. Nach einigen kurvigen Bergabkilometern wird die Pedalrückmeldung von Bremsmanöver zu Bremsmanöver immer diffuser.
Nun etwas zur Schaltung. Im Land der Automatikgetriebe sollte eine moderne 10-Gangautomatik ein Heimspiel sein. Sollte!
Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Selbst bei ruhiger Fahrweise schaltet die Box immer wieder zwischendurch mit heftigen Schaltrucken. Schnell versucht das Getriebe den 10. Gang zu erreichen. Man eiert dann zumeist mit 1500 und weniger Umdrehungen durch die Gegend. Der Wunsch nach einer Erhöhung der Geschwindigkeit wird im Keim erstickt. Die Automatik braucht ewig, bis sie denn endlich mal ein paar Gänge runtergeschaltet hat. Der Motor befindet sich derweil noch in der Tiefschlafphase.
O.K. Versuchen wir es mal mit dem vielversprechenden "Sport +" Modus. Hier wird die Motordrehzahl immer über 2000 Umdrehungen gehalten. Positiv fällt auf, dass nun der Motor mit einer gewissen Spontanität reagiert. Negativ fällt nun auf, dass die Gänge noch ungehobelter gewechselt werden. Kurioserweise allerdings nicht immer, einige Gangwechsel erfolgen auch butterweich.
Versuchen wir es halt mit den Schaltpaddles. Der erste Zug am Paddle sollte spätestens bei 3000 Umdrehungen erfolgen, damit der Gangwechsel in den Zweiten dann irgendwo um 5000 Umdrehungen auch wirklich erfolgt.
Eine weitere Auffälligkeit ist, dass bei Bergabfahrt und zurückschalten vor Kurven, der Mustang zunächst unangenehm "nachschiebt". Insgesamt ist die Motorbremswirkung beim Zurückschalten ungewohnt gering.
Kurzum, der 10-Gang Automat von Ford ist schlicht ein Totalausfall und das nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten.
Eine gerissene Windschutzscheibe aufgrund eines Steinschlags gab uns die Gelegenheit, noch einen weiteren Mustang zu fahren.
Hatte das erste Pony bereits knapp 24000 km auf den Hufen, sind es nun fast "fabrikneue" 2700 km.

Die Hoffnung, dass die Automatik des silbernen Mustangs ein Ausrutscher war, bestätigte sich leider nicht. Insgesamt fühlte sich der Schwarze ein wenig "frischer" an - das war es dann aber auch an Unterschieden.

Und sonst?
Die Federung haben wir als komfortabel empfunden. Die Lenkung passt dazu und zeichnet sich durch einen ordentlichen Kompromiss zwischen Agilität und Gelassenheit aus.
Auffällig war noch die mäßige Traktion auf schlechten Straßen. Hier verlor die Hinterachse des öfteren die Bodenhaftung.
Nach ein wenig Eingewöhnung hat uns das Infotainment nebst Navi gefallen. Nur das Apple Car Play das interne Navi deaktiviert, irritiert. Auch wenn das umfangreich konfigurierbare Mäusekino zunächst ungewohnt ist, ist festzustellen, dass es sich immer gut ablesen lässt und nie unangenehm blendet.
Wir sind zwar den weitaus größten Teil der Strecke offen gefahren, aber wenn die Klimaanlage mal gefordert wurde, hat sie auch geliefert.

Im Innenraum weht ab Tempo 100 eine frische Brise. Der Fairness halber, soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir keinen Vergleich mit einem anderen Viersitzer haben. Ein Windschott hatten unsere beiden Mustangs nicht.
Wohl aber ein bei Dunkelheit auf den Straßenbelag projeziertes Logo.

Fazit nach gut 5600 Kilometern und zwei Fahrzeugen:
So manch eine Lobeshymne auf amerikanische Fahrzeuge im Allgemeinen und Ford Mustang im Besonderen kann ich nun ein wenig besser einsortieren.
Vor einigen Wochen hatte ich erstmals die Gelegenheit, einen E85 zu fahren. Es war ebenfalls nur ein 4-Zylinder und hatte ungefähr die halbe Leistung. Das Ding machte mir trotzdem mindestens doppelt so viel Spaß.
Gruzzzz
Gerald
In Frage kommende Autozüge waren bereits ausgebucht und ein erforderlicher Inspektionstermin war auch nicht mehr rechtzeitig zu bekommen. Eine Urlaubsalternative musste her und zwar schnell.
USA - der Westen und wenn schon die Vereinigten Staaten, dann dieses Mal im Cabrio.
Bei AVIS flugs die Kategorie "K" gebucht und rüber über den Teich nach Salt Lake City.
Am Mietwagenschalter dann gehofft und Bingo! MUSTANG

Neugierig war ich ja schon, zumal auch hier im Forum geradezu euphorisch vom Mustang und anderen amerikanischen Schwermetallen berichtet wird.
Da stand er nun im Parkhaus. Silber, dunkle Felgen und schwarzes Dach. Schick!
Die Freude erhielt jedoch einen gehörigen Dämpfer, denn an den Seiten war nirgendwo ein "5.0" zu sehen.

Schnell noch einmal alle anderen im Parkdeck befindlichen Ponys geprüft, aber leider kein einziger V8 weit und breit!
Im letzten USA-Urlaub hatten wir eine Schrankwand mit einem 6,2 Liter V8, dieses Mal halt EcoBoost 4-Zylinder.
Immerhin ist es wohl das neueste Modell mit knapp 300 PS. Kofferraumdeckel auf und das Gepäck (ein großer Reisetrolley sowie zwei Handgepäckkoffer) problemlos verstaut. Die ordentliche Größe des Gepäckraums bleibt auch bei geöffnetem Verdeck vollständig erhalten. Die Öffnung selbst ist nicht üppig, aber mehr als ausreichend.
Motor an und .... Ruhe. Irgendwas säuselt da unauffällig im Hintergrund.
Rückwärtsgang eingelegt und schon wird der rückwärtige Raum im Navi angezeigt. Eines von vielen serienmäßigen "Extras".
Raus aus dem Parkhaus - Mann ist das ein dicker Brocken - und rein ins Gewusel. Die für uns inzwischen ungewohnt kleinen Außenspiegel sind zunächst sehr gewöhnungsbedürftig, zumal ein Teil der Fläche auch noch für den toten Winkel abgezwackt wird.
Hotel erreicht - Pause
Gepäck entladen und das Fahrzeug verriegelt. Noch eine Prüfung an der Beifahrertür - offen! Dann eben noch einmal verriegeln. (Am nächsten Tag stellten wir dann fest, dass unser Pony auch Keyless Go hat.
)Am Folgetag dann die erste Etappe von ca. 400 km.


Die elektrisch einstellbaren Sitze und ich werden keine Freunde. Trotz vielfältiger Einstellmöglichkeiten finde ich einfach keine wirklich angenehme Sitzposition. Für ein sportliches Fahrzeug hat man eine ungewohnt hohe Position. Die Rückenlehne ist nur über eine grobe Rasterung in der Neigung einstellbar.
Die Sitzbezüge selbst sind aus Kunststoff. Mag sein, dass die gelochte Mittelbahn aus Leder ist, denn sie fühlt sich minimal anders an. Hinsichtlich der Lederqualiät setzt ja leider auch der E89 keine Maßstäbe, aber der Mustang ist hier, trotz serienmäßiger aber ineffektiver Sitzbelüftung, noch ein ganzes Stück weit entfernt.
Das gilt meines Erachtens auch für alle Kunststoffe und Plastikteile im Innenraum.
Fast jedes Plastikteil hat eine andere Oberflächenstruktur, andere Farbe oder beides. Entgratete Kanten sind zumeist nicht zu finden. Spaltmaße? Großzügig.



Zufall oder nicht, eine abgefallene Sonnenblende sowie eine vollständig gelöste Fensterheberbedieneinheit passte für uns ins Bild.

Apropos Fensterheber, obwohl ein Viersitzer können die beiden hinteren Fenster nur vom Fahrer und ausschließlich gemeinsam betätigt werden, da lediglich ein Schalter vorhanden ist.
Das Dach ist zunächst manuell zu entriegeln, bevor es sich hinter den Rücksitzen automatisch zusammenfaltet. Das funktioniert recht zügig, allerdings nur im Stand.
Kommen wir zum Motor. Vier Zylinder teilen sich 2,3 Liter Hubraum und verrichten ihre Arbeit auffällig unauffällig, solange man im tiefenentspannten amerikanischen Cruisermodus unterwegs ist.
Bei etwas zügigerer Fahrt ertönt eine belanglose Klangkulisse. Vermutlich hört sich ein Ford Mondeo nur unwesentlich anders an.
Die 300 Pferde sind eigentlich nie zu spüren, Drehfreude ebensowenig, dafür aber ein fülliges Drehmoment, sobald das Turboloooooooch überwunden ist.
Wir kamen mit 9,6 Liter auf 100 km aus. Mit amerikanischer Gelassenheit ist es locker möglich, Durchschnittswerte von 8,x Liter zu erzielen.
Die Bremsen sind für den Alltag ausreichend, im Gebirge allerdings eher knapp dimensioniert. Nach einigen kurvigen Bergabkilometern wird die Pedalrückmeldung von Bremsmanöver zu Bremsmanöver immer diffuser.
Nun etwas zur Schaltung. Im Land der Automatikgetriebe sollte eine moderne 10-Gangautomatik ein Heimspiel sein. Sollte!
Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Selbst bei ruhiger Fahrweise schaltet die Box immer wieder zwischendurch mit heftigen Schaltrucken. Schnell versucht das Getriebe den 10. Gang zu erreichen. Man eiert dann zumeist mit 1500 und weniger Umdrehungen durch die Gegend. Der Wunsch nach einer Erhöhung der Geschwindigkeit wird im Keim erstickt. Die Automatik braucht ewig, bis sie denn endlich mal ein paar Gänge runtergeschaltet hat. Der Motor befindet sich derweil noch in der Tiefschlafphase.
O.K. Versuchen wir es mal mit dem vielversprechenden "Sport +" Modus. Hier wird die Motordrehzahl immer über 2000 Umdrehungen gehalten. Positiv fällt auf, dass nun der Motor mit einer gewissen Spontanität reagiert. Negativ fällt nun auf, dass die Gänge noch ungehobelter gewechselt werden. Kurioserweise allerdings nicht immer, einige Gangwechsel erfolgen auch butterweich.
Versuchen wir es halt mit den Schaltpaddles. Der erste Zug am Paddle sollte spätestens bei 3000 Umdrehungen erfolgen, damit der Gangwechsel in den Zweiten dann irgendwo um 5000 Umdrehungen auch wirklich erfolgt.

Eine weitere Auffälligkeit ist, dass bei Bergabfahrt und zurückschalten vor Kurven, der Mustang zunächst unangenehm "nachschiebt". Insgesamt ist die Motorbremswirkung beim Zurückschalten ungewohnt gering.
Kurzum, der 10-Gang Automat von Ford ist schlicht ein Totalausfall und das nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten.
Eine gerissene Windschutzscheibe aufgrund eines Steinschlags gab uns die Gelegenheit, noch einen weiteren Mustang zu fahren.
Hatte das erste Pony bereits knapp 24000 km auf den Hufen, sind es nun fast "fabrikneue" 2700 km.

Die Hoffnung, dass die Automatik des silbernen Mustangs ein Ausrutscher war, bestätigte sich leider nicht. Insgesamt fühlte sich der Schwarze ein wenig "frischer" an - das war es dann aber auch an Unterschieden.

Und sonst?
Die Federung haben wir als komfortabel empfunden. Die Lenkung passt dazu und zeichnet sich durch einen ordentlichen Kompromiss zwischen Agilität und Gelassenheit aus.
Auffällig war noch die mäßige Traktion auf schlechten Straßen. Hier verlor die Hinterachse des öfteren die Bodenhaftung.
Nach ein wenig Eingewöhnung hat uns das Infotainment nebst Navi gefallen. Nur das Apple Car Play das interne Navi deaktiviert, irritiert. Auch wenn das umfangreich konfigurierbare Mäusekino zunächst ungewohnt ist, ist festzustellen, dass es sich immer gut ablesen lässt und nie unangenehm blendet.
Wir sind zwar den weitaus größten Teil der Strecke offen gefahren, aber wenn die Klimaanlage mal gefordert wurde, hat sie auch geliefert.

Im Innenraum weht ab Tempo 100 eine frische Brise. Der Fairness halber, soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir keinen Vergleich mit einem anderen Viersitzer haben. Ein Windschott hatten unsere beiden Mustangs nicht.
Wohl aber ein bei Dunkelheit auf den Straßenbelag projeziertes Logo.


Fazit nach gut 5600 Kilometern und zwei Fahrzeugen:
So manch eine Lobeshymne auf amerikanische Fahrzeuge im Allgemeinen und Ford Mustang im Besonderen kann ich nun ein wenig besser einsortieren.

Vor einigen Wochen hatte ich erstmals die Gelegenheit, einen E85 zu fahren. Es war ebenfalls nur ein 4-Zylinder und hatte ungefähr die halbe Leistung. Das Ding machte mir trotzdem mindestens doppelt so viel Spaß.

Gruzzzz
Gerald



Würde man an einem ähnlich verdreckten und heruntergerockten E85 die Kunststoffteile in Großaufnahme ablichten, dann sähe das recht ähnlich aus. 
(Rabattaktionen usw. natürlich nicht eingerechnet)




