Elektroauto BMW i3 "Fahrbericht"

NesmoZ4

Fahrer
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3 November 2015
Ort
kurz vor Dänemark
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0si
Hallo zusammen,

ich bin mir nicht sicher, ob dieses Thema jemanden interessiert und/ oder es bereits einen Thread dazu gibt. Vielleicht hat es auch nicht unbedingt etwas in einem Z-Forum zu suchen, aber ich dachte ich teile meine Erfahrungen mit euch.

Ausgangspunkt war im Prinzip ein typisches Stammtischgespräch, bei dem es mehr oder weniger zwei Lager gab. Die einen, die auf das klassische Verbrennerprinzip schwören und die Elektromobilität teilweise belächeln oder gar verachten und die anderen, die es eine tolle Sache finden und der Meinung sind, dass dies die Zukunft ist und man den Verbrenner schnellstmöglich durch Elektroautos mit vernünftiger Reichweite ersetzen sollte. Eigentlich würde ich mich mehr zu der ersten Kategorie zählen. Es entbrannte eine schöne Diskussion und ich tat meine Meinung dazu kund. Diese sieht in groben Zügen wie folgt aus: Kleine Autos, wenig Reichweite, zu teuer in der Anschaffung, schlechte Infrastruktur der Ladesäulen, hässlich, pseudo umweltfreundlich etc. pp.
Ich geriet also etwas mit einem Bekannten aneinander, der von der Elektromobilität sehr viel hält. Zum Ende der Diskussion fragte er, ob ich überhaupt schon mal ein solches Fahrzeug gefahren bin, und ob meine Meinung und Einstellung dazu auch aus Erfahrung abgeleitet ist. Ich musste dies natürlich verneinen und kam mir natürlich etwas blöd dabei vor. Eine Meinung zu vertreten, ohne direkt Erfahrungen damit gemacht zu haben ist eigentlich nicht mein Ding. Daraus entstand die Idee sich einen i3 bei BMW anzuschauen. Angerufen, Termin ausgemacht und los gings.

Ich fuhr also mit meinem Winterauto (Golf Diesel) zur Niederlassung. Verbrauch ca. 2,5l/56km. Ich stellte fest, dass es zwei Autos gab, die mir in der Ausstellungshalle rein optisch überhaupt nicht gefielen. Dieser merkwürdige neue Minivan (2er Active irgendwas) und der i3. Eine kurze Einweisung später saß ich in dem Gefährt, trat die Bremse, drückte den Startknopf und es passierte rein gar nichts. Wählhebel auf D und Fuß von der Bremse - nichts! Leicht das Gaspedal betätigt und siehe da: Es rollt! Also ein wenig rumrangiert und rückwärts an den Golf gestoppt, um mein Gepäck umzuladen. Das Gefühl, wenn man so überhaupt nichts vom Auto hört ist die ersten Meter sehr seltsam. Aber irgendwie auch wieder angenehm. Ich führ also los Richtung Innenstadt um meine Besorgungen zu machen. Ich beschleunigte auf ca. 55 km/h und rollte einfach so dahin. Dann die erste Ampel. Ein ganzes Stück vorher nahm ich den Fuß vom Gas, um ihn ausrollen zu lassen. Ich erschrak etwas, weil es mir wie eine Bremsung vorkam. Ok - an der nächsten Ampel hatte ich es schon etwas besser raus mit dem Timing. Sobald man den Fuß vom Gas nimmt, "bremst" der Wagen bis zum Stillstand und lädt dabei wieder ein winziges bisschen auf. Die Bremse braucht man also fast gar nicht mehr. Und beim Wegfahren von der Ampel kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Ein klein wenig "reingelatscht" und der Kollege kommt ganz gut zu sich. Gefühlt von einer Sekunde auf die andere ist man schon auf 60-70 km/h. Ohne - oder fast ohne jeden Ton. Ein kleines Summen, ähnlich eines winzigen Turboladers, hört man dann doch. Das Fahrgefühl fing an mir wirklich zu gefallen und ich machte tagsüber meine Besorgungen, fuhr mit Kollegen zum Mittagessen und heimste viele neugierige und begeisterte Blicke ein. Der Tag neigte sich dem Ende und nach ca. 90 gefahrenen Kilometern machte ich mir das erste Mal Gedanken um den Ladezustand. Eigentlich machte sich eher das Auto Gedanken und wies mich immer mal wieder drauf hin, aber das lies ich mir natürlich nicht anmerken.. Also das Navi bemüht und die nächste Ladestation im Umkreis gesucht. Mist - nichts in vernünftiger Lage dabei. Entweder zu weit von interessanten Geschäften entfernt in denen man sich die Zeit hätte vertreiben können, oder außer Betrieb. Na Klasse. Dann entdeckte ich eine Station an einem ca. 5km entferntem Baumarkt. Diesen Kompromiss konnte ich eingehen. Also hingefahren, dicht an der Säule geparkt und die Lage sondiert. "Bezahlen per App Möglich" "Freischaltung über die Hotline" etc. Habe dann angerufen und wollte die Säule freischalten lassen. Da ich keine Vertragsnummer für die Nutzung hatte und auch keine App oder Registrierung oder irgendwas wollte (es war ja schließlich nur eine Probefahrt), sagte der nette Mitarbeiter mir eine kostenlose Ladung zu. Im Gegenzug wollte er mir gerne ein paar Infomaterialien für die verschiedenen Abo's etc zuschicken. Ok dann mal los. Im Kofferraum befand sich dummerweise nur ein Ladekabel für die normalen 220V Steckdosen. Also wurde es leider nichts mit einer kostenlosen Schnellladung. Ich stieg wieder ein, schaltete den sogenannten Range-Extender ein und fuhr wieder los. Plötzlich bemerkte ich ein merkwürdiges Brummen an der Hinterachse. Der Verkäufer von der Niederlassung hatte mich aber vorgewarnt und ich verfiel nicht in Panik. Aber dieses Geräusch störte mich nun schon wirklich arg. Ich fuhr also nach Hause und holte die Kabeltrommel aus dem Keller. Zum Glück bekam ich einen Parkplatz dicht am Haus und die Steckdose auf dem Balkon war auch überaus hilfreich. Ich lud das Wägelchen ca. 3,5 Stunden. Am nächsten Morgen stieg ich ein und stellte verwundert fest, dass kaum mehr als 40% geladen worden waren. Ich war enttäuscht. Bei der Arbeit angekommen lud ich weiter auf und begeisterte in der Mittagspause einige meiner Kollegen mit dem Fahrgefühl und vor allem der Beschleunigung des i3. Aber dennoch hörte ich hier und da Kommentare wie: Bring den AOK-Chopper lieber zurück und kauf was gescheites. (Hab ich doch schon??? Z4?? Hallo??) Ich brachte den Wagen abends zurück und stieg wieder in meinen Golf-Traktor-Diesel. Schrecklich wie laut und brummelig der ist. Und diese Vibrationen - fürchterlich. Nach ein paar Kilometern war das "Hier ist doch was kaputt"-Empfinden dann wieder verschwunden und ich hatte mich wieder dran gewöhnt.

Alles in Allem bin ich positiv überrascht und stehe dem Ganzen auch nicht mehr all zu negativ gegenüber. Das Auto fährt tatsächlich wie ein Auto. Es fühlt sich nicht wie Spielzeug und auch nicht wie ein rollender Papiercontainer an. Man sitzt gut, das Info/Entertainment-System funktioniert großartig. Das Platzangebot ist wirklich nicht schlecht. Optisch ist es mit Sicherheit anders als in einem "normalen" Auto, aber auch das ist nicht so schlecht. Was mich stört sind die lange Ladezeit, das Brummen des Range-Extender, die hohe Windempfindlichkeit, das Singen der Reifen bei nasser Fahrbahn und der hohe Anschaffungspreis. Die Kosten für die ca. 200km habe ich nicht genau ausgerechnet, aber der Range-Extender (Ein kleiner Benzingenerator) braucht für ca.110 km gut 8l Benzin. Es stellt sich bei mir auch irgendwie nicht das Gefühl ein, etwas für die Umwelt zu tun. Der Wagen will schließlich auch produziert werden. Auch wenn dies mit Windkraftanlagen im Leipziger Werk geschieht, so sind die Materialien sicher nicht an irgendeinem Baum gewachsen. Fazit: BMW geht schon in die richtige Richtung. Jetzt müssen noch vernünftige Akkus her, die einen ungefähr 500km weit fahren lassen und trotzdem in einer halben Stunde geladen werden können. Der Anschaffungspreis liegt bei ca. 37500€ für eine halbwegs vernünftige Ausstattung. Und dann hat man immernoch einen Kleinwagen. Aber vielleicht erkennt die Regierung ja bald, dass das gesteckte Ziel für 2020 unrealistisch ist und buttert ordentlich Fördergeld in die Elektromobilität und es gibt saftige Prämien.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig unterhalten und ein winziges bisschen informieren. Wenn ihr noch Fragen habt, dann her damit :)
 
Schöner Bericht.
Finde ich gut, einfach mal zu Probieren an Stelle von blinden Vorurteilen (selbst wenn sich diese teils bewahrheiten).
Seit einigen Jahren interessiert mich das Thema ziemlich und ich bin schon einige von den Stromern gefahren. Der i3 war leider noch nicht dabei.
 
Hallo

Das Thema passt ja gut. War heute bei einem BMW Händler und da kamen wir auch auf das Elektro Auto i3 zu sprechen. Der Verkäufer sagte, ein Unternehmer aus dem Umkreis, hätte sich so ein Fz voriges Jahr gekauft, er wollte es zum Jahresende wieder verkaufen und war etwas erstaunt, das sich absolut keiner für sowas interessierte.
Er hatte es dann sichtlich entäuscht, mit einem gehörigen finanziellen Verlust, für einen Benziner in Zahlung gegeben.

Ich fuhr übrigens auch vor etwa zwei Jahren so ein Vehikel über eine Strecke von etwa 120 km Es war im Sommer und alle Verbraucher waren aus, die Teststrecke hatte einige Gefällepassagen dabei, sonst hätte ich diese 120 km vermutlich nicht geschafft.

Diese Antriebskonzept ( Stand von heute) mag im Kurzstreckenbereich noch bedingt tauglich sein, aber es kann momentan das mit Verbrennungsmotor angetriebene Auto, nicht ersetzen.

Ich denke die Zukunft gehört dem Wasserstoffantrieb.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Kosten für die ca. 200km habe ich nicht genau ausgerechnet, aber der Range-Extender (Ein kleiner Benzingenerator) braucht für ca.110 km gut 8l Benzin.


Ich fahre u.a. einen 5 Sitzer BMW. Dieser ist 29 Jahre alt. Er hat einen schönen Klang, Tempomat, E- Fenster, E-Schiebedach, Servolenkung, eine schöne Automatik. zw. 7,5 und 9 Litern pendelt der Verbrauch (es würde Normalbenzin reichen). Man wird häufig auf das schöne Auto angesprochen. Wenn ich Lust habe fahre ich damit weit in den Urlaub. Letztes Jahr war ich in Stettin.

Wenn man dafür ein Auto gebaut hätte welches 900 kg wiegt und 4 Personen Platz bietet, ganz gleich mit welchem Otto Motor, hätte das für mich mehr Sinn. Aber nach dem Sinn geht es ja bei BMW schon etwas länger nicht mehr. Oder einen 02 mit neuer Technik, höchstens insweit an aktuelle Normen angepasst... Eben mal was neues, das war I3 und I8 zwar auch, aber bringen meiner Meinung nach auch Imagemäßig BMW icht so extrem nach vorn. (Wobei das vielleicht doch so ist, nur mich das Ganze so gar nicht anspricht.)

Irgendeiner musste es waagen, BMW hats gemacht.
 
Ich habe jetzt keine konkreten Zahlen zur Hand, kann ich aber besorgen, aber man muss sich darüber klar sein, dass Strom ja erst einmal gewonnen werden muss.
Dann bekommt man schnell mit dem jeweiligen Wirkungsgrad zu tun. Klar, jetzt könnte man behaupten regenerative Energie steht beliebig zur Verfügung. Das stimmt aber leider nicht. Denn erstens scheint Nachts keine Sonne (manchmal auch am Tage nur wenig) und selbst bei uns im windigen Norden stehen auch die Windräder oft.
Ohne entsprechende Speichertechniken stecken auch die regenerativen Energieformen noch in den "Kinderschuhen". Würde mich über eine Diskussion hier an der Stelle freuen.
Was ebenso zu beachten ist: Winterbetrieb. Wer hat es nicht gern warm im Auto? Die Heizung im Verbrennungsmobil ist überhaupt kein Problem, da steigt im Gegenteil noch der Wirkungsgrad weil das Kraft-Wärmekopplungsmodell greift. Im Elektroauto geht die Heizung aber sofort auf die Reichweite, die eh schon durch die noch schweren Batterien eingeschränkt ist.
Ich denke die Zukunft gehört dem Wasserstoffantrieb.
Das glaube ich auch. Außerdem gibt es da schon gute Ansätze (Toyota). Die Technologie ist weiter ausgereift als viele glauben.
brenn01.jpg
Schon 2002 bin ich auf der Hannover Messe mit einer Brennstoffzelle gefahren. :) :-)
 
Schöner Bericht, in dem die Fürs und Widers gut benannt werden. Ich finde den i3 auch richtig hässlich und das fehlende (für alle nutzbare) Ladestationen-Netz ist mehr als ärgerlich -- ein nicht zu rechtfertigendes Versäumnis vieler Parteien einschließlich unsere "Verkehrsministers" :veryangry
Von den mangelnden Ladekapazitäten der Batterien gar nicht zu reden :#
Wieso das nur Tesla hinkriegt und (bislang) sonst keiner erschließt sich mir nicht.

Aber einen Z4 mit E-Motor würde ich mir sofort kaufen! :7
 
Schöner Bericht. Deckt sich mit meinen Erfahrungen mit dem e-up und e-Golf. Der up war etwas schwach auf der Brust, der Golf ok. Der Golf wäre das ideale Auto für den Arbeitsweg wenn der hohe Anschaffungspreis und die langen Ladezeiten (bei 220V) nicht wären. Ein solides Paket ist der Hybrid-Golf. Allerdings kostet der jenseits von gut und böse. Also in etwa gleiche Erfahrung wie beim i3.
 
Schöner Bericht. Deckt sich zu einem grossen Teil auch mit meinen Erfahrungen, ich kann mich also fast raus halten. Fast. Bei all den Beiträgen zum i3 fehlt mir aber, dass niemand auf die ein oder andere Kuriosität der Büchse eingegangen ist. Über die Optik lässt sich bekanntlich streiten, mir gefällt sie, da sie sich von den anderen Elektrobuden ein wenig abhebt und so eine gewisse Eigenständigkeit schafft. Ein Elektro Golf sieht halt immer noch aus wie ein Golf. Ob das nun gut ist oder nicht bleibt dabei vorerst im Raum stehen.
Der i3 sollte ja losgelöst von bestehenden Konzepten entwickelt werden und dabei mögliche neue Wege aufzeigen. Das tut er auch. Und das dabei auch das ein oder andere in die Hose gehen kann ist auch bekannt. Das schafft Potential, dass die nächste Generation i3 ein richtig tolles Elektroauto wird. Und wahrscheinlich wieder mit einem konventionellen Design...
Hat schon mal jemand versucht in einer Parklücke die hinteren Türen zu benutzen? Bei BMW jedenfalls nicht. Sonst hätte man bemerkt, dass erst die vordere Tür geöffnet werden muss und man sich dann selbst im Weg steht. Irre! Absolut irre!
Warum hat die Möhre bloß eine stink normale Motorhaubenentriegelung für den Deckel vorne, die einfach nur lästig ist und man sich ständig einsaut? Zu allem Überfluss muss man da auch mindestens vier mal am Tag dran um das Ladekabel raus zu holen oder es zu verstauen. Theoretisch. Ende vom Lied ist, dass das Kabel der Bequemlichkeit halber in den Kofferraum fliegt und da vor sich hin klötert... Oder es wird gar nicht mehr benutzt und es wird nur noch mit dem Range Extender gefahren weil es einfach nur nervt. Und noch mehr nervt es, dass man auf Grund der Gesetzgebung keinen grösseren Tank für den Range Extender hat. Sonst wäre es ja ein Hybrid Fahrzeug und kein Elektro Auto...und man würde im Winter auch mehr als 80km schaffen ohne dabei zu frieren...
Frieren wird man bei der Herstellung der verwendeten Kohlefasern wohl eher nicht, denn der energetische Aufwand ist beachtlich, die Gewichtseinsparung allerdings fraglich und das Recycling ungelöst. Es gibt Rohbauer, die behaupten, dass sie die Karosserie mit heutzutage üblichen hochlegierten Stählen leichter hinbekommen hätten. Die Ökobilanz lässt sich also selbst ohne der Batterietechnik beliebig gestalten. Und trotzdem finde ich den i3 gut und freue mich auf die nächste Generation Elektro Autos.
 
Schöner Bericht, in dem die Fürs und Widers gut benannt werden. Ich finde den i3 auch richtig hässlich und das fehlende (für alle nutzbare) Ladestationen-Netz ist mehr als ärgerlich -- ein nicht zu rechtfertigendes Versäumnis vieler Parteien einschließlich unsere "Verkehrsministers" :veryangry
Von den mangelnden Ladekapazitäten der Batterien gar nicht zu reden :#
Wieso das nur Tesla hinkriegt und (bislang) sonst keiner erschließt sich mir nicht.

Aber einen Z4 mit E-Motor würde ich mir sofort kaufen! :7

Hi zetatessera,

klar fehlen noch Ladestationen und die Infrastruktur ist noch nicht so weit aber es tut sich doch was. Selbst als ich vor zwei oder drei Jahren an der Ostseeküste der DDR war gab es da beim Bäcker schon Elektrotankstellen.
Und einen Z4 mit E Motor gibt (gab) es auch schon ganz schön lange. Sogar von Tesla...;-))
 
Heute morgen fuhren vor mir auf beiden Fahrspuren einträchtig nebeneinander ein i3 und ein Tesla. Beide Autos konnte man nicht hören, der optische Unterschied war allerdings dramatisch. :whistle:
 
Ein sehr schöner Bericht @NesmoZ4 , auch finde ich es gut, dass man dir diesen Wagen so lange zur Verfügung gestellt hat :)

Ich finde das Thema ebenfalls sehr interessant und habe schon Erfahrungen sammeln können.

Zum einen hatte ich letztes Jahr das Vergnügen, im Rahmen eines Trackdays den Tesla P85D Probe zu fahren (leider nicht auf dem Track :D )
Beeindruckend, wie dieser Wagen vorwärts marschiert, das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mich ein bisschen zum E-Fan gemacht. Ich kann allerdings keine Vergleich zu einem anderen 700PS- Fahrzeug ziehen, so Exklusiv ist mein Umfeld nicht. Aber das Gefühl dieser sofortigen Leistungs"entladung" ist einfach verrückt!

Ein wenig mehr Erfahrung habe ich mit dem Nissan Leaf. 109PS / 280NM / ~200km Reichweite
Dieser wurde Mitte letzten Jahres im Rahmen eines Pilotprojekts als Dienstfahrzeug angeschafft ( Leasing auf 2 Jahre, die restlichen Flottenfahrzeuge sind VW Golf und Tiguan)
Der Leaf bietet sich an, da unser Einsatzgebiet rund um die Niederlassung ca. 60-70km beträgt.
Der Leaf wird bis jetzt ausschließlich für Fahrtziele im Umkreis von 50km genutzt, da sich die praktische Reichweite im Mix bei ca. 120km eingependelt hat. Ob nach dem "0" , ähnlich wie bei einem Benzin- oder Dieselfahrzeug, noch ein Strom für weitere 10-20km vorhanden ist, haben wir noch nicht getestet. :whistle: Ich nehme es aber an.
Im direkten Vergleich mit unseren Golf 7 TDI (~110PS) muss sich der Leaf nicht verstecken. Natürlich merkt man einen Qualitätsunterschied im Innenraum (Die Golf sind allerdings nahezu Vollausgestattet und haben einen höheren Kaufpreis), jedoch fahre ich lieber mit dem Leaf.
Der Motor spricht, wie erwartet, sofort auf Befehle an, die 280NM sind immer und sofort, außer die ersten 1-2 Sek. des Anfahrens, vorhanden. Es ist einfach ein ganz anderes und weniger "langweiliges" Fahren, als im Golf. Die Fahrleistungen sind in etwa gleich, sieht man von der Beschleunigung ab 140kmh und der Endgeschwindigkeit ab, trotzdem fühlt sich der Leaf im Vergleich leistungsstärker und schneller an.
Der Verbrauch liegt derzeit bei 15,6Kwh (bei 25ct/kwh macht das unter 4€/100km), der Wagen wird allerdings über ein Solarcarport(mit Netzanschluss) gespeist.
Man muss erwähnen, dass der Leaf, und ich denke das trifft auf die meisten Elektrofahrzeuge zu, ein reines Stadt- und Überlandauto ist.
Verirrt man sich doch einmal auf die Autobahn und fährt >120kmh, kann man den digitalen Restreichweitenzähler rattern hören.

Soviel zu meinen "elektrisierten" Erfahrungen ;)
 
Hm, ich finde nicht, dass man für den Faktor 3 ( in Worten"drei") für den höheren finanziellen Aufwand im Verhältnis auch mehr bekommt. Klar, der Tesla geht für einen bereiften Batterieklumpen wie die Sau. Und auch ganz schön lange. Ist für mich auch noch immer Referenz. Würde man aber das Ansprechverhalten am i3 nur ein wenig direkter gestalten, dann hätte man nach Regeln der StVO fast den gleichen Spaß. Klar, mit Abstrichen oben raus aber eben auch für ein drittel des Preises.

Edit: Genau diese von Magin beschriebenen "gefühlten" ein bis zwei Sekunden in denen nichts passiert meine ich mit Ansprechverhalten. Und genau die hat der Tesla nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fahre seit gut 2 Jahren im Alltag einen i3 (mit teilweise 3 Kindern und 2 Hunden) und habe inzwischen rein elektrisch fast 45.000km abgespult.
Möchte im Alltag nichts anderes mehr fahren, wobei ein anderes Fahrwerk schon nicht schlecht wäre. :B
 
Haben auch einen I3 im Firmenfuhrpark.
Bin aber nur 2 mal gefahren.
Er fährt super und für die Nutzung langt auch der Akku doch mir ist er zu langweilig.
Mitarbeiter sind alle begeistert und so wird noch einer gekauft und der Nachfolger eventuell auch.
 
Hm, ich finde nicht, dass man für den Faktor 3 ( in Worten"drei") für den höheren finanziellen Aufwand im Verhältnis auch mehr bekommt.
Nach meinen Informationen ist es eher Faktor 2-2,5. Dafür spielst du allerdings in der Liga eines A6, 5er & Co. So war auch die Aussage gemeint. Macht man einen Vergleich i3 gegen adäquaten Kleinwagen, ist der i3 (e-golf) deutlich teurer. Sucht man einen großen Kombi, dann ist der Tesla nicht im gleichen Verhältnis teurer als seine Verbrennerkollegen.
 
Der i3 wird über ein Sonderleasing momentan für 35 Euro diversen Unis angeboten.
Ich sag's ja: Zu teuer für das Gebotene. :5jesterz:

Im Ernst: Ich finde es ja grundsätzlich schön, wenn solche Autos Anklang finden. Je mehr allerdings solche Autos fahren, umso verpönter werden Autos mit richtigem Motor werden und umso eher wir hier ein generelles Geschwindigkeitslimit bekommen. :eek: :o
 
Ja ich weiß. Und verarbeitet ist er bald noch gruseliger als der Z. Ich wollt halt n bischn stänkern...;-)) Du hast das glaub ich aber schon ganz richtig verstanden...;-)))
 
Die einzigen Elektroautos die ich mir näher angesehen habe sind VW Caddys von unseren Handwerkern an der Uni.
VW Nutzfahrzeuge werden ja in Hannover produziert.
Das sind Prototypen die sicherlich pro Stück eine viertel Million gekostet haben. Den Aufwand sieht man erst wenn man unter die Haube guckt.
Alle notwendigen Übergänge von der Serienkarosse zum Spezialeinbau sind aus dem vollen gefräst.
Ich habe mich gewundert warum bei einem Elektroauto der große Kühler vorn drin geblieben ist. Die Handwerker haben es mir erklärt.
Die Batterien werden bei der Aufladung so heiß, dass das ganze System über den Kühler gekühlt wird. Ein immenser technischer Aufwand.
Diese Wagen sind noch weit von der Großserie entfernt. :(
Mein erster Chef hat mir mal vor 40 Jahren einen Vortrag darüber gehalten wann das Energieproblem gelöst ist. Nämlich dann, wenn man Energie vernünftig transportieren und speichern kann. Die Lösung wäre ein Akkumulator für Wasserstoff. Durch Katalysatoren auf höhere Dichte gebracht als in einer explosiven Gasflasche. Ähnlich einer Batterie, allerdings nicht für elektrische Ladung, sondern für den Energieträger Wasserstoff. Das ganze möglichst unter atmosphärischem Druck. Ich glaube auch das die Zukunft der Brennstoffzelle und dem Energieträger Wasserstoff gehört. Aber bis das soweit ist werden wir noch viele Jahre unsere Z´s genießen können. ;)
 
Boa, interessantes Thema. Die Brennstoffzelle hat man ja schon vor gut einem halben Jahrhundert zu Weltraumschrott gemacht. Seit dem hat sich gefühlt aber nicht mehr viel getan. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass jeder "Idiot" mit ner Wasserstoffpulle durch die Gegend fährt überkommt mich irgendwie ein Gefühl des Unbehagens. Den Wasserstoff zu binden ist erst mal eine coole Idee aber was dann? Als direkt Methanol Brennstoffzelle ist der Wirkungsgrad für die Füsse und nen Katalysator auf Betriebstemperatur zu bringen ist auch nicht der Hit. Bleibt noch das Kaltstartverhalten und das Abgas bei unter null Grad C. Eben Eis. Sehr spannend. Wer da Fachwissen hat bitte posten. Bei all den Problemen die ich da sehe hat sich doch die Batterietechnik in den letzten fünfzig Jahren deutlich schneller weiterentwickelt und wenn das so weiter geht wird es für die Brennstoffzelle auch immer enger.
 
Der i3 wird über ein Sonderleasing momentan für 35 Euro diversen Unis angeboten.

Hast du diesbezüglich einen Link mit näheren Informationen? Ich kenne leider nur Leasingraten jenseits von Gut und Böse. Aber für 35€ würde ich ernsthaft überlegen. Ideales Stadtgefährt und bei dem Geld wäre mir die Optik vollkommen egal.
 
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