NesmoZ4
Fahrer
Hallo zusammen,
ich bin mir nicht sicher, ob dieses Thema jemanden interessiert und/ oder es bereits einen Thread dazu gibt. Vielleicht hat es auch nicht unbedingt etwas in einem Z-Forum zu suchen, aber ich dachte ich teile meine Erfahrungen mit euch.
Ausgangspunkt war im Prinzip ein typisches Stammtischgespräch, bei dem es mehr oder weniger zwei Lager gab. Die einen, die auf das klassische Verbrennerprinzip schwören und die Elektromobilität teilweise belächeln oder gar verachten und die anderen, die es eine tolle Sache finden und der Meinung sind, dass dies die Zukunft ist und man den Verbrenner schnellstmöglich durch Elektroautos mit vernünftiger Reichweite ersetzen sollte. Eigentlich würde ich mich mehr zu der ersten Kategorie zählen. Es entbrannte eine schöne Diskussion und ich tat meine Meinung dazu kund. Diese sieht in groben Zügen wie folgt aus: Kleine Autos, wenig Reichweite, zu teuer in der Anschaffung, schlechte Infrastruktur der Ladesäulen, hässlich, pseudo umweltfreundlich etc. pp.
Ich geriet also etwas mit einem Bekannten aneinander, der von der Elektromobilität sehr viel hält. Zum Ende der Diskussion fragte er, ob ich überhaupt schon mal ein solches Fahrzeug gefahren bin, und ob meine Meinung und Einstellung dazu auch aus Erfahrung abgeleitet ist. Ich musste dies natürlich verneinen und kam mir natürlich etwas blöd dabei vor. Eine Meinung zu vertreten, ohne direkt Erfahrungen damit gemacht zu haben ist eigentlich nicht mein Ding. Daraus entstand die Idee sich einen i3 bei BMW anzuschauen. Angerufen, Termin ausgemacht und los gings.
Ich fuhr also mit meinem Winterauto (Golf Diesel) zur Niederlassung. Verbrauch ca. 2,5l/56km. Ich stellte fest, dass es zwei Autos gab, die mir in der Ausstellungshalle rein optisch überhaupt nicht gefielen. Dieser merkwürdige neue Minivan (2er Active irgendwas) und der i3. Eine kurze Einweisung später saß ich in dem Gefährt, trat die Bremse, drückte den Startknopf und es passierte rein gar nichts. Wählhebel auf D und Fuß von der Bremse - nichts! Leicht das Gaspedal betätigt und siehe da: Es rollt! Also ein wenig rumrangiert und rückwärts an den Golf gestoppt, um mein Gepäck umzuladen. Das Gefühl, wenn man so überhaupt nichts vom Auto hört ist die ersten Meter sehr seltsam. Aber irgendwie auch wieder angenehm. Ich führ also los Richtung Innenstadt um meine Besorgungen zu machen. Ich beschleunigte auf ca. 55 km/h und rollte einfach so dahin. Dann die erste Ampel. Ein ganzes Stück vorher nahm ich den Fuß vom Gas, um ihn ausrollen zu lassen. Ich erschrak etwas, weil es mir wie eine Bremsung vorkam. Ok - an der nächsten Ampel hatte ich es schon etwas besser raus mit dem Timing. Sobald man den Fuß vom Gas nimmt, "bremst" der Wagen bis zum Stillstand und lädt dabei wieder ein winziges bisschen auf. Die Bremse braucht man also fast gar nicht mehr. Und beim Wegfahren von der Ampel kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Ein klein wenig "reingelatscht" und der Kollege kommt ganz gut zu sich. Gefühlt von einer Sekunde auf die andere ist man schon auf 60-70 km/h. Ohne - oder fast ohne jeden Ton. Ein kleines Summen, ähnlich eines winzigen Turboladers, hört man dann doch. Das Fahrgefühl fing an mir wirklich zu gefallen und ich machte tagsüber meine Besorgungen, fuhr mit Kollegen zum Mittagessen und heimste viele neugierige und begeisterte Blicke ein. Der Tag neigte sich dem Ende und nach ca. 90 gefahrenen Kilometern machte ich mir das erste Mal Gedanken um den Ladezustand. Eigentlich machte sich eher das Auto Gedanken und wies mich immer mal wieder drauf hin, aber das lies ich mir natürlich nicht anmerken.. Also das Navi bemüht und die nächste Ladestation im Umkreis gesucht. Mist - nichts in vernünftiger Lage dabei. Entweder zu weit von interessanten Geschäften entfernt in denen man sich die Zeit hätte vertreiben können, oder außer Betrieb. Na Klasse. Dann entdeckte ich eine Station an einem ca. 5km entferntem Baumarkt. Diesen Kompromiss konnte ich eingehen. Also hingefahren, dicht an der Säule geparkt und die Lage sondiert. "Bezahlen per App Möglich" "Freischaltung über die Hotline" etc. Habe dann angerufen und wollte die Säule freischalten lassen. Da ich keine Vertragsnummer für die Nutzung hatte und auch keine App oder Registrierung oder irgendwas wollte (es war ja schließlich nur eine Probefahrt), sagte der nette Mitarbeiter mir eine kostenlose Ladung zu. Im Gegenzug wollte er mir gerne ein paar Infomaterialien für die verschiedenen Abo's etc zuschicken. Ok dann mal los. Im Kofferraum befand sich dummerweise nur ein Ladekabel für die normalen 220V Steckdosen. Also wurde es leider nichts mit einer kostenlosen Schnellladung. Ich stieg wieder ein, schaltete den sogenannten Range-Extender ein und fuhr wieder los. Plötzlich bemerkte ich ein merkwürdiges Brummen an der Hinterachse. Der Verkäufer von der Niederlassung hatte mich aber vorgewarnt und ich verfiel nicht in Panik. Aber dieses Geräusch störte mich nun schon wirklich arg. Ich fuhr also nach Hause und holte die Kabeltrommel aus dem Keller. Zum Glück bekam ich einen Parkplatz dicht am Haus und die Steckdose auf dem Balkon war auch überaus hilfreich. Ich lud das Wägelchen ca. 3,5 Stunden. Am nächsten Morgen stieg ich ein und stellte verwundert fest, dass kaum mehr als 40% geladen worden waren. Ich war enttäuscht. Bei der Arbeit angekommen lud ich weiter auf und begeisterte in der Mittagspause einige meiner Kollegen mit dem Fahrgefühl und vor allem der Beschleunigung des i3. Aber dennoch hörte ich hier und da Kommentare wie: Bring den AOK-Chopper lieber zurück und kauf was gescheites. (Hab ich doch schon??? Z4?? Hallo??) Ich brachte den Wagen abends zurück und stieg wieder in meinen Golf-Traktor-Diesel. Schrecklich wie laut und brummelig der ist. Und diese Vibrationen - fürchterlich. Nach ein paar Kilometern war das "Hier ist doch was kaputt"-Empfinden dann wieder verschwunden und ich hatte mich wieder dran gewöhnt.
Alles in Allem bin ich positiv überrascht und stehe dem Ganzen auch nicht mehr all zu negativ gegenüber. Das Auto fährt tatsächlich wie ein Auto. Es fühlt sich nicht wie Spielzeug und auch nicht wie ein rollender Papiercontainer an. Man sitzt gut, das Info/Entertainment-System funktioniert großartig. Das Platzangebot ist wirklich nicht schlecht. Optisch ist es mit Sicherheit anders als in einem "normalen" Auto, aber auch das ist nicht so schlecht. Was mich stört sind die lange Ladezeit, das Brummen des Range-Extender, die hohe Windempfindlichkeit, das Singen der Reifen bei nasser Fahrbahn und der hohe Anschaffungspreis. Die Kosten für die ca. 200km habe ich nicht genau ausgerechnet, aber der Range-Extender (Ein kleiner Benzingenerator) braucht für ca.110 km gut 8l Benzin. Es stellt sich bei mir auch irgendwie nicht das Gefühl ein, etwas für die Umwelt zu tun. Der Wagen will schließlich auch produziert werden. Auch wenn dies mit Windkraftanlagen im Leipziger Werk geschieht, so sind die Materialien sicher nicht an irgendeinem Baum gewachsen. Fazit: BMW geht schon in die richtige Richtung. Jetzt müssen noch vernünftige Akkus her, die einen ungefähr 500km weit fahren lassen und trotzdem in einer halben Stunde geladen werden können. Der Anschaffungspreis liegt bei ca. 37500€ für eine halbwegs vernünftige Ausstattung. Und dann hat man immernoch einen Kleinwagen. Aber vielleicht erkennt die Regierung ja bald, dass das gesteckte Ziel für 2020 unrealistisch ist und buttert ordentlich Fördergeld in die Elektromobilität und es gibt saftige Prämien.
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig unterhalten und ein winziges bisschen informieren. Wenn ihr noch Fragen habt, dann her damit :)
ich bin mir nicht sicher, ob dieses Thema jemanden interessiert und/ oder es bereits einen Thread dazu gibt. Vielleicht hat es auch nicht unbedingt etwas in einem Z-Forum zu suchen, aber ich dachte ich teile meine Erfahrungen mit euch.
Ausgangspunkt war im Prinzip ein typisches Stammtischgespräch, bei dem es mehr oder weniger zwei Lager gab. Die einen, die auf das klassische Verbrennerprinzip schwören und die Elektromobilität teilweise belächeln oder gar verachten und die anderen, die es eine tolle Sache finden und der Meinung sind, dass dies die Zukunft ist und man den Verbrenner schnellstmöglich durch Elektroautos mit vernünftiger Reichweite ersetzen sollte. Eigentlich würde ich mich mehr zu der ersten Kategorie zählen. Es entbrannte eine schöne Diskussion und ich tat meine Meinung dazu kund. Diese sieht in groben Zügen wie folgt aus: Kleine Autos, wenig Reichweite, zu teuer in der Anschaffung, schlechte Infrastruktur der Ladesäulen, hässlich, pseudo umweltfreundlich etc. pp.
Ich geriet also etwas mit einem Bekannten aneinander, der von der Elektromobilität sehr viel hält. Zum Ende der Diskussion fragte er, ob ich überhaupt schon mal ein solches Fahrzeug gefahren bin, und ob meine Meinung und Einstellung dazu auch aus Erfahrung abgeleitet ist. Ich musste dies natürlich verneinen und kam mir natürlich etwas blöd dabei vor. Eine Meinung zu vertreten, ohne direkt Erfahrungen damit gemacht zu haben ist eigentlich nicht mein Ding. Daraus entstand die Idee sich einen i3 bei BMW anzuschauen. Angerufen, Termin ausgemacht und los gings.
Ich fuhr also mit meinem Winterauto (Golf Diesel) zur Niederlassung. Verbrauch ca. 2,5l/56km. Ich stellte fest, dass es zwei Autos gab, die mir in der Ausstellungshalle rein optisch überhaupt nicht gefielen. Dieser merkwürdige neue Minivan (2er Active irgendwas) und der i3. Eine kurze Einweisung später saß ich in dem Gefährt, trat die Bremse, drückte den Startknopf und es passierte rein gar nichts. Wählhebel auf D und Fuß von der Bremse - nichts! Leicht das Gaspedal betätigt und siehe da: Es rollt! Also ein wenig rumrangiert und rückwärts an den Golf gestoppt, um mein Gepäck umzuladen. Das Gefühl, wenn man so überhaupt nichts vom Auto hört ist die ersten Meter sehr seltsam. Aber irgendwie auch wieder angenehm. Ich führ also los Richtung Innenstadt um meine Besorgungen zu machen. Ich beschleunigte auf ca. 55 km/h und rollte einfach so dahin. Dann die erste Ampel. Ein ganzes Stück vorher nahm ich den Fuß vom Gas, um ihn ausrollen zu lassen. Ich erschrak etwas, weil es mir wie eine Bremsung vorkam. Ok - an der nächsten Ampel hatte ich es schon etwas besser raus mit dem Timing. Sobald man den Fuß vom Gas nimmt, "bremst" der Wagen bis zum Stillstand und lädt dabei wieder ein winziges bisschen auf. Die Bremse braucht man also fast gar nicht mehr. Und beim Wegfahren von der Ampel kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Ein klein wenig "reingelatscht" und der Kollege kommt ganz gut zu sich. Gefühlt von einer Sekunde auf die andere ist man schon auf 60-70 km/h. Ohne - oder fast ohne jeden Ton. Ein kleines Summen, ähnlich eines winzigen Turboladers, hört man dann doch. Das Fahrgefühl fing an mir wirklich zu gefallen und ich machte tagsüber meine Besorgungen, fuhr mit Kollegen zum Mittagessen und heimste viele neugierige und begeisterte Blicke ein. Der Tag neigte sich dem Ende und nach ca. 90 gefahrenen Kilometern machte ich mir das erste Mal Gedanken um den Ladezustand. Eigentlich machte sich eher das Auto Gedanken und wies mich immer mal wieder drauf hin, aber das lies ich mir natürlich nicht anmerken.. Also das Navi bemüht und die nächste Ladestation im Umkreis gesucht. Mist - nichts in vernünftiger Lage dabei. Entweder zu weit von interessanten Geschäften entfernt in denen man sich die Zeit hätte vertreiben können, oder außer Betrieb. Na Klasse. Dann entdeckte ich eine Station an einem ca. 5km entferntem Baumarkt. Diesen Kompromiss konnte ich eingehen. Also hingefahren, dicht an der Säule geparkt und die Lage sondiert. "Bezahlen per App Möglich" "Freischaltung über die Hotline" etc. Habe dann angerufen und wollte die Säule freischalten lassen. Da ich keine Vertragsnummer für die Nutzung hatte und auch keine App oder Registrierung oder irgendwas wollte (es war ja schließlich nur eine Probefahrt), sagte der nette Mitarbeiter mir eine kostenlose Ladung zu. Im Gegenzug wollte er mir gerne ein paar Infomaterialien für die verschiedenen Abo's etc zuschicken. Ok dann mal los. Im Kofferraum befand sich dummerweise nur ein Ladekabel für die normalen 220V Steckdosen. Also wurde es leider nichts mit einer kostenlosen Schnellladung. Ich stieg wieder ein, schaltete den sogenannten Range-Extender ein und fuhr wieder los. Plötzlich bemerkte ich ein merkwürdiges Brummen an der Hinterachse. Der Verkäufer von der Niederlassung hatte mich aber vorgewarnt und ich verfiel nicht in Panik. Aber dieses Geräusch störte mich nun schon wirklich arg. Ich fuhr also nach Hause und holte die Kabeltrommel aus dem Keller. Zum Glück bekam ich einen Parkplatz dicht am Haus und die Steckdose auf dem Balkon war auch überaus hilfreich. Ich lud das Wägelchen ca. 3,5 Stunden. Am nächsten Morgen stieg ich ein und stellte verwundert fest, dass kaum mehr als 40% geladen worden waren. Ich war enttäuscht. Bei der Arbeit angekommen lud ich weiter auf und begeisterte in der Mittagspause einige meiner Kollegen mit dem Fahrgefühl und vor allem der Beschleunigung des i3. Aber dennoch hörte ich hier und da Kommentare wie: Bring den AOK-Chopper lieber zurück und kauf was gescheites. (Hab ich doch schon??? Z4?? Hallo??) Ich brachte den Wagen abends zurück und stieg wieder in meinen Golf-Traktor-Diesel. Schrecklich wie laut und brummelig der ist. Und diese Vibrationen - fürchterlich. Nach ein paar Kilometern war das "Hier ist doch was kaputt"-Empfinden dann wieder verschwunden und ich hatte mich wieder dran gewöhnt.
Alles in Allem bin ich positiv überrascht und stehe dem Ganzen auch nicht mehr all zu negativ gegenüber. Das Auto fährt tatsächlich wie ein Auto. Es fühlt sich nicht wie Spielzeug und auch nicht wie ein rollender Papiercontainer an. Man sitzt gut, das Info/Entertainment-System funktioniert großartig. Das Platzangebot ist wirklich nicht schlecht. Optisch ist es mit Sicherheit anders als in einem "normalen" Auto, aber auch das ist nicht so schlecht. Was mich stört sind die lange Ladezeit, das Brummen des Range-Extender, die hohe Windempfindlichkeit, das Singen der Reifen bei nasser Fahrbahn und der hohe Anschaffungspreis. Die Kosten für die ca. 200km habe ich nicht genau ausgerechnet, aber der Range-Extender (Ein kleiner Benzingenerator) braucht für ca.110 km gut 8l Benzin. Es stellt sich bei mir auch irgendwie nicht das Gefühl ein, etwas für die Umwelt zu tun. Der Wagen will schließlich auch produziert werden. Auch wenn dies mit Windkraftanlagen im Leipziger Werk geschieht, so sind die Materialien sicher nicht an irgendeinem Baum gewachsen. Fazit: BMW geht schon in die richtige Richtung. Jetzt müssen noch vernünftige Akkus her, die einen ungefähr 500km weit fahren lassen und trotzdem in einer halben Stunde geladen werden können. Der Anschaffungspreis liegt bei ca. 37500€ für eine halbwegs vernünftige Ausstattung. Und dann hat man immernoch einen Kleinwagen. Aber vielleicht erkennt die Regierung ja bald, dass das gesteckte Ziel für 2020 unrealistisch ist und buttert ordentlich Fördergeld in die Elektromobilität und es gibt saftige Prämien.
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig unterhalten und ein winziges bisschen informieren. Wenn ihr noch Fragen habt, dann her damit :)







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