Hallo,
anbei ein paar Auszüge von Dieter dwz8 zum Thema adaptives Fahrwerk, was das erklärt was ich meine.
Oli, da hast Du sicherlich Recht, allerdings fällt es mit teilweise immer noch schwer meinen 30i Fahrstil für den 35is zu verändern. Beim 30i war es eigentlich egal wann und wieviel Gas man gab. Da reagiert der 35is schon ganz anders. Ich werde dann mal bald ins Trainingslager gehen, um etwas Feinschliff zu betreiben
Original Zitate DWZ8:
Das adaptive Fahrwerk (AF) verstellt die Dämpfer auf zwei Arten: zum einen über die Normal-Sport-Sport+-Taste, zum anderen während der Fahrt aufgrund der aktuellen Bedingungen. Gleichzeitig wird auch Einfluss auf die Lenkung genommen, und zwar nicht nur über die Sport-Taste, sondern anscheinend auch während des Fahrens. Die Federn bleiben unverändert.
Das Umschalten mittels der Sporttaste ist natürlich erwartet. Dabei werden mit zunehmendem Sport-Modus die Dämpfer straffer gestellt, was auch ok ist.
Ungewohnt ist das Verstellen während des Fahrens, das permanent erfolgt, unabhängig vom gerade eingestellten Modus. Es mag durchaus noch gut sein, wenn die kurvenäußeren Dämpfer leicht verhärtet werden, wenn man durch eine Kurve fährt. Problematisch werden dann allerdings die Lastwechsel.
Man kann - entsprechende Abstimmung der Achsen und brauchbare Reifen vorausgesetzt - das Auto mit erheblichem Speed in eine Kurve hineinfahren, ohne dass es untersteuert. Der Grip vorne ist sehr beachtlich.
Dann kommt aber der Wechsel vom Hineinrollen zum Hinausbeschleunigen. Sobald man das Gaspedal nur anschaut, wird die Dämpferkontrolle aktiv, sagt sich "ogottogott", und macht die hinteren Dämpfer weich, damit die Hinterachse maximalen Grip hat beim Beschleunigen und ja nicht auskeilt. Als Folge knickt das Auto hinten ein, man hat das Gefühl, dass man in einem Flugzeug sitzt, das gleich abhebt. Währenddessen fährt man aber noch weiter in der Kurve mit konstantem Lenkeinschlag. Durch dieses Einknicken hinten verliert die Vorderachse an Grip, man spürt regelrecht, wie man aus der Kurve geschoben wird. Dann packen die Vorderräder wieder, und man wird von der Hinterachse um die Kurve geschoben. In Ingos speziellem Fall führt die Sperre dazu, dass dieser Effekt noch verstärkt wird.
Da scheint also der Kern des Untersteuerns zu liegen, zumindest beim AF. Fängt man nun an, das Auto abzustimmen, trifft man auf ein neues Phänomen: Das System ist lernfähig. Man verstellt etwas, freut sich über den Effekt, 5 Kurven später fährt sich das Auto wieder wie vorher, weil dann das System die "Fehler" korrigiert hat und den programmierten Normalzustand wieder herstellt, und das ist ein untersteuerndes Fahrverhalten.
Somit können wir erst einmal Entwarnung geben für die Stabis, deren Wirkung geht fast völlig unter in dem Tanz, den die Elektronik da aufführt.
Aus unserer Sicht ist die Empfehlung glasklar:
Wer sich einen E89 kauft, sollte das AF vermeiden, wenn er sportlich fahren will. Das normale Fahrwerk läßt sich in beliebiger Weise umbauen und verändern, beim AF ist man der (für uns) nicht änderbaren Logik ausgeliefert. Bezeichnend ist dabei, dass KW auch ein Fahrwerk für E89 mit AF anbietet. Das besteht aus einem konventionellen V3-Fahrwerk und ein paar kleinen Komponenten, die das AF lahmlegen.
Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, mit möglichst überschaubarem Aufwand die Autos so abzustimmen, dass sie gut sportlich fahrbar sind. Das funktioniert ohne Zweifel auch mit dem adaptiven Fahrwerk. Wie ich schon schrieb, reicht das Verhalten für normalen, "artgerechten" Straßenverkehr mehr als aus.
Dabei werden auch die Besonderheiten des AF weitgehend kompensiert. Ein paar Dinge lassen sich aber nicht kompensieren, da das AF ständig nachregelt.
Trotzdem wird diese Abstimmung die sein, mit der fast alle Fahrer zufrieden sein werden.