Vorab: 2030 wird es noch einiges an Verbrennungsmotoren am Markt geben. Ich denke der Sinn der Aktion ist es das die Hersteller hier endlich in die Pötte kommen und bessere Alternativen anbieten statt um jeden ml Verbrauch am Teststand zu kämpfen. Inosfern müsste gleichzeitig die Ansage kommen das die Verbrauchs- / Abgasrichtlinen final festgesetzt werden. Bringt ja nichts ewig in eine offenbar auslaufende Technologie noch Resourcen zu investieren.
Meine Position ist das ich lieber heute als morgen autonome Autos mit Elektroantrieb hätte. Man bestellt es sich für 8:00 Uhr vor die Haustüre, steigt ein, liest Zeitung und kommt entspannt in der Arbeit an. Eventuell teilt man es sich noch mit ein paar anderen und schon spart man sich einiges an Fahrzeugen, Lärm, lokalen Emissionen, Stellplätzen, Verkehrsraum. Die tote Zeit im Berufsverkehr bringt niemanden etwas.
Auch auf Langstrecke kann ich mir das gut vorstellen, wenn ich mir ansehe wie unbedarf so mancher Autofahrer unterwegs ist bringt es auch einiges an Sicherheit.
Man selbst besitzt das Fahrzeug nicht, braucht also keinen eigenen Stellplatz / Lademöglichkeit dafür und das Fahrzeug kann viel besser ausgelastet werden.
Es hat guten Grund dass dies Teil jeder utopischen, zukünftigen Welt ist.
Für den Lastverkehr muss man eben die Systeme ändern. Dann gibt es eben alle 100km auf der Autobahn Logistikcenter in dene die Fracht / Anhänger gewechselt werden und leere Zugmaschinen nachgeladen werden. Autonome LKWs wären eh wünschenswert wenn man sich die Häufung von schweren und oft tödlichen Unfällen z.B. hier im Großraum Nürnberg ansieht (OK, Ursache sind hierfür sicherlich auch die Baustellen). Oder man investiert in dieses klassiche, für den Güterverkehr nahezu perfekte Verkehrmittel Bahn. Auch die Binnenschifffahrt bietet sich zum Transport mit geringen Energieaufwand pro t/km an (auch wenn hier wohl noch nie großartig der Schadstoffaustoß reguliert wurde, steht wohl aktuell an und dürfte immense Investitionen für den Markt bedeuten)
Probleme an der ganzen Sache: Immenser Investionsaufwand an sehr vielen Stellen, aktuell noch eine eher mäßige Kapazität der Energiespeicher (große Reichweite = viel Gewicht & Platzverbrauch + hoher Energieaufwand für die Produktion + Einsatz wertvoller Rohstoffe), fraglich ob tatsächlich langfristig hierdurch der globale Schadstoffaustoß gesenkt wird im Vergleich zu konventionellen Energieträgern. Dazu kommt das gerade die deutschen Hersteller hier noch nicht viel anbieten, aktuell muss man für Elektroautos zu Tesla, Renault oder Nissan greifen. BMW hat hier ja mit dem i3 zwar eine Fleißaufgabe abgeliefert aber nicht gemerkt das eine tägliche, reale Reichweite von von 200km ein Muss ist (ok, nun kommt wohl ein Modell mit größeren Akku), mit Preisen ab 40.000 mit ein paar Extras (bis über 50.000 mit Vollausstattung) bleibt es aber ein Imageträger und kein Verkaufsschlager. Aber darum ging es BMW wohl nie, sonst hätten Sie sich auch diesem dämlichen Range Extender gespart.
Dazu kommt vor allem das unser Stromnetz und auch kein anderes auf der Welt diese Energiemengen übertragen oder Bereitstellen kann wenn erstmal wirklich viel Elektroautos geladen werden müssen. Wie hier die Lösung aussieht weiß niemand, alleine schon die Problematik die sich beim Netzausbau auf seiten der Bürger zeigt kann hier zum finalen Stolperstein werden oder zumindest die Pläne um Jahre nach hinten schieben. Und woher nehmen wir die Energie? OK, gigantische Windparks in der Nordsee sind ein netter Ansatz aber ohne die passenden Energiespeicher in gleicher Größenordnung auch nicht ganz einfach (OK, hier könnten die Fahrzeuge auch als Puffer sowohl für Zuhause als auch das Netz dienen; geparkt ab 18 Uhr, keine weitere Nutzung an diesem Tag, 37% Restakku, Ladedauer bei Max P 3h, morgens werden min. 60% benötigt -> wie und wann geladen wird ist egal -> intelligentes laden). Es hat einen Grund das immer noch Kohlekraftwerke gebaut und aufgerüstet werden - hier darf man sich keiner vorschnellen Illusion hingeben.
So lange wir hier in der Energieerzeugung keinen großen Durchbruch (Fusion) schaffen bleibt das Thema mit schwarzen Flecken übersät.
Was erstmal wohl mehr bringen würde wären sinnvolle Praxistests im Bezug auf Verbrauch und Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren und eine Auslegung auf längere Nutzungsdauer (z.B. Änderung der gesetzlichen Vorgaben auf 5-6 Jahre Garantie auf Neuwägen). Gerade Geschäftswägen sollten hier mehr einbezogen werden damit die nicht zwingend 1-2 jährlich durchgetauscht werden (o.k. dies könnte ziemliche Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt haben).
So lange ich meinen Z4 behalten kann und gelegenlich damit ein Runde drehe ist mir das herzlich egal. Hergeben werde ich den nur wenn ich mir etwas deutlich besseres holen würde, außer einem Aston Martin mit V12 fällt mir dazu aber nicht viel ein. Spannender wird es dann eher eine Tankstelle zu finden bei einer Ausfahrt
Wie ich heute hörte, gibt es gerade einmal für 1 Mio. Elektrofahrzeuge entsprechende Mengen an Lithiumvorkommen. Wenn nicht andere Batterien entwickelt werden oder keine neuen richtig große Li-Lagerstätten entdeckt werden, wird aus der Elektrofahrzeugvision des Bundesrates wohl nichts werden.
Jein, Lithium ist relativ begrenzt, ja, aber man kann ja Batterien aus allerhand anderen Materialien bauen. Wenn die ganze Welt auf Elektroautos umstellt wird dies defintiv ein Problem.