AW: Gestatten, Betty......................Black Betty! (Die ersten 2735km)
(Letzter) Teil 5:
Vorgeschichte + Fazit:
So, nun also der letzte Teil meines Fahrberichtes.
Ich gebe zu das es doch insgesamt etwas ausführlicher geworden ist, als vorher gedacht. *lach*
Doch die Worte flossen einfach so aus den Fingern wenn ich an die vergangenen 2735km denken musste.

Viele schöne km werden folgen und wenn man etwas mit Liebe und Leidenschaft macht, darf die Gefühlsebene einfach nicht zu kurz kommen.
Wunderbar das meine Lebensgefährtin das Black Betty fahren mit mir teilt, und Verständnis für manche Verrückheiten aufbringt.
Nicht nur dafür liebe ich sie sehr. Danke mein Schatz.
Wie ich zu Black Betty kam:
Mein erstes richtiges Auto hatte ich mit 7 Jahren. Einen DKW den mein Vater für 20.-DM von einem Bauern aus der Scheune kaufte.
Nach ein paar Tagen basteleien lief er wieder. Da wir ein gemietetes Landhaus mit großem Gründstück hatten,
fuhr klein Thomas nicht nur "brummbrumm" brabbelnd sondern richtig mit Sitzerhöhung in ersten Gang immer ums Haus rum.
Schalten durfte ich nicht, wegen der Geschwindigkeit,
und die damals noch kurzen Beine schafften es nicht die Kupplung durchzutreten.
In den folgenden Jahren nahm mein Vater mich auf diversen Rennsportveranstaltungen mit und als Streckenposten
hatte er Eintritt in viele Bereiche, die dem normalen Zuschauer verborgen blieben.
Damals hab ich wohl etwas zuviel Benzin eingeatmet.
Mit 17 fuhr ich dann mit einer "heißen" Yamaha RD 80 einige Streckenrekorde für Moped´s bis 125ccm.
Mit 18 hatte ich den Cup-Vertrag mit Honda in der Tasche und die Rennlizenz für die kommende Saison war in Frankfurt bereits bestellt.
Mit meiner Privatmaschine fuhr ich im Training die Fußrasten im Bergischen rund, und dann der Unfall.
Ich bin dem Tod gerade nochmal von der Schippe gesprungen, und nach meiner Heimkehr aus dem Krankenhaus
waren
alle Motorrad-Andenken von meiner Mutter fachgerecht entsorgt worden.

"Für ein Auto gibts was dabei", so meine Eltern damals.
Na gut, ein Mini-Special mit 43 statt 34 PS konnte man bequem mit einigen geschickten Handarbeiten auf 65PS bringen.

Beruflich wäre ich als ausgelernter Sportkaufmann zwar der jüngste Fillialleiter in der Unternehmensgeschichte der Firma geworden,
aber der Benzingeruch fehlte.
Mit 21 fing ich bei BMW an.
Ein 320/6 mit Eibach-Fahrwerk, Momo Lenkrad und ohne Servo (kostet nur Leistung) war die Folge.
Bei BMW ging es sehr professionell zu. Diverse Sicherheits- und Fahrertrainings waren die Folge.
Im Dunlop-Testgelände durften wir in einer 90 Min. Testveranstaltung alle Reifen der neuen 7er, Jaguar´s und S-Klasse zu Gummiknäueln zusammen fahren. Herrlich.

Der Hammer war allerdings die Trainingsstunde mit Rauno Aaltonen.
Die Ralley-Legende zeigte uns allerlei Tricks und konnte dazu noch hervorragend erklären.
Ich dachte ich könnte gut fahren - gar nichts kann ich, ich bin ein Nichts, der Mann ist ein Fahrer-Gott.
Wer Interesse hat, hier ein Link für Interessierte:

Leider war der Händler bei dem ich mittlerweile war etwas verrückt.
Da ich einen Knebelvertrag hatte durfte ich im näheren Umkreis nicht zu einem anderen BMW-Händler wechseln.
BMW versuchte zwar noch zu vermitteln, sie hatten schließlich viel Geld in die Ausbildung gesteckt, aber es blieb dabei.
Ein Fabrikatswechsel stand an.
Bergmeister in Langenfeld bot VW/Audi viel Zubehör und Tuning an. Eine renomierte Adresse mit Rennsportgeschichte.
Genau der richtige Ort für mich.
Neben Willi Bergmeister und Willi Bergmeister jr. gab´s da auch noch die Söhne, die beide später in das Rennsportgeschehen aktiv eingriffen.
Auch kleinere Kart-Rennen wurde auf dem (leergeräumten) Betriebsgelände hinten ausgefahren.
Ein Lehrling (so hießen Azubi´s früher) war jedoch unschlagbar. Der Junge hatte ein Fahrgefühl, das war unglaublich.
Sein Name: Michael Schumacher.

Natürlich waren wir damals oft in Kerpen und der kleine Ralf oder der Vater gab uns die Karts raus.
Der sympatische und ruhige Michael hatte jedoch keinerlei Allüren, und fuhr auf der Strecke einfach nur alles in Grund und Boden.
Wir haben uns nur einmal später wiedergesehen, und der Hype der später um ihn ausbrach, war ja Wahnsinn.
Meine eigene Automobilsportlaufbahn habe ich dann zwecks mangelnder finanzieller Möglichkeiten begraben müssen.
Ohne viele Sponsoren ist der Einstieg einfach unmöglich.
VW hat mir zwar ein Angebot für den PoloG40-Cup gemacht welches zu stemmen gewesen wäre,
aber die laufenden Kosten wären unüberschaubar gewesen.
1996 habe ich bei Honda angefangen. Es sollten rückblickend betrachtet die schönsten 6-7 Jahre in der Automobilbranche werden.
Ich wollte zwar nie für Japaner arbeiten, außer eventuell für Honda.
Die alte Motorradliebe hat es möglich gemacht.
Ich arbeitete mich ein, und später schaffte ich es bis zur Nr. 2 in Deutschland (vom Verkauf und Zufriedenheitsranking).
Erfolgreich, gut verdient, viele tolle Kontakte und das ein oder andere Special-Event sprangen dabei raus. Ich war ein Worcaholic.
Leidenschaft und die Liebe zur Firma trieben mich zu Höchstleistungen.
Abwerbungsversuchen anderer Firmen hielt ich stand, und es war eine tolle Zeit.
Durch Kontakte konnte ich das ein oder andere Geheimnis bei R&D (die weltweite Forschungsabteilung bei Honda in Offenbach) erblicken.
Ein paar km in verschiedenen Rennwagen fielen dabei auch ab.
Höhepunkt war eine Runde im aktuellen STW-Cup Accord auf der Grand-Prix Strecke Nürburgring.
Nach 1jähriger Geschäftsleitung in einem Ford-Haus kehrte ich zu Honda zurück.
Auch wenn ich Chef war, Ford machte mich einfach nicht an. Erfolg war zwar da, aber es fehlte einfach etwas.
Leider wurde kurz nach meiner Rückkehr der Händlervertrag auf Mazda umgestellt.
Die RX-8 Vorstellung auf dem Salzburgring war zwar gut, aber mehr auch nicht.
Der Wagen ist nicht schlecht, aber das soll das Spitzenprodukt der Firma sein, die ich vertrete?
Nein. Da fehlt einfach was.
Mittlerweile war ich 40 und für den typische Angestellten war ich viel zu selbstständig.

Es gab zwar einige Angebote für Händlerübernahmen, aber mit 1,5-2 Millionen miese zu starten war nicht mein Ding.
( Unter diesem Betrag kann man es gleich vergessen, die Branche ist knüppelhart.)
Mein Abschied aus der Automobilbranche liegt jetzt 6 Jahre zurück.
Ich habe eine Freizeitanlage mit Grundstück gekauft, die ich selber mit ein paar Mitarbeitern bewirtschafte, und es geht mir hervorragend.
Natürlich juckt es mich nach fast 2 Jahrzenten Autobranche, manchmal in den Fingern wenn ich einen Händler sehe,
der könnte dies oder jenes machen...............

Mein Schatz lacht dann, und sagt mir: "Ich weiß das Du es kannst."
Nach der Geschäftsübernahme kam eigentlich nur der Passat aufgrund der Ladekapazität in Frage.
Schließlich muß ich viel Ware einkaufen.
Dieses Jahr dann der Entschluß.
Ein Spielzeug muß her, und zwar ein richtiges.
Ein Ariel Atom oder KTM X-Bow wäre wohl zu extrem gewesen.
Ich möchte auch die Touren mit meinen Schatz

genießen, und damit wäre ich wohl nur alleine unterwegs gewesen. Nee,nee.
SLK hat sich schnell erledigt, Audi TTS schön, aber ich bin Design-Fetischist. Die Kurven überzeugen mich nicht wirklich.
Ein Honda NSX-T letzte Ausführung ist ein geniales Auto. *das weiß ich*
Nur leider nicht zu bekommen.
Also Porsche Boxster S mit toller Ausstattung.
Ausgestattet mit *hüstel* netter Ausstattung lag ich bei 82T€.

Also, das ist doch etwas heftig. Zumal der zigfach hier in D rumfährt.
Während eines Einkaufs fuhr ich dann kurz in der NL D´dorf bei BMW vorbei. Neuer Z4 sieht prima aus. Gefällt mir gut.
"Gibt´s dazu auch ein Hardtop?"
Da ich ja überwiegend im Winter Zeit habe, eine wichtige Frage.
"Der hat ein Hardtop!" Staun.

Bisher waren die Fahrzeuge mit integriertem Hardtop immer im Hintern häßlich. Ich steh aber auf einen schönen Popo auch beim Auto.
Prospekte mitgenommen, Konfigurator aufgerufen, schau mal Schatz.
Uih, der ist aber schick.

Probefahrt mit 30i Automatik.
Prima, aber irgendetwas fehlt noch, 35i mit DKG?

Eigentlich lehne ich die Automatik ab, aber auch durch Eure Berichte hier im Forum habe ich mich dann doch dazu entschieden.
Danke. Eine perfekte Entscheidung.
Der Z4 sDrive35i ist einfach ein geniales Auto.
Neben der sehr gelungenen Optik für einen Hardtop-Roadster, bietet auch der Innenraum ein tolles Ambiente.
Man fühlt sich hier einfach nach kurzer Eingewöhnungszeit sauwohl.
Der Motor ist ein Gedicht und hält sich in den Unterhaltungskosten dank günstiger Versicherungseinstufungen absolut im Rahmen.
Das DKG ist einfach ein Traum, auch für Schaltfreaks im fortgeschrittenen Alter, bietet es einfach alles was man sich wünschen kann.
Die Fahrdynamic Control regelt zwischen den einzeln Modis perfekt.
Die DSC und DTC Regelung funktioniert super. Wer will kann es nach langem gedrückt halten auch ganz ausschalten.
Das adaptive Sportfahrwerk ist einfach eine Wucht.
Überraschend komfortabel im Normal-Modus.
Direkt im Sport-Modus mit deutlicher Rückmeldung.
Bissig im Sport+ Modus der nur bei bestimmten Strecken wirklich Sinn ( aber unglaublich Spaß ) macht.
Die Sportsitze sind klasse, (hab schon 10mal so teure Rennschalen erlebt) die Lordosenstütze spitze einstellbar.
Das adaptive Kurvenlicht ist eine Offenbarung und sollte mitbestellt werden. Auf dunklen einsamen Strecken ein absolutes Erlebnis.
Der Tempomat macht richtig Spaß. Nicht nur die optische Anzeige, auch die vielfältigen Einstellungen machen wirklich Sinn.
Die 19´Z V-Speiche sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch in Verbindung mit dem adaptiven Sportfahrwerk sehr komfortabel.
Die RunFlat Bereifung macht Sinn, und den Spezies denen es zu "unsportlich" ist, würde ich gerne mal zeigen was........ach lassen wir das.
Aus dem Alter bin ich wirklich raus.
Wichtig! Bevor es zur heißen Sohle kommt, nicht nur die Öltemperatur beachten, sondern auch die Reifen auf Temperatur bringen.
Im kalten Zustand stoßen sie schnell an ihre Grenzen.
Das Navi Professional ist wirklich klasse, zwar im Preis hoch jedoch den nachträglichen Systemen von Bedienung und Einstellungsmöglichkeiten weit überlegen. Außerdem ist der optische Effekt auch sehr gediegen. Es lohnt sich.
Das Hifi-Prof. Laursprechersystem hat meine Erwartungen erfüllt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Von den nachträglichen Umbauten bin ich ab. Optimales Hifi erlebe ich zuhause.
Comfort-Paket Plus und Connectivity Paket würde ich bei Neubestellungen empfehlen.
Der Sound des 35i ist wirklich gigantisch und genau nach meinem Geschmack.
Vom vornehmen Understatement bis zur tobenden Wildsau ist das Klangspektrum hier Motortechnisch optimal umgesetzt worden.
Den Unterdruckstecker im Kofferraum hab ich ausprobiert, jedoch möchte ich nicht sämtliche Nachbarn über meinen Tourstart informieren.
Nach 2 Tagen hab ich wieder auf Serie umgeschaltet. Ich muß keinen Krach machen.
Das Auto spricht mit dem gemütlichen Brabbeln für sich.
Der Verbrauch ist für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse absolut in Ordnung.
Bis 1900km lagt ich trotz unterschiedlicher Belastung bei 9.8 bis 10.2l.
Durch die anschließende forcierte Fahrweise hat sich der Verbrauch auf 10,7l hochgeschraubt.
Ein absolut vertretbarer Wert, gerade bei Euro5.
So, nun ist aber Schluß.
Ich hoffe ich habe Euch einen nicht nur nüchternen, sondern auch einen gefühlten Fahrbericht und ein Lesevergnügen bereitet.
Danke an unseren Webmaster Thorzzzzten für dieses tolle Forum.
Meine Spende wird Dich in den nächsten Tagen erreichen.
Neben meiner ersten Vorstellung hoffe ich Euch auch auf emotionaler Ebene erreicht zu haben.
Neben einem genialen Auto habt ihr auch die Person die dahinter steht kennengelernt.
Über Rückmeldungen und Kommentare freue ich mich besonders.
Mit Absicht habe ich ein etwas ausführlicheres Statement hier abgegeben.
Auch wenn es viel ausführlicher geworden ist als beabsichtigt.
Ich hoffe es hat Euch gefallen.
Den eines verbindet uns doch hoffentlich.
Die "
Freude am Fahren".
Gruß Thomas