Wenn Erwachsene niederträchtige, sexistische, widerliche Memes in Social Media zu Frau Thunberg oder anderen jungen Menschen posten, handelt es sich bei den Postenden nun mal meist um sexistische Arschlöcher. Das ist auch nicht mit "Netzkultur" zu rechtfertigen. Kritisieren kann man FFF auch in der Sache, dafür gibt es zahlreiche Gründe. Und auch Memes und Witze zu FFF oder Frau Thunberg können witzig und klug sein.
Und ganz sicher nicht: Wer sich bewusst in die Öffentlichkeit begibt und selbst die Klaviatur des Social Media spielt, muss nicht mit Hass leben, oder alternativ sich zurückziehen.
SPIEGEL: Frau Neubauer, seit wann haben Sie mit sexistischen Kommentaren in den sozialen Medien zu kämpfen?
Neubauer: Seit ich mich öffentlich politisch äußere, ist es ein Dauerphänomen. Sobald ich irgendwas auf Twitter oder Instagram poste, kommen nach wenigen Minuten die Hasskommentare.
SPIEGEL: Was steht in diesen Kommentaren?
Neubauer: Da ist alles dabei: Beleidigungen, sexualisierte Memes, Erniedrigungen. Manchmal ist der Kommentar nur ein Wort lang, manchmal schreiben Leute ganze Aufsätze über ein Oberteil von mir, aus dem sie dann irgendwie ableiten, dass ich "untervögelt" sei. Der sexualisierte Hass in den Kommentaren geht irritierend oft über zu Foren, in denen über meine Vergewaltigung fantasiert wird.
Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer hat vor Gericht einen Erfolg gegen den rechtspopulistischen Autor Akif Pirinçci errungen, der sie im Netz beleidigt hatte. Hier erklärt sie, warum das nicht reicht.
www.spiegel.de
Frau Thunberg und andere junge Menschen ziehen sich trotz solcher Angriffe nicht zurück. Respekt dafür.
Die geifernd auf der Couch sitzenden Poster benannter Memes und "Witze" werden hingegen ganz kleinlaut, wenn das Anwaltsschreiben eintrudelt, die Klage zugestellt wird oder die Polizei vor der Tür steht.