Ich kann GRESU nur zustimmen.
Die Probleme am Bau liegen nur zum kleinen Teil in der handwerklichen Ausführung. Die Planung eines solchen Projektes ist so schon sehr komplex. Dann mischt noch die Politik mit und die Industrie betreibt Lobbyarbeit.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Vertreter der Bauindustrie sich bei Planern, Statikern, Behörden und Unternehmern die Klinke in die Hand gegeben haben. Alleine schon welcher Beton oder welche Asphaltmischung auf dem Rollfeld und von welchem Anbieter... da liegen teilweise Millionen in der Preisspanne zwischen den Produkten bei Großprojekten.
Wenn dann nach der Vergabe die ganzen Nachträge losgehen, dann läuft fast jedes Projekt aus dem Ruder.
Bei BER sehe ich aber die Probleme grundsätzlicg bei der Politik, die nicht frühzeitig die Notbremse gezogen hat und den Planern.
Wenn man die Berichte der teilweise für Laien schon offensichtlichen Mängel hört.... Wenn ein Bauingenieur einer Baufirma einen Plan in die Hand bekommt, in dem etwas gebaut wird was mit fachlichem Know-How gegen die geltenden Vorschriften ist, dann MUSS der Bauingenieur das gegenüber seinem Auftraggeber melden. Das wird er auch ganz sicher machen (und so sieht die Praxis auch aus), weil er keinen Bock hat für die miese Planung gerade zu stehen (was er dann müsste).
Also "Meldet er Bedenken an". Ganz normale Baupraxis.
Und genau da frage ich mich, wie damit vom Planer bzw. Auftraggeber mit umgegangen wurde..... Augen zu und durch?
Über eines muss man sich aber klar sein. In der Presse wird immer von "verschleuderten" Milliarden in Großprojekten gesprochen. Das klingt für den Normalbürger immer so als würde da ein Ofen stehen und Geld verbrennen und keiner hat was davon.
Fakt ist, die Milliarden sind zum größten Teil an Bauunternehmen und die Bauindustrie geflossen. Da haben Unternehmen Geld mit verdient und derne Mitarbeiter von partizipiert. Demnach ist das Geld nicht völlig sinnlos vernichtet worden, es hat nur ein anderer.
Zum Thema Griechen erlaube ich mir den Hinweis, dass Griechenland bisher nur ein paar Milliarden aus dem Rettungsfond aus Deutschland erhalten hat. Das Geld ist auch nicht für Griechenland sondern für das Bankensystem welches zu hoch gepokert hat.
Natürlich hat Griechenland jahrelang gut auf Pump gelebt. man darf aber berücksichtigen, dass die Griechen das Geld welches sie in den vergangenen Jahren nach Ansicht einiger Mitbürger "verprasst" haben überwiegend in Importware, vorzugsweise aus Deutschland, investiert haben. Voran sind deutsche Autobauer und Markenartikler zu nennen. Somit hat das verprasste Geld in der Vergangenheit brav den Weg wieder in die deutsche Wirtschaft und den Fiskus gefunden.
Traurigerweise bejammern wir unsere Bankenrettungszahlungen via Griechenland, obwohl deutsche Unternehmen, Banken und der Staat im selben Zeitraum an der Krise in Griechenland gut das Vielfache verdient haben...
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/0301/griechenland.php5
Weitere Infos findet man im Netz bei der Suche.
Die Wahrheit ist halt unpopulär.