[...] Selbst wenn ein parkender Motorradfahrer überfahren wird, findet sich mit Sicherheit im zweiten Satz einer Meldung der Hinweis auf die "rasenden Zweirradfahrer"...
Ebenso ist die mittlerweile obligatorische präventive Selbstbeschuldigung von Moppedfahrern ("...wenn ich nicht für andere Verkehrsteilnehmer mitdenke, bin ich selbst schuld...") im Verkehr einmalig. [...]
Ich kann Dich und Deinen Beitrag zu einem guten Teil verstehen, obwohl ich nicht Motorrad fahre.
Der erste oben zitierte Absatz ("Rasender Zweiradfahrer") trifft nicht nur Motorradfahrer, sondern alles, was sich mit Motorkraft bewegt. Mir fällt nämlich auf, dass häufig (natürlich nicht immer) bei Unfallmeldungen von "Rasen" die Rede ist: Auto raste mit 40 km/h in Gartenzaun oder so. Krachen = Rasen. Das ist soweit aber kein Problem der Verkehrsteilnehmer, sondern der Journalisten - allerdings schaffen sie damit auch Bewusstsein.
Im zweiten obigen Absatz bin ich Deiner Meinung. Natürlich weiß man, dass man als Motorradfahrer ein höheres Verletzungsrisiko trägt als als Autofahrer. Das allein kann aber nicht bedeuten, dass der Motorradfahrer allein deswegen schon eine Mitschuld an jedem Unfall hat.
Jetzt noch eine dritte Wahrnehmung von mir als Autofahrer: Ich bin regelmäßig in den Bergen unterwegs, vor allem in der Schweiz. Das heißt Beschränkung auf 80 km/h. Wenn ich nun mit meinem Zetti 80 fahre (oder nur so viel mehr, dass es den Urlaubsetat ggf. nicht sprengt), warum muss man dann überhaupt noch überholen? Es gibt Autofahrer, die das trotzdem tun, es gibt unter den Motorradfahrern relativ mehr, die das tun. Und wenn sie überholen, dann findet das häufig an Stellen statt, die nicht weit genug übersehen werden können. Und diejenigen Motorradfahrer, die an unübersichtlichen Stellen überholen, neigen dazu, einen zu geringen seitlichen Abstand einzuhalten (ca. 0,5 Meter ist üblich) und vor allem sehr knapp vor meiner Stoßstange wieder einzuscheren. Ich empfinde diese Situationen als stressig. Zum einen geht es gegen mein Rechtsempfinden (Ich versuche mich an die Regeln zu halten, dann erwarte ich das auch von den anderen), zum anderen fühle ich mich dadurch auch gefährdet, denn weder möchte ich so einen Vogel abschießen noch überhaupt einen Unfall erleiden. Inzwischen versuche ich bereits, an Wochenenden mit schönem Wetter die Passfahrten zu vermeiden, weil die Anzahl dieser und ähnlicher Situationen einfach zu groß wird. Vergleichbare Erlebnisse mit Autos kenne ich auch. Allerdings ist deren Anzahl aus meiner Sicht sowohl absolut als auch relativ kleiner.