Ich habe am Freitag gegen 21.00 Uhr eine SMS von der Telekom erhalten, dass ich bitte anrufen möchte, weil man mir angeblich keine Post zustellen könne; man wolle daher meine Adresse mit den vorliegenden Daten abgleichen.
Also rufe ich artig, wie ich nun mal bin, umgehend unter der angegebenen Nummer an. Ich lande in einem Computerprogramm mit Spracherkennung. Für das Anliegen der Telekom gibt es natürlich keinen Menüpunkt und ich habe nur die Wahl zwischen standardisierten Informationen über Tarifangebote, Tarifwechsel, meine im laufenden Monat angefallenen Verbindungskosten und eine Menge übriges Zeug, das mich nicht im Geringsten interessiert.
Nachdem ich alle verfügbaren Vorschläge mit einem „Nein!“ quittiert habe, versuche ich es mit verschieden Schlüsselwörtern (Kundenberater, persönliches Gespräch, Rückruf etc.) in der Hoffnung, dabei eines zu erwischen, auf das das Programm reagiert, oder zumindest so häufig abzulehnen bzw. dazwischen zu reden, bis das Programm endlich merkt, dass es so nicht weiterkommt, und mich an einen Menschen durchstellt. Fünf Minuten lang lande ich bei allen möglichen Informationen, die ich weder will, noch brauche, bis es endlich heißt, dass man mich mit einem Kundenberater verbinden werde.
Es folgt die Ansage, dass man Gespräche zur „Verbesserung der Qualität“ (hier muss ich trotz meines mittlerweile starken Genervtseins lachen) aufzeichne und dass ich „nein“ sagen solle, wenn ich damit nicht einverstanden sei. Ich sage „nein“. Funkstille – nichts – kein Ton vom Programm und schon gar kein Laut von einem Menschen.
Ich überlege, ob ich evtl. etwas falsch gemacht haben könnte, lege auf und versuche es noch einmal. Diesmal komme ich schneller bis zum Angebot eines Gesprächs von Mensch zu Mitarbeiter, da ich alle Fragen des Programms mit „Berater“ unterbreche. Wieder kommt die Frage nach der Zustimmung zur Aufzeichnung, wieder sage ich „nein“, wieder Abbruch. Wie heißt der Werbeslogan der Telekom? "Erleben, was verschwindet"?
Es ist warm, ich sitze draußen und freue mich, dass ich ein T-Shirt trage, da ich bei einem Hemd jetzt eine größere Kragenweite bräuchte.
Also das Ganze noch einmal, jedoch ohne Ablehnung der Aufzeichnung. Wie durch ein Wunder spreche ich auf einmal mit einem Menschen (bestimmt reiner Zufall!), der mich fragt, was er für mich tun kann. Die anfängliche Erleichterung weicht aber schnell der Ernüchterung, da ich offensichtlich in irgendeinem Callcenter irgendwo auf der Welt an irgendeinen Praktikanten geraten bin, der akustisch kaum zu verstehen und mit der Angelegenheit vollkommen überfordert ist. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich ihm klargemacht habe, was ich will (Moment - ich will ja gar nichts von denen; die wollen etwas von mir; ich bekomme Blutdruck).
Der Callboy gräbt in den Tiefen der Telekom-EDV und findet dort schließlich einen Eintrag, dass ein Brief an mich zurückgekommen sei. Zum wiederholten Male erkläre ich, dass sich meine Anschrift nicht geändert hat. Worüber haben wir eigentlich die ganze Zeit geredet? Um was es sich bei besagtem Schreiben handelt, könne er nicht sagen, er mache aber einen Vermerk. Ob dies dazu führen wird, dass man mir dieses Schreiben noch einmal zustellt, weiß er nicht.
Am Sonntagmorgen gegen 9.00 Uhr erhalte ich erneut eine SMS der Telekom. Man bedankt sich für meinen Anruf und kündigt an, dass man dazu noch vier bis fünf Fragen habe, zu denen ich ein paar weitere SMS von einer anderen Kurzwahl aus erhalten werde. Prompt kommt die erste. Man will wissen, ob mein Anliegen gelöst wurde (ich habe kein Anliegen – mein Blutdruck begrüßt den noch jungen Tag mit einem neuen Höchstwert). Ich soll mit „1“ antworten, wenn es gelöst wurde und mit „2“, wenn nicht. Wohl wissend, dass das Programm nur „1“ oder „2“ akzeptieren wird, antworte ich mit „Noch nicht“, denn in der kurzen Zeit und erstrecht am Wochenende wird die Post nicht zugestellt, sodass beide Wahlmöglichkeiten nicht greifen.
Wie erwartet kommt die automatische Antwort-SMS, dass meine Angabe nicht verarbeitet werden könne und ich mit „1“ oder „2“ antworten solle. An dieser Stelle wird es mir zu dumm; ich ignoriere die Antwort und warte nun ab, was kommt. Vielleicht eine erneute SMS? Vielleicht sogar Post von der Telekom? Ich werde sehen …
Gruß
Kai
Also rufe ich artig, wie ich nun mal bin, umgehend unter der angegebenen Nummer an. Ich lande in einem Computerprogramm mit Spracherkennung. Für das Anliegen der Telekom gibt es natürlich keinen Menüpunkt und ich habe nur die Wahl zwischen standardisierten Informationen über Tarifangebote, Tarifwechsel, meine im laufenden Monat angefallenen Verbindungskosten und eine Menge übriges Zeug, das mich nicht im Geringsten interessiert.
Nachdem ich alle verfügbaren Vorschläge mit einem „Nein!“ quittiert habe, versuche ich es mit verschieden Schlüsselwörtern (Kundenberater, persönliches Gespräch, Rückruf etc.) in der Hoffnung, dabei eines zu erwischen, auf das das Programm reagiert, oder zumindest so häufig abzulehnen bzw. dazwischen zu reden, bis das Programm endlich merkt, dass es so nicht weiterkommt, und mich an einen Menschen durchstellt. Fünf Minuten lang lande ich bei allen möglichen Informationen, die ich weder will, noch brauche, bis es endlich heißt, dass man mich mit einem Kundenberater verbinden werde.
Es folgt die Ansage, dass man Gespräche zur „Verbesserung der Qualität“ (hier muss ich trotz meines mittlerweile starken Genervtseins lachen) aufzeichne und dass ich „nein“ sagen solle, wenn ich damit nicht einverstanden sei. Ich sage „nein“. Funkstille – nichts – kein Ton vom Programm und schon gar kein Laut von einem Menschen.
Ich überlege, ob ich evtl. etwas falsch gemacht haben könnte, lege auf und versuche es noch einmal. Diesmal komme ich schneller bis zum Angebot eines Gesprächs von Mensch zu Mitarbeiter, da ich alle Fragen des Programms mit „Berater“ unterbreche. Wieder kommt die Frage nach der Zustimmung zur Aufzeichnung, wieder sage ich „nein“, wieder Abbruch. Wie heißt der Werbeslogan der Telekom? "Erleben, was verschwindet"?
Es ist warm, ich sitze draußen und freue mich, dass ich ein T-Shirt trage, da ich bei einem Hemd jetzt eine größere Kragenweite bräuchte.
Also das Ganze noch einmal, jedoch ohne Ablehnung der Aufzeichnung. Wie durch ein Wunder spreche ich auf einmal mit einem Menschen (bestimmt reiner Zufall!), der mich fragt, was er für mich tun kann. Die anfängliche Erleichterung weicht aber schnell der Ernüchterung, da ich offensichtlich in irgendeinem Callcenter irgendwo auf der Welt an irgendeinen Praktikanten geraten bin, der akustisch kaum zu verstehen und mit der Angelegenheit vollkommen überfordert ist. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich ihm klargemacht habe, was ich will (Moment - ich will ja gar nichts von denen; die wollen etwas von mir; ich bekomme Blutdruck).
Der Callboy gräbt in den Tiefen der Telekom-EDV und findet dort schließlich einen Eintrag, dass ein Brief an mich zurückgekommen sei. Zum wiederholten Male erkläre ich, dass sich meine Anschrift nicht geändert hat. Worüber haben wir eigentlich die ganze Zeit geredet? Um was es sich bei besagtem Schreiben handelt, könne er nicht sagen, er mache aber einen Vermerk. Ob dies dazu führen wird, dass man mir dieses Schreiben noch einmal zustellt, weiß er nicht.
Am Sonntagmorgen gegen 9.00 Uhr erhalte ich erneut eine SMS der Telekom. Man bedankt sich für meinen Anruf und kündigt an, dass man dazu noch vier bis fünf Fragen habe, zu denen ich ein paar weitere SMS von einer anderen Kurzwahl aus erhalten werde. Prompt kommt die erste. Man will wissen, ob mein Anliegen gelöst wurde (ich habe kein Anliegen – mein Blutdruck begrüßt den noch jungen Tag mit einem neuen Höchstwert). Ich soll mit „1“ antworten, wenn es gelöst wurde und mit „2“, wenn nicht. Wohl wissend, dass das Programm nur „1“ oder „2“ akzeptieren wird, antworte ich mit „Noch nicht“, denn in der kurzen Zeit und erstrecht am Wochenende wird die Post nicht zugestellt, sodass beide Wahlmöglichkeiten nicht greifen.
Wie erwartet kommt die automatische Antwort-SMS, dass meine Angabe nicht verarbeitet werden könne und ich mit „1“ oder „2“ antworten solle. An dieser Stelle wird es mir zu dumm; ich ignoriere die Antwort und warte nun ab, was kommt. Vielleicht eine erneute SMS? Vielleicht sogar Post von der Telekom? Ich werde sehen …
Gruß
Kai
Zuletzt bearbeitet:



Und ich war schon gespannt, was für einen wichtigen ominösen Brief ich bekommen würde, aber ich hatte denen meine Adresse nach einem Umzug bewußt nicht mitgeteilt, weil ich keine Werbung mehr haben wollte. Du glaubst nicht, was für einen Hals ich hatte, als ich diesen wichtigen Brief in den Händen hielt.





